Skip to main content
main-content

27.04.2015 | Wirtschaftsinformatik + Betriebliche Anwendungen | Im Fokus | Onlineartikel

Digitaler Binnenmarkt in Europa soll E-Business befeuern

Autor:
Jacqueline Pohl

Die EU-Kommission arbeitet eine Strategie für einen digitalen Binnenmarkt in der EU aus. Barrieren beim Datenaustausch verschwinden, und rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen werden harmonisiert.

Momentan sieht sich die europäische digitale Wirtschaft mit einem Flickenteppich aus 28 unterschiedlichen Regelungen für Telekommunikation, IT-Sicherheit und Datenschutz konfrontiert. Neue Geschäftsmodelle lassen sich in diesem Umfeld nur schwer umsetzen. Die EU-Kommission will deshalb Anfang Mai 2015 ein Strategiepapier „Digitaler Binnenmarkt“ vorstellen. Die Kernpunkte der neuen Agenda sind jetzt schon bekannt: Drei Initiativen sollen die IT-Branche in Europa entlasten und neue Services beflügeln. Vor allem elektronische Dienstleistungen wie Cloud Computing sowie der E-Commerce könnten von der Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes profitieren. 

Rechtlicher Rahmen und Infrastrukturausbau

Die Marschrichtung der EU sieht vor, in einem ersten Schritt den Zugang zu digitalen Services und Waren im E-Commerce zu erleichtern.

Weitere Artikel zum Thema

Dafür werden einheitliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und Verbraucher in der EU geschaffen. Die EU-Strategen setzen unter anderem bei den Vertragsbedingungen, beim Verbraucherschutz, beim Urheberrecht, bei Mehrwertsteuerregelungen und beim grenzüberschreitenden Warenversand an. Die europaweiten Regeln sollen vereinfacht und angeglichen werden, während Zugangssperren (Geo-Blocking) und Preisunterschiede abgebaut werden.

Außerdem will die EU-Kommission in die Infrastruktur investieren und den Ausbau digitaler Netze und Telekommunikationseinrichtungen fördern. Auch die gesetzlichen Vorschriften für Telekommunikation und Mediendienstleistungen sollen modernisiert werden. Mobile Breitband-Netze sind dabei von besonderem Interesse. Die Funkfrequenzen könnten künftig zentral von der EU verwaltet werden, damit europaweite Highspeed-Funknetze entstehen. 

Interoperabilität fördert Cloud-Services

Die EU-Kommission möchte auch das langfristige Wachstum der digitalen Wirtschaft sichern. Als dritte Maßnahme soll aus diesem Grund der Datenaustausch innerhalb der EU vereinfacht und Barrieren abgebaut werden. Europaweite Normen, die die Interoperabilität von IT-Technologien sicherstellen, sollen schnell eingeführt werden, um die digitale Wirtschaft und beispielsweise auch die Industrie 4.0 zu beflügeln. Unternehmen sollen durch technische Standards und vereinheitlichte Regelungen die Vorteile von Cloud-Services, Big Data und Internet der Dinge besser ausnutzen können und verstärkt Online-Dienste aus der EU nutzen. Bisher machen vor allem amerikanische Firmen das Geschäft.

Die EU misst der digitalen Agenda für Europa hohe Priorität bei und will einen zügigen Abschluss der Verhandlungen über einheitliche Vorschriften erreichen, um Innovationen in der digitalen Wirtschaft in der EU zu fördern.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.09.2014 | Aufsätze | Ausgabe 9/2014

Kann Europa von Kalifornien Datenschutz lernen?

01.10.2013 | Schwerpunkt | Ausgabe 10/2013

EU-Datenschutz-Grundverordnung und Beschäftigtendatenschutz

Bildnachweise