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03.06.2019 | Wirtschaftspolitik | Infografik | Onlineartikel

Deutsche Unternehmen verlassen den Iran

Autor:
Andrea Amerland

Die US-Sanktionen gegen den Iran haben deutliche Konsequenzen für die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ziehen sich immer mehr deutsche Firmen zurück.

Die harten US-Maßnahmen gegen den Iran schaden auch der deutschen Wirtschaft. Von 120 im Iran engagierten deutschen Firmen sind aktuell nur noch 60 dort aktiv. Das hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bekannt gegeben. 

Der deutsch-iranische Handel sei regelrecht eingebrochen. Im ersten Quartal 2019 sind die deutschen Exporte in das Land den Angaben zufolge im Vorjahresvergleich um 50 Prozent gesunken. In absoluten Zahlen verringerte sich somit der Export in die Islamische Republik auf noch rund 339 Millionen Euro.

Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Iran rückläufig

Laut DIHK handelte es sich 2018 bei den deutschen Lieferungen in den Iran vorrangig um Maschinen, Apparate und mechanische Geräte, gefolgt von pharmazeutischen und elektrotechnischen Erzeugnissen. Danach gehörten Produkte der Optischen Industrie sowie Kraftfahrzeuge zu den wichtigsten Warengruppen.

Gleichzeitig mit dem Rückgang deutscher Exporte in den Iran gingen auch die iranischen Ausfuhren nach Deutschland um fast 42 Prozent zurück. Der Iran lieferte im ersten Quartal 2019 Waren im Wert von 60 Millionen Euro nach Deutschland. Nach DIHK-Angaben waren Pistazien und Nüsse die Exportschlager, gefolgt von mineralischen Brennstoffen, Häuten, Schafsdärmen, Teppichen, aber auch Eisen und Stahl.

Wirtschaftskrise des Iran

Der Iran steckt in einer Wirtschaftskrise, seitdem die USA 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen sind und zudem Sanktionen vor allem gegen den Finanz- und Kapitalmarkt sowie den Energiesektor im Iran verhängte. Die US-Amerikaner hatten zuletzt den Druck auf die iranische Führung noch einmal mit militärischen Drohungen erhöht.

Auf Grund der aktuellen Entwicklungen geht die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer (AHK) 2019 von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Iran von fünf Prozent, im kommenden Jahr von zehn Prozent aus. Doch europäischen Unternehmen sind weitestgehend die Hände gebunden. Halten sie sich nicht an die Iran-Sanktionen, drohen ihnen Strafen, die von sehr hohen Bußgeldern bis hin zum vollständigen Ausschluss vom US-(Finanz-)Markt reichen können.

Um dieses Problem zu umgehen, haben die Europäer Ende Januar die Gesellschaft Instex gegründet. Damit wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien die US-Wirtschaftssanktionen umgehen. So soll über Instex etwa der Zahlungsverkehr bei Iran-Geschäften laufen, wenn sich private Banken wegen drohender US-Strafen dazu nicht mehr bereit erklären.

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