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25.07.2018 | Wirtschaftsrecht | Nachricht | Onlineartikel

SEC verhängt Millionen-Strafen für Deutsche-Bank-Töchter

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Für die Deutsche Bank hält der Ärger in den USA an. Nun müssen zwei ihrer dortigen Tochtergesellschaften rund 75 Millionen US-Dollar zahlen. Die Börsenaufsicht SEC rügte den irregulären Umgang der Institute mit Hinterlegungsscheinen, den American Depository Receipt (ADR).

Von den Untersuchungen der Securities and Exchange Commission (SEC) betroffen sind die Depotbank Deutsche Bank Trust Co. Americas sowie das Broker-Haus Deutsche Bank Securities, heißt es in einer Mitteilung der US-Börsenaufsicht. 

Bei den ADR handelt es sich um Papiere, die eine bestimmte Anzahl hinterlegter Aktien eines ausländischen Unternehmens repräsentieren und an deren Stelle am US-Kapitalmarkt gehandelt werden. Die eigentlichen Wertpapiere müssen bei einer Depotbank hinterlegt sein.  

Unrechtmäßigkeiten bei der Aktienhinterlegung

Bei den von der Börsenaufsicht monierten ADR handelte es sich um sogenannte "pre-released", also vorab veröffentlichte Papiere. Bei dieser Sorte wird auf eine Hinterlegung der Aktien verzichtet. Deren Ausgabe ist allerdings nur rechtmäßig, wenn der Broker mit der Depotbank vereinbart, dass er oder sein Kunde die Anzahl ausländischer Aktien besitzt, die auf dem Hinterlegungsschein angegeben sind.

Gegen diese Regel habe die Depotbank-Tochter des deutschen Geldhauses nach Auffassung der SEC verstoßen. Über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren habe sie "tausende von ADR" vergeben, obwohl weder der beteiligte Broker noch dessen Kunden über die erforderlichen Aktien verfügten. Der Deutsche Bank Securities warf die Börsenaufsicht dagegen Versäumnisse in Bezug auf ihre Richtlinien, Verfahren und Aufsicht vor. Diese hätten verhindert, "rund 850 Transaktionen in einem Zeitraum von über mehr als drei Jahren zu verhindern und aufzudecken".

US-Töchter haben Strafen akzeptiert

Wie die SEC weiter mitteilt, sei die Deutsche Bank Trust Co. Americas bereit, mehr als 44,4 Millionen Dollar an mutmaßlich unrechtmäßigen Gewinnen plus 6,6 Millionen Dollar an Zinsen sowie eine Strafe von mehr als 22,2 Millionen Dollar zu zahlen. Allerdings habe die Bank mit ihrer Zusage laut Börsenaufsicht weder Zuwiderhandlungen zugegeben noch solche abgestritten. Gleiches gilt für das Broker-Haus der Deutschen Bank, die einer Summe von insgesamt fast 1,6 Millionen zustimmte. Beide Unternehmen erklärten sich zu Ermittlungs- und Abhilfemaßnahmen gemeinsam mit der SEC bereit.

Im Vergleich zu anderen Bußgeldern, die die Deutsche Bank in den USA bereits schlucken musste, sind die nun von der SEC verhängten Summen relativ klein, schaut man sich das Gesamtvolumen an Strafen an, dass bei rund 17 Milliarden US-Dollar liegt. Dennoch bringt der aktuelle Fall das Institut immer wieder in die Schlagzeilen. Am 25. Juli veröffentlicht das Geldhaus seine vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal. Die Vorab-Ergebnisse, die Mitte Juli präsentiert wurden, lagen über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

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