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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Finanznahe wissensintensive Dienstleister

Zusammenfassung
Das Schlagwort der „Wissensgesellschaft“ (z.B. Stehr 1994) verdeutlicht den enormen Bedeutungszuwachs von Wissen, der kennzeichnend ist für grundlegende Veränderungen in allen Bereichen der modernen Gesellschaft. Die Fähigkeiten, Wissen zu erzeugen, zu erwerben und es zum eigenen Nutzen einzusetzen, werden inzwischen zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen in einer durch zunehmende Konkurrenz gekennzeichneten, globalisierenden Wirtschaft gezählt, Die deutlich zunehmende Wissensbasierung ökonomischer Prozesse sowie der kontinuierlich steigende Wissensanteil in Produkten und Dienstleistungen können als prägendes Merkmal des Übergangs von einem internationalen zu einem globalen Wirtschaftssystem gewertet werden (vgl. Amin & Thrift 1994: 2). Für alle Wirtschaftbereiche gilt: „Knowledge has become the resource, rather than a resource“ (Drucker 1993: 45, Hervorhebung im Original).
Vivien Lo

2. Mobilität von Wissen

Zusammenfassung
Wissen zählt zweifelsohne zu den interessantesten ökonomischen Gütern, zugleich aber auch zu den am schwersten fassbaren. Vielfach wird Wissen inzwischen als entscheidender Schlüsselfaktor für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung von Untemehmen und Volkswirtschaften angesehen. Dies gilt insbesondere für Dienstleistungsuntemehmen, für die Wissen den entscheidenden Inputfaktor darstellt. Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Wissen kann und soll an dieser Stelle nicht geleistet werden. Die Untersuchung wird im vorliegenden Kapitel vielmehr begrenzt auf okonomisch verwertbares Wissen, das heißt Wissen, das für die Leistungserstellung eines Unternehmens notwendig ist und das ein Unternehmen im Wettbewerb auszeichnet.
Vivien Lo

3. Netzwerke wissensintensiver Dienstleister

Zusammenfassung
In den letzten zwei Jahrzehnten hat es in fast allen wissenschaftlichen Disziplinen eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Netzwerkarten gegeben. In den Wirtschaftswissenschaften lässt sich das gestiegene Interesse an Netzwerken sowohl auf empirische Phänomene als auch auf die vermehrte theoretische Auseinandersetzung mit ökonomischen Organisationsformen zurückführen (vgl. Podolny & Page 1998: 58).19 Seit den 1980ern erfordern steigender internationaler Wettbewerbsdruck und zunehmende Umweltvolatilitä;t von Unternehmen neue strategische Lösungen, Die Notwendigkeit des „doing more with less“ (Franke 1999: 203) bezieht sich nicht nur auf die Restrukturierung interner Betriebsabläufe, sondern auch auf die Anpassung der Beziehungen nach außen, den„ a more dynamic environment can render vertical integration inefficient, ineffective, and inflexible“ (Porter 2000a: 256, vgl. Auch Hellmer et al. 1999: 56). Zusätzlich erhöht die rasante Verbreitung von Informationsund Kommunikationstechnologien den Druck zur flexiblen Kooperation, bietet aber gleichzeitig auch das geeignete Mittel, urn eine solche Zusammenarbeit zu ermöglichen (vgl. Freeman 1994: 471).
Vivien Lo

4. Vertrauensbeziehungen in Dienstleistungsnetzwerken

Zusammenfassung
Auch ohne die Kombination von Konkurrenz und Kooperation zeichnen sich zwischenbetriebliche Beziehungen generell durch das Problem von Unsicherheit im Sinne ungleich verteilter und unvollständiger Information zwischen den Kooperationspartnern aus (vgl. Jensen & Meckling 1976: 309). Diese Unsicherheit wird im Dienstleistungssektor durch die Immaterialität der Leistungen und der Probleme der Qualitätsbestimmung noch verschärft. Gerade Wissenstransaktionen werden durch Unsicherheit geprägt, denn
„compared with goods and other services, information and knowledge cannot be so readily ‚bought as required’. [W]e do not know the value of information after it is purchased. Even more seriously [...] uncertainty and ignorance create the ‚necessity of acting upon opinion rather than knowledge’“ (Hodgson 1998a: 183).
Vivien Lo

5. Nähe im Zeichen neuer Kommunikationstechnologien

Zusammenfassung
Die räumliche Verortung von Wirtschaftsprozessen ist lange Zeit ein relativ unbeachtetes Feld in der Wirtschaftswissenschaft geblieben. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich das entscheidend geandert: eine Vielzahl von Ökonomen wendet sich der Geographie zu, urn aktuelle Veranderungen in der Organisation des Wirtschaftslebens zu verstehen (vgl. Malmberg et al. 1996: 85).30 Die Bedeutung, die Raum in okonomischen Transaktionen zukommen kann, wurde in Abschnitt 3.4 im Rahmen der Diskussion raumlicher Netzwerkkonzepte bereits angeschnitten. Neben den formalen — das heißt den vertraglich abgesicherten — Austauschbeziehungen wurde dabei bereits auf die Rolle raumlicher Nahe für informelle Beziehungen hingewiesen. Da Wissensaustausch sowohl in formalen als auch in informellen Beziehungen stattfindet, ist davon auszugehen, dass Nahe einen entscheidenden Einfluss auf die Funktionsfahigkeit des Wissenstransfers ausüben kann. Auch die Beobachtung von Wettbewerbem und der Marktentwicklung stellen Vorteile für Untemehmen dar, die zu raumlichen Ballung von Branchen führen können, Gerade der Sektor der wissensintensiven Dienstleister zeichnet sich durch starke raumliche Konzentration aus, die insbesondere in den zentralen urbanen Knotenpunkten der Wirtschaftssysteme stattfindet (vgl. Knox 1998: 23, Thrift 1998: 57, Sassen 1996: 76).
Vivien Lo

6. Wissensaustausch in Dienstleistungsnetzwerken des Finanzsektors: Forschungsthesen

Zusammenfassung
Zwischenbetrieblicher Wissensaustausch ist bisher überwiegend in industriellen Sektoren im Hinblick auf technologisches Wissen untersucht worden (vgl. z.B. Karlsson 1997, Cowan & Foray 1997). Die Moglichkeit der Übertragung der in den vorangegangenen vier Kapiteln dargelegten Erklarungszusammenhange auf Dienstleistungsnetzwerke muss daher erst noch untersucht werden. Obgleich Studien schon seit den 1980er Jahren auf die wachsende Bedeutung von Dienstleistungen im ökonomischen Prozess verweisen, ist die Forschung erst in jungster Zeit auf die Rolle von Wissensaustausch im Dienstleistungssektor aufmerksam geworden (v. z.B. Hipp et al. 2000, Miles et al. 1995, Muller & Zenker 2001, Preiβ1 1997, 1998, Windrum et al. 1998). Aufgrund dieses frühen Forschungsstadiums wird in der vorliegenden Arbeit eine heuristische Vorgehensweise gewahlt, Anhand der in Kapitel 2 bis 5 vorgestellten theoretischen Ansatze werden in den folgenden Abschnitten fünf Thesen abgeleitet. Diese erkenntnisleitenden Thesen werden im Anschluss empirisch geprüft.
Vivien Lo

7. Exkurs: Der deutsche Markt für Mergers & Acquisitions — Daten und Hintergründe

Zusammenfassung
Auch wenn Fusionen und Firmenübernahmen kein neues Phänomen darstellen, gilt für Deutschland doch, dass die professionelle Bereitstellung von M&A Dienstleistungen noch bis Ende der 1980er Jahre unbekannt war. Zuvor wurde M&A Beratung lediglich als Mittel des Absatzes von Bankdienstleistungen gesehen und zumeist als unentgeltliche Nebenleistung des Firmenkundengeschäftes erbracht (vgl. Deiß 1997a: 490). Der Verkauf einer Firma galt als Eingeständnis von Schwäche und wurde daher stillschweigend auf Vorstandsetage ohne die Beteiligung externer Akteure abgewickelt. Obwohl es während der 1970er und 1980er Jahre erste Bemühungen deutscher Groβbanken und Firmenmakler gab, die Expertise für M&A Dienstleistungen aufzubauen, gelang es ihnen nicht, einen Markt zu etablieren (vgl. Achleitner 1999: 142–144).
Vivien Lo

8. Wissensaustausch in Mergers & Acquisitions Netzwerken — Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Die Frage, wie eine gemeinsame Leistungserstellung in Netzwerken wissensintensiver Dienstleister zwischen (teils) konkurrierenden Untemehmen gesteuert werden kann, ist bisher noch weitgehend ungeklärt. Die in der vorliegenden Arbeit durchgeführte Untersuchung im M&A Geschäft kann hierzu einige aufschlussreiche Ergebnisse vorweisen. Von der Vorstellung eines „homcgenen“ Clusters finanznaher Dienstleister musste nach den Erkenntnissen der explorativen Gespräche Abstand genommen werden. Vielmehr zeichnete sich ein komplexes Miteinander verschiedener, untereinander verbundener Branchen abo Für eine tiefergehende Analyse des Wissensaustausch und der Beziehungsausgestaltung im Netzwerk wurde die weitere Untersuchung daher auf eine einzelne Dienstleistung fokussiert.
Vivien Lo

9. Fazit

Zusammenfassung
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass temporäre M&A Netzwerke vor allem dazu dienen, Vorteile von Arbeitsteilung und Spezialisierung im Wissensbereich wahrzunehmen. Diese Organisationsform bietet den entscheidenden Vorteil, dass Wissen und Kompetenzen transaktionsspezifisch zusammengestellt werden und die Projektnetzwerke damit den stetig steigenden Flexibilitätsanforderungen entsprechen können (These 1). Eine Besonderheit der M&A Netzwerke liegt darin, dass sie in der Regel nicht durch den Kunden, sondern durch einen der Dienstleister gesteuert werden. Es gibt also eine „doppelte Spitze“ bestehend aus Kunde und transaction leader. Der Kunde verfugt tiber Macht, besitzt jedoch zumeist nicht das notwendige Wissen, um diese Macht einzusetzen. Der transaction leader verfugt hingegen über Transaktionswissen, ist aber nur „fast“ weisungsbefugt und muss sich daher einer Mischung aus Kooperation und Autorität bedienen, um die Leistungen der anderen Dienstleister einzufordern.
Vivien Lo

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