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Über dieses Buch

Dieses Open-Access-Buch hat das Anliegen, das Zusammenspiel von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit zu analysieren und nach Wegen zu suchen, es zu verbessern. Nicht nur der unabhängige Journalismus, sondern auch Forscherinnen und Forscher und ihre in jahrelanger Arbeit gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse werden in Zweifel gezogen und als fragwürdig abgetan. Auch hierzulande finden sich immer mehr Bürger bereit, schulterzuckend an „alternative Fakten“ zu glauben. Neben der Evolutionstheorie reüssiert der Kreationismus, entgegen den Statistiken zum volksgesundheitlichen Wert von Impfungen gewinnen Impfgegner an Boden.

Wie können Öffentlichkeitsarbeiter und Journalisten mit dieser brisanten Entwicklung umgehen? Was bedeutet sie für Wissenschaftler, Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Stiftungen? Mit welchen Inhalten und mit welchen Medienformaten erreichen sie eine Öffentlichkeit, die zunehmend bereit ist oder auch dazu verführt wird, rasche und eingängige Antworten zu akzeptieren, und sich von einer fundierten Auseinandersetzung etwa mit den Ursachen des Klimawandels nicht selten überfordert fühlt? Wie kann es grundsätzlich gelingen, ein Klima des Vertrauens herzustellen, das letztlich die Basis für solche Diskurse darstellt?

Für das Buch Wissenschaft und Gesellschaft: Ein vertrauensvoller Dialog. Positionen und Perspektiven der Wissenschaftskommunikation heute baten die Herausgeber – Dr. Johannes Schnurr (Pressesprecher der Daimler und Benz Stiftung) und Prof. Dr. Alexander Mäder (Professor für digitalen Nachrichtenjournalismus an der Hochschule der Medien in Stuttgart) – Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter, Wissenschaftler, Blogger sowie Vertreter von Stiftungen und Forschungseinrichtungen, zu erläutern, wie sie sich – persönlich – diesem gesamtgesellschaftlichen Trend zur reinen Meinung entgegenstellen und mit welchen Methoden sie das öffentliche Ansehen der Wissenschaft stärken möchten. Der Band beleuchtet die aktuelle Situation aus der Perspektive unterschiedlicher Interessenvertreter in diesen Bereichen und sucht neben einer Bestandsaufnahme nach Lösungsansätzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Im Spannungsfeld: Wissenschaft, Öffentlichkeit und Demokratie

Frontmatter

Open Access

Wir lieben Aufklärung

Wie das
Zusammenfassung
Was ist neu in der Wissenschaft? Und wer kann verlässlich Auskunft darüber geben? Bei diesen journalistischen Kernfragen hilft das Science Media Center aus, indem es Expertise bündelt, erläutert der Redaktionsleiter Volker Stollorz. Es trägt so dazu bei, die Gesellschaft mit relevantem wissenschaftlichen Wissen zu versorgen.
Volker Stollorz

Open Access

Allianz gegen „Fake News“

Wissenschaft und Journalismus als Partner im Ringen um faktenbasierte Erkenntnisse
Zusammenfassung
Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Medien oft Sachverhalte verkürzt darstellen. Besonders in den USA prägen Spannungen das Verhältnis zwischen Wissenschaftlern und Journalisten, doch bekannt ist dieses Phänomen auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Dieses Spannungsverhältnis muss in der sogenannten Post-Truth-Ära jedoch neu bewertet werden. Denn Donald Trump drischt zwar seltener öffentlich auf die freie Wissenschaft ein als auf die freie Presse, doch kann er Forscherinnen und Forscher genauso wenig leiden wie Journalistinnen und Journalisten. Seit seinem Amtsantritt werden Wissenschaftler, die für Regierungsbehörden tätig sind, bei der Veröffentlichung ihrer Daten behindert, zur Selbstzensur genötigt oder aus Beiräten entfernt. Vor diesem Hintergrund sieht Henriette Löwisch die Zeit für eine bewusste Neugestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Medien gekommen: „Die Alternative, für die ich hier plädieren möchte, ist die Ausbildung von mehr Wissensjournalisten. Gemeint sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich dafür entscheiden, das Labor oder den Hörsaal zu verlassen, professionelle Journalistinnen und Journalisten zu werden, und dadurch als Leuchttürme dienen, für ihre Professionen ebenso wie fürs Publikum.“
Henriette Löwisch

Open Access

Wissenschaftskommunikation und Social Media: Neue Akteure, Polarisierung und Vertrauen

Zusammenfassung
Dieser Beitrag analysiert, wie soziale Medien die externe Wissenschaftskommunikation verändern – u. a. durch eine Vielzahl Neuer Akteure, von denen einzelne massenmediale Wirkungen erzielen. Auch wissenschaftliche Institutionen sind mit eigenen Angeboten in sozialen Medien aktiv – ebenso wie Akteure mit antiaufklärerischer Agenda und Verfechter von Verschwörungsmythen. Dies provoziert die Frage, ob wissenschaftsskeptische Inhalte in sozialen Netzwerken, jenseits des Filters und der Moderation durch traditionelle Gatekeeper des Mediensystems, in besonderer Weise florieren können. Denn auch zu Wissenschaftsthemen werden Diskussionen in Social Media oft emotional geführt, Communitys mobilisieren und radikalisieren sich. Als Erklärung für derlei Polarisierungsphänomene werden mehrere psychologische Effekte angeführt, die gleichfalls in Offline-Kontexten virulent sind, unter den Bedingungen sozialer Netzwerke jedoch größere Wirkungen entfalten können. Dies führt dazu, dass sich vorhandene (wissenschaftsskeptische) Einstellungen in Social-Media-Diskursen stärker verfestigen und radikalisieren können; eine forcierende Rolle kommt hierbei insbesondere technologischen Effekten zu. Ausgangs diskutiert der Beitrag, wie in digital vernetzten Öffentlichkeiten gesellschaftliches Vertrauen in Wissenschaft gesichert werden kann. Wichtig erscheinen hier sowohl Aspekte der praktischen Wissenschaftskommunikation als auch verbesserte institutionelle Rahmenbedingungen.
Carsten Könneker

Open Access

„So wie Müller reden nur Dogmatiker“

Das Format „Müllers Memo“ bei Spiegel Online: ein Werkstattbericht
Zusammenfassung
In seinem Beitrag „So wie Müller reden nur Dogmatiker“ gibt Henrik Müller in Form eines Werkstattberichts Einblicke in die Entstehung seiner wöchentliche Kolumne „Müllers Memo“ bei Spiegel Online, die in den Jahren 2017 und 2018 bei rund der Hälfte der Texte sechsstellige Leserzahlen erreichte. Dabei erläutert er nicht nur Prozesse und Schwerpunkte der Themenfindung, sondern auch welche Ziele er als Journalist verfolgt sowie welche redaktionellen Arbeitsschritte bis zum Erscheinen eines Artikels hinter den Kulissen durchlaufen werden. Des Weiteren geht er darauf ein, welche (konstruktiven und reflektierten) Debatten sich unter den Lesern in einem Online-Forum entwickeln können und wie er als Autor mit persönlicher Kritik und polemischen Kommentaren umgeht. Wissenschaftler sind Müllers Einschätzung nach gehalten, sich an gesellschaftlichen Diskursen zu beteiligen: „Wissenschaftler, die aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, haben die Aufgabe, sich gegenüber der Öffentlichkeit zu erklären. Sie sollten an politischen Debatten teilnehmen, weil sie zur Versachlichung und Aufklärung beitragen können. Sich kontroversen Diskussionen zu stellen, hilft übrigens auch bei der Schärfung der eigenen Argumente“.
Henrik Müller

Open Access

Woher nehmen und nicht stehlen?

Der Journalismus und sein Finanzierungsproblem
Zusammenfassung
Das Geschäftsmodell des Journalismus steckt weltweit in einer bedrohlichen Krise. Das bleibt nicht folgenlos für den Wissenschaftsjournalismus und damit für die Frage, wie sich eine Wissensgesellschaft künftig unabhängig und kritisch über Entwicklungen in der Wissenschaft und ihre Konsequenzen für die Gesellschaft informieren kann. Viele Journalisten suchen nach neuen Wegen der Finanzierung. Der Beitrag von Franco Zotta zeigt, mit welchen Schwierigkeiten diese Suchbewegungen konfrontiert sind – und begründet, warum es vor diesem Hintergrund segensreich wäre, eine Stiftung zur Förderung des Wissenschaftsjournalismus ins Leben zu rufen.
Franco Zotta

Rollenbilder: Über Stiftungen in der Wissenschaftskommunikation

Frontmatter

Open Access

Qualitätsjournalismus und Stiftungen

Erfahrungen mit einer Initiative
Zusammenfassung
Im September 2015 veröffentlichten 26 Stiftungen und Vereine aus dem Expertenkreis Qualitätsjournalismus einen gemeinsamen Aufruf. Er resultierte aus dem Befund: „Demokratie funktioniert nicht ohne eine informierte Öffentlichkeit. Journalistinnen und Journalisten klären auf, sie informieren, ordnen ein und tragen durch ihre Arbeit zur Meinungsbildung und zur Kontrolle der Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei. Die Anforderungen an den Qualitätsjournalismus wachsen.“ In ihrem Beitrag geht Katrin Kowark vom Bundesverband Deutscher Stiftungen der Frage nach, was drei Jahre nach diesem Aufruf tatsächlich erreicht wurde – und was nicht. Des Weiteren erläutert sie, welche Rolle ein stiftungsfinanzierter Journalismus in Deutschland spielen könnte, und vergleicht im Gespräch mit Stefanie Reuter (Rudolf Augstein Stiftung) hierzu die Situation in die USA. In Interviews, Blitzlichtern und einem Zwischenruf lässt sie sowohl Antragsteller und Gründer journalistischer Initiativen als auch Geldgeber und Förderer mit ihren persönlichen Erfahrungen und jeweiligen Perspektiven zu Wort kommen. Außerdem stellt Kowark die Journalismusförderung der parteinahen Stiftungen auf Bundesebene vor.
Katrin Kowark

Open Access

„Es kann aber auch einmal weh tun!“

Zur besseren Verankerung von Wissenschaft in der Gesellschaft brauchen Stiftungen Mut zum Risiko, Vertrauen in die Akteure und Geduld
Zusammenfassung
Renate Ries und Beate Spiegel beschreiben in ihrem Beitrag „Es kann aber auch einmal weh tun!“, wie die Klaus Tschira Stiftung (KTS) Wissenschaftskommunikation und -journalismus fördert. Dies stellen die beiden Autorinnen exemplarisch an zwei Instituten dar, die beide als gemeinnützige GmbHs von der Klaus Tschira Stiftung gegründet wurden und weitestgehend von der Stiftung finanziell getragen werden. Wie entstand aus der Idee, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Kommunikationskompetenz zu stärken, damit sie teilnehmen am Dialog mit der Gesellschaft, das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik)? Wie wurde der Wunsch Wirklichkeit, Forscherinnen und Forschern eine Stimme in den Medien zu geben durch zeitnahe und verlässliche Einordnung von kontroversen Wissenschaftsthemen? So geschehen im Science Media Center Germany (SMC). Das Fazit der beiden Autorinnen: Zur besseren Verankerung von Wissenschaft in der Gesellschaft brauchen Stiftungen Mut zum Risiko, Vertrauen in die Akteure und viel Geduld. Doch nur durch die kompetente und engagierte Arbeit derjenigen, die in den Instituten für die Verwirklichung dieses Ziels arbeiten, werden schließlich aus Ideen Wirklichkeit.
Renate Ries, Beate Spiegel

Open Access

Die selbstlosen Stakeholder?

Stiftungen als neue Akteure der Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation: Ein Interview mit Jörg Klein (Daimler und Benz Stiftung), Matthias Mayer (Körber-Stiftung), Cornelia Soetbeer (VolkswagenStiftung), Felix Streiter (Stiftung Mercator)
Zusammenfassung
Die Zahl der in Deutschland tätigen Stiftungen stieg während der vergangenen Jahre signifikant an. Als Investoren verwalten und investieren sie gewaltige Summen und wandeln sich immer stärker zu einflussreichen Akteuren, indem sie – etwa im Bereich der Wissenschaft – gemäß bestimmter thematischer Vorgaben Forschungsvorhaben initiieren. Agieren Stiftungen damit selbst als Teil des Wissenschaftssystems, so sollten sie darlegen, welche Ziele sie verfolgen, mit welchen Mitteln sie diese Ziele verfolgen und welche ethischen beziehungsweise gesamtgesellschaftlichen Wertmaßstäbe sie ihrer Projektförderung zugrunde legen. Organisiert im Bundesverband Deutscher Stiftungen trifft sich in regelmäßigen Abständen der Arbeitskreis Wissenschaft und Forschung und bietet allen wissenschaftsfördernden Stiftungen ein Forum – unabhängig von Stiftungsvermögen, Mitarbeiterzahl oder Förderstrategie. Er möchte zur Vernetzung und zum informellen Austausch sowie zur Diskussion aktueller wissenschafts- und hochschulpolitischer Entwicklungen anregen. Unter der Fragestellung „Die selbstlosen Stakeholder? Stiftungen als neue Akteure der Wissenschaft und der Wissenschaftskommunikation“ legen Jörg Klein, Matthias Mayer, Cornelia Soetbeer und Felix Streiter in ihrer Funktion als Mitglieder des Leitungskreises ihre Perspektiven in Form eines Interviews dar.
Alexander Mäder, Johannes Schnurr

Pflicht oder Kür: Müssen Wissenschaftler in die Öffentlichkeit?

Frontmatter

Open Access

Raus, raus, raus!

Eine Wissenschaft in der Vertrauenskrise muss sich der Gesellschaft öffnen – viel radikaler als bisher gedacht
Zusammenfassung
Immer noch forschen die meisten Wissenschaftler hinter verschlossenen Türen und horten ihre Daten auf verschlüsselten Festplatten. Diese Intransparenz ist nicht nur ein Hemmnis für den Fortgang der Forschung. Sie ist auch eine Gefahr für die Redlichkeit der Wissenschaft. Manuel Hartung und Andreas Sentker fordern deshalb: Mehr Transparenz ist nicht nur eine wirkungsvolle Waffe gegen falsche Fakten von innen, sondern auch gegen falsche Fakten von außen, gegen Verschwörungstheorien und Unterstellungen, gegen strategisch geschürte Emotionen. Wissenschaft muss sich öffnen und demokratisieren, Offenheit ist die große Chance für die Wissenschaft, aus der Defensive herauszukommen und selbstbewusst aufzutreten. In ihrem Beitrag erläutern die beiden Autoren, was dieser Paradigmenwechsel insbesondere auch für Universitäten und Forschungseinrichtungen bedeutet, denn eine offene Wissenschaft ist undenkbar ohne offene Hochschulen. Es darf also kein nettes Beiwerk sein, dass Hochschulen sich für die Belange ihrer Stadt, für die Belange der Gesellschaft interessieren. Es gehört zu ihrem Kern, zu ihrer dritten Mission neben Forschung und Lehre.
Manuel J. Hartung, Andreas Sentker

Open Access

Verständlichkeit ist nur der Anfang

Zusammenfassung
In einer immer komplexer werdenden Welt ist ein intensiver Austausch über aktuelle Forschung und deren potenzielle Implikationen für die Zukunft essenziell. Ein grundlegendes Verständnis von Wissenschaft und der Bedeutung von Wissen ist fundamental für unsere Gesellschaft. Deshalb brauchen wir Dialoge zwischen Forschenden und weiteren Teilen der Gesellschaft. Verständlichkeit ist dabei nur eine notwendige Voraussetzung. Offene Dialoge erfordern weit mehr. Damit diese gelingen, sollten Fortbildungen und Trainings für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kommunikation heute selbstverständlicher Teil der wissenschaftlichen Ausbildung sein, argumentiert Beatrice Lugger. Und Kommunikation muss in die Kompetenzmatrix von Forschenden einzahlen.
Beatrice Lugger

Open Access

Das Zauberwort heißt Partizipation. Eine Mutrede

Zusammenfassung
In dem als Rede konzipierten Beitrag wird die Partizipation auf Twitter als praktikable Variante der Wissenschaftskommunikation vorgestellt. Dabei wird auf der Grundlage einer im „Chancen Brief“ der ZEIT veröffentlichten Umfrage zur Fragestellung „Warum twittern sie nicht?“ diskutiert, welche Möglichkeiten sich durch Mikroblogging für Forscherinnen und Forscher ergeben. Dazu gehören u. a. Vernetzung, Transparenz und Inspiration. Mit Blick auf das wissenschaftliche Arbeitsfeld „Digitale Gewalt“ wird Partizipation als zentrale internetlinguistische Methode hervorgehoben.
Konstanze Marx

Open Access

Zwischen Theorie und Praxis

Zusammenfassung
Die Wissenschaftskommunikation sieht sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber, die weit über das Popularisieren von Forschungsergebnissen hinausgehen: Sie muss zum Beispiel in der wissenschaftlichen Publikationsflut die gesellschaftlich relevanten Themen identifizieren und transparent auf kritische Fragen der Öffentlichkeit reagieren. In ihrem Beitrag zeigen Christina Beck und Julia Wandt, wie die Wissenschaftskommunikation diese Herausforderungen annimmt, obwohl alte Denkmuster noch nachwirken.
Christina Beck, Julia Wandt

Immer schneller und bunter? Neue Konzepte für einen zeitgemäßen Wissenschaftsjournalismus

Frontmatter

Open Access

Schreiben am Limit

Wissenschaftsjournalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Zusammenfassung
Ein freiberuflicher Wissenschaftsjournalist muss vielen Ansprüchen gerecht werden: denen der Redaktion, denen des Publikums, vielleicht auch denen seiner Gesprächspartner und natürlich seinen eigenen. Rainer Kurlemann beschreibt in seinem Beitrag, wie die Qualität aufrechterhalten werden kann, obwohl die Ressourcen schwinden. Er rät dazu, den Schreibtisch zu verlassen und Konferenzen und Labors zu besuchen: Aus den Gesprächen mit Wissenschaftlern ziehe man mehr für die journalistische Arbeit als aus der Lektüre der Fachartikel.
Rainer Kurlemann

Open Access

Gründergeist für einen Journalismus, der Wissenschaft und Gesellschaft verbindet

Zusammenfassung
Der Wissenschaftsjournalismus bekommt inmitten beunruhigender gesellschaftlicher Umbrüche neue, noch größere Aufgaben. Doch der unabhängige Qualitätsjournalismus steht von vielen Seiten unter Druck. Gründungen wie die Genossenschaft RiffReporter machen sich daran, die Arbeit von Wissenschaftsjournalisten neu aufzustellen und Allianzen mit der Gesellschaft zu entwickeln, berichtet der RiffReporter-Vorstand Christian Schwägerl.
Christian Schwägerl

Open Access

Kommunizieren oder verschweigen – Wie geht man mit wissenschaftlicher Unsicherheit um?

Zusammenfassung
Verlieren die traditionell als Autoritäten herangezogenen Wissenschaftler an Deutungsmacht, wenn sie keine klaren Statements liefern? Zahlreiche brisante Forschungsthemen sind von Kontroversen, Widersprüchen, Ambiguitäten und anderen Arten und Quellen der Unsicherheit geprägt. Gerade in Zeiten, in denen die Sorge über „alternative Fakten“ besonders groß ist, könnte jede Äußerung, die eine Schwäche offenbart, heikel sein, weil damit die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft und das Vertrauen in sie aufs Spiel gesetzt werden könnte. Bietet die Wissenschaft verschiedene Interpretationen an, kann das beliebig wirken und der Eindruck entstehen, dass wissenschaftliche Erklärungen genauso viel oder wenig wert seien wie andere. In ihrem Artikel untersucht Cornelia Varwig, wie Journalisten, Wissenschaftler und Kommunikatoren mit diesem brisanten Thema praktisch umgehen und es theoretisch reflektieren. Sie entwickelt Vorschläge zum Umgang mit wissenschaftlicher Unsicherheit und plädiert dafür, Menschen durch die Wissenschaft zu kritischen Mitdenkern zu machen und die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Phänomenen und Erklärungen als etwas Wertvolles anzusehen – und dazu gehört eben auch, die schwierigen und komplexen Prozesse der Wissenschaft so gut es geht nachvollziehbar zu machen.
Cornelia Varwig

Open Access

Der wissenschaftliche Faktencheck

Die Praxis des Gegenlesens im Wissenschaftsjournalismus und ihre unerwünschten Folgen
Zusammenfassung
Im Wissenschaftsjournalismus ist es nicht unüblich, fertige Artikel kurz vor der Veröffentlichung für einen letzten Faktencheck an die Wissenschaftler zu schicken, über deren Arbeit berichtet wird. Nach Ansicht von Alexander Mäder untergräbt das jedoch die journalistische Unabhängigkeit. Zudem deutet es darauf hin, dass sich die Berichterstattung zu stark auf das Referieren von Forschungsergebnissen konzentriert und zu wenig auf das Beantworten gesellschaftlich relevanter Fragen.
Alexander Mäder

Online, offline, live: Welche Formate zünden?

Frontmatter

Open Access

Warum wir gute Wissenschaftskommunikation brauchen

Zusammenfassung
Ein Blick auf aktuelle Umfragen zeigt: Im Gegensatz zu vielen anderen gesellschaftlichen Institutionen steckt die Wissenschaft in Deutschland (noch) nicht in einer Vertrauenskrise. Dennoch gibt es einen relativ hohen Anteil von Menschen, die sich nicht entscheiden können oder wollen, ob sie der Wissenschaft vertrauen können oder nicht. Vor dem Hintergrund, dass wissenschaftsskeptische Stimmen vielleicht nicht zahlreicher, aber doch lauter werden, sind diese Ergebnisse besorgniserregend. Aufgrund einer veränderten Medienlandschaft und eines neuen Informationsverhaltens können heute bereits kleine Gruppen oder gar Einzelne mit gezielten Kampagnen Diskurse verzerren. Multipliziert werden kann der Effekt dadurch, dass sie in politischen Gruppierungen Verbündete finden, deren Ziel es ist, das Vertrauen in den Staat, die Demokratie oder die Medien weiter zu unterminieren. In seinem Beitrag stellt Markus Weißkopf fest, dass sich die Wissenschaftskommunikation hierdurch vor großen Herausforderungen gestellt sieht. Wie können die Grundlagen für das Vertrauen in Wissenschaft erhalten werden? Wie kann Wissenschaftskommunikation nicht nur nach außen, sondern auch in das System hineinwirken – sozusagen als Seismograf für gesellschaftliche Stimmungen und Erwartungen in Bezug auf die Wissenschaft? Um in der Bevölkerung Gehör und Unterstützung für Forschung zu finden, ist es wichtig, dass Bürger nachvollziehen können, wie Wissenschaft funktioniert, so seine Einschätzung.
Markus Weißkopf

Open Access

Warum Wissenschaft wichtig ist – ein Forschungswettbewerb als Vermittlungsformat

Zusammenfassung
Die Körber-Stiftung schreibt jedes Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten den Deutschen Studienpreis aus, ein Forschungswettbewerb, bei dem Promovierte für fachlich herausragende Dissertationen ausgezeichnet werden. Der Deutsche Studienpreis soll deutlich machen, weshalb Forschung für die Gesellschaft eine hohe Bedeutung besitzt. Friederike Schneider erläutert, welche Kommunikationsformate die Körber-Stiftung während der letzten Jahre zu diesem Zweck entwickelte und welche Resonanz diese im öffentlichen Diskurs finden. Sie zeigt dabei insbesondere anhand von Veranstaltungen auf, welchen Nutzen diese als öffentliche Plattformen für die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entfalten können. So etwa wurde gemeinsam mit dem Forschungsausschuss des Deutschen Bundestages der „Salon junge Wissenschaft“ eingerichtet, bei dem jeweils ein Preisträger oder eine Preisträgerin den Parlamentariern des Bundestages die eigene Forschungsarbeit vorstellt und mit ihnen diskutiert.
Friederike Schneider

Open Access

Wissenschaftskommunikation für Unternehmen: Wieso, weshalb, warum?

Zusammenfassung
Die menschliche Sprache ist das wichtigste Transportmittel aller Inhalte – allerdings nur, wenn sie verstanden wird und nicht ausgrenzt. Piekenbrock rückt die Sprache in den Fokus ihres Beitrags: Sie betrachtet deren gesellschaftliche Bedeutung im Kontext der Wissenschaftskommunikation und weist auf die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen für Unternehmen. Ein Blick auf die Alltagsrealität des Einzelnen zeigt, wie eng Sprache, Interesse und Engagement miteinander verknüpft sind. Gerade in bewegten Zeiten kann Verständlichkeit zu mehr Vertrauen in die Zukunft beitragen.
Patricia Piekenbrock

Open Access

Mehr Virtualität bitte!

Eine Kritik der bisherigen Medienpraxis in der virtuellen Realität und ein Modell für die Zukunft
Zusammenfassung
Die VR-Technik führt Menschen so nah an Ereignisse heran, dass sie glauben können, sie seien tatsächlich dabei gewesen. Eva Wolfangel lehnt diesen Weg ab, weil er zu stark auf Emotionen setzt und zu wenig auf Fakten. Aus ihrer Erfahrung mit VR-Formaten heraus plädiert sie für einen anderen Einsatz: In virtuellen Welten können sich Menschen begegnen. Als Journalistin und VR-Reporterin nutzt sie die Technologie, um mit Wissenschaftlern in komplexe Sachverhalte einzutauchen und ihre Leserinnen und Lesern unmittelbar daran teilhaben zu lassen.
Eva Wolfangel

Was war – was wird? Umbrüche in der Wissenschaftskommunikation

Frontmatter

Open Access

Wissenschaftskommunikation ist Brückenbau

Zusammenfassung
Wissenschaft vermag in Zeiten mit komplexen Herausforderungen wie der digitalen Revolution oder dem Klimawandel aufzuklären, Unsicherheiten zu nehmen, Diskurse anzustoßen, aus denen Lösungsansätze entstehen. Dabei, stellt Anja Karliczek fest, gehe es um nichts weniger als den Zusammenhalt der demokratischen, offenen Wissensgesellschaft. Deshalb liege eine wichtige Aufgabe heute darin, die Wissenschaftskommunikation weiterzuentwickeln, sodass wissenschaftliche Erkenntnisse in der Gesellschaft ankommen und Menschen sie verstehen. So können am Ende auch soziale Innovationen entstehen, die konkret dazu beitragen, Wohlstand zu erhalten. Karliczek plädiert für einen Kulturwandel: Anerkennungs- und Reputationsmechanismen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen sich ändern, sodass gut praktizierte Wissenschaftskommunikation letztlich auch eine Karriere befördern kann. Wissenschaftskommunikation solle künftig noch stärker als bisher als Kernbestandteil von Forschungsprojekten finanziert und bei der Auswahl für eine Förderung berücksichtigt werden.
Anja Karliczek

Open Access

Erinnerungen an die Demokratie

Über Wissenschaft und ihre Kommunikation in Zeiten verhandelbarer Wahrheiten
Zusammenfassung
Nicht nur Vertreter oder Institutionen der Demokratie wie Justiz, Parlamente, Parteien und Behörden oder der freie und unabhängige Journalismus, sondern auch Forscher und ihre in jahrelanger Arbeit oft mühsam gewonnenen und differenzierten wissenschaftlichen Ergebnisse werden derzeit öffentlich in Zweifel gezogen, als fragwürdig abgetan. Diese Entwicklung hängt zum einen mit einer sich verändernden politischen Landschaft, Stichwort Demokratierezession, zum anderen auch mit den digitalen Möglichkeiten zur individuellen Echtzeitkommunikation zusammen. Johannes Schnurr beschreibt, welche Veränderungen sich hieraus für Wissenschaftler, Wissenschaftsjournalisten und -kommunikatoren ergeben, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen können sowie welche konkreten Probleme, aber auch Chancen für wissenschaftliche Institutionen aus erhöhter Sichtbarkeit und einem direkten Dialog mit ihren Zielgruppen resultieren.
Johannes Schnurr

Open Access

Heldenreisen wie bei Humboldt?

Das Storytelling in der Wissenschaft
Zusammenfassung
Alexander von Humboldt und Charles Darwin hatten nach ihren Expeditionen viel zu erzählen und sie machten es für ihre Leser spannend. Auch heute kann das Storytelling, erzählerische Kunstfertigkeit vorausgesetzt, in der Vermittlung der Forschungsleistungen helfen – nicht zuletzt, um antiwissenschaftlichen Agitatoren etwas entgegenzusetzen, argumentiert Christoph Koch.
Christoph Koch

Open Access

Rein in die Zwiebel!

Warum die Neuen Medien mehr Tiefe verlangen
Zusammenfassung
Soziale Medien und Wissenschaft – wie passt das zusammen? Wie kann man komplexe Wissenschaft auf kurze Clips, 280-Zeichen-Tweets oder Instagram-Fotos herunterbrechen? Gar nicht, sagt Mai Thi Nguyen-Kim. Die sozialen Medien erfüllen eine andere Funktion: Mit ihrer Hilfe lassen sich Menschen zur Wissenschaft verführen. Dies kann dem Wissenschaftsjournalismus nur gelingen, wenn er das Vertrauen der Nutzer gewinnt, indem er in die Tiefe geht und Differenzierung bietet.
Mai Thi Nguyen-Kim
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