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Über dieses Buch

Ajit Singh untersucht im Kontext des leistungsorientierten Nachwuchstrainings im Trampolinturnen, wie die Vermittlung von Körper- und Bewegungswissen durch Trainerinnen und Trainer sowie Athletinnen und Athleten gemeinsam koordiniert wird. Ausgangspunkt ist die These, dass Körper in einer Weise sinnhaft handeln und kommunizieren, die (methodisch) beobachtet, interpretiert und verstanden werden kann. Die videographische Studie verdeutlicht, dass die kommunikative Vermittlung von Körperwissen im Sport einer komplexen Orchestrierung unterschiedlicher Modalitäten unterliegt. Dabei reichen die verkörperten Wissensformen von grundlegenden Bewegungsfolgen bis hin zu Körperspannung, Zeitgefühl oder Konzentrationsfähigkeit. Anhand feingliedriger Interaktionsanalysen wird aufgezeigt, dass die gemeinsamen Abstimmungen durch Zeigen, Imaginieren, Re- und Preenactment und andere Formen der Wissenskommunikation kein Beiwerk sind, sondern in sozialer Hinsicht wesentlich für das, was sich in Trainingssituationen als kommunikative Konstruktion von Körperwissen realisiert.
Der Inhalt• Körper-, Wissens- und Interaktionssoziologie• Körperwissen und Visualität• Sportliches Training und Wissenskommunikation• Videographie von Trainingssituationen
Die Zielgruppen• Dozierende und Studierende der Soziologie, Linguistik, Sport- und Kommunikationswissenschaft • Expertinnen und Experten der Trainingspraxis
Der AutorDr. Ajit Singh ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Aus einer interaktionssoziologischen Perspektive werden in der vorliegenden Arbeit kommunikative Prozesse untersucht, in denen »Körperwissen« vermittelt wird. Hierfür wird ein zentrales Handlungsfeld sportiver Welten in Augenschein genommen, dessen Begriff unlängst auch in zahlreichen außersportlichen Bereichen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, der Therapie, dem Militär und dem Coaching Eingang gefunden hat. Die Rede ist von Training.
Ajit Singh

Kapitel 2. Theoretische Einordnung von Körperlichkeit und Interaktion

Zusammenfassung
Innerhalb der Soziologie hat sich die Debatte um die soziale Bedeutung des Körpers in den letzten beiden Jahrzehnten stetig entwickelt und fachlich wie institutionell fest etabliert (vgl. Gugutzer 2004 & Schroer 2005). War vor einigen Jahren noch die Rede vom ›Body Turn‹, der seinen Ausdruck in einer »somatic society« findet (Turner 1996: 6), so ist nun unlängst zu konstatieren, dass der Körper zu einer zentralen soziologischen Kategorie geworden ist, um das zwischenmenschliche Zusammenwirken auf Mikro- wie auf Makroebene zu untersuchen. Besonders anschaulich konnten dies – lange vor den beschriebenen Turns – unter anderem die mikrosoziologischen Studien Goffmans (u.a. 1975, 2008, 2013) die diskurs- und machttheoretischen Ausführungen Foucaults (u.a. 1973, 1976) sowie die zwischen den gesellschaftlichen Strukturebenen vermittelnden Arbeiten von Pierre Bourdieu (1982) und Norbert Elias (1976) aufzeigen.
Ajit Singh

Kapitel 3. Forschungsstand zur (sportbezogenen) Wissenskommunikation

Zusammenfassung
Im Folgenden gilt es einen Forschungsstand zu elaborieren, der die relevanten Aspekte sportbezogener Kommunikationen eingrenzt.
Ajit Singh

Kapitel 4. Videographie von Trainer-Athlet-Interaktionen

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen meiner Forschung dargelegt, das den methodologischen Prämissen der ›interpretativen Sozialforschung‹ folgt (u.a. Strübing & Schnettler 2004, Hitzler 2007, Reichertz 2007, Knoblauch 2013b). Theoriegeschichtlich beruht das so genannte interpretative ›Paradigma‹ (vgl. Keller 2012a) u.a. auf den Grundgedanken des Sozialkonstruktivismus (Berger & Luckmann 1969), des symbolischen Interaktionismus (u.a. Blumer 1981), der Ethnomethodologie (Garfinkel 1967) und gerade im deutschsprachigen Raum auf der Sozialwissenschaftlichen Hermeneutik (Soeffner 1989, 2003). Im Wesentlichen kennzeichnet sich die interpretative Methodologie durch ein Wirklichkeitsverständnis, das Wirklichkeit nicht als objektiv gegeben, sondern als ein Produkt sozialer und kommunikativer Konstruktionsleistungen versteht (Berger & Luckmann 1969).
Ajit Singh

Kapitel 5. Über die Herstellung des Forschungsfeldes

Zusammenfassung
Das Kapitel 5 markiert den Auftakt in den empirischen Teil meiner Untersuchungen. Dabei soll deutlich werden, wie sich das von mir untersuchte Feld des leistungssportorientierten Nachwuchstrainings im Trampolinturnen zusammensetzt und wie sich im Verlauf der Forschung nicht nur ein Forschungsfeld, sondern auch ein Untersuchungsgegenstand konstruiert hat. Zu Beginn werden einige generelle Anmerkungen zur Bedeutung des Feldzugangs im Kontext ethnographischer Forschung gemacht (Kap. 5.1).
Ajit Singh

Kapitel 6. Wissenskommunikation im Trampolintraining: Analysen und Ergebnisse

Zusammenfassung
In diesem Auftaktkapitel wird eine sehr junge Athletin im Rahmen eines zweiwöchigen Probetrainings von einer Trainerin an das Trampolinturnen herangeführt. Eingeübt werden erste Bewegungsformen, um gleichermaßen die Auffassungsgabe und die bewegungsspezifischen ›Vorerfahrungen‹ (Körperwissen) der Athletin zu überprüfen. In dieser Sequenz wird vor allem deutlich, dass verkörpertes Wissen verstärkt durch orchestrierte Formen des körperlichen und sprachlichen Zeigens hergestellt wird.
Ajit Singh

Kapitel 7. Kommunikative Konstruktion von Körperwissen

Zusammenfassung
Zu Beginn dieser Arbeit stand die empirische Frage, wie Körperwissen im Trampolinturnen interaktiv hergestellt wird? (1) Welche Formen der Wissensbildung, des Lernens, Vermittelns und Einübens im Kontext des leistungssportlich ausgerichteten Nachwuchstrainings im Trampolinturnen werden sichtbar gemacht und wie können sie beschrieben werden? (2) Sehr konkret galt es aber auch die Frage zu beantworten, was unter Körperwissen zu verstehen ist und welche Formen von Körperwissen im Verlauf kommunikativer Handlungen im Trampolinturnen objektiviert werden? (3) Demnach wäre abschließend danach zu fragen, in wieweit die empirischen Ergebnisse auch Anschlussmöglichkeiten aufweisen, die für eine Interaktionssoziologie von Belang sind wie auch vice versa, inwieweit interaktionstheoretisch, auf der Grundlage der theoretischen Ausführungen in Kapitel 2 und Kapitel 3, an diese Arbeit angeschlossen werden kann?
Ajit Singh

Backmatter

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