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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Wissen als Katalysator eines integrierten Produktentstehungsprozesses

Zusammenfassung
Industrieunternehmen stehen seit Beginn der 90er-Jahre unter dem spürbaren Druck einer umfassenden Globalisierung. Der globalen Öffnung der Märkte folgte die Produktion, d.h. Produktionseinheiten wurden in Länder mit steigender Kaufkraft und niedrigem Lohnniveau verlagert. International tätige Unternehmen aus Dritt- und Schwellenländern konnten durch diese Maßnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und neue Märkte erschließen. Diesen aktuellen Tendenzen können Industrieländer, auch die Bundesrepublik Deutschland, nur dadurch begegnen, dass die Teile der Produktion, die mit einer besonders hohen Wertschöpfung verbunden sind, im Inland gehalten werden. Dazu zählen vor allem die Geschäftsprozesse der Entwicklung, des Designs und der Konstruktion von technisch komplexen, innovativen Produkten sowie der dazu gehörenden Verfahren und Dienstleistungen.1
Steffen Klabunde

2. Integrierte Produkt- und Prozessgestaltung

Zusammenfassung
Die Gründe für die Entwicklung der integrierten Produkt- und Prozessgestaltung als Lösungsansatz für Entwicklungsvorhaben können durch einen Rückblick auf die Integrationsmaßnahmen der Vergangenheit verdeutlicht werden. Diese wurden ergriffen, um Ratio-Potenziale bezüglich Zeit, Kosten und Qualität zu erschließen:
In den späten 60er-Jahren wurden die Aktivitäten bezüglich Konstruktionsart, Kostengefüge und Ablauf analysiert und mündeten in verschiedenen Richtlinien, z.B. der VDI 2221 und 2222. Damals dienten Werkstattzeichnungen und Stücklisten als wesentliches Integrationsinstrument zwischen Konstrukteur, Fertigungsplaner und Werkstattmeister. Dies verdeutlichte bereits die Potenziale einer integrierten Betrachtung der Vorgänge. Mit der Verbreitung der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) Ende der 70er-Jahre kamen zunehmend NC-Programmier- und CAD-Systeme zum Einsatz. Sie waren vornehmlich auf die Unterstützung einzelner Funktionsbereiche ausgerichtet.42
Mit der Zunahme der Leistungsfähigkeit der Systeme und dem Preisverfall der Hardware wurde die Integration dieser Funktionen im Rahmen der CIM-Philosophie Mitte der 80er-Jahre angestrebt. In der Produkt- und Prozessgestaltung konzentrierte man sich dabei auf eine rechnergestützte Integration von Konstruktions- und Arbeitsplanungsdaten. Dadurch konnten zwar erhebliche Rationalisierungspotenziale bezüglich einer durchgängigen Datenverarbeitung realisiert werden, der Ansatz einer integrierten Vorgangsbearbeitung, der ebenfalls Element der CIM-Philosophie war, wurde dagegen weitgehend vernachlässigt.43
Aus dem steigenden Druck zur Verkürzung der Produktentwicklungszeiten, welcher beispielhaft durch die MIT-Studie zur Lean Production Philosophie belegt wurde,44 entstanden Anfang der 90er-Jahre die Strategien des Simultaneous und Concurrent Engineering.45 Durch Parallelisierung und Integration der Aktivitäten konnten erhebliche Zeitreduktionen in der Entwicklung erreicht werden.46 Dabei stand die organisatorische Integration durch Projekt- und Teambildung und die Einbeziehung Externer im Vordergrund. So konnten die Informationsflüsse zwischen den der Produkt- und Prozessgestaltung vor- und nachgelagerten Bereichen erheblich verbessert werden. Der Anstieg der Produktkomplexität verbunden mit den vagen Anforderungen in frühen Entwicklungsphasen und die Zunahme unternehmensübergreifender, globaler Entwicklungskooperationen haben aber gleichzeitig zu einem erhöhten Kommunikationsaufwand und einem Anstieg der Änderungsschleifen geführt.47
Dies führte Mitte der 90er-Jahre zu der Forderung einer prozessorientierten Ausrichtung der Entwicklungsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. Die Strategie des Business Process Reengineering wurde somit auch auf die Produkt- und Prozessgestaltung angewendet und führte zu einer ablauforganisatorischen Zusammenfassung der Aktivitäten und deren Unterstützung durch informationstechnische, organisatorische und qualitätsfördernde Instrumente.48
Gegenwärtig werden weitere Optimierungspotenziale für die Produkt- und Prozessgestaltung in der Strategie der virtuellen Produktentwicklung gesehen. Auf Basis eines virtuellen Produkts, d.h. einer rechnerbasierten realistischen Darstellung eines Produkts, werden Prozesse definiert, die Informationen aus dem gesamten Produkterstellungsprozess in einem Modell integrieren.49 Voraussetzungen für diese auch als „Digital Mock-up“bezeichnete Realisierung einer virtuellen Produkt- und Prozessgestaltung sind ein integriertes Produktmodell und leistungsfähige Informationssysteme und -technologien, die eine rechnergestützte Repräsentation von Produkt- und Prozessmodellen inklusive dazugehöriger Eigenschaften, die Verteilung von Entwicklungsaufgaben und eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung ermöglichen.50
Steffen Klabunde

3. Bausteine des Wissensmanagements

Zusammenfassung
Das grundsätzliche Dilemma wissenschaftstheoretischer Ansätze zum Wissensmanagement zeigt sich auch in dieser Arbeit. Es besteht darin, dass von der Seite der Psychologie sowie der Arbeits- und Sozialwissenschaften die Diskussion der Wissensmanagementansätze weitgehend losgelöst von konkreten betrieblichen Fragestellungen geführt wurde, während von der Seite der Informatik sowie der Wirtschafts- und Informationswissenschaften oft nur anwendungsspezifische Problemstellungen, beispielsweise die Verwaltung von Fachwissen in Expertensystemen, aufgegriffen wurde.289
Steffen Klabunde

4. Integrationskonzept

Zusammenfassung
Die Charakterisierung des Ansatzes der integrierten Produkt- und Prozessgestaltung und die Analyse der dabei eingesetzten Instrumente hat gezeigt, dass die Integration von Produkt und Prozess auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden kann (vgl. Abbildung 29).
Steffen Klabunde

5. Modelle für wissensbasierte Prozesse und für die Meta-Wissensbasis

Zusammenfassung
Die effiziente Durchführung von Problemlösungsprozessen hängt wesentlich davon ab, wie viel Wissen über das Problem zu Beginn des Lösungszyklus vorliegt. Dieses Wissen stammt in der Regel aus unterschiedlichen Quellen, z.B. früheren Entwicklungsprojekten, und ist mehr oder weniger gut zugänglich. Diese Quellen im Kontext mit ihren Trägern und der entsprechenden Anwendungsdomäne stellen Wissen im Sinne dieser Arbeit dar. Die Identifikation, der Erwerb, die Entwicklung, die Verteilung, die Nutzung, die Bewertung und die Bewahrung dieses Wissens sind Inhalt der Wissensprozesse für die integrierte Produkt- und Prozessgestaltung.495
Steffen Klabunde

6. Architektur und Fallbeispiele für ein Wissensmanagementsystem in der integrierten Produkt- und Prozessgestaltung

Zusammenfassung
Mit der Beschreibung wissensbasierter IPP-Prozesse durch Prozessmodelle mit der Methode der eEPK können die organisatorischen Optimierungspotenziale im Rahmen eines Knowledge Engineering ausgeschöpft werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn durch die Modellierung die Prozesse transparent gemacht, organisatorische Schwachstellen aufgedeckt und Barrieren in der Wissenslogistik entdeckt werden. Die sich stetig ändernden Anforderungen an eine integrierte Produkt- und Prozessgestaltung erfordern aber eine darüber hinausgehende Verbesserung der Prozesse, z.B. durch flexible, prozessorientierte Informationssysteme. Eine kontinuierliche Verbesserung von Geschäftsprozessen allein mit Modellen scheint nicht mehr möglich zu sein.741
Steffen Klabunde

7. Nachhaltige Innovationen durch ein Meta-Wissensmanagement

Zusammenfassung
Wenn es Unternehmen gelingt, Wissen über Wissen systematisch zu managen und zielgerichtet in den Innovationsprozess einzusteuern, dann ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verbesserung und dauerhaften Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit getan. Die in der Arbeit beschriebenen Praxisfälle haben gezeigt, dass es Unternehmen weniger an Wissen selbst mangelt. Vielmehr ist das Wissen über das eigentliche Anwendungswissen und die Wissensträger innerhalb und außerhalb des Unternehmens unzureichend. Meta-Wissen wird somit zum entscheidenden Gestaltungsobjekt für die integrierte Produkt- und Prozessgestaltung.
Steffen Klabunde

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