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Über dieses Buch

Wohnen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Der Wohnraum, die Wohnung ist für den Menschen wohl der wichtigste Raum, hier hält er sich einen grossen Teil seiner Zeit auf. Bedingt durch verschiedene Einflussgrössen verändern sich die Art des Wohnens und die Ansprüche der Bewohner ständig. Es gibt beim Bauen wohl keinen so komplexen und ständig anpassungsbedürftigen Bereich wie der des Wohnens.

Die Wohnung ist der privateste Bereich des Wohnens, das engste Wohnumfeld. Das Wohnen beschränkt sich aber nicht nur auf die eigentliche Wohnung. Auch das Wohngebäude, die Nachbarschaft, die nähere und weitere Umgebung, und schlussendlich die psychischen und sozialen Eigenschaften der Bewohner haben einen grossen Einfluss auf dessen Wohlbefinden.

Das Planen und Bauen von Wohnraum ist, mehr als alle anderen Bauaufgaben, eine interdisziplinäre Angelegenheit. Das Wohnen beinhaltet ganz verschiedene Komponenten: physische, psychologische, soziale, gesellschaftliche, etc. Im vorliegenden Buch werden die wichtigsten Aspekte zum Thema Wohnen behandelt, die alle eng miteinander verbunden sind.

Die einzelnen Kapitel können separat gelesen werden. Auch die vorgegebene Reihenfolge muss nicht eingehalten werden. In jedem Kapitel gibt es deshalb immer wieder Hinweise auf andere Themen.​​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Mensch und Raum

Zusammenfassung
Zwischen dem auf den Plänen dargestellten Raum und dem vom Mensch erlebten Raum bestehen grundsätzliche Unterschiede. Die Wahrnehmung von Raum, das Erleben von Raum und damit auch die Bewertung dieser Räume, hängt auch eng mit der Persönlichkeit des Betrachters zusammen. Das Verhalten des Menschen ist immer von einer Vielzahl verschiedener, gleichzeitig vorliegenden Einflussfaktoren bestimmt, welche ein sogenanntes psychologisches Feld bilden. Dies bedeutet, dass das Erleben von Raum nicht nur von dessen Dimension, Form, Grösse, etc. abhängt, sondern auch von vielen sozialen, psychologischen und kulturellen Faktoren. Sie bestimmen das Erleben von Raum mit. Beim Planen von Wohnraum darf deshalb nicht nur auf ein mathematisch festgelegtes Nutzungsprogramm Rücksicht genommen werden, sondern es müssen auch alle Arten dieser sozio-psychologischen Beziehungen berücksichtigt werden. Dies gilt speziell für den Wohnraum. Licht und Farbe sind zwei wichtige Aspekte der Architektur. Mit dem natürlichen Licht, das durch die Öffnungen ins Innere der Wohnung dringt, verändert sich die vorherrschende Atmosphäre im Raum. Die Wichtigkeit des Farbsehens wird gemeinhin unterschätzt. Auch Farbe hat einen starken Einfluss auf unsere Raumwahrnehmung. Mithilfe der Farbe kann das Erleben von Wohnraum gesteuert und verändert werden.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 2. Grundsätzliches zum Thema Wohnen

Zusammenfassung
Der Wohnraum ist das Zentrum, von dem aus der Mensch seine räumlichen Beziehungen aufbauen kann, er ist der Ausgangspunkt der menschlichen Orientierung. Der Mensch muss seinen Wohnraum kennen lernen, er muss ihn sich aneignen. Zur Qualität einer Wohnung tragen nicht nur die physischen Aspekte, wie Lage, Grösse, Zimmerzahl, Baujahr und Ausstattung bei. Auch Besitz- und Mietverhältnisse, Miet- oder Kaufpreise, Hausordnung oder Nachbarschaft und Wohnumfeld, so wie psychologische, soziale und gesellschaftliche Faktoren sind sehr wichtig. Bauen von Wohnraum ist deshalb eine interdisziplinäre Angelegenheit. Die Wohnräume müssen auch so angeordnet und gestaltet sein, dass sie soziale Beziehungen bzw. das Zusammensein der Bewohner fördern. Frauen, Männer und Kinder reagieren verschieden auf ihr Wohnumfeld. Auch ihre Ansprüche sind verschieden. Je nach Kultur haben die Menschen unterschiedliche Gewohnheiten und unterschiedliche Verhaltensweisen. Dem entsprechend sind auch die Räume, in denen sie wohnen, verschieden.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 3. Zur Geschichte des Wohnens

Zusammenfassung
Der Mensch hatte schon immer das Bedürfnis sich zurück zu ziehen, Geborgenheit, Schutz und Abgeschiedenheit vor der Natur zu suchen. Das Zusammenleben mit anderen Menschen, in Gruppen in einem einzigen Raum, war lange Zeit die gängige Art des Wohnens. Dieser Raum diente allen Bewohnern zum Kochen, essen, arbeiten und schlafen. Erst am Ende des Mittelalters, etwa am Ende des 15. Jahrhunderts, begann man für die verschiedenen Wohnfunktionen auch verschiedene spezielle Räume zu bauen. Als Folge der Industrialisierung kam es Ende des 18. Jahrhunderts, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zur örtlichen Trennung von wohnen und arbeiten. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in den industriellen Ballungszentren neue Arbeiterwohnsiedlungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nach neuen Arten des Wohnens gesucht.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 4. Identifikation

Zusammenfassung
Damit sich ein Mensch mit seiner Wohnung, mit seinem Wohnort identifizieren kann muss er diesen Ort kennen, mit ihm vertraut sein, sich an diesem Ort wohl und verbunden fühlen, zufrieden und sicher sein. Dann fühlt er sich auch für diesen Ort verantwortlich. Heimat bedeutet Bindung an einen Ort, ein vertraut sein mit einer kulturellen und sozialen Umwelt und eine Identifikation mit dieser. Die Räume seiner Wohnung werden dem Bewohner allmählich vertraut. Man lernt Personen im Wohngebäude und in der Nachbarschaft kennen. In der Umgebung werden Bauten oder andere Objekte wiedererkannt. Allmählich fühlt sich der Bewohner mit dem Ort und den andern Menschen verbunden. So entsteht schlussendlich eine Identifikation mit dem neuen Wohnort und mit den Menschen in der Nachbarschaft. Wichtig für das Schaffen von Identifikationsmöglichkeiten mit der Wohnung sind auch Übergänge zwischen innen und aussen, zwischen privaten, halbprivaten und öffentlichen Bereichen.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 5. Territorien

Zusammenfassung
Der Begriff Territorialität stammt aus der Verhaltensforschung. Menschliches Territorium ist ein fest an einen Standort gebundenes Gebiet, eine Zone, ein bestimmter Raum, über den ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen kurz oder länger verfügen kann. Territorien helfen mit, das soziale Leben zu ordnen. Es gibt sowohl psychische wie physische Arten der Aneignung von Territorien. Der Mensch gestaltet seine Umwelt, teilt seine Umgebung, speziell sein Wohnumfeld, in verschiedene Einflusszonen auf. Diese Einflusszonen sind Territorien, die bestimmte Personen oder Gruppen von Bewohnern für sich beanspruchen. Um das Aneignen sichtbar zu machen werden Territorien „markiert“. Je nach der handelnden Person, je nach ihren Absichten, aber auch je nach der Art des Raumes, den zur Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen, variiert der Prozess der Aneignung. Gewisse Formen des markieren von Territorien können auch negativ sein, zum Beispiel das Anbringen von Graffiti. Das Konzept des „Defensible space“ soll ein Instrument zur Verhinderung von Konflikten in Wohngebieten sein. Ein „Defencible space“ ist eine belebtes Wohnumfeld, welches bessere Lebensbedingungen für die Bewohner schafft, und ihnen, ihren Nachbarn und Freunden, mehr Sicherheit bietet und auch die Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier verstärkt.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 6. Innen – aussen / privat – öffentlich

Zusammenfassung
Die Polarisierung zwischen Innen- und Aussenraum ist grundlegend für die ganze Strukturierung des erlebten Raumes, insbesondere für den Wohnraum. Der Mensch ist sowohl auf den Innen- wie auf den Aussenraum angewiesen und muss sich auch zwischen ihnen hin und her bewegen können. Die Dualität und die Spannung zwischen innen und aussen ist schlussendlich ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens. Der Mensch muss zwischen allein sein und zusammen sein mit anderen Menschen wählen können. Die Privatheit, das sich aufhalten im privaten Raum, fördert die Ausbildung einer eigenen Identität. Privatheit ist eine soziale und kulturelle Besonderheit der Neuzeit und ist heute eine der zentralen Faktoren bei der Planung von Wohnraum. Es muss klar erkennbar sein welche Bereiche privat, welche öffentlich sind, für wehen sie zugänglich sind und für wehen nicht. Die Aussenhaut des Gebäudes, die Fassade, hat eine trennende und eine verbindende Funktion. Die Wände grenzen ab, die Öffnungen in ihnen verbinden. Haus- und Wohnungstüre sind eine Art Schleuse zwischen innen und aussen. Zwischen den rein privaten Wohnungen und den öffentlichen Bereichen der Wohngebiete braucht es Übergangszonen. Die Beziehung zwischen innen und aussen ist je nach Kulturbereich verschieden.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 7. Nachbarschaft

Zusammenfassung
Die Zufriedenheit des Menschen mit seiner Wohnung wird auch von der Art der Nachbarschaft beeinflusst. Es wird unterschieden zwischen der physisch-räumlichen Nachbarschaft und der psychisch-sozialen Nachbarschaft. Der Nachbarschaftsbereich ist eine überschaubare Fläche, welche als Ganzes erlebt werden kann. Im Nachbarschaftsbereich müssen die täglichen Bedürfnisse der Bewohner befriedigt werden. Die Grösse der Nachbarschaft ist nicht in erster Linie von der Bevölkerungsdichte abhängig. Die Dichte spielt aber beim Erleben der „Nachbarschaft“ eine Rolle. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb einer Bewohnergruppe, innerhalb des Nachbarschaftsbereiches, ist ein wichtiges wohnpsychologisches Anliegen welches zur Stärkung der nachbarschaftlichen Beziehungen beiträgt. Ein solches Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht unter Menschen mit gleichen oder ähnlichen Interessen. Sie bilden dann eine sogenannte Sozialeinheit. Die Mitbewohner im Nachbarschaftsbereich sollten sich wenigstens vom Sehen her kenne. Der Freiraum der Umgebung muss so gestaltet sein, dass ungezwungene Begegnungen der Bewohner möglich sind. In einer Nachbarschaft müssen klare Verhaltensregeln bestehen, welche auf kommunalen Interessen, Anliegen und Werte der jeweiligen Gruppen basieren.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 8. Partizipation

Zusammenfassung
Partizipation bedeutet mitwirken, teilnehmen, mitbestimmen. Im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen sind verschiedene Arten von Partizipation möglich.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 9. Dichte

Zusammenfassung
Spezielle räumliche Begebenheiten können dazu führen, dass sich der Mensch eingeengt, beengt fühlt. Solchen Situationen bewirken negative Gefühlszustände. Es können verschiedene Arten von Dichte unterschieden werden: Bevölkerungsdichte und räumliche Dichte. Im 20. Jahrhundert wurde Dichte zu einem wichtigen Aspekt im Wohnungsbau. Boden wird heute vielerorts immer knapper. Deshalb ist es wichtig bestehende Siedlungsgebiet sinnvoll zu verdichten. Eine optimale Dichte genau zu definieren ist nicht möglich, sie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Einschränkung der Zersiedelung und ein mehr zentrumsnahes und verdichtetes Bauen hat auch eine kostenmindernde Wirkung auf die Infrastruktur.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 10. Polyvalenz und Flexibilität

Zusammenfassung
Die Ansprüche an den Wohnraum verändern sich, sie können je nach Alter und Lebenssituation der Bewohner verschieden sein. Viele Wohnungen sind so, dass nur schlecht auf diese sich verändernden Bedürfnisse reagiert werden kann. Grundsätzlich bestehen drei Möglichkeiten auf dieses Dilemma zu reagieren: mit Polyvalenz, Flexibilität und Erweiterbarkeit oder Teilbarkeit der Wohnung.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 11. Wohnumgebung

Zusammenfassung
Die Wohnqualität hängen auch von den Eigenschaften der Wohnumgebung ab. Zwischen dem Menschen und seiner Umwelt bestehen mannigfaltige Beziehungen. Der Mensch muss lernen, wie er sich in seiner Umgebung verhalten muss. Wenn sich der Mensch mit einem Ort verbunden fühlt, besteht eine Ortsbezogenheit. Der Mensch kann auch als ein Produkt seiner Umgebung bezeichnet werden. Es können verschiedene Arten von Umwelten unterschieden werden, welche die Wahrnehmung und das Verhalten des Menschen stark beeinflussen; natürliche und gebaute Umwelt, soziale und kulturelle Umwelt. Die Wahrnehmung der natürlichen Wohnumgebung ist anders als die der gebauten Umwelt. Ein begrüntes Wohnumfeld bilden nicht nur einen Kontrast zur gebauten Umwelt, sondern trägt auch zu einer Klimaverbesserung bei. Bei der Bewertung der Wohnumgebung gibt es sowohl objektive wie auch subjektive Kriterien. Damit wir unsere Umwelt als angenehm empfinden, ist eine gewisse Komplexität notwendig. Bewegung spielt bei der Beurteilung von Bauten und ihrer Umgebung eine wichtige Rolle. Lärm ist weitgehend ein subjektiver Begriff: direkt vom Schall Betroffene entscheiden, ob für sie ein Geräusch unerwünscht, das heisst Lärm ist, oder nicht.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 12. Stadt und Wohnquartier

Zusammenfassung
Das Wohlbefinden und das Verhalten der Menschen wird auch beeinflusst vom Wohnumfeld, vom Quartier, ja von der Stadt in der sie leben. Die Anforderungen an das Wohnquartier sind deshalb mannigfaltig. Wichtig ist hier eine räumliche und nutzungsmässige Vielfallt. Mehrfach nutzbare Bereiche im Wohnquartier fördern das Kennenlernen der Bewohner untereinander. Eine differenzierte Gestaltung dieser Räume verleiht dem Wohnquartier ein „eigenes Gesicht“ und erleichtert den Bewohnern die Identifikation mit ihrem Wohnquartier. Im Quartier können verschiedene Arten von Freiflächen unterschieden werden: öffentliche Freiflächen, halböffentliche Freiflächen und private Freiflächen. Besondere Aufmerksamkeit muss auch dem Autoverkehr im Wohnquartier gelten.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 13. Typologie der Wohngebäude

Zusammenfassung
Die Bewohner einer Wohnung, einer Wohneinheit, bilden zusammen eine Wohngemeinschaft. Zwischen den verschiedenen Wohneinheiten gibt es mannigfaltige Beziehungen. Steht eine solche Wohneinheit allein, dann sprechen wir von einem Einfamilienhaus. Wenn mehrere Einheiten zusammengebaut sind bestehen verschiedene Möglichkeiten. Die gebräuchlichste Lösung, das Mehrfamilienhaus, ist der konventionelle Wohnblock, in dem identische und ähnliche Wohneinheiten übereinander und nebeneinander angeordnet sind. Wohnhochhäuser haben, verglichen mit konventionellen Mehrfamilienhäusern, verschiedene Vor- und Nachteile.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 14. Wohnsiedlung

Zusammenfassung
Beim Wohnungsbau spielen die lokalen Gegebenheiten eine primäre Rolle, mehr als bei andern Bauaufgaben wie zum Beispiel bei Bürobauten, Gewerbehäusern oder Fabriken. Das Siedlungsareal, muss als abgeschlossene, nach aussen begrenzte Einheit erkennbar sein. Das Erscheinungsbild einer Wohnsiedlung ist oft auch ausschlaggebend für ihre Reputation. Wenn die Bewohner bei der Gestaltung ihrer Wohnumwelt mitbestimmen können, fördert dies ihre emotionale Bindung an ihre Wohnsiedlung. Die einzelnen Gebäude der Siedlung müssen in die Wohnumwelt integriert werden, d. h. sie dürfen nicht abseits und isoliert stehen, sie sollten in einem „Dialog“ miteinander stehen, sie müssen zusammen eine Einheit bilden. Die Umgebung im Siedlungsraum muss baulich so organisiert und gestaltet sein, dass die Siedlungsbewohner sie als ihre eigene empfinden. Die Umgebung in der Siedlung muss fussgängergerecht sein. Die Wegführung muss sinnvoll und logisch sein. Innerhalb der Siedlung muss der Autoverkehr auf ein Minimum beschränkt werden.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 15. Wohngebäude

Zusammenfassung
Formale und gestalterische Merkmale prägen das Erscheinungsbild eines Wohngebäudes. Die Fassade ist das „Gesicht“ dieses Baus. Eintönigkeit und Monotonie muss hier verhindert werden. Eine eher komplexe Gestaltung wirkt anregend auf den Betrachter. Der Übergang vom öffentlichen Bereich der Strasse, bis in den privatesten Bereich der Wohnung, muss über verschiedene Übergangszonen geschehen, welche nach und nach immer privater werden. Pro Gebäudeeingang sollten nicht zu viele Wohnungen erschlossen werden. Damit kann Anonymität verhindert werden.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 16. Wohnung

Zusammenfassung
Die Räume in denen der Mensch wohnt, sind private Räume, die einen festen Bezugspunkt des Menschen bilden. Die Wohnung muss eine wahrnehmungsmässige Vielfalt haben, muss ein Ort mit einer eigenen Identität sein und muss dem Bewohner Privatheit gewähren. Auch innerhalb der Wohnung muss es verschiedene Stufen von Privatheit geben. Gefragt sind heute nutzungsneutrale, polyvalente Räume, für verschiedenste Haushaltsformen und Aktivitäten. Der Wohnungseingang ist eine Art Schleuse zwischen innen und aussen. Korridore innerhalb der Wohnung dürfen nicht ausschliesslich Verkehrsflächen sein, sie müssen mehreren Funktionen dienen. Im Aufenthaltsbereich, im Wohnzimmer treffen sich die Bewohner, hier wird die Freizeit verbracht und dies ist auch der Ort wo Gäste empfangen werden. Mit der Ausstattung dieses Raumes wird eine Atmosphäre geschaffen, die etwas über die Bewohner aussagt. Der Schlafbereich, das Schlafzimmer ist der privateste Raum der Wohnung, eine Schutzzone, ein Ort der Ruhe. Die Anforderungen an das Kinderzimmer, an den Bereich der Kinder, verändern sich je nach Alter der Kinder, aber auch die Anforderungen an die anderen Räume der Wohnung verändern sich im Laufe der Zeit. Das Bad ist nicht nur ein Raum um sich zu reinigen, es dient auch der Pflege und soll auch ein Wohlfühlraum sein.
Jörg Kurt Grütter

Kapitel 17. Sicherheit und Konfliktprävention

Zusammenfassung
Die Sicherheit innerhalb der Wohnung, aber auch in der näheren Wohnumgebung, ist eines der Hauptanliegen der Bewohner. Es muss unterscheiden werden zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit. Die objektive Sicherheit ist abhängig von den realen Gegebenheiten des Ortes und der Umgebung. Die subjektive Sicherheit hängt von der Persönlichkeit der einzelnen Bewohner und von ihren Erfahrungen ab. Mit verschiedenen baulichen Massnahmen kann die Sicherheit, vor allem die objektive Sicherheit der Bewohner im Wohnumfeld erhöht werden. Die Grösse einer Siedlung hat keinen grossen Einfluss auf die Anzahl der Kriminalfälle in dieser Siedlung. Wichtig sind aber die Grösse der einzelnen Wohngebäude und ihre Anordnung in der Siedlung. Auch die Anzahl der über einen Gebäudeeingang erschlossenen Wohnungen und die Anzahl der Geschosse des Wohngebäudes haben einen Einfluss auf die Sicherheit. Generell trägt eine Überschaubarkeit sämtlicher Bereiche der Wohnanlage zur Sicherheit der Bewohner bei.
Jörg Kurt Grütter

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