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02.05.2019 | Wohnungsbau | Im Fokus | Onlineartikel

Das Haus schwimmt

Autor:
Christoph Berger

Am Nordufer des Bergheider Sees in der Lausitz wurde Mitte April 2019 das Autartec-Haus eingeweiht. Bei dem Projekt geht es nicht nur darum, neue Technologien zu erforschen, auch die Region soll an Attraktivität gewinnen.

In der Lausitz entsteht durch die Flutung früherer Tagebaue eines der größten künstlichen Seengebiete Europas. Mit der Umgestaltung des Braunkohlereviers soll eine Landschaft entstehen, in der man sowohl gut leben und als auch gut Urlaub machen kann. Die schwimmenden Häuser am Nordufer des Bergheider Sees sowie am Fuß der F60 – bei der F60 vor Ort handelt es sich um eine riesige Förderbrücke aus Braunkohletagebautagen, die inzwischen als Besucherbergwerk fungiert – sollen dabei ein Markzeichen werden.

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01.12.2013 | Rezension | Ausgabe 6/2013

Hokema, Dorothea (2013): Landschaft im Wandel? Zeitgenössische Landschaftsbegriffe in Wissenschaft, Planung und Alltag


Mitte 2018 wurde unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden damit begonnen, das Haus als Technologiedemonstrator zu errichten. Das Nutzungsszenario orientiert sich an dem Energie- und Platzbedarf eines 4-Personenhaushaltes. Ein 175 Quadratmeter großer Ponton bildet das Fundament für das zweistöckiges Gebäude mit umlaufender Terrasse. Angestrebt wurden zudem drei Autarkiebereiche: Wasser/Abwasser, Elektroenergie und Wärmeenergie – spezifische Gebäudeflächen sind für den jeweiligen Energieertrag ausgerichtet: die Sonne liefert Strom, die Wände speichern Wärme, eine Minikläranlage reinigt das Wasser. Auch Carbonbeton kam als Bauwerkstoff zum Einsatz.

Erprobung autarker Lebensformen

Die Standortwahl für das Autartec-Haus hängt nicht nur mit dem Attraktivitätsbereicherung für die Region zusammen. Da viele der Lausitzer Seen noch über keine Infrastruktur wie Wasser- und Stromleitungen verfügen, ist es Ziel der an dem Projekt beteiligten Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Versorgungslösungen zu entwickeln, die auch in anderen Gebieten ohne existierende Infrastruktur funktionieren können – zu Wasser und zu Land. So soll das Haus vor allem als Vorbild für neue, moderne und gleichzeitig autarke Lebensformen dienen.


Gefördert wurde das Projekt vom Bund mit rund 14 Millionen Euro. Das Bundesland Brandenburg unterstützte unter anderem bei der Errichtung der für den Hafen benötigten Steganlage, die im Oktober 2018 eingeweiht wurde und die eine Voraussetzung für die Errichtung der schwimmenden Häuser ist.

Um den Wandel von Landschaften geht es auch im Fachartikel "Hokema, Dorothea (2013): Landschaft im Wandel? Zeitgenössische Landschaftsbegriffe in Wissenschaft, Planung und Alltag" der Springer-Fachzeitschrift "Raumforschung und Raumordnung". Darin schreibt Ludger Gailing, dass bei vielen Regionalparkansätze in Deutschland eine Integration von gebauter und nicht-gebauter Umwelt angestrebt worden sei und dabei auch eine Erweiterung des Landschaftsbegriffes – zum Beispiel auf die industriell geprägte Landschaft – stattgefunden habe: "Eine vergleichbare Erweiterung hat bezogen auf die Braunkohlelandschaften bereits stattgefunden, denn auch diese werden nun als Landschaften interpretiert und 'geplant'. Mit den neuen Energielandschaften steht derzeit erneut eine 'Erweiterung' des Landschaftsbegriffes an: Ohne den Konflikt um Windräder oder den Netzausbau würden in vielen Regionen "Landschaften" gar nicht mehr diskursiv artikuliert."

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