Neubau ist eine zentrale Antwort auf die neue Wohnungsfrage. Doch inwiefern kann über diesen Weg eine soziale Wohnraumversorgung gewährleistet werden, in der auch Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen angemessen versorgt werden? Denn Neubau ist, unter anderem aufgrund von Grundstücksspekulation, teuer. Politisch wird diese Frage auch mit Hinweis auf den Sickereffekt beantwortet: Zwar würden vorwiegend Gutverdienende in die relative teuren Neubauten ziehen, jedoch würden die dadurch freiwerdenden Wohnungen dann für Haushalte mit geringerem Einkommen zur Verfügung stehen. Wir diskutieren die Frage nach sozialer Wohnraumversorgung durch Neubau zunächst in einer konzeptionellen Rekapitulation, und dann empirisch – eingehend auf die Hamburger Wohnungspolitik – auf Basis einer umfangreichen Haushaltsbefragung mit Bewohner*innen der Mitte Altona, eines Hamburger Neubauquartiers. Unsere Daten weisen einerseits darauf hin, dass die Sozialstruktur dort von überdurchschnittlich hohen Einkommen und von Familien im „adult worker model“ geprägt ist. Andererseits zeigen sie, dass ein Sickereffekt unwahrscheinlich ist.