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10.01.2019 | Working Capital Management | Infografik | Onlineartikel

Diese Maßnahmen nutzen Unternehmen zur Liquiditätssicherung

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Verspätete Zahlungen oder gar Zahlungsausfälle stellen insbesondere Mittelständler immer wieder vor große Herausforderungen. Dennoch ändert sich am Forderungsmanagement oft nur wenig, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. 

Gefragt nach den derzeit größten Herausforderungen beim Thema Liquidität gaben die 541 von Yougov im Auftrag von Abcfinance befragten Unternehmensverantwortlichen an: 

  • schlechtes Zahlungsverhalten (26 Prozent), 
  • unvorhergesehene Investitionen (26 Prozent), 
  • saisonale Schwankungen (25 Prozent), 
  • Zahlungsausfälle (20 Prozent), 
  • langfristige Zahlungsziele (15 Prozent), 
  • Finanzierung des Wachstums (14 Prozent), 
  • Aufwand für Forderungsmanagement (13 Prozent) sowie 
  • fehlende Ressourcen (zehn Prozent). 

Die Ergebnisse der Mitte November durchgeführten Befragung wurden gewichtet und setzen sich repräsentativ nach Beschäftigtenanteil pro Unternehmensgröße zusammen. 

Unternehmen laufen offenen Rechnungen hinterher

Dennoch bleibt das Management zögerlich bei den Maßnahmen, die einen Zahlungsverzug oder -ausfall vermeiden helfen. So belässt es mehr als die Hälfte der Unternehmen bei einer Erinnerung per Mail, Brief oder Telefon, wenn die Zahlungsfrist überschritten ist. Nur weniger als ein Drittel verfügt über ein strukturiertes Debitorenmanagement. Auch auf ein automatisiertes Mahnverfahren greift nur knapp ein Drittel der Befragungsteilneher zurück. Inkasso nutzen nur 22 Prozent. Auf den Verkauf offener Forderungen an einen sogenannten Factoring-Anbieter, der das komplette Ausfallrisiko und das Debitorenmanagement übernimmt, setzen nur acht Prozent der befragten Unternehmen. Dennoch nahmen laut Deutschem Factoring-Verband die Marktumsätze im ersten Halbjahr 2018 um fast fünf Prozent auf 118,8 Milliarden Euro zu.

"Das Bewusstsein für das Liquiditätspotenzial offener Forderungen wächst zwar stetig, dennoch wird diesem immer noch zu wenig Beachtung geschenkt", sagt Stephan Ninow, Geschäftsführer des Leasing- und Factoring-Spezialisten Abcfinance. "Die Unternehmen agieren zu reaktiv. Sie werden meist erst tätig, wenn eine Forderung überfällig ist. Damit lähmen sie sich selbst und verlangsamen das Wachstum. Schlimmstenfalls stoppen sie es sogar."

Working Capital dennoch im Blick

Grundsätzlich sei aber das Bewusstsein für Working-Capital-Ansätze und alternative Finanzierungen bei den Unternehmen vorhanden. So geben 37 Prozent an, den Lagerbestand und das übrige Umlaufvermögen zum Erhalt der Liquidität gering zu halten. Ein Drittel der Befragten prüft bei größeren Investitionen außerdem liquiditätsschonende Finanzierungsoptionen wie Leasing oder Miete, um unvorhergesehene Investitionen sowie saisonal schwankende Einkünfte zu meistern. Der Kontokorrentkredit steht bei den Unternehmen erst an vierter Stelle, wenn es darum geht, die Liquidität zu sichern.


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