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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

3. Wozu kann unsere Gesellschaft eine „agile Verwaltung“ brauchen?

verfasst von: Thomas Michl, Wolf Steinbrecher

Erschienen in: Agile Verwaltung

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Zusammenfassung

Ein Grundprinzip des Arbeitens in Verwaltungen stellt das Denken in Einzelzuständigkeiten dar. Auch komplexe Aufgaben werden in „kleine Häppchen“ zerteilt und jedes Häppchen einem zuständigen Sachgebiet oder auch einer anderen beteiligten Behörde und darin jeweils einer Person zugeordnet. Diese Arbeitsweise ist über 200 Jahre alt und in vielen Situationen der heutigen Zeit nicht mehr angemessen. Sie führt zu widersprüchlichen Ergebnissen, permanenten gegenseitigen Behinderungen und extrem langen Bearbeitungszeiten. Auch die Digitalisierung eines solchen mangelhaften Prozesse führt nicht weiter: Man erhält dann einen digitalisierten, mangelhaften Prozess. Agile Grundsätze zielen hingegen auf Verhaltens- und Haltungsänderungen der Beteiligten und sind so nachhaltiger.

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Fußnoten
1
Unbestritten ist, dass die Herausforderungen einer globalisierten Welt und der aktuelle technologische Wandel unser Aufnahmevermögen und unser Anpassungsvermögen fordern und tendenziell überfordern. Lokale Ereignisse erzeugen weltweite Wellen und Disruptionen, deren Auswirkungen wir nicht absehen können. Aber ist das wirklich neu? War die Welt früher vorhersehbarer, als sie es heute ist? War der Zweite Weltkrieg, um nur ein Beispiel zu nennen, weniger „disruptiv“, sein Ausgang besser zu prognostizieren als es heute die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz ist? Darüber wäre ein fundierter Austausch vor schnellen Antworten wünschenswert.
 
2
So die Einschätzung des deutschen Normenkontrollrats; vgl. Hahlen (2016).
 
3
Siehe z. B. die Privatinitiative zur Wiederbelebung verödender Dörfer (DORV 2017).
 
4
Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, der Ende November 2016 durch den Lobbyverband Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) gestartet worden war. An diesem Wettbewerb konnten sich mittelgroße Städte mit rund 100.000 bis 150.000 Einwohnern beteiligen, die noch eine Reihe anderer Voraussetzungen erfüllen mussten (z. B. gute Verkehrsanbindung, Nähe zu einer Hochschule usw. – also nicht objektiver Bedarf, sondern überschaubarer Lösungsaufwand). Im Juni 2017 setzte sich Darmstadt gegen 13 andere Bewerberstädte durch. Siehe http://​www.​digitalestadt.​org/​bitkom/​org/​Presse/​Presseinformatio​n/​Darmstadt-gewinnt-Wettbewerb-Digitale-Stadt.​html, abgerufen am 26.12.2017.
 
6
Ebda.
 
7
Hänggi (2015).
 
8
Hänggi (2015).
 
9
Hänggi (2015, S. 27 ff.).
 
10
Das., S. 28. Auch Jill Lepore bemerkt in ihrer vernichtenden Kritik des Disruptionsmodells: „Replacing “progress” with “innovation” skirts the question of whether a novelty is an improvement: the world may not be getting better and better but our devices are getting newer and newer.“ (Lepore 2014).
 
11
Vgl. dazu Miller (1997) über die preußische Registratur. Siehe auch Weber (2002, S. 125).
 
12
Vgl. dazu BMI (2005), Abschn. 3.3.
 
13
Siehe bitkom (2017).
 
14
Zum Zusammenhang zwischen Komplexität und aktiver Lösungssuche siehe Morner (2017). Vgl. auch Steinbrecher (2017).
 
15
Zur deutschen Version des Scrum-Guides vgl. Schwaber (2017). Das Rahmenwerk Scrum wird genauer von Jan Fischbach in Kap. 6 dieses Buchs behandelt.
 
16
Siehe dazu das Kap. 20 des vorliegenden Buchs zu den „Arenen“ in der schwedischen Kommune Ängelholm.
 
17
Das ist das „Prinzip der Amtshierarchie“: „Aus dem Hierarchieprinzip als dem Fundament des Verwaltungshandelns folgen Einzelrechte (Evokationsrecht, Kassationsrecht, Weisungsbefugnis des Vorgesetzen, etc.), die auf die Vorgangsbearbeitung erheblichen Einfluss haben und die Bearbeitung von nicht genau kalkulierbaren Ereignissen abhängig werden lassen.“ (BMI 2005, S. 24). – Gerade diese „nicht kalkulierbaren Ereignisse“ müssen in einem agilen Handlungsrahmen ausgeschlossen werden.
 
18
Vgl. Cohen (1972).
 
19
Seibel (2016, S. 96 f.).
 
20
FAV (2016).
 
Literatur
Zurück zum Zitat BMI Bundesministerium des Innern (Hrsg) (2005) „DOMEA-Konzept. Organisationskonzept 2.1. Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung im IT-gestützten Geschäftsgang“. Schriftenreihe der KBSt, Bd 61, November 2005, 157 Seiten, ISSN 0179-7263 BMI Bundesministerium des Innern (Hrsg) (2005) „DOMEA-Konzept. Organisationskonzept 2.1. Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung im IT-gestützten Geschäftsgang“. Schriftenreihe der KBSt, Bd 61, November 2005, 157 Seiten, ISSN 0179-7263
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Zurück zum Zitat Hänggi M (2015) Fortschrittsgeschichten. Für einen guten Umgang mit Technik. Fischer, Frankfurt a. M. Hänggi M (2015) Fortschrittsgeschichten. Für einen guten Umgang mit Technik. Fischer, Frankfurt a. M.
Zurück zum Zitat Lepore J (2014) The disruption machine. What the gospel of innovation gets wrong. In: The New Yorker, 23. Juni 2014 Lepore J (2014) The disruption machine. What the gospel of innovation gets wrong. In: The New Yorker, 23. Juni 2014
Zurück zum Zitat Miller T (1997) The German Registratur. Dissertation, University of Britisch Columbia (Kanada) Miller T (1997) The German Registratur. Dissertation, University of Britisch Columbia (Kanada)
Zurück zum Zitat Morner M, Misgeld M (2017) Selbststeuerung als Lösungsansatz. Innovative Verwalt 2017(7–8):10–12 CrossRef Morner M, Misgeld M (2017) Selbststeuerung als Lösungsansatz. Innovative Verwalt 2017(7–8):10–12 CrossRef
Zurück zum Zitat Schwaber K, Sutherland J (2017) Der Scrum Guide™. Der gültige Leitfaden für Scrum: Die Spielregeln; entwickelt und kontinuierlich verbessert von den Scrum-Erfindern Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Deutsche Ausgabe, November 2017 Schwaber K, Sutherland J (2017) Der Scrum Guide™. Der gültige Leitfaden für Scrum: Die Spielregeln; entwickelt und kontinuierlich verbessert von den Scrum-Erfindern Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Deutsche Ausgabe, November 2017
Zurück zum Zitat Seibel W (2016) Verwaltung verstehen: Eine theoriegeschichtliche Einführung. Suhrkamp, Berlin Seibel W (2016) Verwaltung verstehen: Eine theoriegeschichtliche Einführung. Suhrkamp, Berlin
Zurück zum Zitat Weber M (2002) Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der Verstehenden Soziologie, 5. rev Aufl. Mohr Siebeck, Tübingen Weber M (2002) Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der Verstehenden Soziologie, 5. rev Aufl. Mohr Siebeck, Tübingen
Metadaten
Titel
Wozu kann unsere Gesellschaft eine „agile Verwaltung“ brauchen?
verfasst von
Thomas Michl
Wolf Steinbrecher
Copyright-Jahr
2018
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-57699-1_3

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