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25.08.2016 | Zahlungsverkehr | Im Fokus | Onlineartikel

Wie wir morgen bezahlen

Autor:
Eva-Susanne Krah
2 Min. Lesedauer

Der Wettbewerb im elektronischen Zahlungsverkehr wird schärfer, denn neue Marktteilnehmer verändern die Finanzbranche. Die Erwartungen der Nutzer steigen. Welche Faktoren die Welt der Zahlungssysteme von morgen beeinflussen könnten.

Technische Innovationen und neue regulatorische Vorgaben wirken sich im Bankensektor vor allem auf die Entwicklung der Zahlungssysteme aus. Doch wie stark werden die Fintechs künftig und welche Bedeutung werden sie für den Zahlungsverkehr 2025 haben? Welche Rolle streben große Internetunternehmen an und werden Kunden die neuen Bezahlverfahren akzeptieren? Diesen und weiteren Fragen geht die Studie "Zukunft des Bezahlens 2025" von SRC Security Research & Consulting in Zusammenarbeit mit Zpunkt The Foresight Company und Fraunhofer INT nach. Befragt wurden 80 Zahlungsverkehrsexperten von Banken, Beratungshäusern, Zahlungsdienstleistern und weiteren Bereichen mit Blick auf den deutschen und europäischen Markt. Auf Basis der Ergebnisse haben die Studienherausgeber in Workshops mit Branchenvertretern diese möglichen Zukunftszenarien zur Zahlungsverkehrslandschaft entwickelt: 

  • Kundenschnittstelle: Die Zahl der Services zum Zugriff auf das Konto sowie zur Zahlungsabwicklung nimmt nach Einschätzung der Experten weiter zu. Doch es gelingt keiner Innovation, den Finanzmarkt innerhalb der nächsten zehn Jahre grundlegend zu verändern.
  • Mehrwert bei Digitalbanken: Fintechs und reine Digitalbanken definieren die Kundenschnittstelle neu und entwickeln aus Informationen über den Zahlungsverkehr Mehrwerte für ihre Kunden. Einzelne Fintechs wachsen bis zum Jahr 2025 massiv. Gründe liegen in ihren Mehrwert-Angeboten und in Kooperationen mit White-Label-Banken.
  • Convenience in digitalen Ökosystemen: Globalen Internetunternehmen gelingt es, die Schnittstelle zum Kunden zu übernehmen und die Zahlungsabwicklung in Geschäftsprozesse einzubinden, die sie unterstützen. Die Verbreitung ihrer Services über mobile Endgeräte, beispielsweise bei Peer-to-Peer-Zahlungen zwischen einzelnen Personen, macht sie nach Meinung der Experten zu ernstzunehmenden Gegenspielern für traditionelle Geldinstitute. Digitale Bezahl- und Walletsysteme etablieren sich am Markt.
  • Klassische Banken und Digitalisierung: Die Kreditwirtschaft nutzt ihre bestehende Zahlungsverkehrsinfrastruktur, um bei Bezahltransaktionen selbst vor- bzw. nachgelagerte Geschäftsprozesse in die Zahlungsabwicklung zu integrieren und Serviceinnovationen für die Kunden einzuführen. Instant Payments sind dabei ein Innovationstreiber.

Darüber hinaus können Geldhäuser beispielsweise neue Finanz-Applikationen oder Analyse- und Informationstools anbieten und Kunden so an das eigene Institut binden. Überdies verfügen Kreditinstitute mit dem ISO 20022-Standard, der im Rahmen der Sepa-Migration aufgebaut wurde, laut den Experten über eine leistungsfähige Technologie, die die Integration ganzer Geschäftsprozesse in die Verrechnungsabwicklung ermöglicht. Neben der Abwicklung von Überweisungen und Lastschriften können über die Infrastruktur auch neue Dienstleistungen eingeführt werden. 

Die Blockchain verändert Zahlungsinfrastrukturen 

Technologien wie die Blockchain oder Quantencomputer werden nach Einschätzung der Entscheider im Bereich Zahlungstechnologie bewirken, dass sich die Infrastrukturen im Zahlungsverkehr grundlegend verändern und neue Geschäftsmodelle hervorbringen. Daran hängt auch die Akzeptanz von Bezahltechnologien bei den Nutzern.

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Nach Ansicht der Studienherausgeber wird der Generationenwechsel dazu führen, dass innovative Bezahlverfahren mehr und mehr angenommen werden. Der fehlende Mehrwert vieler jetziger Payment-Verfahren sei der Grund, dass sich viele Bezahlverfahren schon wieder vom Markt verabschiedet hätten, schreibt Bankmagazin-Redakteur Christian Kemper in seinem Beitrag  Was Bargeld ersetzen" kann (Ausgabe 10/2015). Nur wenige Konzepte werden aus seiner Sicht die Masse der Anwender überzeugen können.

Die Experten der Studie glauben, dass Banken, Fintechs und globale Internet-Firmen sich den hart umkämpften Markt der Zahlungssysteme künftig teilen werden. Dabei übernehmen Wettbewerber der Banken zunehmend Services an der Kundenschnittstelle und Kontoinformationsdienste.  

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