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30.10.2020 | Zahlungsverkehr | Nachricht | Onlineartikel

Jüngere für Zwei-Faktor-Authentifizierung aufgeschlossen

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Ab Januar reicht die Eingabe der Kartendaten, des Ablaufdatums und der Prüfziffer beim Einkauf im Internet oder der App nicht mehr. Die PSD2-Richtlinie sieht zwei voneinander unabhängige Sicherheitsmerkmale vor. Vor allem junge Kunden kommen damit gut klar, so eine Studie. 

Ende 2020 müssen Finanzinstitute im Rahmen der PSD2-Richtlinie die sogenannte starke Kundenauthentifizierung umgesetzt haben. Den EU-Vorgaben zufolge müssen Kunden bei Kartenzahlungen im Internet ihre Identität ab dem 1. Januar 2021 über mindestens zwei Faktoren belegen: 

  • Besitz (zum Beispiel Mobiltelefon), 
  • Wissen (zum Beispiel Passwort oder PIN) sowie 
  • Inhärenz (zum Beispiel Fingerabdruck oder Gesichtserkennung). 

Junge Kunden befürworten Zwei-Faktor-Authentifizierung

Eine aktuelle repräsentative Umfrage der GfK im Auftrag von Mastercard zeigt, das diese sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung mit 62 Prozent Zustimmung vor allem bei der jungen Zielgruppe im Alter von 18 bis 29 Jahren positiv ankommt. Insgesamt gab die Hälfte aller Befragten an, dass sie die Regelung gut finden. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als 2019. 49 Prozent glauben, dass ihre Online-Zahlungen durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung sicherer werden. Allerdings weiß ein Viertel (25 Prozent) der Teilnehmer nicht, wie die Richtlinie zu bewerten ist. 

Immerhin nutzen bereits 38 Prozent der Deutschen diese Art der Authentifizierung, wenn sie online oder in Apps zahlen. Das Potenzial ist allerdings viel größer, sagen die Studienautoren: Denn 16 Prozent verwenden die Zwei-Faktor-Authentifizierung nach Möglichkeit immer und weitere 64 Prozent würden sie verwenden, wenn die Vorteile für sie erkennbar sind und die Nutzung einfach ist. Nur neun Prozent lehnen die Zwei-Faktor-Authentifizierung gegenwärtig grundsätzlich ab.

Verbraucher wollen sichere und einfache Lösungen

Insgesamt wünschen sich die Verbraucher beim Online-Shoppen eine Kombination aus sicheren und bequemen Bezahllösungen. So ist für 65 Prozent die Sicherheit wichtigster Faktor beim Bezahlen. 64 Prozent schätzen es, dass sie bei Kartenzahlungen im Internet im Betrugsfall ihr Geld zurückerstattet bekommen, da sie als Karteninhaber für unautorisierte Zahlungen nicht verantwortlich sind.

Von den Befragten die im Internet oder per App einkaufen, wollen 50 Prozent einfache Prozesse nutzen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 57 Prozent. Auch die Schnelligkeit wird immer wichtiger: Aktuell sind es 38 Prozent - ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zu 2019. Bei der jüngsten Zielgruppe sind das bereits 52 Prozent. Dazu passend gaben 41 Prozent an, dass sie es als besonders störend empfinden, wenn sie beim Bezahlen zu viele Informationen eingeben müssen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) ärgert sich, wenn sie sich erst einmal registrieren müssen, bevor sie die Waren bezahlen können.

Verbraucher setzen auf biometrische Verfahren

Wer die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, bevorzugt biometrische Daten. 30 Prozent bestätigen ihre Zahlung am liebsten durch ihren Fingerabdruck auf dem Smartphone und neun Prozent nutzen die Gesichtserkennung. 43 Prozent geben noch am liebsten eine PIN oder TAN ein, die Präferenz hat aber im Vergleich zu 2019 stark nachgelassen (minus sechs Prozent). Den Trend hin zur biometrischen Authentifizierungen sehen die Studienautoren im Anstieg der Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch begründet. Ein wachsender Teil der Deutschen zahlt kontaktlos und mobil und ist es dadurch gewohnt, sich regelmäßig biometrisch auf dem Gerät zu authentifizieren. 

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