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21.03.2019 | Zahlungsverkehr | Nachricht | Onlineartikel

Digitale Zahlverfahren stechen Kreditkarte nicht aus

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Die Kreditkarte konkurriert mit vielen digitalen Zahlungsmöglichkeiten. Dennoch ist sie bei den Kunden ein beliebtes Zahlungsmittel und wird dies laut eines aktuellen Marktvergleichs auch vorerst bleiben, dank ihrer Flexibilität.

Warum Käufer noch immer gerne zur kleinen Plastikkarte greifen, obwohl ihnen digitale Zahlungswege wie Kryptowährungen, Instant-Payment-Überweisung oder sogenannte Payment Initiation Service Provider (PISP) zur Verfügung stehen, liegt an ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Zu diesem Schluss kommt das Beratungshaus Sopra Steria in einem aktuellen Marktvergleich. Hierfür wurden der klassischen Kreditkarte die drei genannten Bezahlverfahren gegenübergestellt. Anhand von 30 Kriterien wurden die einzelnen Verfahren auf Praktikabilität aus Sicht der Käufer, Händler und Anbieter überprüft. Dabei unterschied die Analyse Einkäufe im Internet sowie im stationären Handel und  Zahlungen zwischen einzelnen Personen, per Smartphone-Apps, E-Mail oder Telefon.

Kreditkarte vielfältig einsetzbar

Die Kreditkarte profitiert laut Analyse vor allem von ihrer Allroundfähigkeit. Sie sei als physisches wie auch digitales Zahlungsmittel einsetzbar und das an fast allen Marktplätzen vom Online-Shop, über den Händler vor Ort bis zur Zahlung per Mail oder Telefon. Sie stecke nicht nur im Portemonnaie der Kunden, sondern liege auch virtuell in vielen Smartphone-Geldbörsen, den sogenannten Wallets. Die neuen Zahlformate seien dagegen vor allem auf digitale Kaufkanäle ausgerichtet. Wo es um den Geldtransfer von Mensch zu Mensch gehe, hätten diese allerdings die Nase vorne, da dieses Verfahren bei der Kreditkarte umständlicher sei. Auch in der noch immer komplizierten Kartenbeantragung und dem lange Warten auf Karte und PIN liegt laut Analyse ein Nachteil der Karte.

Ein wichtiger Vorteil sei dagegen das Vertrauen, das die Kreditkarte bei Käufern und Händlern genieße. Das basiere auf eingespielten Zahlungsprozessen bei etablierten Marken und Anbietern. Dieses Vertrauen müssten sich die neuen digitalen Verfahren und Zahlungsauslösedienste noch erarbeiten. Zudem hätten die Anbieter der bunten Plastikkarten in der Vergangenheit ihren Service ausgeweitet. Kunden werden mittlerweile per Push-Nachricht über Zahlungen informiert, können Bonusprogramme oder Cashback nutzen und auch die Kreditgestaltung ist flexibler geworden.

Online-Händler werben gerne mit Kreditkarte

Wie das Marktforschungsinstitut Ibi Research im Herbst vergangenen Jahres bei einer Studie über Online-Shops herausfand, schätzen nicht nur Kunden, sondern auch viele Händler die Kreditkarte. Demzufolge werben diese auf ihren Seiten am liebsten für diesen Zahlungsweg oder Paypal. Auch Tech-Riesen wie Google und Apple setzten laut Sopra Steria bei ihren Payment-Apps auf die etablierten Karteninfrastrukturen, um den Kunden kontaktloses Bezahlen zu ermöglichen.

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Quelle:
Electronic Commerce 2018

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