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28.08.2018 | Zahlungsverkehr | Nachricht | Onlineartikel

Betrüger suchen Kontrolllücken im Zahlungsverkehr

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Durch die vielfältigen Bezahlmöglichkeiten im Internet und unterwegs entstehen auch neue Einfallstore für Kriminelle. Während der klassische Kreditkartenbetrug in Deutschland seit Jahren zurückgeht, suchen die Betrüger jetzt verstärkt nach den Lücken in den Kontrollsystemen.

Die Gefahr, Opfer von Cyber-Dieben und Kreditkartenbetrügern zu werden, ist in Europa unterschiedlich hoch ausgeprägt. In einigen Regionen, wie etwa im Norden Europas, boomen sogenannte Card-not-present-Transaktionen, kurz CNP. Das berichtet der Softwareanbieter Fico und beruft sich dabei auf Daten von Euromonitor International für das Jahr 2017. Bei CNP-Transaktionen kauft der Kunde im Internet, aber auch per Post, Fax oder Telefon Waren oder bucht eine Reise und hinterlegt hierfür die Daten seiner Kreditkarte. Da diese dem Verkäufer bei der Bestellung jedoch nicht physisch vorliegt, ist ihm die Überprüfung der Autorisierung nicht möglich. Er kann lediglich den dreistelligen Card Validation Code (Kartenprüfnummer) der Kreditkarte abfragen, der zum Betrugsschutz eingeführt wurde und zeigen soll, dass der Käufer die Karte tatsächlich in den Händen hält.   

Während in Norwegen und Dänemark, aber auch in Ungarn Betrugsfälle bei solchen CNP-Transaktionen spürbar zulegen, nehmen sie in Deutschland seit Jahren stetig ab. 2017 war der Rückgang mit zwei Prozent zwar leicht schwächer als in den Vorjahren, zeigte jedoch, dass Präventionsmaßnahmen und Kontrollmechanismen der Banken greifen. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, zeichneten sich hierzulande aber neue Betrugsmethoden ab, die bestehende Kontrollen umgehen und gezielt individuelle Schwächen des Marktes ausnutzen.

Kriminelle könnten sich nach Deutschland verlagern

"Auch Länder wie Deutschland oder Spanien, die eine stetige Abnahme und ein gewisses Plateau in puncto Betrug beim Banking erreicht haben, könnten wieder verstärkt interessante Ziele für die Betrüger sein", prognostiziert Jens Dauner, Sales-Leiter für die DACH-Region und Zentraleuropa bei Fico. Es sei zu befürchten, dass sich Kriminelle von Großbritannien und Frankreich auf neue Ziele innerhalb Europas verlagerten. Diese hätten nun Zeit, sich intensiv mit den dort angewendeten Kontrollmechanismen auseinanderzusetzen und neue Betrugsmethoden zu entwickeln. Als Einfallstor machen die Fico-Experten die Vielzahl an Möglichkeiten aus, die Finanzinstitute ihren Kunden bieten, um online mit ihnen zu interagieren oder bargeldlos mobil sowie online zu bezahlen. Hierzu gehörten unter anderem auch Echtzeit-Überweisungen, die die Institute ihren Kunden für das schnelle Bezahlen anbieten.

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