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14.10.2016 | Zahlungsverkehr | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Instant Payment Zahlungen beschleunigt

Autor:
Eva-Susanne Krah

Instant Payment soll den Zahlungsverkehr in Echtzeit möglich machen. Fragen und Antworten zum Bezahlverfahren.

Im November dieses Jahres will das European Payment Council (EPC) ein Standard-Schema für Instant Payments, das heißt Echtzeitzahlungen, im Rahmen von Sepa veröffentlichen. Es soll im November 2017 aktiv werden. Laut einer globalen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Aite-Group unter Bankenvertretern erwarten 95 Prozent aller Befragten, dass Instant Payments als Massen-Zahltechnologie Kreditinstituten helfen kann, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu festigen. Denn die Dienstleistungen von Anbietern wie Paypal oder Fintechs, die beispielsweise im Bereich Bitcoin Services agieren, beinhalten ähnliche Grundkriterien wie Instant Payments, stellt Thomas Mehlkopf, Manager, Finance Advisory vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG fest. Eine Studie des Finanztechnologieanbieters Fis unter mehr als 10.000 Privatkunden von Geldhäusern in zehn Ländern zeigt zudem, dass mobile Zahlungstechnologien sich weiter durchsetzen. Bereits 44 Prozent der Kunden, die über ein Smartphone oder ein Tablet verfügen, nutzen beispielsweise Mobile-Payment-Services.

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Länder wie die Schweiz bieten laut KPMG bereits ein Echtzeit-Zahlsystem an, das Swiss Interbank Clearing. Andere Länder, etwa Dänemark, Finnland, Norwegen oder die Niederlande, haben nationale Lösungen. 

  • Wie funktioniert das Instant-Payment-Verfahren?

​Instant Payment ist eine Initiative der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2014. Zahlungen im Internet und am Point of Sale sowie Zahlungen von Person zu Person (P2P) sollen mit Instant Payment europaweit in Echtzeit durchgeführt werden können. Die elektronische Zahlungslösung soll 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche verfügbar sein. Auch Zahlungen zwischen Personen und Unternehmen sind angedacht. Die EZB möchte laut dem Digitalverband Bitkom mit dem Instant-Payment-Schema sicherstellen, dass nicht unterschiedliche Verfahren und Silo-Lösungen in der Single Euro Payments Area (Sepa) zur Anwendung kommen.

  • Wer kann Instant Payment als Zahlungsinstrument nutzen?

Instant Payments könnten sowohl im B2B-Bereich als auch zwischen Privatkunden oder Verbrauchern und Unternehmen möglich sein.

  • Welche Vorteile und besonderen Kriterien gibt es bei Instant Payment für Zahler und Empfänger?

Im Gegensatz zu klassischen Banküberweisungen oder Kreditkartentransaktionen werden Zahlungen bereits innerhalb weniger Sekunden ausgeführt und dem Empfänger gutgeschrieben. Es besteht hohe Zahlungsssicherheit. Das Konto des Zahlers wird sofort belastet. Zahlender wie Empfänger haben jederzeit aktuelle Kontostände. Unternehmen können darüber hinaus beispielsweise ihre Tagesdisposition bei den Zahlungsströmen besser planen. Außerdem lassen sich durch das Verfahren Online-Prozesse bei Zahlungsvorgängen in Internetshops beschleunigen. Zahlungen sind zudem unwiderruflich. Das bedeutet, dass die Sender-Bank die Erfüllung nach dem Sepa-Schema garantieren muss.

Das Verfahren ist multikanalfähig. Damit kann es für Zahlungen zwischen Personen (P2P-Payments), am Verkaufspunkt im Handel und online genutzt werden. Zudem hilft es Kreditinstituten, die Kosten für Cash Management zu senken.

Mobile Bezahlverfahren haben in den vergangenen Jahren Rückenwind erhalten. Doch auf Seiten der Unternehmen in Deutschland fehlt es aus Sicht der Springer-Autoren Chadly Marouane, Andre Ebert und Benno Rot "noch immer am notwendigen Vertrauen und Mut, um auf neue, mobile Verkaufsstrategien zu setzen", schreiben sie zu "Trends und Chancen beim mobilen Einkaufen" im Buch "Marktplätze im Umbruch (Seite 32). Dabei sind die Innovatoren für mobile Kauf- und Bezahltechnologien häufig unter großen Technologiekonzernen zu suchen, wie Google oder Apple. Technologische Standards wie Near-Field-Communication (NFC), Bluetooth-Low-Energy (BLE) sowie der darauf aufbauende iBeacon-Standard oder QR-Codes seien nur einige konkrete Beispiele für Technologien, die bereits heute zum mobilen Einkauf genutzt werden.

  • Wie kann sich Instant Payment am besten durchsetzen?

Viele der Bezahlverfahren, darunter auch Instant Payment, werden sich erst beweisen müssen – durch einen echten Mehrwert, Sicherheit und einen "technologischen funktionalen Zugewinn" gegenüber etablierten Zahlungsmethoden, schreibt Bankmagazin-Redakteur Christian Kemper im Beitrag "Was Bargeld ersetzen kann" (Ausgabe 10/2015, Seite 12). Nur wenige Konzepte würden daher die Masse der Anwender überzeugen können. Auch Instant Payment muss Unternehmen wie Privatkunden einen besonderen Mehrwert bieten, damit es genutzt wird. Unter anderem sollten laut KMPG Rechnungsdaten, etwa Angaben zu Betrag und Identifikation des Empfängers, direkt vom Zahlungsempfänger an den Zahler übermittelt werden. Dies ist jedoch im SEPA-Instant-Payment-Schema nicht enthalten. 

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