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28.02.2017 | Zahlungsverkehr | Kolumne | Onlineartikel

Mit Krypto-Währungen Geld neu denken

Autor:
Frank Schwab

Selbstfahrende Taxis, die Fahrgästen selbst Rechnungen stellen und für Leasingraten, Benzin und Reparaturen selbständig bezahlen, sind inzwischen denkbar. Mit Kyptowährungen könnte das noch einfacher werden, meint der Fintech-Spezialist Frank Schwab. 

Wahrscheinlich werden Taxis künftig nicht nur die uns geläufigen Währungen wie Euro, US Dollar oder Schweizer Franken – auch FIAT Währungen genannt – akzeptieren und damit bezahlen. Sondern sie werden auch Krypto-Währungen, wie Bitcoin, Ripple, Ether oder Steem, nutzen. Mit dem Aufkommen der Fintechs hat sich in den vergangenen Jahren von der Öffentlichkeit wie auch von Finanzexperten in Banken und Sparkassen weitgehend unbemerkt ein Milliarden US-Dollar-Markt für Krypto-Währungen etabliert. Allein die Internet Plattform Coin Market Cap zählt mehr als 600 verschiedene Krypto-Zahlmittel, die weltweit an mehr als 500 Börsen gehandelt werden. 

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Alle Krypto-Währungen zusammen haben im Januar 2017 eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden US-Dollar überschritten, bei einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 200 Millionen US-Dollar.

Krypto-Zahlmittel verändern die Währungswelt

So wie Fintechs das traditionelle Banking verändern, werden die Krypto-Währungen den Einsatz von traditionellem Geld wandeln. Bei den FIAT-Währungen garantieren Staaten und Zentralbanken die wesentlichen drei Funktionen, nämlich als 

  • Zahlungsmittel, 
  • Sparmöglichkeit und zur 
  • Messung von Werten. 

Gepaart mit der täglichen Nutzung und eigenen, meist positiven Erfahrungen vertrauen wir den FIAT-Währungen.  Im Unterschied dazu basiert Vertrauen in Krypto-Währungen auf den zugrundeliegenden Technologien, wie beispielsweise sicheren Verschlüsselungsmethoden (Krypto) und dezentralen Datenbanken.​​​​​​​​​​​​​​ Bei Krypto-Währungen tauscht man das Vertrauen in Regierungen und Zentralbanken mit dem Glauben an Technologie.

Bitcoin als Sparmittel

Die bisher bekannteste Krypto-Währung ist der Bitcoin. Überweisungen mit dem Zahlungsmittel werden mittels Zusammenschlüssen der dezentralen Computer der Bitcoin-Besitzer über das Internet mithilfe einer speziellen Peer-to-Peer-Software abgewickelt – ohne Banken. Im Vergleich dazu werden die uns geläufigen Währungen zentral zwischen Kreditinstituten transferiert. Der Empfänger einer Bitcoin-Zahlung muss heute maximal 60 Minuten auf den Erhalt der Bitcoins warten, egal von welchem Standort aus und zu welchem Ort die Transaktion angestoßen wird, und wann die Bitcoins überwiesen werden. Bei traditionellen Überweisungen der FIAT-Währungen dauert dieser Vorgang auch gerne mal drei oder mehr Tage. Inzwischen zählen wir zehn Millionen Bitcoin Überweisungen pro Monat, mit stark steigender Tendenz. 

Auch als Sparanlage haben sich Bitcoins im Jahr 2016 als sehr robust erwiesen, mit einer Wertsteigerung gegenüber dem US Dollar von 126 Prozent. Damit zeigte die virtuelle Währung eine bessere Performance als alle FIAT- Währungen und entwickelte sich auch besser als DAX, Dow Jones, Gold oder Öl. In Deutschland kann man Bitcoins beispielsweise auf der Plattform Bitcoin.de kaufen, die über die Banklizenz der Münchner Fidor Bank bankaufsichtsrechtlich abgedeckt ist.

Krypto-Währungen im Überblick

Obwohl Bitcoins derzeit mehr als 80 Prozent des gesamten Krypto-Währungsmarkt ausmachen, lohnt es sich, weitere Krypto-Varianten näher zu betrachten: 

  • Die Krypto-Währung XRP ist Teil des Open Source Protokolls Ripple. Ripple hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten für die internationale Inter-Banken-Zahlungsverkehrsabwicklung deutlich zu senken und das bisherige Swift-System abzulösen. Dabei erfüllt XRP zwei wesentliche Funktionen: sie verhindert Netzwerk-Spam und kann als Brückenwährung im Handel mit anderen Währungen dienen.
  • Eine weitere interessante Krypto-Währung ist Ether (ETH). Ether wird vor allem als Zahlungsmittel genutzt, um dezentrale Computer-Rechenleistung der Plattform Ethereum zur Verfügung zu stellen. Ethereum wiederum ist eine Plattform zum Ausführen von Smart Contracts, also automatisierter Verträge, wie beispielsweise automatisierten Dividendenzahlungen bei Aktien. 
  • Steem ist Krypto-Zahlungsmittel der gleichnamigen Social Media Plattform Steem.io, deren Autoren mit Steem bezahlt werden. 

Gemessen am globalen Geldvermögen haben Krypto-Währungen aktuell einen Marktanteil von zehn hoch minus acht Prozent, sind also bedeutungslos. Oder anders betrachtet: eine riesige Wachstumschance. Grund genug, sich ab sofort damit zu beschäftigen.


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