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Über dieses Buch

Der Band setzt sich mit den unterschiedlichen Erwartungshaltungen an Autoren und Regisseure historischer Dokumentation auseinander und entwickelt daraus einen Leitfaden für die Praxis. Welche dramaturgischen Grundmuster bieten sich für historische Dokumentationen an? Was ist ein angemessener Umgang mit Zeitzeugen im Spannungsfeld von subjektiver Wahrnehmung und historischer Wahrheit? Welche wissenschaftlichen Kriterien sind eher hinderlich, welche historischen Forschungsansätze können dagegen hilfreich sein? Anhand zahlreicher Beispiele erläutert der Autor, wie es gelingt, den unterschiedlichen Erwartungshaltungen zu entsprechen und dennoch den eigenen Gestaltungswillen nicht aus den Augen zu verlieren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundlagen

Was ist überhaupt eine historische Dokumentation? Wie unterscheidet sie sich von anderen Geschichtsformaten im Fernsehen? Zu welcher Berufsgruppe gehören Autoren und Regisseure einer historischen Dokumentation: Sind sie filmende Historiker, sich mit Geschichte beschäftigende Dokumentarfilmer oder Journalisten?
Jan N. Lorenzen

2. Eine kurze Geschichte der historischen Dokumentation in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945

Die historische Dokumentation hat eine eigene Geschichte: Das Kapitel erzählt, wie sich das Format nach dem Zweiten Weltkrieg im bundesdeutschen Fernsehen entwickelt hat, wie es sich in den 1960er Jahren als Sonderform des Dokumentarfilms etablierte, in den siebziger Jahren eine enge Partnerschaft mit den professionellen Historikern einging, sich in den 1980er und 1990er Jahren aus dieser Umklammerung wieder befreite und dadurch in die Kritik geriet.
Jan N. Lorenzen

3. Der Produktionsprozess Teil 1: Vorbereitungen

Das Kapitel behandelt den Herstellungsprozess einer historischen Dokumentation von der Idee über die Erstellung eines Exposés bis zum ersten Drehtag und geht dabei auf die Besonderheiten der historischen Dokumentation ein: welches sind die entscheidenden Akteure, wie werden Themen ausgewählt und wie planbar ist eine historische Dokumentation?
Jan N. Lorenzen

4. Der Zeitzeuge und die Dramaturgie

Zeitzeugeninterviews sind wichtige, beinahe unverzichtbare Elemente historischer Dokumentationen. Zugleich ist die durch sie erzeugte Personalisierung, Emotionalisierung und Dramatisierung äußert umstritten. Welche Funktion haben Zeitzeugen, wie findet man sie, welche Besonderheiten gilt es im Interview zu beachten – und wie berechtigt ist die Kritik?
Jan N. Lorenzen

5. Archivmaterial

Archivmaterial ist unumstritten ein wichtiger Bestandteil historischer Dokumentationen. Es fungiert in historischen Dokumentationen als Zeitmaschine, als Beweis und als Illustration. Bei Auswahl und Nutzung muss jedoch sehr sorgfältig vorgegangen werden: Wie kann die „Authentizität“ des Materials überprüft und sichergestellt werden? Wie kann mit Material umgegangen werden, das in propagandistischer Absicht entstanden ist? Wie läuft die Recherche nach Archivmaterial in der Praxis ab?
Jan N. Lorenzen

6. Re-enactments

Re-enactments, auch szenische Nachstellungen genannt, sind die umstrittenste Bildebene der historischen Dokumentation, weil mit ihnen die Grenze zum Spielfilm überschritten wird. Das Kapitel erläutert, warum Re-enactments trotz der offensichtlichen Authentizitätproblematik, von vielen Autoren und Regisseuren historischer Dokumentationen für unverzichtbar gehalten werden; es stellt die verschiedenen Erscheinungsformen dar und diskutiert Gestaltungskriterien.
Jan N. Lorenzen

7. Der Originalschauplatz

Originalschauplätze sind für Regisseure historischer Dokumentationen unverzichtbare Drehorte. Sie fungieren als Beweis und als Brücke in die Vergangenheit. In einem originalen Erhaltungszustand befinden sie sich jedoch fast nie. Sie unterliegen vielmehr ständigen Veränderungen, ob als vergessene Ruine, umgedeutet als Gedenkstätte oder in Folge einer Weiternutzung. Das Kapitel diskutiert anhand zahlreicher Beispiele, welche Möglichkeiten es gibt, sich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Erhaltungszustände einem Originalschauplatz filmisch zu nähern.
Jan N. Lorenzen

8. Der Produktionsprozess Teil 2: Endfertigung

Nach dem Dreh beginnt der zweite Teil des Produktionsprozesses, die sogenannte Endfertigung. Wichtigster und zeitintensivster Teil der Endfertigung ist der Schnitt, gefolgt von der Abnahme, der Sprachaufnahme, der Tonmischung und der Farbkorrektur. Im folgenden Kapitel soll nur auf die Besonderheiten in der Endfertigung historischer Dokumentationen eingegangen werden: Welche spezifischen Arbeitstechniken sind angesichts der Menge und der Heterogenität des Materials erforderlich, wie werden die in den vorhergehenden Kapiteln vorgestellten Bildebenen im Schnitt zu einer in sich konsistenten Erzählung zusammengefügt und welche Aufgabe übernimmt, als zusätzliche Ebene, der Kommentartext?
Jan N. Lorenzen

9. Ausblick

Für alle, die sich für die historische Dokumentation als Berufsfeld interessieren, soll im letzten Kapitel die Frage erörtert werden, welcher Ausbildungsgang auf den Beruf des Autors und Regisseurs einer historischen Dokumentation am besten vorbereitet. Zudem soll resümierend auf die von Historikern und Dokumentarfilmern an die historische Dokumentation herangetragene Kritik eingegangen werden.
Jan N. Lorenzen

Backmatter

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