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Über dieses Buch

Axel Kuhn de- und rekonstruiert die bisherige Forschung zu Zeitschriften und Medienunterhaltung und entwickelt einen interdisziplinär-integrativen soziokulturellen Rahmen für weitere Erkenntnisse. Hierzu bestimmt er Zeitschriften historisch als sich evolutionär entwickelnde Formen des Mediensystems, die einen Beitrag zur Stabilisierung der modernen Gesellschaft leisten, sowie Medienunterhaltung als deren funktionales Prinzip. Dabei weist er nach, dass Medienunterhaltung entgegen der Meinung kultureller Eliten weder trivial noch nutzlos ist, sondern die zunehmende Komplexität lebensweltlicher Möglichkeiten und sozialer Strukturen verarbeitet. Sie wird dabei als Erfolgsmedium und Programm des Mediensystems bestimmt, anhand der historisch parallelen Entwicklung der Zeitschrift veranschaulicht und in ihrer Funktion der wechselseitigen Transformation des Mediensystems und der Gesellschaft verortet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Buchwissenschaftliche Medienforschung

Zusammenfassung
Ein einführendes Kapitel zur ›Buch‹-Wissenschaft als Fachdisziplin, in der diese Arbeit entstanden ist, und der ›Zeitschrift‹ im Titel der Arbeit erscheinen zunächst als Widerspruch. Wäre es nicht besser, ›das‹ Buch zu fokussieren und mit Medienunterhaltung zu verbinden? Teil dieser Arbeit wird es sein, diese Frage systematisch mit ›Nein‹ beantworten zu können. Diese Arbeit setzt sich deshalb neben der Erweiterung des Wissens zu den Gegenstandsbereichen der Zeitschrift und der Medienunterhaltung auch das Ziel, den formalen Gegenstandsbereich buchwissenschaftlicher Forschung erweitert zu skizzieren und deren spezifische Problemlösungskompetenz herauszuarbeiten.
Axel Kuhn

Erkenntnisinteresse und Methodik

Frontmatter

Chapter 2. Zeitschriften und Medienunterhaltung

Zusammenfassung
Die Metaebene wissenschaftstheoretischer Überlegungen zur systemfunktionalen Erweiterung buchwissenschaftlicher Forschung wird in dieser Arbeit exemplarisch anhand der Themenbereiche ›Zeitschrift‹ und ›Medienunterhaltung‹ entwickelt.
Axel Kuhn

Chapter 3. Methodische Bemerkungen

Zusammenfassung
Die Betrachtung der Funktionalität von Medien für Gesellschaft und von Mediengeschichte als sozialem Wandel führt zu Herausforderungen, die vor allem auf der Komplexität ihrer Bezugsgegenstände und deren Entstehungs- und Transformationsprozessen beruhen, die in ihren wechselseitigen Einflüssen miteinander verbunden werden müssen.
Axel Kuhn

Medienhistoriographie und Medienwandel

Frontmatter

Chapter 4. Medienhistoriographische Konzepte

Zusammenfassung
Die soziale Funktionalität von Zeitschriften und Unterhaltung im Modernisierungsprozess der Gesellschaft und der Transformation des Mediensystems lässt sich nur über ihre historische Entstehung und Entwicklung begreifen.
Axel Kuhn

Chapter 5. Mediensoziologische Konzepte

Zusammenfassung
Im Folgenden wird auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu historischen Beschreibungen und im Hinblick auf die Frage nach der Erweiterung buchwissenschaftlicher Forschung deshalb eine mediensoziologische und spezifischer eine systemfunktionale Perspektive zur Beantwortung der Fragestellungen gewählt. In ihrer makroskopischen Generalisierung liegt ein spezifischer Medienbegriff vor, der soziale, kommunikative und zeitliche Dimensionen erfassen und in seinen Möglichkeiten und Grenzen historischer Beschreibungen deshalb klar bestimmt werden kann. Vor die Rekonstruktion von Zeitschriftenentwicklung und Medienunterhaltung tritt somit die Bestimmung ihres mediensoziologischen Hintergrunds, der festlegt, mit welchem Medienbegriff ihre jeweilige Rekonstruktion operiert und welche Reichweite und Aussagekraft damit erzielt werden kann.
Axel Kuhn

Zeitschriften

Frontmatter

Chapter 6. Phänomenologische Konzepte der Zeitschrift

Zusammenfassung
Zeitschriften und ihre wissenschaftliche Betrachtung verhalten sich zueinander seltsam ambivalent: Als meinungsbildende Medien anerkannt, waren sie schon früh in der Medienforschung Gegenstand der Reflektion, die aber vor allem in Form wertender Diskurse über ihren funktionalen Nutzen und ihre dysfunktionalen Folgen für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Frauen, Arbeiter und Jugendliche erfolgte. Ihre bibliographische Erfassung fand früh statt und führte zu umfassenden historischen Überblickswerken, wobei deren teilweise vorhandene Eingrenzung auf bestimmte ›literarisch wertvolle‹ Zeitschriften, ›bedeutende‹ Autoren, Verleger und Verlage problematisch ist. Während Zeitschriften vor allem als Materialobjekte in ihrer Bereitstellungsqualität umfassend beschrieben werden, wurde ihr Formalobjekt aufgrund der sehr heterogenen Strukturen bisher nicht eindeutig erfasst.
Axel Kuhn

Chapter 7. Mediensoziologische Konzepte der Zeitschrift

Zusammenfassung
In einem aktuellen Forschungsüberblick zur historischen Presseforschung stellt Daniel Bellingradt die These auf, dass es sich lohnen würde, mit theoretischen Modellen als historiographischer Methode zu experimentieren, denn »Theorieangebote, die aus der Pressehistoriographie heraus entwickelt worden sind, stellen wie häufig in interdisziplinär geprägten Forschungsfeldern ein grundlegendes Desiderat dar.« Im Rahmen der skizzierten systemfunktionalistischen Perspektive soll die soziale Funktionalität der Zeitschrift daher im Folgenden nicht aus der Gegenwart heraus, sondern im Hinblick auf ihre Evolution theoretisch rekonstruiert werden. Zeitschriften werden deshalb ursächlich und folglich zur Evolution der Gesellschaft und des Mediensystems bestimmt.
Axel Kuhn

Medienunterhaltung

Frontmatter

Chapter 8. Phänomenologische Konzepte der Medienunterhaltung

Zusammenfassung
Zeitschriften wurden als funktionale Formen des medialen und sozialen Wandels bestimmt, die in ihren evolutionären Differenzierungen unterschiedliche Beiträge in Form von Effizienz- und Effektivitätssteigerungen kommunikativer Operationen und sozialer Wirklichkeitskonstruktionen geleistet haben und noch immer leisten. Insbesondere populäre Zeitschriften werden in ihrer historischen Entstehung gleichzeitig als Unterhaltungsmedien beschrieben, also mit einer spezifischen medialen Funktion für Bewusstsein und Gesellschaft verknüpft, die wechselseitig zu kultureller Differenzierung als Eigenschaft der Moderne bestimmt wird. Damit stellen sich Fragen, wie Unterhaltung als Teilbereich medialer und sozialer Evolution bestimmt werden kann.
Axel Kuhn

Chapter 9. Mediensoziologische Konzepte der Medienunterhaltung

Zusammenfassung
In Diskursen um Medienunterhaltung wird deren stetige Zunahme in Form unterhaltsamer Medienangebote und unterhaltender Praktiken festgestellt und kausallogisch auf die Zunahme freier Zeit für die Mediennutzung, die leichtere Zugänglichkeit von Medien oder zunehmende eskapistische Bedürfnisse der Mediennutzer reduziert. Das ist auch auf die bisherigen Medienhistoriographien zurückzuführen, welche die Entstehung der Moderne, die kulturgeschichtlich mit der Industrialisierung und der Bildung der Nationalstaaten einhergeht, fokussieren. Das 18. und 19. Jahrhundert werden dabei als Schwellenzeit identifiziert, in der Unterhaltung als ubiquitäres Element in den Lebenswelten der Menschen wirksam und auch reflexiv wahrgenommen wird.
Axel Kuhn

Erkenntnisse

Frontmatter

Chapter 10. Zeitschriften und medialer Wandel

Zusammenfassung
Die systemfunktionale Rekonstruktion der Zeitschriftengeschichte als Medienevolution hat gezeigt, dass Zeitschriften als Formdifferenzierungen Ausdruck veränderter Medienfunktionalität sind. Alle evolutionären Prozesse in Folge des Buchdrucks lassen sich über Variationen, Selektionen und temporäre Stabilisierungen erklären, wobei Zeitschriften als Formen auf mehreren Ebenen funktionaler Differenzierung eine Rolle spielen. Ihre Entstehung, Deund Restabilisierungen erlauben tiefe Einblicke in die funktionale und strukturelle Evolution des Mediensystems in der Gesellschaft.
Axel Kuhn

Chapter 11. Medienunterhaltung und sozialer Wandel

Zusammenfassung
Der Diskurs zur Erforschung von Unterhaltung entfaltet sich zwischen kommunikations- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven über grundsätzlich andere Vorstellungen des Gegenstands.
Axel Kuhn

Chapter 12. Schlussüberlegungen: Buchwissenschaft als kulturelle Publizistik?

Zusammenfassung
Systemtheoretische Ansätze existieren in der Buchforschung bereits seit dem 18. Jahrhundert. In ihrer systemfunktionalen Form wurden sie allerdings bisher kaum in buchwissenschaftliche Forschung integriert, weil sie in der oft noch zu praktisch orientierten Forschung als schwierig umzusetzen, sprachlich zu abstrakt und wenig erkenntnisgenerierend gelten. Die interdisziplinäre Zusammensetzung der in der Buchwissenschaft arbeitenden Forscher trägt zusätzlich dazu bei, dass es keine grundlegende Wissensbasis ihrer Anwendung gibt und systemfunktionale Analysen somit bisher Einzelfälle geblieben sind.
Axel Kuhn

Backmatter

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