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2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

9. Zertifikate im Markt der Erneuerbaren Energien in Deutschland

verfasst von : Prof. Dr. Uwe Leprich, Patrick Hoffmann, Martin Luxenburger

Erschienen in: Marketing Erneuerbarer Energien

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Ökostrom- und Ökogasangebote sind Produkte für Endkunden, die–je nach Ausgestaltung -unterschiedliche ökologische Kriterien erfüllen müssen und entsprechend diversifiziert vermarktet werden. Aus Sicht des Kunden befriedigen sie dessen Nachfrage nach Produkten mit einem ökologischen Nutzen und ersetzen dadurch konventionelle Produkte, die in der Regel ökologisch problematisch sind. Aus Vertriebssicht bieten sie die Möglichkeit, einem ansonsten homogenen Gut Zusatzattribute zuzuordnen, um a) dieses zu einem höheren Preis zu vermarkten und b) damit bestimmte Konsumentengruppen anzusprechen, welche mit konventionellen Strom- und Gasprodukten nicht erreicht werden können.
Fußnoten
1
Der Business-to-Business-Bereich wird hier nicht betrachtet.
 
2
Das EECS hat das veraltete Renewable Energy Certificate System (RECS) fast vollständig abgelöst. Europaweit akzeptieren nur noch fünf Länder übergangsweise RECS-Zertifikate. Seit Inkrafttreten des deutschen Herkunftsnachweisregisters können auch in Deutschland keine RECS-Zertifikate mehr verwendet werden.
 
3
Die Ergebnisse der Umfrage spiegeln nur einen Teil des gesamten Ökostrommarktes wider. Von 824 angefragten Anbietern haben 261 Unternehmen Daten geliefert. Insgesamt liegen der Umfrageauswertung rund 470 Ökostromtarife zugrunde. Laut Selbsteinschätzung der E&M-Redaktion bildet diese Datenlage dennoch die wichtigsten Akteure im Ökostrommarkt ab (Energie & Management 2013a).
 
5
in Deutschland viertelstündlich.
 
6
Anmerkung: Die Umfrage spiegelt den Markt nicht repräsentativ wider, da nicht alle angefragten Unternehmen an der Umfrage teilgenommen haben.
 
7
Hierunter werden Stromverbraucher verstanden, die im Rahmen der besonderen Ausgleichsregelung des EEG nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen müssen.
 
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Eine technologiescharfe Unterteilung des fEE-Mindestanteils findet in diesem und den beiden folgenden Modellen nicht statt. Dies könnte ggf. dazu führen, dass vornehmlich „integrationsfreundliche“ Anlagen und Technologien beansprucht werden und für später teilnehmende Vertriebe nicht mehr zur Verfügung stehen.
 
9
Somit sollten vor allem Anlagen mit niedrigen Marktwerten bevorzugt werden. Da der Marktwert von Windenergie in der Regel unter dem der Erzeugung durch PV liegt, besteht ein größerer Anreiz, Windkraftanlagen zu integrieren. Dem steht die tendenziell leichtere Integrationsmöglichkeit von PV, insbesondere bei Lastgängen mit mittäglichen Lastspitzen, gegenüber.
 
10
Der Argumentation folgend, dass die Einspeisung aus PV-Anlagen zum einen zuverlässiger (als Windenergie) prognostiziert werden kann und zum anderen in Zeiten hoher Nachfrage eintritt, könnte sie aufgrund der technologieunabhängigen Durchschnittsvergütung in diesem Modell präferiert werden.
 
11
Damit soll die kontinuierliche Anwendung des Modells sichergestellt und vermieden werden, dass etwa nur in wenigen Monaten der Jahresbedarf an EEG-Strom eingekauft wird.
 
12
Dies zielt auf die im Voraus prognostizierbaren Kosten des zu integrierenden EEG-Stromanteils ab. Energiemengen, die zum Ausgleich der erwarteten erneuerbaren Einspeisung beschafft werden müssen, unterliegen jedoch weiterhin den schwankenden Preisen des kurzfristigen Handels.
 
13
Im Gegensatz zur vollständigen Erbringung des Mindestanteils durch fluktuierende EE-Erzeugung, wie im Ökostrommarktmodell gefordert, wurde hier die Anforderung des Kundenmarktmodells (Anteile aus regelfähiger und fluktuierender Erzeugung) übernommen.
 
Literatur
Zurück zum Zitat Bundesregierung. 2014. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss). Drucksache 18/1891 vom 26.06.2014. Berlin. Bundesregierung. 2014. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss). Drucksache 18/1891 vom 26.06.2014. Berlin.
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Zurück zum Zitat CLENS. 2014c. Versorgung von Stromkunden mit Strom aus Erneuerbaren Energien. Vortragsfolien 4. MCC-Kongress Erneuerbare Energien am 06.05.2014. Berlin. CLENS. 2014c. Versorgung von Stromkunden mit Strom aus Erneuerbaren Energien. Vortragsfolien 4. MCC-Kongress Erneuerbare Energien am 06.05.2014. Berlin.
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Zurück zum Zitat Janssen, M., und U. Hamm. 15–18. März 2011. Zahlungsbereitschaft und Verbraucherpräferenzen für Produkte mit unterschiedlichen Öko-Zertifizierungszeichen. In Es geht ums Ganze: Forschen im Dialog von Wissenschaft und Praxis Beiträge zur 11. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Justus-Liebig-Universität Gießen, Hrsg. G. Leithold, K. Becker, C. Brock, S. Fischinger, A.-K. Spiegel, K. Spory, K.-P. Wilbois, und U. Williges, 279–280. Berlin: Dr. Köster. Janssen, M., und U. Hamm. 15–18. März 2011. Zahlungsbereitschaft und Verbraucherpräferenzen für Produkte mit unterschiedlichen Öko-Zertifizierungszeichen. In Es geht ums Ganze: Forschen im Dialog von Wissenschaft und Praxis Beiträge zur 11. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Justus-Liebig-Universität Gießen, Hrsg. G. Leithold, K. Becker, C. Brock, S. Fischinger, A.-K. Spiegel, K. Spory, K.-P. Wilbois, und U. Williges, 279–280. Berlin: Dr. Köster.
Zurück zum Zitat Köpke, Ralf. 2013. Deutliche Abkühlung auf dem Ökostrommarkt. Energie & Management 15. Juli 2013. 9. Köpke, Ralf. 2013. Deutliche Abkühlung auf dem Ökostrommarkt. Energie & Management 15. Juli 2013. 9.
Zurück zum Zitat Kübler, Knut. 2014. Leistet man durch den Kauf von „Ökostrom“ einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland? Energiewirtschaftliche Tagesfragen Heft 3:43–46. Kübler, Knut. 2014. Leistet man durch den Kauf von „Ökostrom“ einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland? Energiewirtschaftliche Tagesfragen Heft 3:43–46.
Zurück zum Zitat Manta, M. 2012. Bedeutung von Gütesiegeln. Einfluss von Involvement auf die Bedeutung von Gütezeichen im Produktbeurteilungsprozess, 5–10. München: FGM. Manta, M. 2012. Bedeutung von Gütesiegeln. Einfluss von Involvement auf die Bedeutung von Gütezeichen im Produktbeurteilungsprozess, 5–10. München: FGM.
Zurück zum Zitat Neuhoff, K., und Anne Schopp. 2013. Europäischer Emissionshandel: Durch Backloading Zeit für Strukturreform gewinnen. DIW Wochenbericht Nr. 11.2013, 3–11. Neuhoff, K., und Anne Schopp. 2013. Europäischer Emissionshandel: Durch Backloading Zeit für Strukturreform gewinnen. DIW Wochenbericht Nr. 11.2013, 3–11.
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Metadaten
Titel
Zertifikate im Markt der Erneuerbaren Energien in Deutschland
verfasst von
Prof. Dr. Uwe Leprich
Patrick Hoffmann
Martin Luxenburger
Copyright-Jahr
2015
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-04968-3_9