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2024 | Buch

Zivilgesellschaft und Stadtöffentlichkeit

Eine akteurszentrierte Analyse der kommunikativen Figuration der Stadt

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Über dieses Buch

Stadtöffentlichkeiten sind bunt, vielfältig und heterogen. Besonders deutlich wird dies bei der Analyse der beteiligten Akteure. Denn während klassische Öffentlichkeitsakteure, wie etwa lokale Medien bereits vielfach wissenschaftlich erforscht worden sind, nimmt dieses Buch eine Akteursgruppe unter die Lupe, die bisher aus kommunikations- und medienwissenschaftlicher Perspektive wenige Beachtung erfahren hat. Zivilgesellschaftliche Kollektive wie Sportvereine, soziale Bewegungen oder Kunst- und Kultureinrichtungen prägen mit ihren vielfältigen Angeboten und Aktionen das Stadtbild. Gleichzeitig prägen sie auch die städtische Öffentlichkeit, indem sie sich aktiv an ihrer Konstitution beteiligen. Die Autorin identifiziert sieben unterschiedliche Typen zivilgesellschaftlicher Kollektive, die jeweils ganz eigene Medienpraktiken und -ensembles zur öffentlichen Kommunikation einsetzen. Sie verfolgen dabei sehr unterschiedliche Ziele innerhalb der Stadtöffentlichkeit und agieren innerhalb jeweils sehr verschiedener Netzwerke. Das Buch stellt die äußerst relevante Rolle dieser Akteure bei der Öffentlichkeitskonstitution heraus und zeigt, dass es gewinnbringend ist, Akteure von Stadtöffentlichkeiten nicht isoliert zu erforschen, sondern innerhalb ihrer Beziehungsgefüge zu anderen Akteuren der Stadtöffentlichkeit.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
„Ich sehe nicht ein, die eierlegende Wollmilchsau zu sein, wenn mir nicht die Unterstützung gegeben wird“. Dieses Zitat stammt von der Mitarbeiterin eines kleinen Bremer Museums. Sie ist alleine für die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses zuständig und nach eigenen Angaben in diesem Bereich auch sehr engagiert.
Katharina Heitmann-Werner

Theoretische Aspekte zu Stadtöffentlichkeit und Zivilgesellschaft

Frontmatter
Kapitel 2. Stadtöffentlichkeiten
Zusammenfassung
Das theoretische Fundament dieser Arbeit soll zunächst durch die Diskussion des Konzepts der Stadtöffentlichkeiten gelegt werden. Eine Stadt stellt zunächst einmal einen Raum dar. Begonnen werden soll deshalb mit der Betrachtung von Städten als Kommunikationsräumen.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 3. Zivilgesellschaftliche Akteure
Zusammenfassung
Ob lokale Vereine, wie etwa Sport- und Hobbyvereine, Bürgerinitiativen, lokale soziale Bewegungen oder Glaubensgemeinschaften – sie alle haben vielfältige Themen an die lokale Gemeinschaft zu kommunizieren, die über klassische Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Werbung und PR hinausgehen. Nachdem das in Abschnitt 2.5 vorgestellte Modell eine Draufsicht auf die verschiedenen an der Figuration von Stadtöffentlichkeit beteiligten Akteure ermöglicht, soll im folgenden Teil der Arbeit ein Zoom-In auf kollektive Akteure der Zivilgesellschaft erfolgen.
Katharina Heitmann-Werner

Zivilgesellschaftliche Akteure in der Stadtöffentlichkeit – Kommunikationsstrategien, Medienpraktiken und Netzwerkstrukturen

Frontmatter
Kapitel 4. Forschungsdesign und Methodik
Zusammenfassung
Die empirische Auseinandersetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bei der Konstitution von Stadtöffentlichkeiten ist, wie im vorangegangenen Abschnitt deutlich wurde, bis dato sehr lückenhaft. Die vorliegende Forschung möchte diese Forschungslücke schließen. Drei zentrale Forschungsfragen sollen hierbei beantwortet warden.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 5. Öffentliche Kommunikation zivilgesellschaftlicher kollektiver Akteure in der Stadt: typübergreifende Herausforderungen
Zusammenfassung
Die vorliegende Forschung hat das Ziel herauszufinden, wie sich Stadtöffentlichkeit in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung aus Sicht zivilgesellschaftlicher Akteure konstituiert. Ein wesentliches Ergebnis im Hinblick auf diese Frage ist, dass sich Stadtöffentlichkeit für unterschiedliche Typen zivilgesellschaftlicher Kollektive unterschiedlich konstituiert. Die verschiedenen Typen werden in den Kapiteln 6–12 dieser Arbeit jeweils ausführlich diskutiert.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 6. Die Veranstaltungsorientierten
Zusammenfassung
Sieben unterschiedliche Typen zivilgesellschaftlicher Kollektive konnten im Hinblick auf die Fragestellung der Arbeit empirisch gewonnenen werden. In jeweils vier aufeinanderfolgenden Schritten werden diese Typen in den folgenden sieben Kapiteln analysiert und vorgestellt. Begonnen wird mit der Einordnung des jeweiligen Typus in die Stadtöffentlichkeit und im Zuge dessen der Herausarbeitung seiner Bedeutung innerhalb und für ebendiese.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 7. Die Beteiligungsorientierten
Zusammenfassung
Die Beteiligungsorientierten stellen den zweiten Kollektivtypus dar, der aus dem Datenmaterial herausgearbeitet werden konnte. Bevor dieser Typus anhand der zentralen Kategorien vorgestellt wird, soll zunächst eine kurze Zusammenfassung seiner wesentlichen Merkmale erfolgen sowie eine kurze Vorstellung der hier gruppierten Kollektive.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 8. Die Diskursorientierten
Zusammenfassung
Den dritten Kollektivtypus stellen die Diskursorientierten dar. In diesem Typus sind fünf Kollektive gruppiert, deren Hauptinteresse städtischen und teils stadtpolitischen Diskursen gewidmet ist. Wir finden hier fairTauschen – einen Tauschladen, in welchem beispielsweise Alltagsgegenstände, wie Kleidung, kleinere Einrichtungsgegenstände oder Spielzeug gegen andere gebrauchte Waren oder gegen eine fiktive Währung eingetauscht werden können – und die KlimaWerkStadt, eine Nachbarschaftsinitiative, die Workshops, Vorträge, Filmabende und andere Veranstaltungen und Angebote rund um das Thema Klimaschutz anbietet. Außerdem ist hier wallerleben e. V. zu finden, ein Wohnprojekt, das sich für alternative, intergenerative Wohnkonzepte engagiert, um Vereinsamung in der Stadt und steigenden Mietpreisen entgegenzuwirken.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 9. Die Hilfsorientierten
Zusammenfassung
Die Kollektive des nächsten identifizierten Kollektivtypus sollen als Hilfsorientierte bezeichnet werden. Sie alle eint, dass sie Menschen im Lokalraum Unterstützungsangebote bereitstellen oder Hilfe vermitteln möchten. Wir finden hier insgesamt sechs Kollektive, darunter drei Kollektive, die explizit themenbezogen Unterstützungsangebote anbieten, wie die ZukunftsWerkstatt Gesundheit & Pflege e. V., welche Bürger*innen über Aspekte rund um die menschliche Gesundheit aufklärt und berät, die Solidarische Hilfe e. V., welche zum Thema Verschuldung Beratung anbietet und den SoVD Ortsverband Kirchweyhe, welcher zu Fragen bezüglich des Sozialrechts unterstützt.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 10. Die Segmentorientierten
Zusammenfassung
Unter den Segmentorientierten finden sich zehn Kollektive, welche sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie bestimmte, meist klar definierte Teilbereiche der Gesellschaft mit ihrer öffentlichen Kommunikation und ihren jeweiligen Aktivitäten erreichen möchten. Als Segment soll hier also ein Teilbereich der Gesellschaft verstanden werden, der sich durch bestimmte Merkmale von der Gesamtgesellschaft abgrenzen lässt, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungsstand oder Herkunft. In diesem Sinne stellen etwa Kinder und Jugendliche, Frauen oder Geflüchtete Segmente der Gesellschaft dar. Diese verschiedenen Teilgruppen werden durch die Segmentorientierten selbst zumeist „Zielgruppen“ genannt.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 11. Die Gemeindeorientierten
Zusammenfassung
Der sechste und damit vorletzte Typus, der aus dem Datenmaterial analytisch entwickelt wurde, ist der der Gemeindeorientierten. Die Gemeindeorientierung der hier zu findenden Kollektive hat eine spezielle Konnotation, denn alle vier Kollektive sind Glaubensgemeinden und andersherum: alle Glaubensgemeinden, die an den Gruppendiskussionen teilgenommen haben, sind zu diesem Typus gruppiert. Wir finden hier den Katholischen Gemeindeverband in Bremen, die Bremische Evangelische Kirche, die SCHURA – Islamische Religionsgemeinschaft Bremen e. V. (ein Dachverband islamischer Gemeinschaften im Land Bremen) sowie den DITIB Landesverband Niedersachsen und Bremen e. V. (der Landesverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V.).
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 12. Die Mitgliederorientierten
Zusammenfassung
Unter allen Kollektiven, die an den Gruppendiskussionen teilgenommen haben, finden wir eine Vielzahl an Vereinen, sechs davon sind Sportvereine. Alle Kollektive des siebten und damit letzten Kollektivtypus der Mitgliederorientierten lassen sich diesem klassischen Vereinstyps zuschreiben. Im Einzelnen sind dies die drei Bremer Sportvereine TV Bremen-Walle 1875 e. V., Bremen 1860 und der Club zur Vahr sowie drei Vereine aus Weyhe, der TuS Sudweyhe, der Boxverein Boxring 46 und das Blasorchester Kirchweyhe, welches der Sportvereinigung Kirchweyhe und Umgebung e. V. angehört. Während die ersten vier genannten Kollektive verschiedene Sportarten anbieten, konzentriert man sich beim Boxring 46 auf das Boxen und beim Blasorchester Kirchweyhe (welches sich seit Anfang 2020 Sound of Weyhe nennt) auf Blasmusik.
Katharina Heitmann-Werner
Kapitel 13. Fazit: Konstitution von Stadtöffentlichkeit aus Sicht zivilgesellschaftlicher kollektiver Akteure
Zusammenfassung
Die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit lautete: Wie konstituiert sich Stadtöffentlichkeit aus Sicht zivilgesellschaftlicher Akteure? Als wichtige Bausteine zur Beantwortung dieser Frage wurde zum einen analysiert, wie Stadtöffentlichkeit von zivilgesellschaftlichen Akteuren kommunikativ hergestellt wird und zum anderen welche Bedeutung die unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Akteure innerhalb von und für Stadtöffentlichkeit haben.
Katharina Heitmann-Werner
Backmatter
Metadaten
Titel
Zivilgesellschaft und Stadtöffentlichkeit
verfasst von
Katharina Heitmann-Werner
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-44093-0
Print ISBN
978-3-658-44092-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-44093-0