Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Markus Baum widmet sich zweier Begründungs- und Theorieformen: der Kommunikationstheorie Habermas’ und der älteren Kritischen Theorie. Sein Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Anspruch der Theorie des kommunikativen Handelns nur zu erfüllen ist, wenn spezifische Intentionen der älteren Kritischen Theorie in den Rahmen der Theorie Habermas’ überführt werden. Von dieser Diskussion ausgehend werden die Methode der hermeneutischen Interpretation, der Begriff des sozialen Kampfes und der Bereich des Ästhetischen behutsam im Paradigma der Intersubjektivität verortet, sodass sie nicht in Widerspruch zu dessen axiomatischen Annahmen geraten. Die Rückgewinnung der Intentionen der älteren Kritischen Theorie bahnt den Weg zu einer Kritischen Gesellschaftstheorie der Kommunikation.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Habermas und die Kritische Theorie der Gesellschaft

Die Theorie des kommunikativen Handelns stellt den bisher umfassendsten Versuch einer kritischen Theorie der Gesellschaft dar. Habermas’ Opus magnum enthält eine kritische Zeitdiagnose, die zugleich den Anspruch erhebt, nicht allein einzelne Bereiche, sondern Gesellschaft als Ganzes in ihren grundlegenden Strukturen und Praktiken zu verstehen. Ausgehend von dieser Haltung Habermas’ werden in der Einleitung die zentralen Kritikpunkte an der Theorie des kommunikativen Handelns derart dargestellt, dass ein Ausblick über die gesamte Schrift gegeben wird.

Markus Baum

Kapitel 2. Das Scheitern der älteren Kritischen Theorie

Das Kapitel dient der Rekonstruktion zentraler Begriffe und grundlegender Annahmen der älteren Kritischen Theorie. Deren Auseinandersetzung mit der instrumentellen Vernunft und Verdinglichungsprozessen, mit begrifflichem Denken sowie dem Freiheitsverlust des Einzelnen und dem Versiegen utopischer Potentiale innerhalb der Kulturindustrie wird ebenso dargestellt wie Habermas’ überzeugende, von dieser Arbeit geteilte Replik, sodass die Theorie des kommunikativen Handelns als begründete Weiterentwicklung der Kritischen Theorie verständlich wird.

Markus Baum

Kapitel 3. Intentionen und Motive Kritischer Theorie

Zum methodischen Problem der Theorie kommunikativen Handelns

Habermas’ Kritik an Horkheimer und Adorno führt die Perspektivlosigkeit, in die sich beide begeben, auf begrifflich-konzeptionelle Probleme zurück, die in dem bewusstseinsphilosophischen Paradigma gründen, dem die ältere Kritische Theorie zuzurechnen ist. Dem unterkomplexen Bild sozialer Beziehungen, das einzig den erkennenden und manipulierenden Zugriff eines Individuums auf ein Objekt abbildet, entspricht ein eindimensionaler Begriff der Rationalität, unter dem ausschließlich instrumentelle Zugänge zur Welt gefasst werden. Um den Kerngehalt Kritischer Theorie, die Form immanenter Gesellschaftskritik und eine interdisziplinär orientierte, empirisch prüfbare Begriffsbildung zu retten, überführt Habermas diese grundlegenden Intentionen vom bewusstseinsphilosophischen in das intersubjektivistische Paradigma. Dieses Kapitel prüft die kritischen Motive und Intentionen, denen Habermas’ theoretisches Schaffen folgt und legt den Grundstein für den Nachweis, dass er mit der Theorie des kommunikativen Handelns seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Markus Baum

Kapitel 4. Sprache und Gesellschaft

Zum Ausschluss ästhetischer Reflexionsformen

Über zwei Jahrzehnte hinweg erarbeitet Habermas sukzessive ein theoretisches Konzept, das die geschichts- und subjektphilosophischen Grundannahmen der älteren Kritischen Theorie überwinden soll. In der Theorie des kommunikativen Handelns kulminieren seine Anstrengungen, die Kritische Theorie vor ihren eigenen Fallstricken zu bewahren und auf den sicheren Boden des intersubjektivistischen Paradigmas zu führen. Gleichwohl hält seine Theorie in den Grundzügen an den Intentionen und Motiven der älteren Kritischen Theorie fest. Das Kapitel rekonstruiert detailliert die sprachphilosophischen und rationalitätstheoretischen Annahmen der Theorie des kommunikativen Handelns. Diskutiert werden die von Habermas vollzogene sprachtheoretische Grundlegung der Gesellschaftstheorie sowie sein mehrdimensionales Konzept der Differenzierung, das zwischen Form der Rationalität und Geltungsansprüchen und zwischen kulturellen Wertsphären unterscheidet. Konkretisiert werden die konzeptionellen und methodischen Probleme primär hinsichtlich des Ausschlusses ästhetischer Reflexionsformen aus dem Rahmen der kritischen Gesellschaftstheorie.

Markus Baum

Kapitel 5. Differenzierung und Gesellschaft

Zur Erfahrungsarmut der historischen Darstellung

Das Kapitel rekonstruiert die zentralen gesellschaftstheoretischen Begriffe der Theorie des kommunikativen Handelns. Es charakterisiert die Lebenswelt als Ort kommunikativen Handelns sowie die Systeme von Kapitalismus und bürokratischer Administration als Bereiche der funktionalistischen Logik, die in die Lebenswelt eindringen. Die Habermassche Darstellung der historischen Genese moderner Gesellschaften wird dabei ihrer Erfahrungsarmut überführt.

Markus Baum

Kapitel 6. Die hermeneutische Interpretation

Zur Aneignung von Erfahrungsgehalten

Das folgende Kapitel entwickelt die Methode der hermeneutischen Interpretation in der Diskussion mit Adorno, Benjamin und Walzer. Deren Überlegungen zur Reflexion von Geschichte und Normativität ermöglichen eine in kritischer Absicht vollzogene Umdeutung dieser Methode, der Habermas die Relevanz für eine kritische Gesellschaftstheorie abspricht. Dieses Vorgehen führt zu der Einsicht, dass der hermeneutischen Interpretation eine Sensibilität gegenüber verschiedenen Formen der Leiderfahrung zukommt und sie zwischen Fachdiskursen und lebensweltlichen Artikulationen vermitteln kann.

Markus Baum

Kapitel 7. Das Ästhetische

Zum kritischen Gehalt ästhetischer Reflexionsformen

In dem Kapitel wird zunächst in groben Zügen eine Rekonstruktion der Geschichte der Ästhetik (als philosophische Disziplin) geleistet. Anschließend wird dargelegt, inwiefern ästhetische Artefakte als Empirie der gesellschaftstheoretischen Forschung gelten können. In einem weiteren Schritt werden zeitgenössische Positionen der Ästhetik diskutiert, um die zuvor eher angedeutete Rationalität des Ästhetischen deutlich zu rekonstruieren und auf diesem Wege den Stellenwert des Ästhetischen innerhalb einer kritischen Gesellschaftstheorie der Kommunikation erkenntlich zu machen. Zur Veranschaulichung des Erkenntnisgewinns, der durch die vorliegende Arbeit ermöglicht wird, endet das Kapitel mit exemplarischen Durchführungen kritisch-hermeneutischer Interpretationen ästhetischer Artefakte.

Markus Baum

Kapitel 8. Auf dem Weg zu einer Kritischen Gesellschaftstheorie der Kommunikation

Das letzte Kapitel resümiert den Verlauf der Schrift und gibt einen Ausblick über den weiteren Weg hin zu einer Kritischen Gesellschaftstheorie der Kommunikation.

Markus Baum

Backmatter

Weitere Informationen

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Die Corporate Supply Strategy bei Phoenix Contact GmbH & Co. KG

Lesen Sie am Beispiel von Phoenix Contact, wie der Einkauf in einem weltweit agierenden Industrieunternehmen mit dezentralen Einkaufsstrukturen mit der 15M-Architektur der Supply-Strategie strategisch ausgerichtet werden kann.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise