Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Das Buch bietet erstmals eine Gesamtschau auf die Geschichte des Österreichischen Rundfunks von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart. Es schildert die Entstehung und Entwicklung des Radios ab 1924 und dessen Erweiterung um das Fernsehen ab 1955, und es spannt den Bogen bis zur jüngsten Erweiterung von Radio und Fernsehen um das Internet. Dabei integriert es unterschiedliche Gegenstandsfacetten – technische, politische, ökonomische, soziale und kulturelle – zu einer konsistenten Erzählung. Den roten Faden bildet dabei die Genese der öffentlichen Aufgabenstellung des Rundfunks.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Die Anfänge der Radiobewegung

Zusammenfassung
Als das Radio Gestalt annimmt, ist gerade der Weltkrieg zu Ende gegangen, eine jahrelange Tortur, die viele Millionen Tote, Versehrte und Traumatisierte zurückgelassen hat. In der Arbeiter-Zeitung klingt in einem Artikel über die Verbesserung der „drahtlosen Telegraphie“, wie das junge Radio genannt wird, die Hoffnung an, das neue grenzüberschreitende Medium würde künftig verhindern, dass Völker gegeneinandergehetzt werden, aufgepeitscht durch nationalistische Propaganda. Alle Zensur sei hinfällig, wenn jeder Einzelne seine eigene Radiostation besitze und mit dem In- und Ausland in Verbindung stehe. Es würde keine Grenzen mehr geben.
Wolfgang Pensold

Chapter 2. Radiovolkshochschule: das Programm von Radio Wien

Zusammenfassung
Dem Radio eilt der Ruf voraus, irgendwann auch die Bewohner abgelegener Bergdörfer teilhaben zu lassen an bedeutenden kulturellen Ereignissen. Städter wie Landbevölkerung, Reiche wie Arme sollen in Zukunft gleichermaßen Theaterund Opernaufführungen am Lautsprecher beiwohnen können. Der Rundfunk soll die ehemals dem Bürgertum vorbehaltenen Häuser der Kultur für ein breites Publikum öffnen und als eine Art moralische Hörbühne Erziehungsarbeit leisten.
Wolfgang Pensold

Chapter 3. Weltmusik aus der Steckdose

Zusammenfassung
In den Anfangsjahren stellt das Radiohören hohe Anforderungen an die Hörer. Es ist die Ära der Bastler, der technisch versierten Amateure – Männer zumeist –, die der komplizierten Apparatur auf wundersame Weise Musikklänge entlocken. Dazu sind unterschiedliche Geräte zusammenzuschalten und Knöpfe und Regler einzustellen. Das ändert sich mit der einsetzenden Serienfertigung der Empfangsgeräte. Im Hinblick auf eine möglichst große Verbreitung ihrer Produkte bemüht sich die Industrie in der Werbung deren Bedienungsfreundlichkeit hervorzustreichen.
Wolfgang Pensold

Chapter 4. Die Stimme Österreichs im Äther

Zusammenfassung
In den 1930er Jahren gerät das Radio immer stärker in den Sog politischer Auseinandersetzungen. Dabei zeichnen sich unterschiedliche Vorstellungen ab, wie man das neue Massenmedium am besten einsetzen könnte. Für den linken deutschen Dramatiker Bert Brecht stellt es eine Erfindung dar, die nicht bestellt war; eine Erfindung, für die man ursprünglich keine Verwendung gehabt hat: „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.
Wolfgang Pensold

Chapter 5. Reichsrundfunk: Ganz Deutschland hört den Führer

Zusammenfassung
In den Stunden nach Schuschniggs dramatischer Abschiedsrede wird die Ravag von innen übernommen. Nationalsozialistische Parteigänger aus der Belegschaft stehen seit geraumer Zeit für diesen Augenblick bereit. In der Nacht des 11. März wird bekanntgegeben, dass der Bundespräsident den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart „zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung“ mit den Regierungsgeschäften betraut hat.
Wolfgang Pensold

Chapter 6. Zwischen Regierung und Besatzung: Radio Österreich

Zusammenfassung
Als in den Apriltagen des Jahres 1945 die Kämpfe in Ostösterreich ein Ende nehmen, gibt es keine Zeitungen mehr und auch sonst kaum Möglichkeiten verläßliche Information darüber zu bekommen, wie es unter den Siegern weitergeht. In dieser Situation beauftragt die sowjetische Besatzungsmacht den ehemaligen Generaldirektor der Ravag, Oskar Czeija, mit dem Wiederaufbau des Rundfunks. Adolf Hitler zelebriert in seinem Bunker in Berlin noch die Götterdämmerung des Dritten Reiches, als am Abend des 29. April in Wien die erste Sendung im Zeichen des neuen Österreich auf dem Programm steht. Es handelt sich um den Staatsakt von der Bildung der provisorischen Regierung unter Karl Renner, bestehend aus Vertretern der drei Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ.
Wolfgang Pensold

Chapter 7. Radio mit Bild: Weltgeschehen ferngesehen

Zusammenfassung
Einer der frühen Verfechter des Fernsehens ist Paul Bellac, ehemals Chefredakteur der Programmzeitschrift Radio Wien, der seiner jüdischen Herkunft wegen 1938 in die Schweiz geflohen ist und dort am Aufbau des Schweizer Fernsehens mitarbeitet. Bellac verfasst Beiträge in der Programmzeitschrift Radio Wien bzw. Radio Österreich über Neuigkeiten aus den fortgeschrittenen Fernsehländern und gewährt den Österreichern dadurch einen Blick in die Zukunft. Bereits 1949 berichtet er über einen Besuch der auf einem Hügel nördlich von London gelegenen Fernsehstation Alexandra Palace, um, wie er sagt, den Menschen das Wunder des Fernsehens, das durch einen Druck auf den Knopf des Apparates „wie aus dem Nichts ersteht“, näherzubringen.
Wolfgang Pensold

Chapter 8. Die Gemeinde der Masseneremiten

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund des allgemeinen Wiederaufbaus breitet sich das Sendernetz des österreichischen Rundfunks über das Gebiet der jungen Republik aus. Stück für Stück erobert es sich das weitläufige, zum Teil gebirgige Territorium, um nach und nach allen Einwohnern das heimische Rundfunkprogramm zu bringen. Von Kriegsende bis ins Jahr 1957 hat sich die Anzahl der Radiosender von 17 auf 94 mehr als verfünffacht.
Wolfgang Pensold

Chapter 9. Fernsehprogramm und Programmatik

Zusammenfassung
Im Sendejahr 1960 lässt das Fernsehen mit durchschnittlich knapp vier Stunden Programm täglich die vielkritisierten Anfänge hinter sich. Es ist das Jahr, in dem erstmals an jedem Tag der Woche gesendet wird, nachdem der sendefreie Dienstag Mitte 1959 aufgegeben wurde. Dennoch ist Fernsehen nach wie vor eine reine Feierabendveranstaltung, bestehend aus wenigen Programmpunkten.
Wolfgang Pensold

Chapter 10. Rundfunkvolksbegehren und Bachers Reform

Zusammenfassung
In der Zwischenzeit wird die Organisationsfrage wieder brisant. Die 1958 in Kraft gesetzte Gesellschaftsform des Österreichischen Rundfunks ist die einer Ges.m.b.H. Sie ist privatrechtlicher Natur und entzieht ihn der unmittelbaren Staatsverwaltung. Doch treten als Gesellschafter die Republik Österreich und die Bundesländer in Erscheinung, wodurch ein Einfluss der Regierungsparteien bestehen bleibt.
Wolfgang Pensold

Chapter 11. Öffentlicher Auftrag: Kreiskys Gegenreform

Zusammenfassung
Unter Gerd Bacher verwandelt sich der ORF in ein modernes Medienunternehmen. Die gewonnene Unabhängigkeit von der Politik ist jedoch um den Preis eines ausgesprochen autokratischen Führungsstils, gepaart mit ideologischer Tendenziosität, erkauft. Der von Bacher eigens eingesetzte Chefredakteur Alfons Dalma erwirbt sich den Ruf eines streng antimarxistischen Zensors.
Wolfgang Pensold

Chapter 12. Kein amerikanisches Junk Food-Programm

Zusammenfassung
Bereits Anfang der 1970er tauchen am Horizont Konkurrenten des Fernsehens auf, die der amtierende Generalintendant Gerd Bacher genau beobachtet: Der Videorecorder, das Kabel- und das Satellitenfernsehen halten Einzug in die Wohnzimmer und verändern die Art, wie ferngesehen wird. Der Videorecorder verspricht den Zusehern die Möglichkeit, Sendungen auf Kassetten aufzuzeichnen, um sie später anzusehen. Er erzeugt damit eine gewisse Unabhängigkeit vom starren Programmschema.
Wolfgang Pensold

Chapter 13. Multimediaunternehmen zwischen Qualität und Quote

Zusammenfassung
Als sich im ausgehenden Jahrtausend das Internet zu verbreiten beginnt, gibt Generalintendant Gerhard Zeiler die Parole aus, den ORF zu einem wettbewerbsfähigen „Multimediaunternehmen“ auszubauen. Das neue Schlagwort lautet „Trimedialität“, der Österreichische Rundfunk besteht künftig also aus Radio, Fernsehen und Internet. Es geht Zeiler darum, „den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag“ auf jedem technisch möglichen Kanal zu platzieren, um das Unternehmen breit aufzustellen. Im Juli 1997 geht ORF on ans Netz, ein Online-Kanal, der Textnachrichten samt einer Diskussionsplattform für Nutzer bietet.
Wolfgang Pensold

Chapter 14. Die Digitale Revolution

Zusammenfassung
Nach dem Satellitenfernsehen wird auch das Antennenfernsehen digitalisiert. Das neue System heißt Digital Video Broadcasting – Terrestrial (kurz DVB-T) und verlangt von den betroffenen Teilnehmern eine technische Aufrüstung ihrer Empfangsanlagen. Nötig ist eine so genannte Set-Top-Box, die zwischen Antenne und Fernsehgerät geschaltet wird, um das eingehende digitale Signal in ein für das analoge Fernsehgerät verarbeitbares Signal umzuwandeln. Das neue System verspricht mehr österreichische Fernsehkanäle als bisher.
Wolfgang Pensold

Backmatter

Weitere Informationen