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2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

Zur Reproduktion der sozialen Sinnform „Mahlzeit“ in Zeiten des globalisierten Lebensmittelmarkts

verfasst von : Jana Rückert-John, Sophia Reis

Erschienen in: Waren – Wissen – Raum

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Essen und Trinken sind nicht nur physische Grundbedürfnisse des Menschen, sondern soziale Phänomene, insbesondere, wenn sie gemeinschaftlich in Form einer Mahlzeit geschehen. Mahlzeiten folgen stets sozialen Regeln, die Zugehörigkeit und Abgrenzung erzeugen. Ihre Ausgestaltung hat sich mit veränderten Haushaltsstrukturen, Familienkonstellationen und Erwerbstätigkeitsmustern gewandelt. Zudem sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Ernährung durch den globalisierten Lebensmittelmarkt und das wachsende Angebot des Außer-Haus-Markts komplexer und vielseitiger geworden. Kaum beschränkte Gelegenheiten der Nahrungsaufnahme und ein breites Lebensmittelangebot treiben die Ausdifferenzierung der physischen und sozialen Funktionen des Essens voran. Mahlzeiten besitzen weiterhin einen starken sozialkommunikativen Charakter und tragen zur Konstruktion und Darstellung sozialer Rollen bei. Essen in Gemeinschaft folgt heute zunehmend symbolischer Repräsentationen. Diese Entwicklung zeigt sich auch in verschiedenen Ernährungstrends und -stilen. Die soziale Sinnform Mahlzeit hat sich zeitlich, räumlich und sachlich gewandelt. Die Mahlzeit löst sich dabei jedoch nicht auf, sondern reproduziert sich in veränderter Weise.

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Fußnoten
1
Die DGE stellt unter Bezugnahme auf den Hausfrauenreport von Helge Pross fest, dass „die deutschen Hausfrauen mit ihrem Schicksal am Kochtopf sehr viel zufriedener sind als man zu hoffen oder zu fürchten wagte“ (DGE, 1976, S. 415).
 
2
Erwerbstätigenquote 1990: 53,8 % Frauen, 78,5 % Männer; 2012: 68 % Frauen, 77,6 % Männer; 2017: 71,5 % Frauen, 78,9 % Männer (Statistisches Bundesamt, 2018).
 
3
Klünder (2018, S. 79) erwägt, dass dies auf die Betreuungszeiten der Kinder zurückzuführen ist und die nicht- und teilzeiterwerbstätigen Mütter gemeinsam mit diesen Essen, wenn sie aus Kindergarten oder Schule zu Hause sind. Bei ihnen ist das Mittagessen zudem ausgedehnter.
 
4
Hierbei werden die Individualverpflegung (wie Restaurants und Hotel) und Gemeinschaftsverpflegung (wie Betriebsgastronomie, Hochschulmensen, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime) unterschieden.
 
Literatur
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Metadaten
Titel
Zur Reproduktion der sozialen Sinnform „Mahlzeit“ in Zeiten des globalisierten Lebensmittelmarkts
verfasst von
Jana Rückert-John
Sophia Reis
Copyright-Jahr
2020
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-30719-6_13

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