Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Die zukünftig geplante Etablierung von sozialen Robotern in den Alltag bringt die Frage mit sich, wie diese von den Nutzern wahrgenommen werden. Die eingeschränkte Performanz der Maschinen macht diese als physikalisch-mechanistische oder gar reaktive Objekte geltend. Die vorliegende Studie lehnt sich an sozialtheorietische Prämissen im Sinne der reflexiven Anthropologie an, um in einer Feldstudie die besonderen Bedingungen aufzudecken, die bei Nutzern während der Begegnung mit einem androiden Roboter zu dem Eindruck führen, es handele sich bei dem Roboter um einen sozialen Akteur.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Industrielle und soziale Robotertypen

Zusammenfassung
Die Entwicklung von Robotern generell und von sozialen Robotern speziell hegt in gesellschaftlichen Diskussionen Erwartungen als auch Befürchtungen gegenüber der neuen Technologieform.
Ilona Straub

Kapitel 2. Soziologische Theorieansätze – „Wesensbestimmung des Sozialen“ – Ent-anthropozentrische Personalitätsbekundungen in der soziologischen Theoriebildung

Zusammenfassung
Mit unserer Studie zu dem Personen-/Akteurs- oder Agentenstatus eines androiden Roboters innerhalb einer Mensch-Roboter-Interaktion, wollen wir die anthropozentrische Vormachtstellung des Personen- und Sozialitätsbegriffs in der Sozialtheorie hinterfragen. Weiter wollen wir, basierend auf einer ent-anthropozentrisch gedachten Charakterbestimmung von sozialen Personen, die Mensch-Roboter-Interaktion daraufhin betrachten, ob diese die Eigenschaften einer sozialen Konstellation – mit der Prämisse von sozialer Akteursschaft – mit sich bringt. Demnach sollen soziale Konstellationen fernab von einer Zentrierung auf lebende Menschen begreifbar werden und deren Initiierung auf bestimmte Faktoren, wie etwa der Gegebenheit von sozialen Akteuren mit Interaktionsfertigkeit, zurückführbar sein.
Ilona Straub

Kapitel 3. Zentrisch positionierte Wesen

Zusammenfassung
Um den Fallgruben einer sublim anthropozentrischen Sozialtheorie in unserer Studie zu entgehen und um den Begriff des sozialen Akteurs für unsere Analyse der Mensch-Roboter-Interaktion historisch-kontingent zu setzen, folgen wir dem Vorschlag Lindemanns, den Personenbegriff im Sinne Helmuth Plessners Positionalitätstheorie, basierend auf einer reflexiv-rationalen Theorieebene, zu formulieren. Dies bedeutet, dass wir unsere Vor-Urteile auf soziale Personen und deren spezifischen Eigenschaften als Prämissen für unsere Arbeit ausformulieren und die empirische Studie an jene Perspektive anlehnen. In der Theoriesektion sollen demnach die Grundbegriffe und Konzepte, die für Sozialität gelten, dargelegt und die ausformulierte Perspektive, die sich daraus ergibt, im Anschluss auf das empirische Datenmaterial angewandt werden.
Ilona Straub

Kapitel 4. Exzentrisch positionierte Wesen

Zusammenfassung
In dem obigen Kapitel zu ZPW haben wir die Mindestbedingungen beschrieben, die in der Plessnerschen Konzeption von Lebendigkeit vorherrschen müssen, um als ein Lebewesen zu erscheinen, welches selbstbezogen und in Differenz zu einer Selbst-Umfeld-Relation agiert. Dabei haben wir herausgearbeitet, dass zentrisch positionierte Wesen dazu fähig sind, sich adaptiv praktisch und aktuell auf das Feld bezogen zu verhalten und auf jener Ebene momenthaft, mit weiteren ZPW, ein rudimentär soziales, da mitfeldliches, Berührungsgefüge einzugehen. Als Maßstäbe für die sozial-kognitiven Kapazitäten der ZPW gelten dabei 1.) der Zeichengebrauch der ZPW, welcher auf Signale und deiktisch-kontextuell gebundene Zeichen begrenzt ist, sowie 2.) die Reichweite der Fertigkeit zur Perspektivübernahme und das In-Beziehung-zu-anderen-Wesen-Setzen der ZPW, welche beide im Einklang mit der Reichweite der kontextuell-situativen Welterfassung von ZPW stehen.
Ilona Straub

Kapitel 5. Formen der Anwesenheit sozialer Akteure

Zusammenfassung
Lindemann setzt bei ihrer Differenzierung eines sozialen Moments bei ZPW und EPW bei dem Moment der direkten Berührung an und bezieht sich somit auf bereits etablierte Interaktionssettings.
Ilona Straub

Kapitel 6. Methodenteil

Zusammenfassung
Um „soziale Roboter“, die variable Interaktionsfähigkeit in nonverbalen und in verbalen Bereichen erfordern, für Interaktionsstudien zu nutzen, konnten bisherige Robotertypen aufgrund fehlender Sprachgenerierung und -verstehen sowie begrenzter Umsetzung von Sozialität durch künstliche Intelligenz nicht eingesetzt werden. Robotiker, mit Interesse an der Erforschung der Besonderheiten der Mensch-Maschine Interaktion, haben sich demnach einen Kniff überlegt, um die Limitationen der Technik sowohl auf den Gebieten der Adaptionen an die Um- und Mitwelt des Roboters als auch zur sprachlichen Kommunikationsfertigkeit und sozialen Kognition zu umgehen. Da die Hiroshi-Ishiguro-Laboratories (HIL) Interaktionsforschung und Wirkungen von Robotern auf menschliche Interaktionspartner nicht auf unabsehbare Zeit vertagen wollten, wurde ein Robotermodell angefertigt, welches Interaktionsgebaren entsprechend dem aktuellen Stand der Technik ermöglicht.
Ilona Straub

Kapitel 7. Empirische Untersuchung des Idling und Facetrack Modus

Zusammenfassung
Mit unseren Ausführungen in Kapitel 3 & 4 zu den fundamentalen Eigenschaften von Akteuren in den Bereichen der Interaktionsfertigkeit und sozialen Kognition, können wir ein in Frage stehendes Sozialgefüge analysieren und den Akteursstatus von ungewissen (sozialen) Entitäten erforschen. Die oben ausgeführten Thesen erlauben es, neben dem inhaltlichen Verstehen von Äußerungen, ein Kategoriensystem von Eigenschaften des formalen Verstehens auf den Ebenen von sowohl kontingent gesetzten Akteuren als auch von kontingent gesetzten symbolischen Gesten und Drittengefügen auf Entitäten mit ungewissem Akteursstatus anzuwenden. Vermittels der sich aus Anschlusskommunikation ergebenden Kommunikationsgestalten und der Sinneinheiten der an der sozialen Begegnung beteiligten Akteure, können Relationen zwischen Akteuren als Sozialgefüge verifiziert bzw. abgelehnt werden.
Ilona Straub

Kapitel 8. Empirische Untersuchung Teleoperation

Zusammenfassung
Während der Teleoperation werden GHI-1s Bewegungen des Kopfes, des Torsos und des Mundes durch eine Person gesteuert. Mit der Manipulierbarkeit der genannten Körperpartien simuliert eine fernsteuernde Person (Teleoperator) die Reaktions- als auch Interaktionsfertigkeit des Roboters. Damit gelingt die Passung der Haltung – z. B. durch die situationsadäquate Wendung des Kopfes – gemäß Ereignissen in der Um- als auch in der Mitwelt und GHI-1 erfährt eine Expansion seiner Wirksphäre auf Um- und Mitwelt.
Ilona Straub

Backmatter

Weitere Informationen