Zum Inhalt

Zur Veränderung organisationaler Strukturen und Prozesse an Sekundarschulen im Zuge der digitalen gesellschaftlichen Transformation. Eine explorative Studie mit Schulleitungen

  • Open Access
  • 30.01.2026
  • Hauptbeiträge – Thementeil
Erschienen in:

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Zusammenfassung

Die Studie untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Strukturen und Prozesse an Sekundarschulen, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Schulleitung. Es wird analysiert, wie digitale Technologien die Kommunikations-, Informations-, Arbeits- und Lernprozesse an Schulen verändern und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben. Die Schulleitung spielt dabei eine zentrale Rolle als Koordinatorin, die zwischen administrativen Vorgaben und schulinternen Anforderungen balancieren muss. Die Studie zeigt, dass die Digitalisierung sowohl organisatorisch-administrative als auch unterrichtliche Veränderungen mit sich bringt, wobei die Akzeptanz und Nutzung digitaler Medien stark von der Unterstützung durch die Schulleitung abhängt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gezielte Stärkung der Schulleitungsrolle und die Förderung digitaler Kompetenzen der Lehrkräfte notwendig sind, um die Digitalisierung nachhaltig in der Schule zu verankern.

Zusatzmaterial online

Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (https://doi.org/10.1007/s11612-026-00863-2) enthalten.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

1 Einleitung

Eine grundlegende Veränderung, welche Schulen in den letzten Jahrzehnten vor neue Herausforderungen gestellt hat, ist die Digitalisierung und die mit ihr einhergehende Digitalität. Der von Stalder (2021) geprägte Begriff der „Kultur der Digitalität“ beschreibt den gesellschaftlichen Wandel, der durch die akzentuierte Digitalisierung in den letzten Jahrzehnten sämtliche Lebensbereiche durchdrungen hat. Dieser Wandel beschränkt sich nicht nur auf die einfache Übertragung vom „Analogen“ ins „Digitale“, wie der Begriff der Digitalisierung häufig aufgefasst wird. Vielmehr beeinflusst die allgegenwärtige Präsenz digitaler Technologien unseren Alltag grundlegend und verändert dadurch die Kommunikations‑, Informations‑, Arbeits- und Lernprozesse der Menschen (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2020). Digitalität kann demnach als ein Phänomen verstanden werden, das aus der Digitalisierung hervorgegangen ist, indem digitale Medien die Lebenswelt der Menschen grundlegend verändert haben (Stalder und Kuttner 2022).
Diese Entwicklungen beeinflussen die Schulen und führen sowohl durch gezielte als auch durch evolutionäre Entwicklungsprozesse vermutlich zu Veränderungen innerhalb der Einzelschulen. Insbesondere die COVID-19-Pandemie forcierte diese Entwicklungen aufgrund der abrupten Schulschließungen, die die Einrichtung von Distanzunterricht erforderlich machten und damit die Bereitstellung und Nutzung digitaler Medien (erheblich) beschleunigten (Lewalter et al. 2023, S. 284–285).
Die bedeutsame Frage, wie die Digitalisierung die Strukturen und Prozesse in Einzelschulen verändert und ob sie dadurch die Feldtypik der Organisation insgesamt zu wandeln vermag, ist bislang nicht zureichend erforscht. Der Begriff der Feldtypik subsumiert dabei jene Merkmale, die eine Schule als Organisation prägen und ihre Interaktionsprozesse sowohl direkt als auch indirekt beeinflussen. Die vorliegende Forschungsarbeit zielt darauf ab, mögliche Veränderungen der Feldtypik Schule durch die zunehmende Digitalisierung von Lehr- und Lernprozessen explorativ zu untersuchen. Wir fokussieren hierbei auf die Perspektive der Schulleitung, der hierzu ein maßgeblicher Einfluss zukommt. Unsere zentrale Frage lautet:
  • Lassen sich aus Sicht der Schulleitung typische Umgangsformen der Einzelschulen mit Digitalität feststellen, welche die bisherigen Befunde zur Feldtypik zu erweitern vermögen?
Im nachfolgenden Abschnitt verweisen wir auf theoretische Grundlagen und stellen Forschungsbefunde vor. Daran anschließend gibt der dritte Abschnitt methodische Hinweise und beschreibt die Entwicklung des Kategoriensystems. Entlang seiner Strukturierung werden im vierten Abschnitt die Ergebnisse berichtet, bevor in der abschließenden Diskussion die Forschungsfrage beantwortet wird.

2 Theoriebezug und Forschungsbefunde

Um typische Umgangsformen der Schule im Kontext von Veränderungen durch die Digitalisierung zu identifizieren, werden im Folgenden das Verständnis von Schule als Organisation, die Ansätze zur Charakterisierung von Schule, die digitale Schulentwicklung sowie die Rolle der Schulleitung in diesen Entwicklungsprozessen näher erläutert.

2.1 Die Einzelschule als Organisation

Ob Schule als Organisation klassifiziert werden kann, wird heute überwiegend bejaht, da sie über eigene Deutungsmuster und Handlungszusammenhänge verfügt, die sich in einer spezifischen Kultur und auch Struktur manifestieren (Feldhoff 2011). Wahl et al. (2022) zufolge werden Schulen nicht als geschlossene, sondern als offene Systeme nach dem Prinzip der losen Kopplung von Weick (1976) betrachtet. In dieser Perspektive werden die Zusammenhänge der Ebenen innerhalb des Bildungssystems und der auf ihnen tätigen Akteursgruppen nicht in hierarchischen Zusammenhängen modelliert. Vielmehr sind die Ebenen (z. B. Makro‑, Meso und Mikroebene) und Akteure (z. B. Schulaufsicht, Schulleitung, Lehrpersonen) in unterschiedlichem Ausmaß lose miteinander verbunden und beeinflussen sich retikular.
Wenn die Ebene der Schulverwaltung nur lose mit der Ebene der Lehrkräfte gekoppelt ist, ist deren Einfluss auf die pädagogische Praxis der Lehrer:innen gering (Herzog 2011). Eine Erweiterung dieser Perspektive soll durch die festen Kopplungen, angelehnt an das Verständnis von DiMaggio und Powell (1983) und beschrieben von Jahn (2017), in die Betrachtung der Organisation Schule integriert werden. Neben losen Kopplungen sind auch feste Koppelungen möglich, die einen eher formalen Charakter aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist die Einflussnahme des Schulträgers auf die finanziellen Ressourcen der Schule, die direkt von der Kommune für die jeweilige Einrichtung festgelegt und bereitgestellt werden. Diese Ressourcen sind entscheidend, weil sie die Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit der Lehrkräfte darstellen, z. B. das Gebäude oder die digitale Infrastruktur, welche die unterrichtliche Nutzung digitaler Medien konstituiert. Unter Berücksichtigung der beiden beschriebenen Theorieansätze stellt das System Schule somit ein Zusammenspiel von losen und festen Kopplungen zwischen den verschiedenen schulischen Elementen dar. Diese Betrachtung des Systems dient als Erklärungsmodell für die Funktionsweise von Schule. Aus dieser spezifischen Funktionsweise entwickelt sich die Feldtypik heraus – also jene Merkmale, die Schulen als Organisationen prägen und das Handeln der Akteur:innen beeinflussen. Während das Modell der Kopplungen beschreibt, wie Schulen funktionieren, beschreibt die Feldtypik, welche charakteristischen Merkmale sich aus dieser Funktionsweise entwickeln.

2.2 Ansätze zur Charakterisierung von Schule

Ansätze zur Charakterisierung von Schule werden schon seit langem im Kontext von Organisation und Schule diskutiert. Tyack und Tobin (1993) verstehen unter dem Begriff grammar of schooling all jene standardisierten organisatorischen Praktiken, die an Schulen selten hinterfragt werden, wie beispielsweise die Einteilung der Schüler:innen in Jahrgangs- und Leistungsstufen, der fächerbezogene Unterricht oder die zeitliche Gliederung des Schuljahres. Dalin (1986, S. 56) benennt Merkmale wie die schwache Zusammenarbeit über Unterrichts- und Schulgrenzen hinweg sowie die häufig „allgemein, unklar und widersprüchlich“ formulierten Ziele1. Miles (1971) beschreibt die Merkmale der Schule als Dilemmata, die sich aus der „Interaktion zwischen den zentralen Aufgaben der Schule (primary tasks) und ihren Charakteristika“ (Dalin 1986, S. 58) ergeben. Ein Beispiel hierfür ist die eingeschränkte Entscheidungsautonomie, welche auch von Drepper und Tacke (2023, S. 401) beschrieben wird. Zu den besonderen Charakteristika im Handlungsfeld Schule zählt nach Krainz (2018) auch das autonome Arbeiten von Lehrpersonen, die ihren Unterricht sowie ihre Unterrichtsvorbereitung überwiegend individuell gestalten ohne Einblicke in die Arbeit der Kolleg:innen zu erhalten. Aus diesem „Nebeneinanderarbeiten“ resultiert eine „funktionale Gleichheit“, die im Kollegium stark betont und verteidigt wird (Krainz 2018, S. 55–56).
Diese verschiedenen Ansätze zur Charakterisierung von Schulen als Organisationen lassen sich unter dem Oberbegriff ‚Feldtypik‘ zusammenfassen. Während Tyack und Tobin mit der ‚grammar of schooling‘ vor allem die standardisierten organisatorischen Praktiken beschreiben, fokussiert Dalin stärker auf abstrakte Merkmale der Schulorganisation, und Miles betont die daraus resultierenden Dilemmata. Die Feldtypik vereint die Gesamtheit dieser Merkmale, die eine Schule als spezifische Organisationsform prägen.

2.3 Digitale Schulentwicklung und die Rolle der Schulleitung

Fasst man die Ansätze zur Funktionsweise von Schule als System aus losen und festen Kopplungen (Abschn. 2.1) sowie zur Charakterisierung von Schule (Abschn. 2.2) zusammen, ergibt sich für die Umsetzung von Schulentwicklungsprozessen ein Handeln innerhalb eines komplexen Mehrebenensystems sowie unter feldtypischen Rahmenbedingungen. Ähnlich formuliert dies Maag Merki (2022, S. 484), die betont, „dass das Handeln der Akteure nicht ohne eine Bezugnahme zu den Vorgaben und Strukturen angemessen verstanden werden kann“. Ohne diesen Bezug wird der Komplexität von Entwicklungsprozessen innerhalb der Schule nicht ausreichend Rechnung getragen. Mit Blick auf digitale Schulentwicklungsprozesse beschreiben auch Eickelmann und Gerick (2017, S. 73), „dass Schulentwicklung in Bezug auf das Lehren und Lernen mit digitalen Medien als eine Herausforderung für das Mehrebenensystem Schule zu betrachten ist“.
Schulentwicklung bezeichnet gesteuerte Prozesse, die sowohl von externen als auch von internen Akteur:innen initiiert werden können und zu einer Verbesserung der Schulqualität beitragen (Terhart 2010, S. 238). Digitale Schulentwicklung umfasst dabei unter anderem die Förderung digitaler Kompetenzen der Schüler:innen, den nachhaltigen und lernwirksamen Einsatz digitaler Technologien im Unterricht sowie die Nutzung digitaler Technologien in der Verwaltung und Organisation des Schulalltags.
Merkmale für digitale Schulentwicklung wurden in den letzten Jahren vielfach untersucht. In Anlehnung an Gerick et al. (2023) wurden Schlüsselfaktoren wie bspw. die schulinterne Kooperation und Evaluation, die Professionalisierung von Lehrkräften sowie die Zusammenarbeit mit externen Akteur:innen identifiziert. Neben diesen Merkmalen kommt den Ressourcen, wie der technischen Ausstattung, der verfügbaren Software, den personellen Ressourcen sowie finanziellen Mitteln, eine zentrale Bedeutung für Veränderungen im Rahmen der digitalen Schulentwicklung zu (Eickelmann und Gerick 2017; Gräsel et al. 2020; Ilomäki und Lakkala 2018; Lorenz et al. 2018; Waffner 2021). Sie werden als grundlegende Voraussetzung betrachtet, damit Entwicklungsprozesse im digitalen Bereich verwirklicht werden können (Waffner 2021). Aktuelle Forschungsbefunde verweisen hingegen auf einen geringeren Einfluss der Ausstattung und heben positive Einstellungen, ausgeprägte digitale Kompetenzen sowie hohe Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien von Lehrpersonen als stärkere Wirkfaktoren hervor (Schmitz et al. 2023).
Bisherige Untersuchungen zu den Veränderungen der schulischen Merkmale im Zuge der digitalen Transformation belegen insbesondere eine durch den Digitalpakt verbesserte Infrastruktur an Schulen sowie einen kontinuierlichen Anstieg der Nutzungshäufigkeit digitaler Medien im Unterricht (Eickelmann et al. 2024). Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass eine bloße Zunahme der Nutzungshäufigkeit keine Aussagen über die Qualität der Nutzung zulässt (Drossel et al. 2024). Neben der Nutzungshäufigkeit haben sich, nach der Selbsteinschätzung der Lehrkräfte, auch ihre digitalisierungsbezogenen Kompetenzen in den letzten Jahren verbessert. Lehrkräfte bewerten ihre digitalisierungsbezogenen Kompetenzen inzwischen deutlich höher als vor der Pandemie (Endberg und Lorenz 2022). Dennoch besteht im internationalen Vergleich Nachholbedarf, da beispielsweise in der ICILS-Studie lediglich ein knappes Drittel der befragten Lehrkräfte angibt, digitale Lernmanagement-Systeme bedienen zu können (Drossel et al. 2024).
Schulleitungen nehmen in digitalen Schulentwicklungsprozessen eine zentrale Rolle ein, da ihr IT-Management maßgeblich für Erfolg und Nachhaltigkeit dieser Prozesse ist (Eickelmann und Gerick 2017). Als Bindeglied zwischen administrativen Vorgaben und den Erwartungen des Kollegiums agieren sie im Spannungsfeld von Steuerung und Autonomie (Jahn 2017). Ihre Aufgabe besteht darin, Strukturen zu schaffen, die sowohl formale Anforderungen erfüllen als auch Gestaltungsspielräume für Lehrkräfte ermöglichen; dabei koordinieren sie sämtliche Bereiche der digitalen Schulentwicklung (Scheerens 2017; Waffner 2021). Harder et al. (2025) zeigen, dass Schulleitungen in Baden-Württemberg besonders mit dem IT-Support unzufrieden sind, was sie auf die eingeschränkte Autonomie durch die notwendige Abstimmung mit dem Schulträger zurückführen. Dieser Befund verdeutlicht ein bereits beschriebenes Charakteristikum der Schule (vgl. Abschn. 2.2) – die Ambivalenz zwischen administrativen Vorgaben und der eigenen Autonomie in Entscheidungsprozessen. Weitere Studien verweisen auf Herausforderungen, die sich aus dem eingeschränkten Handlungsspielraum der Schulleitungen bei technischen und personellen Entscheidungen sowie aus den unterschiedlichen digitalen Kompetenzen im Kollegium ergeben (Eickelmann et al. 2024; Tulowitzki und Gerick 2020). Ergänzend stellen Tulowitzki und Gerick (2020) fest, dass digitale Medien insbesondere im Zusammenhang mit Verwaltungsprozessen und -strukturen für Schulleitungen von Bedeutung sind.
Vor dem Hintergrund des komplexen Mehrebenensystems, in dem Schulen als Organisationen aus losen und festen Kopplungen agieren, zeigt sich, dass erfolgreiche digitale Schulentwicklung nicht allein von technischer Ausstattung abhängt, sondern vielmehr von der strategischen Verknüpfung von Vision, schulinterner Kooperation, kontinuierlicher Professionalisierung, externer Vernetzung und der geschickten Gestaltung von Ressourcenrahmen – eine Aufgabe, die Schulleitungen als zentrale Koordinator:innen im Spannungsfeld zwischen administrativen Vorgaben und schulinternen Anforderungen vor besondere Herausforderungen stellt, insbesondere wenn sie gleichzeitig die Heterogenität der Akteur:innen bewältigen und die Qualität der digitalen Prozesse sicherstellen müssen.

3 Methodisches Vorgehen

In den folgenden Abschnitten werden das Forschungsdesign, die Datenerhebung sowie die Entwicklung des Kategoriensystems im Rahmen der Auswertung der Interviewdaten erläutert.

3.1 Forschungsdesign und Datenerhebung

Die vorliegende Untersuchung wurde als explorative Studie im Rahmen eines umfassenderen interdisziplinären Forschungsvorhabens der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg konzipiert (DigiSU). Die Auswahl der Stichprobe erfolgte kriteriengeleitet (Akremi 2014): Hierzu wurden eine Grund- und Gemeinschaftsschule, eine Realschule und ein Gymnasium derselben Stadt ausgewählt, die damit ähnlichen Rahmenbedingungen des Schulträgers unterliegen. Die Datengrundlage bilden Interviews mit den Schulleitungen, die als Expert:innen für ihre jeweilige Schule adressiert wurden. Aus organisatorischen Gründen wurden die Schulleiterinnen des Gymnasiums sowie der Grund- und Gemeinschaftsschule einzeln interviewt, während an der Realschule der Schulleiter gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter befragt wurde.
Mit dem Ziel, die digitalen Strukturen und Prozesse zu untersuchen (vgl. Abschn. 2.3) wurden alle Interviewfragen theoriegeleitet konzipiert. Grundlegend waren hierfür die Merkmale für digitale Schulentwicklung (vgl. Abschn. 2.3). Dieses Vorgehen versprach einen vertieften Einblick in die Ausprägungen verschiedener Merkmale der digitalen Schulentwicklung, darunter die Rolle der Schulleitung, Kommunikation, Kooperation und Infrastruktur. Die Interviews fanden im ersten Quartal 2025 statt und dauerten zwischen ein und zwei Stunden. Anschließend wurden die Interviews in einfacher Form transkribiert (Dresing und Pehl 2018) und anonymisiert.
Im Vordergrund steht ein erster explorativer Zugang zu den Veränderungen der Strukturen und Prozesse der Einzelschule durch die Digitalisierung aus Sicht von Schulleitungen. Eine theoretisch fundierte Generalisierbarkeit der Ergebnisse stellt keinen Anspruch der vorliegenden Arbeit dar. Weil die Einschätzungen der Schulleitungen ihre eigene Organisation betreffen, ist von einer potenziellen sozialen Erwünschtheit bei den Ergebnissen auszugehen, die zu reflektieren ist.

3.2 Entwicklung des Kategoriensystems

Um eine differenzierte und übersichtliche Darstellung des impliziten und expliziten Betriebswissens der Schulleitungen zu ermöglichen (Meuser und Nagel 2009), wurden die Interviews mittels inhaltlich strukturierter qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024) ausgewertet. In Kombination von induktiven und deduktiven Kategorienbildung wurde ein Kategoriensystem mit 14 Hauptkategorien gebildet. Acht davon wurden im Kontext von Schulentwicklung in einem komplexen Mehrebenensystem als besonders relevant bewertet und daher für die Auswertung dieses Beitrags ausgewählt (vgl. Tab. 1). Diese Hauptkategorien bilden jeweils einzelne Subkategorien der drei übergeordneten Kategorien: (1) Haltung und Umgang der Akteur:innen der Schule mit Digitalität, (2) strukturelle Voraussetzungen für die digitale Entwicklung und (3) Auswirkungen der Digitalisierung auf schulische Prozesse. Sie konnten im Rahmen des iterativen Vorgehens als übergeordnete Themenkomplexe identifiziert werden. Der Kategorienbildungsprozess folgte einem iterativen Vorgehen, bei dem zunächst Kategorien deduktiv aus der Theorie (vgl. Abschn. 2.3) abgeleitet und im Verlauf der Analyse durch induktiv aus den Daten gewonnene Kategorien ergänzt und modifiziert wurden (vgl. Tab. 1, „Entstehungsweise“).
Tab. 1
Übersicht der für die Forschungsfrage relevanten Kategorien
Ebene
Kategorie
Beschreibung
Codierung
Entstehungsweise
Übergeordnete Kategorie
(1) Haltung und Umgang der Akteur:innen der Schule mit Digitalität
Umfasst Aussagen, die sich vorrangig auf die Akteur:innen der Schule – Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler:innen – beziehen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf deren Einstellungen, Verhaltensweisen sowie auf die eigene Rolle der Schulleitung thematisieren.
239
Induktiv aus den Daten
Hauptkategorie
Lehrkräftehaltungen und -umgang mit Digitalität
Beschreibt die Einstellungen und den Umgang der Lehrkräfte mit Digitalität, einschließlich des Abbaus von Widerständen und Unsicherheiten sowie Unterschieden zwischen Fachschaften.
34
Induktiv aus den Daten
Hauptkategorie
Schulleitung als Koordinatorin für Strukturen und Prozesse der Schule
Umfasst Aussagen zu den Aufgaben und Zuständigkeiten der Schulleitung, ihrer Rolle in Bezug auf schulische Strukturen und Prozesse sowie zur Selbsteinschätzung ihrer eigenen Tätigkeit.
27
Deduktiv/Induktiv kombiniert
Übergeordnete Kategorie
(2) Strukturelle Voraussetzungen für die digitale Entwicklung
Umfasst Aussagen zu allen bestehenden oder von der Schulleitung angestrebten Strukturen, die darauf abzielen, die Verwaltung oder den Unterricht sowie die Unterrichtsvorbereitung digitaler zu gestalten.
220
Induktiv aus den Daten
Hauptkategorie
Technische Ausstattung und Infrastruktur
Beschreibt die technische Ausstattung (Hard- und Software) der Schule sowie die finanziellen Rahmenbedingungen.
51
Deduktiv aus den Merkmalen digitaler Schulentwicklung
Hauptkategorie
Formelle und informelle Unterstützung
Beschreibt die Unterstützungsangebote für Akteur:innen der Schule, insbesondere für Lehrkräfte, bei Anliegen im Bereich der Digitalisierung.
90
Deduktiv/Induktiv kombiniert
Hauptkategorie
Hindernisse und Herausforderungen bei der Umsetzung digitaler Strukturen
Beschreibt die Hindernisse und Herausforderungen, mit denen Schulleitungen konfrontiert sind, wenn sie digitale Strukturen an der Schule schaffen oder etablieren wollen.
60
Induktiv aus den Daten
Übergeordnete Kategorie
(3) Auswirkungen der Digitalisierung auf schulische Prozesse
Umfasst Aussagen darüber, wie sich schulische Abläufe durch die Digitalisierung verändert haben und welche neuen Prozesse eingeführt wurden. Dabei wird die Vorgehensweise in den Prozessen beschrieben, mit einem Fokus auf die Umsetzung und deren Auswirkungen.
134
Induktiv aus den Daten
Hauptkategorie
Veränderte Kooperations- und Kommunikationsprozesse
Beschreibt neue sowie veränderte Formen der Kooperation und Kommunikation im Zuge der Digitalität.
27
Deduktiv aus den Merkmalen digitaler Schulentwicklung
Hauptkategorie
Einführung neuer digitaler Anwendungen
Beschreibt die Einführung neuer digitaler Anwendungen sowie die Gestaltung und Umsetzung von Entscheidungsprozessen in diesem Kontext.
48
Deduktiv/Induktiv kombiniert
Die Codierung erfolgte anhand von Schlüsselsätzen und Ankerwörtern, die den jeweiligen Hauptkategorien zugeordnet wurden. Diese Zuordnung wird exemplarisch für eine Kategorie erläutert: Aussagen wurden beispielsweise der Hauptkategorie „Schulleitung als Koordinatorin für Strukturen und Prozesse der Schule“ zugeordnet, wenn die Formulierung „im Blick haben“ im Zusammenhang mit der Rolle der Schulleitung verwendet wurde: „Der Schulleitung zugewandt, weil einer muss so die, die gesamte Vorgehensweise einfach im Blick haben und den roten Faden spinnen“ (SL3).

4 Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie werden gemäß des in Abschn. 3.2 beschriebenen Kategoriensystems dargestellt. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die acht Hauptkategorien, die als besonders relevant für die Forschungsfrage identifiziert wurden.

4.1 Haltung und Umgang mit Digitalität

4.1.1 Lehrkräftehaltungen und -umgang mit Digitalität

In der Wahrnehmung der Schulleitung hat sich die Einstellung der Lehrkräfte zu digitalen Themen in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Die Schulleitungen berichten von einer weitgehenden Akzeptanz, insbesondere im Bereich schulorganisatorischer Aufgaben. Als Ursache wird ein Gewöhnungseffekt angeführt, der durch die tägliche Nutzung digitaler Tools entstanden ist: „Und solche Dinge schleifen sich dann ein. […] vieles ist einfach so ein Alltägliches, ja“ (SL1). Die Schulleitungen führen den Einsatz digitaler Tools in schul- und unterrichtsorganisatorischen Prozessen vor allem darauf zurück, dass diese eine spürbare Erleichterung im schulischen Arbeitsalltag bieten. So führt die Einführung eines digitalen Tagebuches dazu, dass „Informationen auf dieser Ebene immer und überall abrufbar, für jeden sofort nachlesbar [sind]“ (SL3a). Gleichzeitig werden nicht alle Veränderungen als positiv wahrgenommen, sondern auch kritisch hinterfragt, insbesondere in Bezug darauf, wie digitale Anwendungen zur Kompetenzentwicklung der Schüler:innen beitragen oder diese möglicherweise behindern können: „Also wir sind auch ein bisschen zurückgerudert, was das Nutzen von iPads oder ähnlichem als quasi Heftschrieb anging. Weil wir gesehen haben, dass es einfach der Handschrift nicht gut tut“ (SL1).

4.1.2 Schulleitung als Koordinatorin für Strukturen und Prozesse der Schule

Nach Ansicht der befragten Schulleitungen kommt ihnen im Zusammenhang mit den Veränderungen und neuen Aufgaben eine zentrale Rolle als Koordinatorin von Strukturen und Prozessen der Schule zu, „weil einer muss so die, die gesamte Vorgehensweise einfach im Blick haben und den roten Faden spinnen“ (SL2). Dabei agieren Schulleitungen in einer „Grauzone“ zwischen den Vorgaben der Bildungsadministration, den eigenen Ansprüchen sowie den Erwartungen des Kollegiums, denn „[wenn] eine Schulleitung sagt: ‚Da machen wir gar nichts, bis das Land uns sagt, wie es geht!‘, dann würde an den Schulen auf ganz lange Sicht nichts passieren und Stillstand sein“ (SL3a). Als Herausforderung in ihrer Rolle beschreibt die Schulleitung, den geringen Einfluss auf Unterrichtsebene: „Also ich würde sagen, wir haben schon in vielen Bereichen einen sehr starken Einfluss. Unterrichtlich wäre es schon wünschenswert, da noch mal tiefer rein gehen zu können“ (SL2).

4.2 Strukturelle Rahmenbedingungen

4.2.1 Technische Ausstattung und Infrastruktur

Die Schulleitungen berichten von einer guten bis sehr guten Ausstattung der Klassenzimmer, die vor allem durch Mittel des Digitalpakts realisiert wurden. Abseits dieser Fördermittel steht den Schulen ein Budget des Schulträgers zur Verfügung, welches für sämtliche erforderlichen Anschaffungen genutzt werden kann. Das Gesamtbudget wird von allen drei Schulleitungen eigenständig verwaltet. Das bedeutet auf der einen Seite mehr Aufwand für die Schulleitungen, „es gibt mir aber auch die Freiheit zu sagen, ich setze in dem Fall mal einen Fokus“ (SL1). Trotz desselben Schulträgers sind die drei untersuchten Schulen unterschiedlich ausgestattet. So verfügen das Gymnasium und die Realschule beispielsweise über digitale Dienstgeräte für alle Lehrkräfte, während diese Ausstattung an der Gemeinschaftsschule nicht einheitlich ist: „Ansonsten sind die Lehrer zu einem Teil ausgestattet. Da stellt die Stadt dann als Schulträger vereinzelt Laptops zur Verfügung“ (SL2). Trotzdem nutzen alle drei Schulen die für alle Lehrkräfte verbindliche digitale Software, welche in Zusammenarbeit mit der Kommune eingeführt wurde: „Wir haben IServ als System hier und da haben wir die ganzen Dinge dann drauf“ (SL1).

4.2.2 Formelle und informelle Unterstützung

In Bezug auf die Unterstützung, die sie selbst sowie die Lehrkräfte, Schüler:innen und Eltern durch oder für digitale Anwendungen erhalten, erwähnen die Schulleitungen vor allem interne Ressourcen, auf die sie zurückgreifen können. Im Fokus steht das Engagement IT-affiner Lehrkräfte, die sowohl ihre Kolleg:innen als auch die Schulleitung unterstützen. Diese Lehrkräfte bilden ein in Teilen institutionalisiertes Team und „stehen immer zur Verfügung für die Lehrkräfte, für die Schüler, vor allem, wenn dann Kleinigkeiten sind. Geh mal zum *Name Lehrkraft*, der kann dir immer helfen“ (SL2). Viele dieser Unterstützungsstrukturen sind informell und ergeben sich aus den Eigeninitiativen von Lehrkräften: „Hat jemand einen Bedarf und sagt ‚Ich muss mit diesem Ding arbeiten wie mit ASV und weiß aber nicht, was ich damit machen soll?‘ und, und dann wird es halt einberufen informell“ (SL1). Die Schulleitungen berichten von externer Unterstützung, insbesondere durch die als äußerst positiv wahrgenommene Zusammenarbeit mit der Kommune. Sie betonen, dass sie bei technischen Problemen auf die Unterstützung eines IT-Mitarbeiters der Stadt sowie auf die Dienste einer externen IT-Firma zurückgreifen können, die in Bezug auf sowohl Hardware- als auch Softwarefragen zur Verfügung stehen: „Und die Stadt wiederum hat als, hat zugekauft ein IT Unternehmen, das uns bei der ganzen IT Infrastruktur unterstützt und dafür zuständig ist“ (SL3a).

4.2.3 Hindernisse und Herausforderungen bei der Umsetzung digitaler Strukturen

Trotz der positiven Darstellung der Unterstützung, berichten die Schulleitungen von zahlreichen Herausforderungen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen an ihren Schulen. Alle Schulleitungen empfinden die zur Verfügung stehenden Deputatsstunden für Lehrkräfte mit IT-Aufgaben als unzureichend, da diese „genau genommen auf der Verwaltungsvorschrift von 1985 offiziell“ basieren (SL3a). Darüber hinaus kritisieren sie die unklaren und oft nicht praktikablen Vorgaben der Bildungsadministration: „Da warten wir noch auf Strukturen, auf Vorgaben“ (SL2). Gleichzeitig wird die Arbeit an den Schulen durch strenge Datenschutzbestimmungen erschwert, während schlechte Erfahrungen mit der Einführung zentraler Programme berichtet werden: „Strukturen die bremsen, […] Datenschutz und […] alles was auf Landesebene versucht wird, an zentraler IT Infrastruktur bereitzustellen“ (SL3a). Die Schulleitungen äußern Kritik hinsichtlich der Finanzierung, insbesondere bezüglich der unzureichenden und unklaren Finanzierungslage: „Und ob es den Digitalpakt noch mal gibt? […] das ist ja gerade völlig unklar“ (SL1), und bemängeln zudem die hohen Bürokratiehürden bei Anschaffungen: „Ich denke, dass Schulen sehr gut wissen, was sie dringend brauchen an Hardware und wie man die sinnvoll einsetzen kann. Und man muss nicht jedes Mal einen Aufsatz dazu schreiben“ (SL2). Zudem wird die Unverbindlichkeit von Vorgaben für Lehrkräfte als hinderlich wahrgenommen: „Dadurch, dass es auf Freiwilligkeit basiert, wird es zu wenig noch genutzt“ (SL2).

4.3 Veränderung schulischer Prozesse

4.3.1 Veränderte Kooperations- und Kommunikationsprozesse

Nach Aussagen der Schulleitungen haben sich durch die Digitalisierung insbesondere die Kommunikations- und Kooperationsprozesse an den Schulen gewandelt. Informationen innerhalb des Kollegiums werden überwiegend über E‑Mail oder den internen Schulmanager ausgetauscht, und die außerunterrichtliche Kommunikation mit Schüler:innen sowie den Eltern erfolgt überwiegend über digitalen Kanäle. Der Schulmanager wird zudem dazu genutzt, um Unterrichtsmaterial auszutauschen und „bestimmte Anmeldeprozesse […] digital“ (SL3a) abzubilden. Weitere Verwaltungsprozesse, wie das Entschuldigen kranker Kinder, werden zunehmend digitalisiert. Die Schulen haben verbindliche Vorgaben für Lehrkräfte etabliert, etwa die Nutzung des Schulmanagers oder die digitale Notenerfassung. Die digitale Ausstattung sowie ihre Allgegenwärtigkeit im Alltag der Schüler:innen bieten zudem Anlass, sich über diese Themen auszutauschen und gemeinsam mögliche Lösungen für auftretende Probleme zu entwickeln: „Und die iPads werden fast täglich ausgeliehen, also für die Klassen und dann entstehen auch Themen“ (SL3a).

4.3.2 Einführung neuer digitaler Anwendungen

Die Integration neuer Anwendungen in den Schulalltag wird von allen Schulleitungen auf vergleichbare Weise beschrieben. Bei größeren Anliegen, die das gesamte Kollegium betreffen, wird zunächst ein Pilotprojekt durchgeführt. Diese Vorgehensweise wird als „langer Prozess“ charakterisiert, bei dem „sehr viel Gespräch nötig [ist]“ (SL1). Kleinere Anliegen werden in der Regel innerhalb der Fachschaften besprochen und anschließend an die Schulleitung weitergeleitet. Die Schulleitungen entscheiden, ob „das Kollegium betroffen [ist]? Brauchen wir eine GLK-Entscheidung2? Brauchen wir formell einfach eine Entscheidung? Wen müssen wir damit einbeziehen?“ (SL3b). Diese Entscheidungen werden stets situativ getroffen. Auch hier sehen sich die Schulleitungen vor Herausforderungen gestellt. Knappe Entscheidungen in der GLK machen es schwierig „das Verständnis weiterhin zu haben ‚Ja, ich war eigentlich dagegen, aber jetzt muss ich natürlich schon auch mitziehen‘. Das fällt nicht immer leicht“ (SL2).

5 Diskussion und Fazit

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen typische Umgangsformen, die weitgehend mit den Merkmalen von Schule als System aus losen und festen Kopplungen übereinstimmen. Schulen wird eine beschränkte Entscheidungsautonomie zugeschrieben (Drepper und Tacke 2023), die sich durch eine Abhängigkeit von der Schuladministration auszeichnet. Die Aussagen der Schulleitungen zur Finanzierung ihrer digitalen Ausstattung verdeutlichen die Abhängigkeit vom Schulträger, während sie gleichzeitig eine zunehmende Autonomie in der Mittelverwaltung betonen. Gleichzeitig zeigen die Berichte zu Bürokratiehürden und unklaren Vorgaben der Bildungsadministration sowie die Notwendigkeit, Entscheidungen situativ zu treffen, dass Schulen lose Kopplungen nutzen, um administrative Vorgaben zu adaptieren – eine Beobachtung, die Terharts (2018, S. 54) zufolge typisch für schulische Organisationen ist, da Steuerungsimpulse häufig intern umgedeutet und angepasst werden.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Schulleitung als Koordinator:in zahlreicher schulorganisatorischer Aufgaben. Diese sogenannte „Sandwichposition“ (Jahn 2017, S. 54) zeigt sich in der ständigen Balance zwischen administrativen Anforderungen und den Bedürfnissen des Kollegiums. Schulleitungen versuchen, optimale Bedingungen für innovative digitale Mediennutzung zu schaffen, stehen dabei aber häufig vor eingeschränkten Handlungsoptionen, insbesondere im Hinblick auf die pädagogische Freiheit der Lehrkräfte. Dies deckt sich mit den Befunden von Eickelmann et al. (2024, S. 43), die auf die begrenzten Einflussmöglichkeiten deutscher Schulleitungen im internationalen Vergleich hinweisen – insbesondere in Bezug auf Technologie- und Personalentwicklung.
Auch das von Miles (1971) beschriebene Dilemma zwischen zentralisierten und dezentralisierten Beschlüssen findet sich in den Ergebnissen wieder: Die Entscheidungsfindung an Schulen ist geprägt von einem ständigen Abwägen der jeweiligen Zuständigkeiten und der Frage, welche Akteur:innen einbezogen werden müssen. Der idealisierte „Gleichheitsanspruch“ der Lehrkräfte (Krainz 2018, 55 ff.) kann dabei zu Akzeptanzproblemen bei Entscheidungen führen.
IT-affine Lehrkräfte sind zentrale Ansprechpartner:innen für digitale Fragen und werden dafür teilweise mit Stundenkontingenten ausgestattet. Ein Großteil des Kollegiums nimmt die Unterstützung dieser Personen in Anspruch, da sie ihren Schulalltag (z. B. Umgang mit digitalem Tagebuch oder digitalen Tafeln) ohne diese Hilfen nicht mehr oder nur eingeschränkt bewältigen können. Dies weist einerseits auf eine verstärkte Professionalisierung der Lehrkräfte hin und führt andererseits zu einer neuen Hierarchisierung innerhalb des Kollegiums, die sich durch die Expertise der IT-affinen Lehrkräfte begründet. Darüber hinaus berichten die Schulleitungen von einem zunehmenden Austausch von Unterrichtsmaterialien über digitale Kanäle, was ebenfalls auf eine stärkere Professionalisierung der Lehrkräfte hinweist.
Trotz des insgesamt ähnlichen Umgangs der drei Einzelschulen mit den Veränderungen durch Digitalität zeigen sich Unterschiede in den Rahmenbedingungen. Während am Gymnasium und an der Realschule allen Lehrkräften Dienstgeräte bereitgestellt werden, verfügen an der Gemeinschaftsschule nur einzelne Lehrkräfte über entsprechende Geräte. Die Gründe hierfür werden im Rahmen der Studie nicht abschließend geklärt.
Insgesamt zeigen sich mit Blick auf die Forschungsfrage Veränderungen innerhalb der Organisation Schule, die bestehende Erkenntnisse zur Feldtypik bestätigen und gleichzeitig auf Erweiterungen hindeuten. Besonders deutlich werden dabei organisatorisch-administrative Veränderungen, wie etwa der digitale Austausch von Unterrichtsmaterialien oder die Nutzung eines digitalen Tagebuchs. Dies entspricht auch den Befunden von Tulowitzki und Gerick (2020), wonach digitale Medien insbesondere im Zusammenhang mit Verwaltungsprozessen und -strukturen für Schulleitungen von Bedeutung sind.
Inwiefern die Digitalisierung das Interaktionssystem des Unterrichts beeinflusst, bleibt in der vorliegenden Studie weitgehend offen, da die Schulleitungen diesen Aspekt nur am Rande thematisieren. Dies erklärt sich aus dem Studiendesign, das ausschließlich die Perspektive der Schulleitungen einnimmt, welche durch ihren organisatorischen Aufgabenbereich geprägt ist. Die Studie stellt damit einen ersten explorativen Zugang zur Untersuchung der Feldtypik von Schulen im Kontext der Digitalisierung dar. Für zukünftige Forschung empfiehlt es sich, die Perspektiven verschiedener schulischer Akteur:innen – einschließlich Lehrkräfte, Schüler:innen und Eltern – einzubeziehen und die Stichprobe zu erweitern, um die Forschungsfrage umfassender zu beantworten.
Abschließend lässt sich für die Organisation Schule festhalten, dass die Ergebnisse im Kontext der Feldtypik und des Verständnisses von Schule als System aus losen und festen Kopplungen auf einen Umgang mit der digitalen Transformation hindeuten, bei dem insbesondere auf organisatorisch-administrativer Ebene eine feste Kopplung zwischen Administration und Schule besteht. Nach Aussagen der Schulleitungen haben hier die meisten Veränderungen stattgefunden und erfahren bei den Lehrkräften die größte Akzeptanz. Trotz der aufgezeigten Einschränkungen der Studie besteht die Vermutung, dass sich im Hinblick auf die unterrichtliche Praxis – trotz aller Bemühungen – möglicherweise weniger verändert hat, als beispielsweise durch den verstärkten Einsatz digitaler Medien im Unterricht (vgl. Abschn. 2.3) angenommen wird. Diese Annahme wird unter anderem durch die Ergebnisse der ICILS 2023 gestützt, die zeigen, dass die Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen bei Schüler:innen im Unterricht aus Sicht der Lehrkräfte sowohl im internationalen Vergleich als auch insgesamt eher gering ausfällt (Drossel et al. 2024).
Die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Stärkung der Schulleitungsrolle – insbesondere im Bereich der Personalentwicklung – erforderlich ist, um Digitalisierung nachhaltig auch auf Unterrichtsebene zu verankern. Ebenso sollte die Förderung und strukturelle Einbindung von Lehrkräften, die sich als Expert:innen für digitale Prozesse etabliert haben, weiter ausgebaut werden, um deren Kompetenzen für die gesamte Schule nutzbar zu machen.

Interessenkonflikt

L. Schlüter und A. Wacker geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Download
Titel
Zur Veränderung organisationaler Strukturen und Prozesse an Sekundarschulen im Zuge der digitalen gesellschaftlichen Transformation. Eine explorative Studie mit Schulleitungen
Verfasst von
Lisa Schlüter
Prof. Dr. Albrecht Wacker
Publikationsdatum
30.01.2026
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
DOI
https://doi.org/10.1007/s11612-026-00863-2

Supplementary Information

1
Zu beachten ist, dass diese Merkmale lediglich teilweise auf empirischen Befunden basieren.
 
2
Die Gesamtlehrerkonferenz (GLK) ist eine Versammlung sämtlicher Lehrkräfte der Schule. Beschlüsse werden in der Regel mit einfacher Mehrheit gefasst und sind verbindlich. Den Vorsitz der GLK führt der bzw. die Schulleiter:in.
 
Zurück zum Zitat Akremi, L. (2014). Stichprobenziehung in der qualitativen Sozialforschung. In N. Baur & J. Blasius (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung (S. 265–282). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-531-18939-0_17.CrossRef
Zurück zum Zitat Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2020). Bildung in Deutschland 2020. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in der digitalisierten Welt. https://doi.org/10.3278/6001820gw.CrossRef
Zurück zum Zitat Dalin, P. (1986). Organisationsentwicklung als Beitrag zur Schulentwicklung. Innovationsstrategien für die Schule. Schöningh.
Zurück zum Zitat DiMaggio, P. J., & Powell, W. W. (1983). The iron cage revisited: institutional isomorphism and collective rationality in organizational fields. American Sociological Review, 48(2), 147–160.CrossRef
Zurück zum Zitat Drepper, T., & Tacke, V. (2023). Die Schule als Organisation. In M. Apelt & V. Tacke (Hrsg.), Handbuch Organisationstypen (S. 399–429). Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Dresing, T., & Pehl, T. (2018). Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende (8. Aufl.).
Zurück zum Zitat Drossel, K., Gerick, J., Niemann, J., Eickelmann, B., & Domke, M. (2024). Die Perspektive der Lehrkräfte auf das Lehren mit digitalen Medien und die Förderung des Erwerbs computer- und informationsbezogener Kompetenzen in Deutschland im internationalen Vergleich. In B. Eickelmann, N. Fröhlich, W. Bos, J. Gerick, F. Goldhammer, H. Schaumburg, K. Schwippert, M. Senkbeil & J. Vahrenhold (Hrsg.), ICILS 2023—Computer- und informationsbezogene Kompetenzen und Kompetenzen im Bereich Computational Thinking von Schüler*innen im internationalen Vergleich (S. 149–187). Waxmann.
Zurück zum Zitat Eickelmann, B., & Gerick, J. (2017). Lehren und Lernen mit digitalen Medien – Zielsetzungen, Rahmenbedingungen und Implikationen für die Schulentwicklung. In K. Scheiter & T. Riecke-Baulecke (Hrsg.), Lehren und Lernen mit digitalen Medien: Strategien, internationale Trends und pädagogische Orientierungen. Schulmanagement-Handbuch, (Bd. 164, 36. Jahrgang, S. 54–81). Oldenbourg.
Zurück zum Zitat Eickelmann, B., Casamassima, G., Drossel, K. & Fröhlich, N.  (2024). ICILS 2023 im Überblick. Zentrale Ergebnisse, Entwicklungen über ein Jahrzehnt und mögliche Entwicklungsperspektiven. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783830999416.CrossRef
Zurück zum Zitat Endberg, M., & Lorenz, R. (2022). Selbsteingeschätzte Kompetenzen von Lehrpersonen der Sekundarstufe I zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht im Bundesländervergleich 2021 und im Trend seit 2017. In R. Lorenz, S. Yotyodying, B. Eickelmann & M. Endberg (Hrsg.), Schule digital – der Länderindikator 2021: Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Sekundarstufe I in Deutschland im Bundesländervergleich und im Trend seit 2017 (S. 89–115). Waxmann.
Zurück zum Zitat Feldhoff, T. (2011). Schule organisieren: Der Beitrag von Steuergruppen und Organisationalem Lernen zur Schulentwicklung. VS.CrossRef
Zurück zum Zitat Gerick, J., Eickelmann, B., Panten, B., Rothärmel, A., Rau, M., & Gottschalk, T. (2023). Abschlussbericht zum Forschungsprojekt ‚Gelingensbedingungen und Transfer von erfolgreichen Digitalisierungsprozessen an Schulen in Nordrhein-Westfalen (GuTe DigiSchulen NRW)‘. TU Braunschweig/Universität Parderborn.
Zurück zum Zitat Gräsel, C., Schledjewski, J., & Hartmann, U. (2020). Implementation digitaler Medien als Schulentwicklungsaufgabe. Zeitschrift für Pädagogik, 66(2), 208–224.CrossRef
Zurück zum Zitat Harder, A., Schumann, S., & Imboden, S. (2025). Die treibende Kraft hinter dem Wandel? Die digitale Transformation an beruflichen Schulen aus der Perspektive von Schulleitungen in der Schweiz und in Deutschland. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. https://doi.org/10.1007/s11618-025-01327-x.CrossRef
Zurück zum Zitat Herzog, W. (2011). Schule und Schulklasse als soziale Systeme. In R. Becker (Hrsg.), Lehrbuch der Bildungssoziologie (S. 163–202). VS. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92759-6_6.CrossRef
Zurück zum Zitat Ilomäki, L., & Lakkala, M. (2018). Digital technology and practices for school improvement: innovative digital school model. Research and practice in technology enhanced learning. https://doi.org/10.1186/s41039-018-0094-8.CrossRefPubMedPubMedCentral
Zurück zum Zitat Jahn, R. (2017). Im Sog des Infantilen. Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-14848-5.CrossRef
Zurück zum Zitat Krainz, U. (2018). Widerstand in Schulentwicklungsprozessen. Interdisziplinäre Perspektiven für die schulische Beratungsarbeit. In C. Juen-Kretschmer, K. Mayr-Keiler, G. Örley & I. Plattner (Hrsg.), Transfer Forschung – Schule; 4 Schule 21st – Perspektiven der Schulentwicklung im 21. Jahrhundert (S. 50–62). Klinkhardt.
Zurück zum Zitat Kuckartz, U., & Rädiker, S. (2024). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz (6. Aufl.). Juventa. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:31-epflicht-3155932
Zurück zum Zitat Lewalter, D., Diedrich, J., Goldhammer, F., Köller, O., & Reiss, K. (2023). PISA 2022. Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783830998488.CrossRef
Zurück zum Zitat Lorenz, R. (2018). Ressourcen, Einstellungen und Lehrkraftbildung im Bereich Digitalisierung. In N. McElvany, F. Schwabe, W. Bos & H. Holtappels (Hrsg.), IFS-Bildungsdialoge: Band 2. Digitalisierung in der schulischen Bildung: Chancen und Herausforderungen (S. 53–68). Waxmann.
Zurück zum Zitat Maag Merki, K. (2022). Schulentwicklungsforschung. In T. Hascher, T.-S. Idel & W. Helsper (Hrsg.), Handbuch Schulforschung (S. 477–497). Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Meuser, M., & Nagel, U. (2009). Das Experteninterview – konzeptionelle Grundlagen und methodische Anlage. In S. Pickel, G. Pickel, H.-J. Lauth & D. Jahn (Hrsg.), Lehrbuch. Methoden der vergleichenden Politik- und Sozialwissenschaft: Neue Entwicklungen und Anwendungen (1. Aufl. S. 465–479). VS.CrossRef
Zurück zum Zitat Miles, M. B. (1971). Innovation in education. Teachers College Press, Columbia University. [Hrsg.] Matthew B. Miles.
Zurück zum Zitat Scheerens, J. (2017). How Results of School Effectiveness Research could be used for School Improvement. In U. Steffens, K. Maag Merki & H. Fend (Hrsg.), Schulgestaltung: Aktuelle Befunde und Perspektiven der Schulqualitäts- und Schulentwicklungsforschung. Beiträge zur Schulentwicklung, (Bd. 2, S. 309–330). Waxmann.
Zurück zum Zitat Schmitz, M.-L., Antonietti, C., Consoli, T., Cattaneo, A., Gonon, P., & Petko, D. (2023). Transformational leadership for technology integration in schools: Empowering teachers to use technology in a more demanding way. Computers & Education, 204, 1–15. https://doi.org/10.1016/j.compedu.2023.104880.CrossRef
Zurück zum Zitat Stalder, F. (2021). Kultur der Digitalität (5. Aufl.). Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Stalder, F., & Kuttner, C. (2022). Schule in der Kultur der Digitalität – Schule als Reflexionsraum. Im Gespräch mit Felix Stalder. In C. Kuttner & S. Münte-Goussar (Hrsg.), Praxistheoretische Perspektiven auf Schule in der Kultur der Digitalität (S. 3–19). Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Terhart, E. (2010). Schulentwicklung und Lehrerkompetenzen. In T. Bohl, W. Helsper, H. G. Holtappels & C. Schelle (Hrsg.), Handbuch Schulentwicklung: Theorie, Forschungsbefunde, Entwicklungsprozesse, Methodenrepertoire. UTB Schulpädagogik, (Bd. 8443, S. 237–241). Klinkhardt.
Zurück zum Zitat Terhart, E. (2018). Schulpädagogik und Organisationspädagogik: Intradisziplinäre Bezüge. In M. Göhlich, A. Schröer & S. M. Weber (Hrsg.), Handbuch Organisationspädagogik (S. 47–57). Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Tulowitzki, P., & Gerick, J. (2020). Schulleitung in der digitalisierten Welt. Empirische Befunde zum Schulmanagement. DDS – Die Deutsche Schule, 112(3), 324–337. https://doi.org/10.31244/dds.2020.03.08.CrossRef
Zurück zum Zitat Tyack, D., & Tobin, W. (1993). The “grammar” of schooling: why has it been so hard to change? American Educational Research Journal, 31(3), 453–479.CrossRef
Zurück zum Zitat Waffner, B. (2021). Schulentwicklung in der digital geprägten Welt: Strategien, Rahmenbedingungen und Implikationen für Schulleitungshandeln. In A. Wilmers, M. Achenbach & C. Keller (Hrsg.), Bildung im digitalen Wandel. Organisationsentwicklung in Bildungseinrichtungen (S. 67–103). Waxmann. https://doi.org/10.31244/9783830994558.03.CrossRef
Zurück zum Zitat Wahl, J., Nittel, D., & Tippelt, R. (2022). Pädagogische Organisationen: Die Verschränkung von Träger, Einrichtung und Gemeinschaft. Zeitschrift für Pädagogik, 68(3), 389–407. https://doi.org/10.3262/ZP2203389.CrossRef
Zurück zum Zitat Weick, K. E. (1976). Educational Organizations as Loosely Coupled Systems. Administrative Science Quarterly, 21(1), 1–19.CrossRef
    Bildnachweise
    Schmalkalden/© Schmalkalden, NTT Data/© NTT Data, Verlagsgruppe Beltz/© Verlagsgruppe Beltz, rku.it GmbH/© rku.it GmbH, ibo Software GmbH/© ibo Software GmbH, Sovero/© Sovero, Axians Infoma GmbH/© Axians Infoma GmbH, genua GmbH/© genua GmbH, Prosoz Herten GmbH/© Prosoz Herten GmbH, Stormshield/© Stormshield, MACH AG/© MACH AG, OEDIV KG/© OEDIV KG, Rundstedt & Partner GmbH/© Rundstedt & Partner GmbH, Doxee AT GmbH/© Doxee AT GmbH , Governikus GmbH & Co. KG/© Governikus GmbH & Co. KG, Vendosoft/© Vendosoft, givve Bezahlkarte - digitale Effizienz trifft menschliche Nähe/© givve