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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

Wissenschaft oder Fertigkeit? Streitgedanken über den akademischen Rang des Controlling

Zusammenfassung
„Controlling auf dem Weg zu einer eigenständigen betriebswirtschaftlichen Disziplin“, lautet das Thema der diesjährigen Controller-Tagung an der WHU. Ein feststellender Titel. Denn dass Controlling eine eigenständige Disziplin ist, stellen die Veranstalter gar nicht mehr in Frage. Es geht offensichtlich nur noch um den Weg dorthin. Nicht mehr das „Ob“ wird diskutiert, nur noch das „Wie“.
Karl-Ludwig Kley

Controlling und Organisationstheorie

Frontmatter

Ein kleiner Reisebericht aus einem benachbarten, aber doch fremden Gebiet

Zusammenfassung
Als vor ein paar Monaten Herr Kollege Weber mich fragte, ob ich bereit wäre, einen Vortrag über Controlling als Wissenschaft aus der Sicht der Organisationstheorie zu halten, war ich nicht schlecht erstaunt. Weshalb sollte sich gerade ein Vertreter der Organisationstheorie zu einem Beurteiler einer anderen Disziplin aufschwingen? Da ich aber schon einiges Erstaunliches über das Fach Controlling gehört hatte — es wurde beispielsweise das Gerücht verbreitet, dass es sich um eine Art Super-Betriebswirtschaftslehre handele — war ich einigermaßen neugierig und so nahm ich das Angebot an. Da man in ein paar Wochen natürlich nur an der Oberfläche kratzen kann, muss ich die Controlling-Kollegen schon jetzt um Entschuldigung bitten, dass ich Aussagen zu ihrem Fach mache, ohne behaupten zu können, ein intimer Kenner zu sein. Mein Bericht ist also alles andere als eine wissenschaftliche Analyse, eher eine Art touristische Exkursion.
Alfred Kieser

Die theoretische Fundierung des Controlling: Kann das Controlling von der Organisationstheorie lernen?

Zusammenfassung
In den letzten Jahren hat sich die Controllingforschung wieder vermehrt mit der eigenen konzeptionellen bzw. theoretischen Fundierung auseinandergesetzt1 und in diesem Rahmen auch den Zusammenhang von Controlling und Organisation thematisiert. Dabei kamen vor allem Abgrenzungsprobleme zwischen dem koordinationsorientierten Controlling und der Organisation zur Sprache.2 Da im Folgenden eine reflexionsorientierte Konzeption des Controlling zugrunde liegt,3 wird diese Diskussion hier nicht weiter vertieft. Vielmehr steht die Übertragung organisationstheoretischer Überlegungen auf das Controlling im Vordergrund.
Ewald Scherm, Gotthard Pietsch

Empirische Forschung im Controlling

Frontmatter

Empirische Controllingforschung — Anmerkungen aus der Perspektive des Marketing

Zusammenfassung
Die Bedeutung empirischer betriebswirtschaftlicher Forschung im deutschsprachigen Raum hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine Auswertung der führenden deutschsprachigen betriebswirtschaftlichen Zeitschriften durch Krafft/Haase/Siegel zeigt ein deutliches Wachstum des Anteils statistisch-ökonometrischer Arbeiten seit Beginn der 90er Jahre.1 In einer ähnlich ausgerichteten Untersuchung stellt Hauschildt allerdings fest, dass empirische Forschung im deutschsprachigen Raum immer noch ein deutlich geringeres Gewicht hat als auf internationaler Ebene.2 Empirische Arbeiten machen nur einen Anteil von 32% an den zwischen 1997 und 2000 in führenden deutschsprachigen Zeitschriften veröffentlichten Forschungsarbeiten aus, während in führenden internationalen Fachzeitschriften im gleichen Zeitraum 75% der Arbeiten empirische Untersuchungen zum Gegenstand haben.
Christian Homburg, Martin Klarmann

Vier Thesen zur empirischen Fundierung des Controlling

Zusammenfassung
Ein wesentlicher Bestandteil des rationalitätsorientierten Controlling und anderer Controlling-Konzeptionen stellt die Sicherstellung der “Effektivität” und “Effizienz” der Führung dar, welche insbesondere die Beurteilung der Güte von Managementhandlungen einschließt. Diesen beiden, in der wirtschaftlichen Wissenschaft und Praxis vielfach parallel oder sogar synonym verwendeten Begriffen liegt jedoch bislang kein einheitliches Verständnis zu Grunde. In vielen Fällen scheint dieser Sachverhalt gerade die Attraktivität dieser Begriffe zu begründen; eine hierauf aufbauende (empirische) Fundierung des Controlling erzwingt jedoch eine inhaltliche Konkretisierung dieser Begriffe.
Harald Dyckhoff, Roland Gilles

Empirische Analysen zum Controlling

Zusammenfassung
Empirische Analysen von Steuerungsbzw. Controlling-Problemen, -Methoden und -Systemen bilden
  • in der Angewandten Controlling-Lehre die Grundlage von praxisbezogener Kritik und Weiter- oder Neuentwicklung problemspezifischer/situativer Controlling- Methoden und -systeme,
  • in der Allgemeinen Controlling-Lehre/-Wissenschaft
    (1)
    eine Basis zur realistisch typisierenden Deskription und Erklärung (Wirkungsanalyse) von Controlling-Modellen/-Ansätzen im Rahmen der Entwicklung eines realitätsbezogenen Begriffs- bzw. Referenzsystems des Controlling und darauf aufbauend einer exemplarischen Controlling-Theorie über Verhalten und Effekte von Controlling-Institutionen, -Regeln und -Prozessen, entsprechend einem empirisch-theoretischen Ziel der Controlling-Lehre bzw. — Wissenschaft,
     
    (2)
    eine Basis zur realistisch typisierenden Synthese i.S. einer realitätsbezogenen konstruktiven Kritik, Validierung, Korrektur und Innovation von Controlling-Methoden und -Systemen (Prognose- und Simulations-, Entschei- dungs- und Durchsetzungs-, Überwachungs-/Kontroll-, Adaptions- und Innovationsmodellen) im Rahmen der Entwicklung einer Theorie der Controlling- Politik /-Methodik oder -Systemtechnik entsprechend einem pragmatischen/praktisch-normativen Ziel der Controlling-Lehre bzw. -Wissenschaft.
     
Winfried Matthes, Thorsten Böth, Markus Pütz

Die Bedeutung ethnographischer Methoden für die Controllingforschung

Zusammenfassung
Vor allem in jüngeren Beiträgen der deutschsprachigen Controllingforschung wird mitunter ein Defizit an empirischer Fundierung der Theoriekonzeptionen konstatiert.1 Zurückgeführt wird dies darauf, dass der „Kern“ der Disziplin noch nicht in dem Ausmaß ausgearbeitet bzw. gesichert sei, dass er die Komplexität der Controllingpraxis hinreichend abbilde.
Tobias Scheytt

Controlling als organisationale Praxis: Implikationen für die Forschung

Zusammenfassung
Betrachtet man die deutschsprachige Controllingforschung, so fällt zum einen auf, dass generell wenig empirische Forschung betrieben wird. Zum anderen konzentrieren sich die vorhandenen empirischen Arbeiten meist auf die formalen und institutionalen Aspekte von Controlling. Vereinfacht lassen sich dabei vier primäre Forschungsschwerpunkte ausmachen:1
  • Erhebungen zu den Aufgaben bzw. Aufgabenfeldern, die Controllingbereichen in der Praxis zugeordnet warden2,
  • Erhebungen zum Berufsbild des Controllers und zu den geforderten Qualifikationen von Controllern, insbesondere durch Analysen von Stellenanzeigen3,
  • Erhebungen zur Verortung von Controllingbereichen in der Formalstruktur von Organisationen4 sowie
  • einige Untersuchungen zur Effizienz von Controllingsystemen5.
Albrecht Becker, Silvia Jordan, Martin Messner

Empirische Forschung zur Konsistenz von Controllingsystemen

Zusammenfassung
Prinzipiell kann betriebswirtschaftliche Forschung nach unterschiedlichen Forschungskonzeptionen betrieben werden.1 Ausgangspunkt der nachfolgenden Betrachtungen ist ein pragmatisches Wissenschaftsziel als Forschungskonzeption, d. h., Gegenstand der Forschung ist die Ableitung betriebswirtschaftlicher Technologien, verstanden als anwendungsbezogene, aber allgemeingültige Ziel-/Mittel-Aussage i. S. eines zielerreichenden Gestaltens. Das pragmatische Wissenschaftsverständnis schließt notwendigerweise eine fundierte betriebswirtschaftliche Theorie ein, da nur auf dieser Basis generell Ziel-Mittel Aussagen möglich sind. Betriebswirtschaftliche Theorien können zu einer (normativen) betriebswirtschaftlichen Philosophie weiter entwickelt werden, die im Sinne einer wissenschaftlichen Beratung Empfehlungen zur Gestaltung des betriebswirtschaftlichen Erkenntnisobjekts „Unternehmen“ abgibt.
Thomas Günther

Controlling im Spannungsfeld interner Prozesse und Kundenbedürfnisse — Ergebnisse einer empirischen Erhebung

Zusammenfassung
Gerade in Zeiten zunehmender Umweltdynamik und steigenden Wettbewerbsdrucks genügt die alleinige Fokussierung unternehmensinterner Fragestellungen durch das Controlling nicht mehr. Ergänzend zur bisherigen Effizienzorientierung muss sich das Controlling für Fragen der Unternehmensumwelt und der Effektivität öffnen. Ziel einer derartigen Ausrichtung ist die Integration marktlicher Anforderungen und eine dahingehende Schärfung des Leistungsprofils.1
Regina Schröder, Friederike Wall

Controlling Intellektuellen Kapitals — Überlegungen zu einer Theorie des Controlling auf der Basis einer empirischen Untersuchung

Zusammenfassung
Dieser Beitrag verknüpft zwei Debatten, die bislang kaum miteinander verbunden sind, deren inhaltliche Nähe bei genauerer Betrachtung aber nicht zu übersehen ist. Die Debatte zum Intellektuellen Kapital (IK) befasst sich mit der Frage, was das IK einer Organisation ist, wie es konzeptionell gefasst, abgebildet und ,management control practices’ zugänglich gemacht werden kann. Die Controllingdebatte im deutschsprachigen Raum wendet sich auf der Suche nach dem Kern des Faches immer stärker Fragen von Information und Wissen, Organisation und Führung sowie der Sicherung von Rationalität im Zusammenspiel von Controlling und Management in spezifischen organisationalen Kontexten zu.
Michael Habersam, Martin Piber

Controlling von Spielerinvestitionen in der Fußball-Bundesliga

Zusammenfassung
In kaum einer Branche ist die Erreichung der wirtschaftlichen Formalziele Rentabilität und finanzielle Sicherheit derart stark mit der Erreichung der Sachziele Gütererstellung und-vertrieb verknüpft wie im professionellen Mannschaftssport.1 In der Fußball-Bundesliga führt schon ein sportlicher Misserfolg innerhalb einer Spielsaison zu einem (zum Teil schwerwiegenden) wirtschaftlichen Einbruch, wenn nicht in den zurückliegenden sportlich erfolgreichen Spielzeiten entsprechende Rücklagen geschaffen wurden.2 Aus Sicht des strategischen Controlling stellt die Zusammensetzung des Spielerkaders den Schlüssel für den sportlichen und damit auch letztendlich für den wirtschaftlichen Erfolg dar. Obgleich ihre bilanzielle Behandlung umstritten ist,3 gehören folglich Spielerinvestitionen zu den bedeutendsten Entscheidungen in einem Bundes-ligaverein. Ein Blick in den aktuellen Geschäftsbericht von Borussia Dortmund unterstreicht die Wichtigkeit der Ressource Fußballspieler. Mit über 67,0 Mio. EUR ist die Position der immateriellen Vermögensgegenstände, die sich fast ausschließlich aus den Spielerwerten zusammensetzt, die mit Abstand stärkste Position im gesamten Anlagevermögen von Borussia Dortmund (112,7 Mio. EUR)4.
Jörn Littkemann

Unternehmensanalyse vor dem Hintergrund von Basel II

Zusammenfassung
Die Arbeit des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht wird die Spielregeln in der Finanzierung mittelständischer Unternehmen verändern. Mit seinem Zweiten Konsultationspapier zur Neuen Eigenkapitalvereinbarung, das im Januar 2001 publiziert wurde,2 schlug der Ausschuss zwei gleichberechtigte Methoden zur Bemessung des Kreditrisikos (zum Zwecke der Eigenkapitalunterlegung) vor. Hieraus folgt in praxi, dass die finanzierenden Institute in Deutschland den Weg des bankinternen Ratings (weiterhin) verfolgen werden. Der Ausschuss sieht vor, nach einer Veröffentlichung eines Dritten Konsultationspapiers die Neue Eigenkapitalvereinbarung bis Jahresende 2006 in Kraft treten zu lassen.
Carl-Christian Freidank, Karsten Paetzmann

Zur Lehre im Fach Controlling — Eine empirische Bestandsaufnahme an deutschsprachigen Universitäten

Zusammenfassung
Obwohl der Weg zur einer „Selbstfindung“ des Controlling als eigenständige betriebswirtschaftliche Teildisziplin nicht unproblematisch angesehen wurde und wird,1 hat sich das Fach inzwischen an den deutschsprachigen Hochschulen weitgehend etabliert. Es gibt inzwischen 68 Lehrstühle an deutschsprachigen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in ihrer Bezeichnung das Wort Controlling explizit führen.
Bernhard Hirsch

Längsschnittstudie der Controlleraufgaben

Zusammenfassung
Die Bewährung in der Praxis gilt als zentrale Anforderung bei der Formulierung einer eigenständigen Problemstellung des Controlling. Sind die Wurzeln des Controlling1 als betrieblicher Funktion aufgabenträgerbezogener Natur2 und übernehmen Controller dort wichtige Teilfunktionen3 kommt der empirischen Untersuchung von Controlleraufgaben eine hervorgehobene Bedeutung zur Erklärung des Controlling-Phänomens zu4. Empirische Studien belegen zu unterschiedlichen Zeiten eine „reale Variabilität“ von Controlleraufgaben5 die einen Teil des „Schillernden“ des Controlling begründet6. Zahlreiche Beiträge erklären diese „reale Variabilität“ mit einer kontextabhängigen Veränderung der Controlleraufgaben im Zeitablauf, die der groben Linie „von einer eher rechnungswesenorientierten Aufgabe zu einer umfassenden Koordinationsaufgabe“7folge8. Eine „praxisgerechte“ Controlling-Theorie im beschriebenen Sinne muss ihre Aussagefähigkeit erhalten, indem sie potenzielle Veränderungen der Controlleraufgaben nach vollziehen und erklären kann: „Notwendig ist [allerdings], daß man stereotype Definitionen ständig überprüft, weil sonst die Gefahr besteht, daß sie die Entwicklung verhindern.“9
Carsten Prenzler
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