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Zwischen Wissen und Nichtwissen

Moderne Unternehmensführung aus Sicht von Wissenschaft und Praxis

  • 2026
  • Buch

Über dieses Buch

Diese Festschrift ist Prof. Dr. Thomas Spengler gewidmet und damit einem Wissenschaftler, dessen Werk über mehr als drei Jahrzehnte hinweg durch eine beeindruckende thematische Breite und zugleich durch eine konsequente methodische Ausrichtung geprägt ist. Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen stets Fragen der Unternehmensführung und Organisation. Insbesondere die methodische Fundierung von Entscheidungen unter Unbestimmtheit ist charakteristisch für seine Werke.

Der Raum zwischen Wissen und Nichtwissen bildet den Gegenstand und zugleich den Titel der vorliegenden Festschrift. Er steht sinnbildlich für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Grenzen des Wissens und u. a. der Suche nach tragfähigen Bewertungs- und Entscheidungsgrundlagen trotz bestehender Unbestimmtheiten.

Insgesamt 37 Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter tragen in dem vorliegenden Werk in 21 Beiträgen ihre Perspektiven, Gedanken und Themen zur vorliegenden Festschrift bei.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Teil I: Generelle Perspektive der Unternehmensführung

    1. Frontmatter

    2. Das wissenschaftliche Erbe von Thomas Spengler: Beiträge zur Betriebswirtschaftslehre als entscheidungsorientierte Realwissenschaft

      Tobias Volkmer, Olga Metzger-Volkmer
      Das Kapitel widmet sich dem wissenschaftlichen Erbe von Thomas Spengler und dessen Beiträgen zur Betriebswirtschaftslehre als entscheidungsorientierte Realwissenschaft. Es beginnt mit einer Reflexion über die wissenschaftliche Relevanz betriebswirtschaftlicher Forschung und betont die Bedeutung von Spenglers Arbeiten für die Praxis. Der Text analysiert die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre als Realwissenschaft und hebt die Bedeutung von Theorie und Praxis hervor. Ein zentraler Fokus liegt auf der entscheidungsorientierten Herangehensweise und der Entwicklung von Modellen zur Unterstützung rationaler Entscheidungen. Praktische Beispiele aus der Personalführung und Personalplanung verdeutlichen die Relevanz von Spenglers Ansätzen. Abschließend wird die Bedeutung von (modell-)theoretischem Vorgehen und kritischem Diskurs für die betriebswirtschaftliche Praxis betont. Das Kapitel zeigt auf, wie Spenglers Forschung die Praxis bereichert und welche langfristigen Auswirkungen seine Arbeiten haben. Es bietet einen detaillierten Einblick in die theoretischen Grundlagen und deren praktische Anwendung, was für Professionals in der Betriebswirtschaftslehre von großem Interesse ist.
    3. Entscheidungen theoretisch fundiert treffen und Veränderungen in der Praxis erfolgreich sichern

      Frank Kieper
      In diesem Kapitel wird die Bedeutung von Operations Research (OR) und Change Management für fundierte Entscheidungen und erfolgreiche Veränderungen in Organisationen untersucht. Es wird gezeigt, wie mathematische Modelle und Theorien wie die Fuzzy Set Theorie sowie künstliche Intelligenz dabei helfen können, Unsicherheiten zu bewältigen und optimale Entscheidungen zu treffen. Der Text beleuchtet die Historie der Nutzung von OR in der Praxis und stellt verschiedene Entscheidungsmodelle vor, die in der Personalwirtschaft und anderen Bereichen eingesetzt werden können. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung von Change Management für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen, wobei das Bedingungsoktagon nach Spengler als ein zentrales Instrument zur Sicherstellung des Erfolgs von Veränderungen dient. Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass die Herausforderungen der dynamischen Entwicklungen in Organisationen mit Hilfe formaler Entscheidungsmodelle und erfolgssicherndem Change Management gemeistert werden können.
    4. Bewertung von unternehmerischen Handlungsflexibilitäten im Lichte von Unschärfe: Eine realoptionsbasierte Betrachtung

      Elmar Lukas, Natalie Nowak
      In diesem Fachbeitrag wird die Bewertung von unternehmerischen Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit mithilfe von Realoptionsmodellen untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der Integration von unscharfen Informationen durch die Fuzzy-Logik, um die Realität unternehmerischer Entscheidungsprozesse besser abzubilden. Der Beitrag analysiert, wie Marktrisiko und Technologierisiko den Investitionszeitpunkt und den Optionswert beeinflussen. Es wird gezeigt, dass die Berücksichtigung von Unschärfe zu einer weiteren Erhöhung des Investitionsschwellenwertes führt, was auf eine ausgeprägtere Tendenz zum strategischen Abwarten hindeutet. Die Analyse basiert auf einem fuzzy-stochastischen Warteoptionsmodell, das subjektive Einschätzungen des Managements explizit berücksichtigt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Einsatz fuzzy-logischer Methoden einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Realoptionsbewertung leisten kann.
    5. Ökonomik im Widerstreit von Vernunft, Ignoranz und Inkompetenz

      Horst Gischer, Guido Henkel
      Der Fachbeitrag untersucht die Spannungen zwischen Vernunft, Ignoranz und Inkompetenz in der Ökonomik. Er beleuchtet die Herausforderungen und Grenzen der ökonomischen Theorie in der Praxis und analysiert die Komplexität der empirischen Sachverhalte. Der Text betont die Notwendigkeit einer empirisch fundierten und praxisnahen Wirtschaftspolitik und kritisiert die unkritische Übertragung theoretischer Modelle auf die Lebenswirklichkeit. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Vernunft und des Verstandes als notwendige und belastbare Voraussetzungen für eine fundierte Wirtschaftspolitik. Der Beitrag zeigt auf, dass die ökonomische Theorie und Praxis in einem ständigen Wandel begriffen sind und dass die Bereitschaft zur Akzeptanz des Neuen und zur kritischen Auseinandersetzung mit den bestehenden Modellen und Annahmen entscheidend für den Fortschritt in der Ökonomik ist. Der Text richtet sich an Experten mit fortgeschrittenen Fachkenntnissen in Ökonomik und zeichnet sich durch eine tiefgehende Analyse und eine klare, prägnante Sprache aus, die auch komplexe Zusammenhänge verständlich macht.
    6. Notwendige Bedingungen in der Unternehmensführung: Neue Perspektiven durch die Kombination von Meta-Analyse und Necessary Condition Analysis

      Christopher Schlägel, Ida-Anna Thiele, Gerandi Matraku
      Die Necessary Condition Analysis (NCA) ist eine statistische Methode, die notwendige Bedingungen für das Eintreten bestimmter Ergebnisse in der Unternehmensführung identifiziert. Im Gegensatz zu traditionellen Analysemethoden, die beitragende Bedingungen betonen, konzentriert sich die NCA auf Faktoren, die zwingend vorhanden sein müssen, damit ein bestimmtes Ergebnis eintreten kann. Die Kombination von Meta-Analyse und NCA ermöglicht eine robustere und generalisierbare Analyse notwendiger Bedingungen. Durch die Integration meta-analytischer Daten wird die Reliabilität der Messungen von unabhängigen und abhängigen Variablen berücksichtigt, was die externe Validität der Ergebnisse erhöht. Die Methode wird anhand des Beispiels der Beziehung zwischen interkultureller Intelligenz und interkultureller Anpassung bei Auslandsentsendungen illustriert. Die Ergebnisse zeigen, dass interkulturelle Intelligenz eine notwendige Bedingung für interkulturelle Anpassung darstellt. Die Kombination von Meta-Analyse und NCA bietet wertvolle neue Erkenntnisse zu notwendigen Bedingungen in der Unternehmensführungsforschung und ermöglicht eine differenzierte Betrachtung komplexer Phänomene.
    7. Entscheidungen unter Rechtsunsicherheit – Gibt es eine Legal Judgement Rule?

      Ulrich Burgard, Carsten Heimann
      Der Fachbeitrag beleuchtet die Herausforderungen von Entscheidungen unter Rechtsunsicherheit für Geschäftsführer und untersucht, ob es eine Legal Judgement Rule gibt, die wie die Business Judgement Rule bei unternehmerischen Entscheidungen eine Haftung ausschließt. Der Text analysiert die unterschiedlichen Ansichten und Rechtsprechungen im Außen- und Innenverhältnis und diskutiert die Anforderungen an die Entscheidung des Geschäftsleiters. Es wird hervorgehoben, dass im Außenverhältnis keine Privilegierung bei einer unter rechtlicher Unsicherheit erfolgten Fehleinschätzung der Rechtslage besteht, während im Innenverhältnis im Einzelfall am Verschulden fehlen kann. Der Beitrag betont die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung der Rechtslage und der Einholung von Rechtsrat sowie die Notwendigkeit einer Abwägung zwischen der Wahrscheinlichkeit rechtmäßigen Handelns und dem Unternehmensinteresse. Abschließend wird festgehalten, dass eine Legal Judgement Rule, die bereits eine Pflichtverletzung ausschließt, nicht existiert, aber eine abgewogene Entscheidung die Verantwortlichkeit für eine Fehlentscheidung entfallen lassen kann.
    8. Vom Glück des Unvollkommenen – ökonomische Vorteile von Marktunvollkommenheiten auf den Absatzmärkten aus Perspektive der Unternehmensführung

      Thomas Bürkle
      Dieser Fachbeitrag untersucht die ökonomischen Vorteile von Marktunvollkommenheiten auf den Absatzmärkten aus der Perspektive der Unternehmensführung. Er analysiert, wie Unternehmen begrenzte Rationalität, asymmetrische Informationsverteilung, Transaktionskosten und Verbraucherpräferenzen strategisch nutzen können, um Geschäftsmodelle zu optimieren und Gewinnpotenziale zu erschließen. Der Beitrag beleuchtet auch die Auswirkungen der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf Marktstrukturen und -prozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anwendung des Branchenstrukturmodells von Porter und den daraus abgeleiteten Wettbewerbsstrategien. Abschließend wird diskutiert, wie Marktunvollkommenheiten als existenzbegründend und -sichernd für Unternehmen fungieren können. Der Text bietet eine detaillierte Analyse und praktische Anwendungen, die für Professionals in der Unternehmensführung und im Marketing von großem Interesse sein werden.
  3. Teil II: Personalwirtschaftliche Perspektive der Unternehmensführung

    1. Frontmatter

    2. Ambidextrous Leadership als Grundlage für die Personaleinsatzplanung

      Jan Laser
      Ambidextrous Leadership ist eine Führungsform, die sowohl die Effizienz bestehender Prozesse als auch die Innovation und Erschließung neuer Märkte fördert. Dieser Fachbeitrag untersucht, wie Führungskräfte durch die Kombination von Exploration und Exploitation eine Balance zwischen diesen beiden Bereichen herstellen können. Es werden verschiedene Führungstypen identifiziert und Kriterien für die Mitarbeiterbeurteilung entwickelt, die in ein mathematisches Entscheidungsmodell einfließen. Das Modell ermöglicht eine optimale Mitarbeiterallokation, um die Eignung von Führungskräften für verschiedene Rollen zu bewerten. Abschließend werden Schlussfolgerungen gezogen und offene Forschungsthemen aufgezeigt, die weitere Untersuchungen erfordern. Der Beitrag bietet eine detaillierte Analyse der Anforderungen an Führungskräfte im Kontext von Ambidextrous Leadership und zeigt auf, wie diese in die Personaleinsatzplanung integriert werden können.
    3. Wirkung von Recruiting-Plattformen auf Mitarbeiterbindung

      Jan Malmendier
      Der Fachbeitrag untersucht die Wirkung verschiedener Recruiting-Plattformen auf die Mitarbeiterbindung und analysiert die Bedeutung von digitalen Kanälen wie Karrierenetzwerken, Stellenbörsen und Unternehmenswebseiten. Es wird aufgezeigt, wie diese Kanäle die Art und Weise, wie Unternehmen Talente gewinnen und binden, prägen. Der Beitrag beleuchtet die Vor- und Nachteile der einzelnen Kanäle und zeigt auf, wie eine Kombination aus digitalem Recruiting und Mitarbeiterempfehlungen zu einer höheren Qualität der Bewerber und einer stärkeren Mitarbeiterbindung führen kann. Praktische Beispiele und empirische Daten untermauern die Analyse und bieten wertvolle Einblicke in die erfolgreiche Umsetzung von Recruiting-Strategien. Der Text betont die Bedeutung einer nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Personalgewinnung und zeigt, wie eine überlegene Recruiting-Strategie einen direkten Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens leisten kann.
    4. Nudging im betrieblichen Gesundheitsmanagement

      Lukas Noeßelt, Heike Schenk-Mathes
      Der Fachbeitrag beleuchtet die Bedeutung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und konzentriert sich auf die Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens durch Nudging. Es werden die drei Säulen des BGM – Arbeits- und Gesundheitsschutz, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung – vorgestellt, wobei der Fokus auf der dritten Säule liegt. Bewegte Pausen als verhältnispräventive Maßnahme werden als effektive Methode zur Integration von Bewegung in den Arbeitsalltag diskutiert. Der Beitrag erklärt, wie Nudging als kostengünstiges und einfaches Instrument der Verhaltensmodifikation eingesetzt werden kann, um Mitarbeiter zur Teilnahme an bewegten Pausen zu motivieren. Eine Vorstudie untersucht die Wirksamkeit von Nudging in Bezug auf die Teilnahme an bewegten Pausen. Die Ergebnisse zeigen, dass Nudging die Teilnahmequote erhöhen kann, jedoch weitere Forschung notwendig ist. Der Beitrag schließt mit einem Fazit, das die Bedeutung von Nudging im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung hervorhebt und auf mögliche Herausforderungen wie Reaktanz und die Notwendigkeit größerer Studien eingeht.
    5. Vom Beruf zur Berufung – einige personalwirtschaftliche Überlegungen

      Dorothea Alewell
      Der Fachbeitrag untersucht das Konzept der Berufung in der Arbeitswelt und seine Entwicklung von religiösen Wurzeln zu modernen, säkularen Definitionen. Es wird analysiert, wie Berufung die Identität, Motivation und Zufriedenheit von Menschen beeinflusst und welche Herausforderungen und Chancen sich im Ruhestand ergeben. Der Text beleuchtet verschiedene Definitionen von Berufung, von klassischen spirituell-religiösen Ansätzen bis hin zu modernen, individuumszentrierten Konzepten. Es wird diskutiert, wie Berufung die berufliche Identität und Zufriedenheit beeinflusst und welche positiven sowie negativen Auswirkungen sie haben kann. Zudem werden Strategien für den Umgang mit Berufung im Ruhestand vorgestellt, einschließlich der Möglichkeit, berufungsrelevante Aufgaben in neuen Kontexten zu realisieren. Der Beitrag schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung von Berufung im beruflichen Leben und die Notwendigkeit, diese auch im Ruhestand weiterzuentwickeln.
    6. Der KI-basierte Rekrutierungsprozess im Personalwesen: Eine Literaturanalyse

      Kai Heinrich, Elena Parafeeva
      Der Fachbeitrag untersucht den Einsatz von KI-basierten Systemen im Rekrutierungsprozess und deren Auswirkungen auf die Personalbeschaffung. Der Text beleuchtet die Vorteile wie Effizienzsteigerung und Kostensenkung, aber auch die Herausforderungen im Hinblick auf Fairness, Transparenz und ethische Bedenken. Besonders betont wird die Bedeutung der Wahrnehmung von KI-Systemen durch Bewerber und die Notwendigkeit, menschliche und algorithmische Entscheidungsfindung zu kombinieren. Der Beitrag liefert praktische Handlungsempfehlungen für Unternehmen, um einen fairen und inklusiven Rekrutierungsprozess zu gewährleisten. Zudem werden zukünftige Forschungsfragen aufgezeigt, die sich mit der Akzeptanz und Transparenz von KI-Systemen in der Personalbeschaffung beschäftigen.
    7. Zukunft der Arbeit: Eine empirische Untersuchung von Erwartungen und Wünschen von Hochschulabsolventen

      Daniel Baier, Alexandra Rese, Ann-Katrin Ziegler
      In diesem Fachbeitrag wird eine empirische Untersuchung der Erwartungen und Wünsche von Hochschulabsolventen an ihren zukünftigen Arbeitsplatz vorgestellt. Die Studie basiert auf Befragungen, die im Frühjahr 2018 und Frühjahr 2025 durchgeführt wurden und vergleicht die Ergebnisse der beiden Zeitpunkte. Die Untersuchung konzentriert sich auf gestaltbare Arbeitsplatzmerkmale, die aufgrund der Digitalisierung leicht veränderbar sind, wie flexible Arbeitszeit, flexibler Arbeitsort und Social Workplaces. Die Kano-Methodik wird als Alternative zur logistischen Regression verwendet, um die Beziehung zwischen der Erfüllung von Merkmalen und der Gesamtzufriedenheit zu modellieren. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der pandemiebedingten Veränderungen und der geänderten Wirtschaftssituation die Erwartungen und Wünsche der Hochschulabsolventen an ihren Arbeitsplatz weitgehend stabil geblieben sind. Die Befragten erwarten weiterhin, dass Unternehmen die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes vorsehen, Freiraum für Weiterentwicklung bieten sowie die gegebenen Möglichkeiten zu Arbeitsort- und Arbeitszeitflexibilisierung nutzen. Trendigen Arbeitsplatzveränderungen wie Social Workplace und Coworking Spaces gegenüber sind viele Hochschulabsolventen indifferent eingestellt. Als wichtiges gefordertes neues Merkmal ist hingegen regelmäßiges Feedback und transparente Kommunikation zu nennen. Die Studie verdeutlicht, dass die Kano-Methodik es ermöglicht, mit wenig Aufwand die Erwartungen und Wünsche eines Zielsegments an seinen künftigen Arbeitsplatz zu ermitteln und dass die erzielten Ergebnisse sich gut dazu eignen, um den Arbeitsplatz und seine Bewerbung sinnvoll zu gestalten. Der Beitrag schließt mit einem methodischen Vergleich und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsprojekte.
    8. Regelbasierte Führungsstilwahl unter Berücksichtigung individueller Persönlichkeitsdeterminanten

      Kim Michelle Staufenbiel
      Das Kapitel analysiert die Weiterentwicklung des normativen Entscheidungsmodells von Vroom & Yetton (1973) zur Führungsstilwahl. Es wird die Integration von individuellen Persönlichkeitsdeterminanten wie Leistungsmotiv und Anspruchsniveau diskutiert, um die Partizipationsrate präziser zu bestimmen. Der Beitrag zeigt, wie durch die Anwendung von Fuzzy-Logik und die Berücksichtigung von Motivations- und Qualifikationsaspekten eine differenziertere und realitätsnähere Führungsstilwahl ermöglicht wird. Die Erweiterung des Modells um diese Determinanten führt zu einer präziseren Abbildung realer Führungskonstellationen und bietet eine methodisch kohärente, inhaltlich fundierte und operationalisierbare Fortschreibung des klassischen Modells. Das Fazit betont die Relevanz dieser Erweiterung für die Führungstheorie und deren praktische Anwendung in organisationalen Entscheidungsprozessen.
  4. Teil III: Methodenorientierte Perspektive der Unternehmensführung

    1. Frontmatter

    2. Vorteile der Fuzzy-Systeme bei der Lösung realer Probleme

      Heinrich Rommelfanger
      Fuzzy-Systeme bieten eine innovative Methode zur Lösung realer Probleme, indem sie ungenaue Daten und vage Bewertungen mathematisch erfassen. Sie ermöglichen eine flexible und interaktive Entscheidungsfindung, die den menschlichen Entscheidungsprozess nachbildet und Expertenwissen nutzt. Der Text erklärt die Vorteile von Fuzzy-Systemen im Vergleich zu klassischen Modellen und zeigt auf, wie sie in der Praxis eingesetzt werden können. Besonders hervorzuheben ist die interaktive und schrittweise Vorgehensweise, die zusätzliche Informationen zielgerichtet und unter Abwägung der Kosten-Nutzen-Verhältnisse beschafft. Der Text erläutert auch, wie Fuzzy-Systeme in verschiedenen Branchen, wie der Finanzdienstleistung und der Industrie, eingesetzt werden können, um bessere Entscheidungen zu treffen. Abschließend wird die Bedeutung der Fuzzy-Mengen-Theorie für die Zukunft der Entscheidungsfindung und Optimierung diskutiert.
    3. Strategisches Business Wargaming als datengetriebenes Instrument der modernen Unternehmensführung

      Hagen Lindstädt
      In diesem Fachbeitrag wird das strategische Business Wargaming als ein datengetriebenes Instrument der modernen Unternehmensführung vorgestellt. Der Text beginnt mit einer Analyse der aktuellen globalen Herausforderungen, darunter politische, technologische und wirtschaftliche Umbrüche, die die Geschäftswelt prägen. Es wird betont, dass traditionelle Ansätze der Strategieentwicklung in einer Welt voller Unsicherheiten an ihre Grenzen stoßen. Der Beitrag erklärt, wie strategisches Business Wargaming Unternehmen hilft, komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Akteuren zu verstehen und mögliche Szenarien durchzuspielen. Der methodische Ansatz wird in vier Schritte unterteilt: Identifikation relevanter Akteure und Handlungsoptionen, Erfassung von Interessen und Präferenzen, Simulation von Aktions-Reaktions-Wirkketten und Ableitung strategischer Handlungsempfehlungen. Der Text illustriert die Anwendung dieser Methode anhand eines Beispiels aus der Automobilindustrie, insbesondere im Kontext der Taiwan-Krise. Abschließend wird die Bedeutung datengetriebener Ansätze in der Unternehmensführung betont und die Notwendigkeit, intuitive Entscheidungen durch systematische Analysen zu ergänzen. Der Beitrag zeigt auf, wie Unternehmen durch strategisches Business Wargaming ihre Resilienz und Flexibilität in einer unsicheren und volatilen Welt erhöhen können.
    4. Behandlungsentscheidungen und Ambulantisierung im modernen Krankenhausmanagement

      Samir M. Said, Martin Wolf, Andreas Uphaus, Judit Hahn, Bodo Vogt
      In diesem Kapitel wird die komplexe Landschaft des modernen Krankenhausmanagements in Deutschland untersucht, insbesondere unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und medizinischen Herausforderungen. Der Text analysiert die steigenden Defizite, die Insolvenzgefahr von Kliniken und die Abnahme der Krankenhausbetten und -einrichtungen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Ambulantisierung als strategische Antwort auf diese Herausforderungen, die sowohl finanzielle als auch personelle Ressourcen schonen soll. Die Studie untersucht die Kosten- und Erlösstrukturen von zwei medizinisch gleichwertigen Behandlungsmethoden bei Vorhofflimmern: Katheterablation und medikamentöse Antiarrhythmika. Die Ergebnisse zeigen, dass ökonomische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Behandlungsmethode spielen. Die Analyse basiert auf einer empirischen Einzelfallstudie, die prospektiv die Kosten und ökonomischen Anreize der Rhythmuskontrolltherapie bei Patienten mit paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern vergleicht. Die Studie liefert wertvolle Einblicke in die Entscheidungsprozesse im Krankenhausmanagement und die Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Strategien zu entwickeln, die den Zielkonflikt zwischen medizinischen und ökonomischen Aspekten berücksichtigen, um eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten.
    5. Zur Diskontierung von Sicherheitsäquivalenten bei Zinsänderungsrisiko

      Dennis Dreusch, Gunnar Niemann, Peter Reichling
      In diesem Fachbeitrag wird die Sicherheitsäquivalentmethode zur Bewertung risikobehafteter Investitionen unter Berücksichtigung von Zinsänderungsrisiken untersucht. Die Autoren analysieren, wie volatile Zinsstrukturen die Bewertung von Projekten mit unterschiedlichen Laufzeiten beeinflussen können. Dabei zeigen sie, dass Zinsänderungen nicht nur häufig auftreten, sondern auch ökonomisch substanziell sein können. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Einführung des Konzepts der modifizierten Duration, das die Sensitivität des Investitionswertes gegenüber Zinssatzänderungen misst. Die Autoren leiten adjustierte Bewertungsmaße ab, die potenzielle Zinssatzänderungen berücksichtigen und in der Bewertung von Investitionsprojekten nutzen können. Zudem wird die Bedeutung der Konvexität zur Berücksichtigung nicht-linearer Effekte von Zinsänderungen diskutiert. Der Beitrag bietet praktische Orientierungen für den Umgang mit Zinsänderungsrisiken und sensibilisiert für die Problematik in der Bewertung von Investitionsprojekten.
    6. Rigour trifft Relevance: Wie Fuzzy Logic und Service-Dominant Logic voneinander lernen können?

      Herbert Woratschek
      In diesem Fachbeitrag werden die Fuzzy-Logik und die Service-Dominant Logic (SDL) als zwei unterschiedliche, aber komplementäre Ansätze zur Entscheidungsfindung und Wertschöpfung in der Betriebswirtschaftslehre vorgestellt. Die Fuzzy-Logik ermöglicht die Verarbeitung unsicherer Informationen und bietet eine methodische Strenge bei der Bewertung von Entscheidungsprozessen. Die SDL hingegen betont die dynamische und kollaborative Wertschöpfung durch Interaktion und Service-Netzwerke. Der Beitrag diskutiert die Stärken und Schwächen beider Ansätze und zeigt auf, wie sie sich gegenseitig bereichern können. Durch die Kombination von Fuzzy-Logik und SDL können unternehmerische Entscheidungen sowohl präzise als auch ökosystemisch ausgerichtet werden. Der Text liefert praktische Beispiele und theoretische Grundlagen, um die Anwendungsmöglichkeiten beider Methoden zu verdeutlichen. Abschließend wird die Bedeutung einer integrierten Methodik für zukünftige Forschung und Praxis hervorgehoben.
    7. Das Signifikanzritual: Kurzgeschichte einer lieb gewonnenen Tradition

      Alexandra Seidel
      Der Fachbeitrag beleuchtet die historische Entwicklung und die aktuellen Kontroversen rund um den p-Wert als zentrales Instrument der Hypothesenprüfung. Er zeigt auf, wie der formelhafte Umgang mit Signifikanzgrenzen zu Fehlinterpretationen und Verzerrungen wissenschaftlicher Schlussfolgerungen führen kann. Die Kritik am Signifikanzritual umfasst die Probleme des p-Hacking, des Publikationsbias und die Reduzierung komplexer empirischer Befunde auf ein eindimensionales Kriterium. Der Text diskutiert alternative Methoden wie Effektgrößen, Konfidenzintervalle und bayesianische Ansätze, die eine fundiertere und transparentere Bewertung statistischer Ergebnisse ermöglichen. Abschließend wird betont, dass ein differenzierter Umgang mit statistischer Evidenz nicht nur methodische, sondern auch strukturelle Reformen erfordert, um die wissenschaftliche Praxis zu verbessern.
    8. Äquivalenzbetrachtungen ausgewählter Defuzzifizierungsverfahren

      Sebastian Herzog
      In diesem Fachbeitrag werden zwei zentrale Defuzzifizierungsmethoden, das Niveau-Ebenen-Verfahren und die Flächenschwerpunktmethode, detailliert verglichen. Der Autor untersucht die Bedingungen, unter denen beide Verfahren äquivalente Ergebnisse liefern, insbesondere bei symmetrischen Trapezformen. Durch analytische Betrachtungen und numerische Beispiele wird gezeigt, wie die Flächenschwerpunktmethode die gesamte Zugehörigkeitsfunktion abbildet und hochgradige Zugehörigkeiten stärker gewichtet. Das Niveau-Ebenen-Verfahren hingegen approximiert die Flächenschwerpunktmethode durch diskrete Betrachtungen ausgewählter Alpha-Niveau-Mengen und zeichnet sich durch geringere Rechenkomplexität und höhere Transparenz aus. Der Beitrag diskutiert die Vor- und Nachteile beider Methoden und deren Eignung für verschiedene Anwendungsfälle. Abschließend wird die praktische Relevanz der Erkenntnisse für die Auswahl geeigneter Defuzzifizierungstechniken in unscharfen Bewertungs- und Entscheidungsmodellen hervorgehoben.
  5. Backmatter

Titel
Zwischen Wissen und Nichtwissen
Herausgegeben von
Sebastian Herzog
Kim Michelle Staufenbiel
Tobias Volkmer
Olga Metzger-Volkmer
Copyright-Jahr
2026
Electronic ISBN
978-3-658-50111-2
Print ISBN
978-3-658-50110-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-50111-2

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