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19-08-2015 | Baubetrieb | Im Fokus | Article

Noch weit entfernt von digitaler Prozesskette

Author:
Christoph Berger
1:30 min reading time

Die Baubranche in Deutschland ist laut einer aktuellen Studie noch weit von einer durchgängigen digitalen Planung entfernt, in der Bauwerke vom Entwurf bis über die Inbetriebnahme hinaus digital beschrieben werden.

Building Information Modeling ist in der deutschen Baubranche noch nicht angekommen. Das ergab eine im Rahmen des Forschungsprojekts Future Construction 4.0 (FUCON 4.0) durchgeführte Umfrage unter 378 Branchenmitgliedern – wobei 72 Prozent der Teilnehmer als Architekten, Generalunternehmer oder Fachplaner arbeiten.

2D-Zeichnungen sind weiterhin weitverbreitet

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So kennen etwa 20 Prozent der Umfrageteilnehmer BIM nicht. Jeder zweite befragte Planer arbeitet immer anhand von 2D-Zeichnungen, 25 Prozent häufig. Doch: Derzeit entwickeln 22 Prozent ihre Projekte immer oder häufig anhand bauteilorientierter Gebäudemodelle. Wobei jedoch nur 0,5 Prozent der Befragten auch Zeitpläne und Kosten in die Datenmodelle integrieren.

Etwas anders sieht der Ist-Zustand bei Großprojekten aus. Jedes dritte Unternehmen mit Projektvolumen von über 25 Millionen Euro arbeitet bereits nach der BIM-Methode.

Wenig Anlass, sich mit BIM zu befassen

Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, das die Umfrage durchgeführt hat, kommt anhand der Ergebnisse so zu dem Schluss, dass die meisten Büros mit 2D-Dateien und Papierplänen zufrieden sind und auch keinen Anlass sehen, sich mit anderen Planungsmethoden zu befassen – auch aufgrund der hohen Softwarekosten, die sich die überwiegend kleinstrukturierte Planerlandschaft nicht leisten könne.

Trotz dieser Einschätzung geht in der Umfrage fast jeder Vierte davon aus, dass sich die Planungsmethode BIM in zehn Jahren flächendeckend durchgesetzt haben wird, 13 Prozent sind sogar davon überzeugt, dass dies bereits in fünf Jahren der Fall sein wird. Lediglich 17 Prozent der Befragten denken, dass sich BIM überhaupt nicht durchsetzen wird.

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