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About this book

Die Beiträge dieses Bandes führen in die spezifischen Herausforderungen und Problemstellungen ein, vor die das Kompetenzparadigma die wissenschaftliche Weiterbildungsforschung und -praxis stellt. Im Fokus stehen die Fähig- und Fertigkeiten, über die Lehrende verfügen sollen, um im Kontext ihrer Profession erfolgreich handeln zu können. Auf welchen theoretischen Grundlagen dies geschehen kann und welche praktischen Ansätze hierfür bereits erarbeitet wurden, sind die Gegenstände des Buches.

Table of Contents

Frontmatter

Lehrkompetenzen in der wissenschaftlichen Weiterbildung: Ausgangspunkt und Ziele des Bandes

Zusammenfassung
Das Kompetenzparadigma stellt auch die wissenschaftliche Weiterbildungsforschung und -praxis vor neue Fragen und Aufgaben. Wie in anderen Bildungsbereichen gilt es auch in diesem, zukünftig an den Universitäten weiter an Bedeutung gewinnenden Sektor (vgl. Jütte 2008), die Fähig- und Fertigkeiten zu beschreiben, über die Individuen verfügen sollen, um im Kontext ihrer Profession erfolgreich handeln zu können. Um jedoch Kompetenzen von Lehrenden in der wissenschaftlichen Weiterbildung angemessen beschreiben zu können, bedarf es der Klärung verschiedener, mehr oder weniger offener Fragen.
Olaf Hartung, Marguerite Rumpf

Lehrkompetenzen von Hochschullehrern: Kritik des Kompetenzbegriffs in fünf Thesen

Zusammenfassung
Der Beitrag entwickelt in kritischer Absicht fünf Thesen zu den Schwachstellen des Kompetenzbegriffs. Der Fokus liegt auf den Lehrkompetenzen in der Wissenschaft. „Dem Kompetenzbegriff ist das genuin Pädagogische abhandengekommen“, lautet die erste These. Das mindestens als problematisch einzustufende Verhältnis vieler Kompetenzdefinitionen zum Wissen ist Gegenstand der zweiten These. Die dritte These handelt von der tugendethischen Anmutung vieler Kompetenzlisten, die sich bisweilen wie antike Tugendkataloge lesen. Kompetenzmodelle sind in der Regel „unspezifisch für die Profession“ lautet die vierte These. Viele Hochschullehrer/innen sehen das Lernen der Lehre eher als „eine Art Beiwerk“ an.
Gabi Reinmann

Zur Ausgewogenheit eines Studiums zwischen Bildungsanspruch und Beschäftigungsfähigkeit – Ein Kompetenzmodell für Hochschulbildung

Zusammenfassung
Der Beitrag widmet sich der Frage nach der „Ausgewogenheit eines Studiums zwischen Bildungsanspruch und Beschäftigungsfähigkeit“ und stellt zugleich Überlegungen für ein Kompetenzmodell für Hochschulbildung an. Trotz oder gerade wegen des Spannungsfeldes von Lehre und Lernen im Zeichen von Bologna gilt es „über eine zeitgemäße Form des Studierens“ nachzudenken. Ein Studium sollte einerseits nachhaltig lernwirksam sein und Berufschancen eröffnen, andererseits aber auch Freiräume für Deutungen und die persönliche Entwicklung der Studierenden schaffen. Ins Zentrum gehören die Lernergebnisse von Studierenden, also „ihr Wissen, Können sowie ihre Haltung“, wobei sich Lehren und Lernen wechselseitig beeinflussen.
Karin Reiber

Entwicklung professioneller Kompetenzen durch didaktische Relationierung in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Zusammenfassung
Der Beitrag erörtert die Frage nach der Kompetenzentwicklung auf Basis des Konzeptes der ‚Interaktiven Professionalisierung‘. Dabei gehen die Autoren davon aus, dass die Entstehung professionellen Wissens in einem eigenständigen Professionalisierungssystem erfolgt. Die wissenschaftliche Weiterbildung hat vornehmlich die Aufgabe entsprechende „Interaktionssysteme“ oder Räume zur Interaktion zu schaffen. Die didaktischen Anforderungen liegen demnach nicht nur in der inhaltlichen Vorbereitung, sondern auch in der Konstruktion von Lernszenarien. Lehrende benötigen „ein möglichst großes didaktisches Repertoire“, um „situative Gestaltungsoptionen zu haben“. Ein reflexiver Planungsprozess ist dabei von besonderer Bedeutung. Des Weiteren diskutiert der Beitrag die für die Realisierung des Konzepts notwendigen hochschuldidaktischen Implikationen und skizziert ein entsprechendes Forschungsprogramm.
Markus Walber, Wolfgang Jütte

Von der Fremdsprachendidaktik lernen? – Kompetenztheoretische Überlegungen als mögliche Anknüpfungspunkte für die Modellierung wissenschaftlicher Lehrkompetenzen

Zusammenfassung
Der erste Teil des Beitrags bietet eine kompetenztheoretische Auseinandersetzung mit Modellen und Konzepten, wie sie dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) und dem Europäischen Referenzrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) zugrunde liegen. Im zweiten Teil des Beitrags stehen Überlegungen zur qualitativen Modellierung von fremdsprachlichen Lehrkompetenzen im Mittelpunkt des Interesses. Am Beispiel der DESI-Studie (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) zeigt der Autor, wie in einer large scale assessment-Studie das Konstrukt Lesekompetenz untersucht wird. Die Darlegung der Vorteile einer qualitativen Studie und erste Überlegungen zum forschungsmethodologischen Rahmen bilden den Abschluss der methodologischen Betrachtungen, wobei die Vorschläge für das Forschungsdesign auch für die Erforschung von Lehrkompetenzen in der wissenschaftlichen Weiterbildung Relevanz beanspruchen können.
Ivo Steininger

Kompetenzprofile von Lehrpersonen in der Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte

Zusammenfassung
Der Beitrag präsentiert Ergebnisse des Projekts „Kompetenzprofile des Lehrpersonals in der Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte“ (KoprofF), bei dem Kompetenzen als „Fähigkeiten von Personen in einem konkreten Anforderungsbezug“ gesehen werden. Ziel des Projekts war es, „die Sicht der Träger und die Sicht der Lehrenden“ als wesentliche Akteure in der Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte zu erheben und zu analysieren, um so unterschiedliche „Sichtweisen auf die Kompetenz des Lehrpersonals“ zu gewinnen. Die empirische Grundlage der Studie bilden Expert/inneninterviews, eine Online-Erhebung und problemzentrierte Interviews. Zum Zweck der Validierung der Ergebnisse wurde zudem eine Expert/innen-Diskussion geführt. Die Autorin der Studie stellt die wesentlichen Elemente der Erhebung und ausgewählte Ergebnisse vor, um diese anschließend kritisch zu reflektieren. Insgesamt werden sechs Kompetenzanforderungen bzw. Anforderungsbereiche identifiziert, wobei deren Wichtigkeit je nach Ausprägung des Motivs unterschiedlich eingeschätzt wurde.
Carola Iller

Die Erfassung formell und informell erworbener Lehrkompetenzen in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Zusammenfassung
Der Autor und die Autorin eröffnen ihren Beitrag mit verschiedenen Definitionen des Kompetenzbegriffs. Sie selbst beschreiben Kompetenzen als „Dispositionen zur Bewältigung von Anforderungen in ‚normalen‘ Handlungssituationen“. Demnach sind Prüfungen als Teil formaler Lernprozesse von Anforderungen in realen (normalen) Arbeitskontexten systematisch zu unterscheiden. Kategoriale Unterschiede bestehen im Wesentlichen in den drei Bereichen Selection (Auswahl), Optimization (Optimierung) und Compensation (Kompensation).
Wolfgang Müskens, Sonja Lübben

Das Lehr-Lern-Konzept ‚Lernen am Unterschied‘ in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Zusammenfassung
Die Autorin stellt das Lehr-Lern-Konzept „Lernen am Unterschied“ vor, das dem Masterstudiengang Bildungsmanagement an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg zugrunde liegt. Der berufsbegleitende Studiengang ermöglicht Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bildungsbereichen (Erwachsenenbildung, Schule und Wirtschaft) gemeinsam Führungskompetenzen im Bereich Bildungsmanagement zu entwickeln. Das Angebot untergliedert sich in Präsenzphasen, Selbstlern-/Transferphasen und Praxisphasen. Die methodische Konzeption des Studiengangs zielt auf die Optimierung von Handlungskompetenzen, wobei die Ebenen der Kompetenzentwicklung drei Dimensionen umfassen: (1.) Kompetenzentwicklung durch Austausch in methodisch entwickelter und durch Dozenten gestalteter Lernumgebung, (2.) Kompetenzentwicklung durch den Austausch im informellen Umfeld und (3.) Kompetenzentwicklung im Umfeld der beruflichen Praxis.
Astrid Astrid Krummenauer-Grasser

Die Modulwerkstatt – Lehrkompetenzentwicklung in der Weiterbildung für die Weiterbildung

Zusammenfassung
Der Beitrag stellt das Konzept und erste Praxiserfahrungen für ein neuartiges Weiterbildungsangebot vor, das sich an professionell Lehrende in der wissenschaftlichen Weiterbildung richtet. Die äModulwerkstatt“ ist ein Qualifizierungsangebot des BMBF-geförderten Verbundprojekts äWM3 Weiterbildung Mittelhessen“ und bietet Anbieter/innen von wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten ein Format, bei dem Lehrende gemeinsam Module und Lerneinheiten zum Zweck der wissenschaftlichen Weiterbildung entwickeln und erproben. Dass bei dieser genuin didaktischen Aufgabe einige Besonderheiten zu beachten sind, wird schnell deutlich: Die neuen Kurs- und Studienangebote müssen nicht nur ein sich zunehmend schneller wandelndes Fachwissen berücksichtigen, zugleich müssen sie auch den besonderen Ansprüchen und Bedürfnissen der akademisch gebildeten und zumeist auch berufserfahrenen Klientel genügen.
Olaf Hartung, Marguerite Rumpf

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