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About this book

Sebastian Rausch legt aus diskursanalytischer Perspektive die grundlegenden Rationalitäten des bildungspolitischen Konzeptes Lebenslangen Lernens offen. Die untersuchten Beiträge der Europäischen Union entwerfen ein dramatisiertes Wandelszenario, auf dessen Basis Programme für Lebenslanges Lernen verbreitet werden. Durch die quantifizierbare Darstellung mithilfe von Indikatoren und Benchmarks sowie die postulierte Bedeutung für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Teilhabe werden Subjektivierungsangebote gemacht, die eine Verpflichtung zur Teilnahme am Lebenslangen Lernen implizieren. So gerät das Lernen des Einzelnen über die Lebensspanne in den Blick des Regierens. Der Autor liefert einen kritischen Beitrag zur Klärung der Rahmenbedingungen, mit denen Praxis und Wissenschaft der Erwachsenenbildung konfrontiert sind bzw. die sie mitgestalten sollen. Dazu legt der Autor einen foucaultschen Diskursbegriff zugrunde und passt ihn mit methodologischen Überlegungen der wissenssoziologischen Diskursanalyse an den Forschungsgegenstand an.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Der Begriff Lebenslanges Lernen wird vielfach verwendet. Im politischen und lebensweltlichen Gebrauch steht Lebenslanges Lernen in engem Zusammenhang zu Gegenwartsdiagnosen wie Globalisierung und Entstehung einer Wissensgesellschaft, in der Wissen an Bedeutung gewinnt, allerdings auch schnell veraltet. Im Arbeitskontext wird über die Erosion von Beruflichkeit und diskontinuierliche Erwerbsbiografien gesprochen. Lebenslanges Lernen scheint die Antwort auf all diese Entwicklungen zu sein und ist ausgestattet mit der Fähigkeit universeller Problemlösung: Abbau der Arbeitslosigkeit und Integration in den Arbeitsmarkt, Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit, berufliche Entwicklung und Karriere sowie persönliche Entfaltung und gesellschaftliche Teilhabe wären garantiert, wenn jeder nur sein Leben lang lernte und sich auf dem Laufenden hielte.
Sebastian Rausch

2. Bildungspolitische Konzeptionen und Akteure Lebenslangen Lernens

Zusammenfassung
Bildungspolitische Beiträge zum Lebenslangen Lernen, deren Anfänge man Mitte des vergangenen Jahrhunderts verorten kann, werden anhand der Originalquellen und sekundäranalytisch unter Einbezug erziehungs- und erwachsenenbildungswissenschaftlicher Rezeptionen dargestellt. Die Beschreibung bildungspolitischer Beiträge zeigt auf, mit welchen Rahmungen und Themen verschiedene politische Akteure das Thema Lebenslanges Lernen besetzen und welche Entwicklungen auszumachen sind (2.1 und 2.2). Die verschiedenen Rezeptionsformen in der Erwachsenenbildungsforschung werden systematisiert (2.3), um daraus Anknüpfungspunkte für die eigene Untersuchung aufzuzeigen.
Sebastian Rausch

3. Lebenslanges Lernen in der Erwachsenenbildungsforschung

Zusammenfassung
Die erwachsenenpädagogische Debatte emanzipiert sich mit Verzögerung von der bildungspolitischen Semantik Lebenslangen Lernens (vgl. Brödel 2003, S. 116) und hat sich mittlerweile als Forschungsbereich etabliert. Untersuchungen in der deutschsprachigen Erwachsenenbildungs- und Weiterbildungsforschung zum Lebenslangen Lernen stellen sich analog zu der bildungspolitischen Rezeption als vielfältig dar.
Sebastian Rausch

4. Untersuchungsfragen

Zusammenfassung
Die Bestandsaufnahme Lebenslangen Lernens als Gegenstand der Erwachsenenbildungsforschung streift mit der Darstellung theoretischer Zugänge sowie der Institutionen- und Teilnehmerforschung diverse Forschungsschwerpunkte und Themenbereiche der Erwachsenenbildungsforschung (vgl. Tippelt & von Hippel 2009, S. 15ff.), zu denen je fortlaufende Forschungsbedarfe bestehen. Für die vorliegende Bearbeitung Lebenslangen Lernens wird an dieser Stelle konkretisiert, für welche Bereiche und Themenschwerpunkte Erkenntnisse getroffen werden können und an welchen empirischen Forschungsnotwendigkeiten sie ansetzt.
Sebastian Rausch

5. Theoretische und methodologische Überlegungen

Zusammenfassung
Das Hauptaugenmerk qualitativer Erwachsenenbildungsforschung bleibt vorwiegend auf den Gegenstand, also Themen und Problemstellungen der Erwachsenen- und Weiterbildung gerichtet (vgl. Dörner & Schäffer 2012a, S. 13). Es wird vielfach ein pragmatischer Ansatz gewählt, der sich aus der Einheit von Erkenntnisinteresse, Gegenstand und Methode ergibt. Auch Strübing & Schnettler konstatieren, dass Überlegungen zu Untersuchungen oft auf einer methodischen Ebene korrekter handwerklicher Verfahrensweise verbleiben (vgl. Strübing & Schnettler 2004, S. 9).
Sebastian Rausch

6. Diskursanalytische Rekonstruktionen

Zusammenfassung
Der empirische Teil dieser Arbeit nimmt Lebenslanges Lernen als diskursiv erzeugten Gegenstand in den Blick. Anhand von Veröffentlichungen und Dokumenten der EU werden Bedeutung und Entwicklung Lebenslangen Lernens rekonstruiert und dessen „diskursive Karriere“ (Schwab-Trapp 2008, S. 178) dargestellt. Das Vorgehen der empirischen Untersuchung orientiert sich an qualitativen Verfahren der Inhalts- und Dokumentenanalyse vor dem Hintergrund der dargestellten theoretischen und methodologischen Grundlagen der Diskursanalyse.
Sebastian Rausch

7. Abschlussdiskussion

Zusammenfassung
Ausgangspunkt der Arbeit war die Präsenz Lebenslangen Lernens sowohl in bildungspolitischen als auch erwachsenenbildungswissenschaftlichen Zusammenhängen sowie ein festzustellendes Defizit empirischer Analysen. Ausgehend vom Interesse an diesem zirkulierenden Begriff wurden Veröffentlichungen der Europäischen Union analysiert, um dort verhandelte Themen und Inhalte in Bezug auf Lebenslanges Lernen zu rekonstruieren. Wovon ist also nun pointiert zusammengefasst aus einer diskursanalytischen Perspektive die Rede, wenn in bildungspolitischen Dokumenten der Europäischen Union von Lebenslangem Lernen gesprochen wird? Wie konstituiert sich Lebenslanges Lernen als Diskurs im Untersuchungszeitraum, welche Aussagen lassen sich zu den Untersuchungsfragen treffen und welche Formen des Regierens und Regierbarmachens sind festzustellen?
Sebastian Rausch

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