Skip to main content
main-content
Top

About this book

Das Werk soll Schadensmöglichkeiten an natürlichen Bauteilen erkennen lassen, Möglichkeiten zur Sanierung konstruktiv und wirtschaftlich erfassen und technologische Verfahren aufzeigen. Ein historisch geprägter Teil soll die berufliche Entwicklung über Jahrhunderte illustrieren und die alte und wiedererkannte Entwicklung der Natursteine erfassen. In einem juristischen Teil sind die rechtlichen Betrachtungsweisen aufzuzeigen.

Table of Contents

Frontmatter

1. Naturstein – Baustein seit Jahrhunderten

Zusammenfassung
Die ältesten Funde menschlichen Tuns sind die Steinwerkzeuge der Altsteinzeit. Die Gliederung dieser Zeitabschnitte zeigt eine kontinuierliche technische Entwicklung vom ersten Gebrauch unbearbeiteter Steine über erste Bearbeitungsversuche etwa ab 150.000 v. Chr. bis hin zu einer zunehmenden Perfektion der Formgebung (Abb. 1.1). In der Frühsteinzeit (Neolithische Revolution = Sesshaftwerdung durch Ackerbau und Viehzucht) entstanden in Mitteleuropa erste Großbauten, die Megalithbauten (Reinsch 1991).
Die aus zum Teil riesigen, nur wenig bearbeiteten Steinblöcken, zunächst nur tischförmig Gebäude ähnlich zusammengestellt werden später als Kuppelgräber überwölbt.
Die Steinbaukunst in Westeuropa basiert auf den bereits von Griechen und Römern entwickelten Techniken, deren bauliche Zeugnisse auch in Deutschland noch in Teilen erhalten sind. An Vorbildern aus dem Mittelmeerraum orientierten sich auch die im 8. Jahrhundert entstandenen Bauformen, die sich zum romanischen Baustil entwickelt haben. Im 10. Jahrhundert liegen die Anfänge der Städte‐ und Burgengründungen. Städte und Dörfer werden durch die Anlage fester Plätze geschützt, die sich aus wehrhaften Hausbauten über Burganlagen zu ganzen Stadtbefestigungen entwickelten. Das Baumaterial war vorwiegend Naturstein, sofern Vorkommen verfügbar waren.
Michael Stahr

2. Schadensursache - Schadensbilder - Schadensdokumentation

Zusammenfassung
Naturwerksteine werden seit Jahrtausenden von Menschen genutzt. Neben der Errichtung von Gebäuden und Bauwerken aus Lesesteinen erfolgte frühzeitig eine Bearbeitung der Steinoberflächen. Handwerklich und künstlerisch bearbeitete Steine sind Teil der Kulturgeschichte der Menschheit. Auch wenn man im Allgemeinen von einer hohen Beständigkeit der Werksteine ausgeht, sind Veränderungen im Vergleich zu frisch gebrochenen Steinen unübersehbar. Diese treten sowohl im verbauten Zustand als auch bei den in der Natur anstehenden Steinen auf. Je nach optischem Erscheinungsbild der Veränderungen spricht man entweder von „natürlicher“ Alterung, die man häufig mit dem Begriff „Patinierung“ umschreibt oder Schädigung bzw. Zerfall, der sowohl naturbedingt als auch anthropogen verursacht sein kann.
Natürliche und anthropogene Ursachen für diese Prozesse sind schwierig zu trennen, zumal es sich um komplexe Vorgänge handelt.
Summarisch werden die auf die Werksteinoberfläche einwirkenden Inhaltsstoffe der unmittelbaren Umgebung als Atmosphärilien bezeichnet (Abb. 2.1) Die Wirkung der Atmosphärilien auf die Natursteinoberfläche betrachtet man als umwelteinflussbedingte Veränderung. Eine exakte begriffliche Trennung der Veränderungen und Phänomene wird in der Literatur nicht durchgängig vorgenommen. Dies betrifft sowohl die Verwitterungserscheinungen am natürlich anstehenden Gestein als auch den künstlerisch bearbeiteten bzw. verbauten Werkstein.
Michael Stahr

3. Gewinnung - Abbau - Bearbeitung

Zusammenfassung
Die Gewinnung von Steinen und Erden stellt seit Jahrhunderten einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar und bildet einen sehr wesentlichen Aspekt des Interagierens zwischen menschlicher Gesellschaft und naturgegebenem Umfeld.
Wohl kaum eine Branche versucht so weitgehende Eingriffe wie die Steingewinnung (Abb. 3.1 und 3.2). Ein nicht geringer Anteil des Gesteinsabbaus dient der Herstellung und Befestigung von Verkehrswegen, angefangen bei Straßen über Uferbefestigungen und Hafenanlagen bis zu den Schienenwegen. Die Palette ist breit, sie reicht von Kiesen und Sanden über Schüttgut für die Untergrundbefestigung von Straßen und Schienenwegen, Rohstoffe für die Herstellung von Zement und Tonwaren bis zu den verschiedensten Arten von Werksteinen. Während der Geschichte des Bergbaus auf Erze und Kohle ganze Bibliotheken gewidmet sind, ist die Geschichte der Steingewinnung ein kaum bearbeitetes Feld, obgleich, etwa in Gestalt der Bausubstanz unserer Städte und dörflichen Siedlungen, die Steinmaterialien überall in großer Menge verwertet wurden. Möglicherweise ist es gerade diese Omnipräsenz, welche die Frage nach der Herkunft der Materialien gar nicht aufkommen lässt.
Michael Stahr

4. Natursteinerhaltungsmaßnahmen

Zusammenfassung
Bauen im Bestand an wertvollen Kulturbauten ist nicht vergleichbar mit der Errichtung eines Neubaus auf der grünen Wiese. Während der Neubau eine Chance auf umfassende neue innovative Technik und Baustoffe bietet, gehen Um‐ und Erweiterungsbauten und erst recht Konservierungsmaßnahmen vom Bestehenden aus (Abb. 4.1).
Die sorgfältige Aufnahme und Analyse der bestehenden baulichen Anlagen durch Studium vorhandener Unterlagen sowie Begutachtung vor Ort und Analyse entsprechend sorgfältig und fachmännisch entnommener Proben bilden die wichtigste Grundlage für die Planung einer Erhaltungsmaßnahme (Abb. 4.2).
Michael Stahr

5. Vorbereitung und Ausführung von Natursteinarbeiten

Zusammenfassung
Restauratorische Bauplanung bestimmt Ziel und Aufwand im Natursteinschutz. Ihre Analysen, Kartierungen und Leistungsverzeichnisse sind Entscheidungshilfen und realistische, detailgenaue Planungsgrundlagen im Natursteinschutz und in der Natursteinpflege.
Äußerst wertvoll sind die Ergebnisse folgender Untersuchungsmethoden und Bereiche der restauratorischen Bauplanung (Abb. 5.1). Das Wichtigste: Schadensursachen sind umso genauer bestimmbar, je besser Baustoffe, Materialien, Farben und ihre Verarbeitung untersucht sind und Aussagen zu Zustand und Haltbarkeit getroffen werden können. Außerdem: Alle Ergebnisse – dokumentiert, detailgenau und übersichtlich dargestellt – werden zu konkreten Planungsgrundlagen.
Ein altes Bauwerk, Steinobjekt, Ausstattungsstück oder eine Wandmalerei – verändert, beschädigt oder zerstört – mit welchem Aufwand wären sie zu erhalten, zu restaurieren? Einen Teil der Antwort gibt die restauratorische Bauplanung mit Untersuchungen im Fachlabor, wo Materialien und deren Veränderungen bestimmt werden. Sondagen und Freilegungen von Gebäudeteilen, von Putzen, Anstrichen und Malereien gehen chemischen und physikalischen Baustoffuntersuchungen voraus (Abb. 5.2). Mit den Ergebnissen und einer bauhistorischen Recherche zur Entstehungsgeschichte eines Objekts kann dieses im historischen Kontext bewertet und beurteilt werden.
Michael Stahr

6. Sanierungsmaßnahmen

Ohne Zusammenfassung
Michael Stahr

7. Sanierungsbeispiele an ausgewählten Bauwerken

Zusammenfassung
Das historische Rathaus in Wesel am Niederrhein gilt als eines der schönsten Profanbauten der Spätgotik. Das 1455 bis 1500 errichtete und 1698 erweiterte gotische Gebäude wurde im 2. Weltkrieg weitestgehend zerstört.
Michael Stahr, Klaus-Michael Rohrwacher

8. Entwicklung der Berufe – Traditionspflege

Ohne Zusammenfassung
Michael Stahr

9. Rechtliche Grundlagen

Zusammenfassung
Im nachfolgenden Kapitel werden die rechtlichen Grundlagen, die bei der Durchführung einer Baumaßnahme, insbesondere einer Sanierung, zu beachten sind, dargestellt. Der Schwerpunkt liegt bei dem privaten Baurecht, also dem Werkvertragsrecht, wobei die Darstellung dem üblichen Verlauf einer Baumaßnahme, also vom Angebot über den Vertragsschluss, die Bauabwicklung inklusive Vergütungsfragen, die Abnahme bis hin zu Gewährleistung/Mängelansprüche, folgt. Hiermit zusammenhängende Themenbereiche, wie die Vergabe, das Architektenrecht, das öffentliche Baurecht und das Bauproduktenrecht, werden ebenfalls angesprochen. Zudem wird die Durchsetzung von Ansprüchen bzw. ihre Abwehr im zivilprozessualen Verfahren vor den ordentlichen Gerichten dargestellt, aber auch alternative Streitlösungsmechanismen werden vorgestellt.
Klaus-Peter Radermacher

10. Fachbegriffe Natursteine

Ohne Zusammenfassung
Michael Stahr, Klaus-Michael Rohrwacher

Backmatter

Additional information