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About this book

Das Standardwerk bietet einen breiten empirischen Überblick über die Arbeits- und Lebensverhältnisse in Deutschland und die zentralen sozialen Problemlagen. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit und Arbeitsbedingungen, Arbeitsbeziehungen, Einkommensverteilung und Armut, Krankheit und Pflegebedürftigkeit sowie die Lebenslagen von Familien und von älteren Menschen. Über 300 Infografiken und Tabellen illustrieren die Befunde. Auf dieser Grundlage werden die Maßnahmen, Leistungen und Einrichtungen des sozialstaatlichen Systems ausführlich vorgestellt und bewertet. Berücksichtigt werden neben Sozialversicherung und Grundsicherung auch Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsschutzpolitik, Gesundheitspolitik, Familienpolitik, Steuerpolitik, Altenpolitik und kommunale Sozialpolitik. Besondere Aufmerksamkeit finden die nicht-staatliche Sozialpolitik durch Betriebs- und Tarifpolitik sowie die Versorgung mit sozialen Diensten durch Wohlfahrtsverbände, kommunale Träger sowie Selbsthilfe und Ehrenamt. Jeweils werden die Herausforderungen der Sozialpolitik und Lösungsperspektiven thematisiert, dies auch in Bezug auf die europäische Dimension des Wohlfahrtsstaates. Das Handbuch gibt nicht nur den aktuellen Stand der Gesetzeslage wieder, sondern greift auch in die gegenwärtige theoretische und politische Diskussion um die Zukunft des Sozialstaates in Deutschland ein.

Table of Contents

Frontmatter

Sozialpolitik und soziale Lage

Zusammenfassung
Sozialpolitik reagiert auf soziale Risiken und Probleme. Diese betreffen im Verlauf des Lebens jeden Menschen. In modernen, hoch differenzierten und arbeitsteiligen Gesellschaften sind jedoch die Möglichkeiten begrenzt, die Probleme aus eigener Kraft zu lösen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Ökonomische Grundlagen und Finanzierung

Zusammenfassung
Sozialpolitik verfolgt das Ziel, soziale Risiken zu begrenzen und deren Folgen auszugleichen, Menschen bei der Bewältigung sozialer Probleme zu unterstützen sowie Einkommens-, Versorgungs- und Lebenslagen zu stabilisieren und zu verbessern. Mit ihren Maßnahmen bewegt sich Sozialpolitik auf dem Boden einer marktwirtschaftlich- kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das Marktsystem eine hohe ökonomische Leistungsfähigkeit aufweist und auf der Basis von Privateigentum an Produktionsmitteln, Autonomie von Produzenten und Konsumenten, freier Preisbildung, Wettbewerb und leistungsorientierter Entlohnung zu einer effizienten Allokation der Produktionsfaktoren beiträgt.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Einkommen

Zusammenfassung
In einer entwickelten, hoch arbeitsteiligen Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland müssen die meisten für die persönliche Lebensführung notwendigen Güter und Dienstleistungen gekauft werden. Damit wird die Verfügung über Geld, d. h. über ein ausreichendes und kontinuierlich fließendes Einkommen, zu einer grundlegenden Voraussetzung für den individuellen Lebensstandard. Je höher das Einkommen, umso besser ist die Versorgung mit materiellen Gütern und mit Dienstleistungen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Arbeitsbeziehungen

Zusammenfassung
Das zum Lebensunterhalt notwendige Einkommen muss durch Erwerbsarbeit erzielt werden. Erwerbsarbeit ist seit Beginn der industriellen Revolution und der Ausbreitung kapitalistischer Produktionsverhältnisse durch den Typus der abhängigen Beschäftigung gekennzeichnet. Die weit überwiegende Zahl der Menschen arbeitet auf der Grundlage eines Arbeitsvertrags für einen Arbeitgeber, der über den Arbeitseinsatz, den Arbeitsinhalt und die Arbeitsbedingungen bestimmt.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Arbeit und Arbeitsmarkt

Zusammenfassung
Im Jahresdurchschnitt 2019 waren rund 45 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Bezogen auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, d. h. im Alter zwischen 15 und 65 Jahren, entspricht dies einem Anteil von über 70 %. Damit ist ein historischer Höchststand der Erwerbsbeteiligung erreicht, und dies, obgleich junge Menschen aufgrund der längeren Ausbildungszeiten immer später ins Berufsleben einsteigen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Qualifikation

Zusammenfassung
Lebenslagen und Lebensperspektiven der Menschen hängen maßgeblich davon ab, welche Qualifikation sie aufweisen, d. h. über welches Maß an Allgemeinbildung sowie fachlichen und sozialen Kompetenzen sie verfügen, wenn sie in das Erwerbsleben eintreten. Wenn im Folgenden von „Qualifikationen“ die Rede ist, dann werden sie auf die beruflichen Dimensionen bezogen, d. h. auf die Gesamtheit der Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten einer Person, die für die Erfüllung beruflicher Aufgaben und Anforderungen erforderlich sind. Qualifikationen sind Teil der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit, die wesentlich über individuelle Chancen im Erwerbsleben und auf dem Arbeitsmarkt eines Menschen entscheiden.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Arbeit und Gesundheit

Zusammenfassung
Die Gefährdung und Beeinträchtigung der Gesundheit ist ein elementares soziales Risiko für den Menschen. Die Absicherung gegen dieses Risiko zählt deshalb zum Kernbereich der Sozialpolitik.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Gesundheit und Gesundheitssystem

Zusammenfassung
Die Gesundheit gilt den meisten Menschen als das höchste Gut. Die Hoffnung auf ein von dauerhaften Gesundheitsbeeinträchtigungen freies Leben spiegelt das Wissen um die aus Krankheit resultierenden körperlich-seelischen Belastungen und sozialen Folgen wider. Hinzu kommt: Wer gesund und damit leistungsfähig ist, kann zumindest von seinen persönlichen Voraussetzungen her besser für den eigenen Lebensunterhalt und eventuell den seiner Angehörigen sorgen.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Pflegebedürftigkeit und Pflege

Zusammenfassung
Die Fähigkeit, die Anforderungen des Alltags eigenständig erledigen zu können, d. h. sich um sich selbst zu kümmern, einen Haushalt zu führen, mobil zu sein und soziale Kontakte zu pflegen, ist eine Grundvoraussetzung für ein selbstständiges Leben. Allerdings sind auch im Erwachsenenalter längst nicht alle Menschen dazu in der Lage. Denn infolge von Behinderungen, physischen und psychischen Erkrankungen oder von Unfällen können im Lebensverlauf Situationen auftreten, in denen eine Unterstützung durch andere Menschen erforderlich ist.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Familie und Kinder

Zusammenfassung
Für die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung zählt das Zusammenleben in Partnerschaften oder Ehen sowie die Geburt von Kindern zur Normalität des Lebenslaufs. In modernen Gesellschaften unterliegt die Form des familiären Zusammenlebens allerdings einem Wandel, und es macht Schwierigkeiten, die Vielfalt bestehender Familienformen definitorisch in den Griff zu bekommen. Heute zählen neben dem sog. Normalfall von dauerhaft verheirateten Ehepaaren mit ihren leiblichen Kindern auch Ehepaare mit nicht leiblichen Kindern (Stiefeltern mit Stiefkindern, Adoptivkinder), Einelternfamilien (alleinerziehende Mütter oder Väter mit ihren Kindern) sowie Gemeinschaften unverheirateter Paare mit Kindern zu den Familien.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Alter

Zusammenfassung
Infolge der steigenden Lebenserwartung erreichen immer mehr Menschen ein hohes Lebensalter. Wir befinden uns in einer „Gesellschaft des langen Lebens“, in der sich das Alter zu einer eigenständigen und langandauernden Lebensphase entwickelt hat und die der älteren Generation vielfältige Möglichkeiten der individuellen Entfaltung und Entwicklung bietet. Es eröffnen sich zeitliche Freiräume für lang geplante Aktivitäten (z. B. Reisen) oder neue, gesellschaftlich erwünschte Betätigungsmöglichkeiten (z. B. im bürgerschaftlichen Engagement, in der Politik, in der Familie).
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck

Soziale Dienste

Zusammenfassung
Soziale Probleme und aus ihnen resultierende Anforderungen an die Sozialpolitik ergeben sich nicht allein aus einer unzureichenden Verfügung über materielle Ressourcen. Es gibt eine Vielzahl von sozialen Bedarfs- und Notlagen, deren Lösung oder Linderung durch die Bereitstellung von (mehr) Einkommen allein nicht möglich ist. Dies wird offensichtlich, wenn man etwa an die Lebensrisiken Krankheit und Pflegebedürftigkeit, an die verschiedenen psychosozialen Notsituationen oder an die Integration von Flüchtlingen denkt.
Gerhard Bäcker, Gerhard Naegele, Reinhard Bispinck
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