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About this book

Das Buch beabsichtigt die Forschungsmethodik einer systematischen Metaphernanalyse als Methode der qualitativen Forschung in ihrer Logik zu rekonstruieren. Die linguistische Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson zielt auf alltägliche Denkmuster ab und hat darum im angelsächsischen Sprachraum eine große Resonanz in den Sozialwissenschaften erzeugt. Der vorliegende Band entwickelt sie als qualitatives Forschungsverfahren und als spezifische Hermeneutik weiter. Ihr Kernbegriff, das „metaphorische Konzept“, wird in seiner Reichweite mit Begriffen wie Deutungsmuster, Habitus, tacit knowledge, sozialen Repräsentationen und Diskurs verglichen. Es folgen eine Übersicht bisheriger Studien in den Sozialwissenschaften und ein ausgearbeiteter methodischer Vorschlag.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1. Systematische Metaphernanalyse: ein zweiter Blick

Zusammenfassung
Das erste Kapitel bilanziert, dass die Metapher als Übertragung älterer Erfahrungen auf neue Kontexte bereits viele Studien in der qualitativen Sozialforschung inspiriert hat. Typische Muster des Umgangs mit Metaphern in diesem Bereich der Forschung werden vorgestellt und die damit verbundenen methodischen Schwächen skizziert, unter anderem heterogene oder nicht explizierte Metaphernbegriffe, die selten realisierte begriffliche Fassung des gemeinsamen Sinngehalts von mehreren Metaphern, die wenig verlässliche Identifikation von Metaphern und die häufige Übergeneralisierung von gefundenen Sinnzusammenhängen.
Rudolf Schmitt

Kapitel 2. Die doppelte Verortung der systematischen Metaphernanalyse: kognitive Metapherntheorie und Hermeneutik

Zusammenfassung
Das zweite Kapitel elaboriert den Metaphernbegriff mit einem Rückgriff auf die kognitive Linguistik nach Lakoff und Johnson und beschreibt die Clusterung von Sinnzusammenhängen im metaphorischen Konzept. Es folgt eine Kritik an der häufig verkürzenden Forschungspraxis der kognitiven Metapherntheorie sowie ihrem szientistischen Selbstmissverständnis. Erst durch die Einordnung in einen Traditionsstrang der Hermeneutik, der sich von Gadamer über Habermas hin zu Varianten einer sozialwissenschaftlichen Hermeneutik erstreckt, wird eine sozialwissenschaftliche Ausrichtung von Metaphernanalysen fundiert.
Rudolf Schmitt

kapitel 3. Metaphern im Vergleich mit sozialwissenschaftlichen Konzepten

Zusammenfassung
Die Frage nach der Anschlussfähigkeit der Metaphernanalyse an die Sozialwissenschaften wird im dritten Kapitel beantwortet. Der erweiterte Metaphernbegriff wird wichtigen Konzepten der sozialwissenschaftlichen Forschung gegenübergestellt, unter anderem: soziale Deutungsmuster, Habitus, soziale Repräsentationen, Diskurs und „common sense“. Vielfältige Berührungen zeigen, dass das „metaphorische Konzept“ im Sinne Lakoffs und Johnsons als spezifische Rekonstruktion von kollektiven und individuellen Erfahrungsmustern ebenbürtige analytische Potenz entwickeln kann.
Rudolf Schmitt

Kapitel 4. Metaphernreflexion und -analyse in sozialwissenschaftlichen Disziplinen

Zusammenfassung
Im vierten Kapitel erfolgt eine umfassende Rekonstruktion von Metaphernanalysen in den Disziplinen Soziologie, Erziehungswissenschaften, Soziale Arbeit, Politologie, Gesundheitswissenschaften und Psychologie sowie in einem Exkurs zur Geschlechterforschung. Metaphernanalysen haben sich in den verschiedenen Bereichen seit der Herausbildung des für sozialwissenschaftliche Forschungen anschlussfähigen Metaphernbegriffs in unterschiedlichem Tempo und mit heterogener Methodik entwickelt. Hier interessieren die bereits explorierten Fragestellungen, ihre Ergebnisse und die im Feld entwickelten methodische Besonderheiten.
Rudolf Schmitt

Kapitel 5. Die Methode der systematischen Metaphernanalyse

Zusammenfassung
Das letzte und fünfte Kapitel bündelt die Erträge der vorhergehenden in der Methodik einer systematischen Metaphernanalyse. Mit ihr ist der Anspruch verbunden, ein Auswertungsprozedere für alle qualitativ forschenden sozialwissenschaftlichen Studien bereitzustellen, deren Forschungsfrage auf die Entdeckung wirksamer Muster der Orientierung zielt. Das Kapitel beginnt mit einer allgemeinen Bestimmung dessen, was eine qualitative Forschungsmethode leisten soll, bevor eine Ablaufskizze alle Schritte der systematischen Metaphernanalyse vorstellt und diese im Detail expliziert. Das Kapitel schließt mit Überlegungen zu Gütekriterien und einem Ausblick auf die mögliche zukünftige Methodenentwicklung.
Rudolf Schmitt

Backmatter

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