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27-10-2016 | Big Data | Gesellschaft für Informatik | Article

Die Digitalisierung belebt wie nie zuvor den Arbeitsmarkt

Author:
Andreas Burkert

Der ITK-Markt beschert deutschen Firmen enorme Gewinne. Laut Bitkom wächst der Umsatz erstmals auf über 160 Milliarden Euro. Doch die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen, mahnt der Bitkom-Präsident.

Neues entsteht, Altes verschwindet. So erklären die Springer-Autoren Dr. Markus Klimmer und Jürgen Selonke das Wesen der Digitalisierung. Wohlwissend, dass die Digitalisierung "unsere Zivilgesellschaft, die Wirtschaft, das gesamte öffentliche Leben fest im Griff hat“. Das schreiben sie in ihrem Kapitel "Chancen, Visionen und der Alltag: Was ist Digitalisierung überhaupt?“. Und sie lassen dort auch bedeutende Führungskräfte aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und Gewerkschaften zu Wort kommen. Die sehen in der Digitalisierung enorme Chancen für den Standort Deutschland.

Die Einschätzung dieser Digital Leader spiegelt sich auch in den aktuellen Umsatzzahlen der ITK-Branche wider, die der Digitalverband Bitkom soeben veröffentlicht hat. Demnach werden die Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik im laufenden Jahr auf 160,5 Milliarden Euro und damit erstmals über 160 Milliarden Euro steigen. Der Verband bekräftigte damit seine Wachstumsprognose von 1,7 Prozent für den deutschen Markt. Für Bitkom-Präsident Thorsten Dirks ist das Grund zur Freude. Immerhin belebt "das Umsatzwachstum auch den Arbeitsmarkt. Die Unternehmen der Bitkom-Branche werden im laufenden Jahr mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen.“ Damit beschäftigt die ITK-Branche in Deutschland bis zum Jahresende 1.030.000 Menschen und festigt ihre Rolle als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber knapp hinter dem Maschinenbau.

ITK ist zweitgrößter industrieller Arbeitgeber hinter Maschinenbau

Zugleich mahnt Dirks aber, dass Deutschland gegenüber Ländern mit einer starken Digitalwirtschaft wie den USA aufholen müsse. "In den USA wächst der ITK-Markt doppelt so schnell wie bei uns“, so Dirks. "Die digitale Transformation gibt es nicht zum Null-Tarif. Wir brauchen mehr Investitionen in digitale Technologien, wenn die digitale Transformation gelingen soll.“

Davon ist auch Timotheus Höttges überzeugt. Der deutsche Manager und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG wird in dem Zusammenhang auf Seite 37 im Buch "#Digital Leadership" mit den Worten zitiert: "Das Thema Digitalisierung muss von den Unternehmen ganzheitlich angegangen werden. Das geht weit über neue Geschäftsmodelle hinaus. Die Chancen durch die Digitalisierung sind riesig“.

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Das zeigen auch die Zahlen, die Bitkom für die Informationstechnologie ermittelt hat. So legt die Branche 2016 um 3,6 Prozent auf 84 Milliarden Euro zu. "Vor allem die Geschäfte der Softwareanbieter wachsen mit einem Plus von 6,2 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro überdurchschnittlich. Die Umsätze mit IT-Services, in denen sich Aufträge aus der Digitalisierung der Unternehmen besonders stark widerspiegeln, verzeichnen einen Anstieg um 27 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro. IT-Hardware legt um 2,8 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro zu“, so die Bitkom-Studie.

Telekommunikation rutscht ins Minus

Ein genauer Blick in die Studie zeigt aber auch, dass nicht alle Branche auf Wachstumskurs sind. So rutscht die Telekommunikation nach einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2015 wieder ins Minus. Der Prognose zufolge werden die Umsätze um 0,4 Prozent auf 66,9 Milliarden Euro zurückgehen. Deutlich schwächer läuft vor allem das Geschäft mit TK-Endgeräten, das um 2,1 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zurückgeht. Hintergrund sind die erstmals sinkenden Umsätze mit Smartphones (minus 1,5 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro). "Die Nachfrage nach Smartphones ist weiterhin ungebrochen, die Absatzzahlen erreichen neue Rekordmarken. Doch angesichts sinkender Durchschnittspreise für die Geräte gehen die Umsätze zurück“, sagte Dirks.

Nach wie vor im Minus sind die Umsätze mit Festnetz- und Mobildiensten, die auch auf Grund von Regulierungseffekten um 0,3 Prozent auf 49,2 Milliarden Euro zurückgehen. Positiv entwickelt sich hingegen das Geschäft mit Infrastruktursystemen, das um 2,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zulegen kann. "Die gegenläufige Entwicklung bei den Umsätzen mit Diensten einerseits und Infrastruktursystemen andererseits macht ein Dilemma der Telekommunikationsbranche deutlich: Die Netzbetreiber müssen weiter stark in den Netzausbau investieren, während die Einnahmen aus ihrem Kerngeschäft mit Telekommunikationsdiensten rückläufig sind“, so Dirks.

Bitkom-Präsident Dirks fordert Maßnahmen zur Digitalisierung

Und in diesem Fall kommt die Bundesregierung ins Spiel, die für ein besseres Investitionsklima sorgen muss. Auch deshalb appelliert Bitkom-Präsident Dirks an die Politik, den Rest der Legislaturperiode für weitere entschiedene Maßnahmen zur Digitalisierung zu nutzen. Ganz oben auf der Agenda müsse der Breitbandausbau, vor allem aber auch die Unterstützung des Mittelstands bei der digitalen Transformation stehen. "Auch Bitkom leistet dazu seinen Beitrag. Wir werden am 31. Oktober in Saarbrücken unsere Mittelstandstour starten und Digital-Know-how in zehn Städten direkt zu den Geschäftsführern und Entscheidern in mittelständischen Unternehmen bringen“, kündigte Dirks an.

Zugleich forderte er gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern, um Digitalkompetenz bereits in der Schule zu vermitteln. Unter anderem sei dazu ein Pflichtfach Informatik ab der fünften Klasse und Englisch ab der ersten Klasse notwendig. Außerdem müsse die Weiterbildung im Beruf gefördert werden. Um die Digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, müsse darüber hinaus die Digitalisierung der Verwaltung zügiger vorangetrieben werden. Dirks: "In unserer Behörden ist der Alltag in viel zu vielen Fällen noch analog, unvernetzt, ineffizient – eher 1996 als 2016.“

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