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About this book

Deutschland und China – zwei der größten Ökonomien der Welt – erscheinen in vielerlei Hinsicht sehr gegensätzlich. Deutschland hat den Begriff der Sozialen Marktwirtschaft entscheidend geprägt, China gilt als Land, das die Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts entscheidend beeinflussen wird. Nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie kämpfen die westlichen Nationen mit wirtschaftlichen Herausforderungen sowie mit der Zustimmung zur liberalen und freiheitlichen demokratischen Ordnung. Zeitgleich steht China wie die westlichen Marktwirtschaften vor beispiellosen ökonomischen und gesellschaftlichen Aufgaben. Die Autoren zeigen auf, wie Deutschland und China mit diesen Herausforderungen umgehen, was beide Ökonomien verbindet und was sie gleichermaßen trennt. Das Buch betrachtet die Entwicklungen und Synergiemöglichkeiten der beiden marktwirtschaftlichen Systeme und analysiert ihre Stärken und Schwächen – fernab von politischen Pauschalisierungen. Es liefert fundierte Antworten in Zeiten emotionaler Debatten über die Neubewertung globaler Kräfteverhältnisse.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Entwicklung der Welt im letzten halben Jahrhundert zeigt uns viele bemerkenswerte Veränderungen in der Politik, der Gesellschaft und in der Art und Weise, wie wir miteinander agieren, arbeiten und leben.
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

2. Deutschlands Erfolgsrezept – Soziale Marktwirtschaft

Zusammenfassung
Die Geschichte der Ökonomie der westlichen Welt ist gespickt mit zahlreichen Ausprägungen von marktwirtschaftlichen Systemen. Bereits im Römischen Reich zu Zeiten Diokletians (Kaiser von 284–305 n. Chr.) waren Preisregulierungen bekannt. Die USA gelten zum Zeitpunkt des Entstehens des vorliegenden Buches nach wie vor als das Paradebeispiel des Kapitalismus, Frankreich hingegen zeichnet sich im Sinne Colberts durch eine staatliche Steuerung des marktwirtschaftlichen Geschehens aus. Die Bundesrepublik prägt ein stark ausgebauter sozialer Sektor bei gleichzeitiger ökonomischer Offenheit mit einem hohen Anteil an Außenhandelsaktivität (Watrin 1996, S. 80).
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

3. Chinas Weg von alter zu neuer Stärke – ein Abriss einer einzigartigen Transformation

Zusammenfassung
Um das heutige Selbstverständnis und Selbstbewusstsein Chinas zu begreifen, soll ein Blick in die chinesische Geschichte erfolgen, der hier nur als knappe Exkursion stattfinden kann. Obwohl es in den letzten 150 Jahren auch in China zu massiven Umbrüchen im Staatsapparat kam, verweist die chinesische Regierung bis heute auf die traditionellen Wurzeln aus der frühen Geschichte. Die Idee einer konstanten Entwicklung vom antiken China bis zum heutigen „Global Player“ ist geschichtswissenschaftlich nicht unproblematisch, hat aber entscheidenden Einfluss auf die chinesische Sicht auf das eigene Land und den Rest der Welt.
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

4. Deutschland versus China – verbindet die beiden Nationen mehr, als sie trennt?

Zusammenfassung
Die Verflechtungen zwischen Deutschland und China haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Unter anderem ist das an der Zunahme des Handels zwischen den beiden großen Volkswirtschaften in den letzten 20 Jahren zu erkennen. China und Deutschland sind damit in eine Art der ökonomischen Symbiose eingetreten.
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

5. Deutschland und China – Kulturen und wirtschaftlicher Erfolg

Zusammenfassung
Wie bereits mehrfach angesprochen, werden die deutsch-chinesischen Beziehungen auch maßgeblich durch die Kulturunterschiede und den kulturellen Austausch der beiden Länder geprägt. Seit Jahrhunderten besteht auf verschiedenen Ebenen ein gegenseitiges Interesse, das häufig, aber nicht immer mit ökonomischen und politischen Aktivitäten einherging. Missionare wie der deutsche Jesuit Johann Adam Schall von Bell (1591–1666) verbreiteten europäisches Wissen am chinesischen Kaiserhof und der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) ließ sich bei seinem Schaffen von der chinesischen Kultur inspirieren. Die Kunstrichtung der Chinoiserie nahm im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts begeistert chinesische und pseudochinesische Elemente auf, bevor sich im Zuge der zunehmenden Rassentheorien und Kolonialbestrebungen des Westens ab dem 19. Jahrhundert das Chinabild auch in Deutschland verschlechterte (vgl. Lee 2003). Gleichzeitig wurde China speziell in der deutschen Literatur phasenweise angehimmelt und verflucht. Diese Bewegung zwischen Extremen prägt die Wahrnehmung Chinas noch bis heute, was im Kap. 6 näher betrachtet wird. Während China in Deutschland schon früh für Begeisterungsstürme sorgte, war im späten chinesischen Kaiserreich das Interesse an Deutschland und deutscher Kultur noch verhältnismäßig gering. Deutsche Missionare wurden in China vor allem aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten geschätzt, bevor dann ab dem späten 19. Jahrhundert einem kleinen Teil Chinas durch die deutsche Kolonialbesetzung kurzzeitig politische und kulturelle Einflüsse aufgezwängt wurden. Während Deutschlands „Pachtgebiet“ in Gesamtchina kaum intellektuelle Spuren hinterlassen hat, sollte der Deutsche Karl Marx (1818–1883) mit seiner Gesellschaftslehre bekanntlich einen umso stärkeren und langfristigen Einfluss auf das Reich der Mitte nehmen.
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

6. Deutschland und China – Länderimages und Wirtschaftsmacht

Zusammenfassung
Wie im vorherigen Kapitel gesehen, blickt der Kulturaustausch zwischen Deutschland und China auf eine lange Geschichte zurück. Seit jeher bewegt sich das deutsche Chinaimage zwischen Extremen und es ist bis heute durch Informationslücken geprägt, die sich nicht nur durch sprachliche Hürden erklären lassen. Ein gutes Beispiel für Europas frühes Chinabild sind die Berichte über den venezianischen Handelsmann Marco Polo (1254–1324) im damals mongolisch beherrschten China, die auch in Deutschland begeistert aufgenommen wurden. Wenngleich die Kritiker, die bezweifeln, dass Polo es überhaupt je nach China geschafft hat, mittlerweile fachlich überstimmt scheinen, ist noch immer unklar, wie viel der Italiener wirklich vom Land gesehen hat. Ebenfalls gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Reiseberichte, die wohl ein Verfasser für Ritterromane und nicht Marco Polo selbst niederschrieb, literarisch verziert wurden, um der Leserschaft zu gefallen (vgl. Haw 2009).
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

7. Deutschlands und Chinas Zukunft – wie es weitergeht

Zusammenfassung
„Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, daß das Leben rückwärts verstanden werden muß. Aber darüber vergißt man den andern Satz, daß vorwärts gelebt werden muss“ (Kierkegaard 1949, S. 197).
Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

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