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23-06-2014 | Elektrotechnik | Im Fokus | Article

Das Stromnetz ist tot, es lebe das Smart Grid

Author: Andreas Burkert

2:30 min reading time
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Das transparente, nahtlose und unmittelbare bi-direktionale Übermitteln von Energie-Informationen ist für die Energiewende essentiell. Noch wichtiger aber erscheint die Sicherheit der Systeme. Denn sie entscheidet über den Erfolg künftiger Smart Grids-Anwendungen.

Bevor die Lichter ausgehen, versuchen die großen Stromkonzerne es mit einer transparenten und intelligenten Stromverteilung. Smart Grid nennt sich das Vorhaben und steht für das transparente, nahtlose und unmittelbare bi-direktionale Übermitteln von Energie-Informationen, um die Energielieferung und -übertragung gezielter steuern zu können. Ein Mammut-Vorhaben, welches ganz Europa zur Zusammenarbeit zwingt. So ist auch „die heimische wie auch die europäische Energieinfrastruktur derzeit einem fundamentalen Technologiewandel unterworfen“.

Das schreiben Helmut Leopold und Thomas Bleier in „Innovationsdynamik durch Sicherheit im Smart Grid“. Die Springer-Autoren sind der Ansicht, dass Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in den kommenden Jahren die heutigen Stromnetze als Enabler sukzessive und irreversibel in Smart Grids überführen werden. Damit wird die Bedeutung von IKT als kritische Infrastruktur noch einmal um einen Quantensprung zunehmen.

Sicherheit der Systeme essentiell für Smart Grid

Immerhin hängt der Erfolg eines künftigen europaweiten Smart Grid im Wesentlichen von der Sicherheit der Systeme ab. „Die Forschung, die Industrie und die Energiedienstleister müssen daher jetzt im Wissen einer nie erreichbaren 100 %-igen Sicherheit ein gemeinsames Problembewusstsein für die Komplexität dieses Infrastrukturumbaus entwickeln und damit ein Klima des Wandels etablieren, welches die Akteure die derzeitige Investitionszurückhaltung rasch überwinden lässt“, so die Autoren.

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Sie mahnen darüber hinaus, dass im Hinblick auf die sehr heterogenen Strukturen der Energiesysteme in Europa, „die schon entwickelten Modelle und Standards für die einzelnen Länder lediglich als grobe Vorlagen für den anstehenden Transformationsprozess genutzt werden können“. Ein wichtiger Aspekt. Immerhin sind überall eigene, die Besonderheiten des eigenen Landes berücksichtigende und alle Stakeholder einbeziehende Migrationsstrategien erforderlich.

Drei grundlegenden Markttreiber für Smart Grid

„Eine solche wird vornehmlich die großen Herausforderungen wie das Rollenbild der Verbraucher, die Nutzung von erneuerbaren Energien, die steigende Komplexität der Infrastruktur durch Verzahnung und Abhängigkeit der Stromnetzkomponenten von funktionaler und hochsicherer IKT und schließlich auch neue Geschäftsmodelle unter Einbeziehung neuer Akteure zu adressieren haben.“

Leopold und Bleier wissen aber auch, dass dazu ein gemeinsames Verständnis über die drei grundlegenden Markttreiber für Smart Grid notwendig ist. Diese sind Sicherheit, Interoperabilität und Standardisierung. Sie verweisen dabei auch Österreich. Dort will man in der Initiative RASSA eine innovative nationale Migrationsstrategie entwickeln, „die ausgehend von auf die heimischen Besonderheiten adaptierten internationalen Modellen eine Referenzarchitektur konzipieren, den Migrationspfad definieren und Guidelines für alle Akteure im Smart Grid-Ökosystem erarbeiten wird“.

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