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About this book

Das Standardwerk über Bauwerksabdichtungen von Karl Lufsky, das letztmalig 1983 in der 4. Auflage erschien, bedurfte einer vollständigen Überarbeitung, um den neuesten Stand der Technik auf dem Gebiet der Abdichtung zu erfassen und um auch eine Anpassung an die tech­ nischen Regelwerke - insbesondere DIN 18195 (Fassung 08.2000) - herbeizuführen. Gegenüber der 4. Auflage wurden folgende Abschnitte vollkommen neu bearbeitet bzw. neu aufgenommen: - Geschichtliche Entwicklung der Abdichtungstechnik - Baustoffe (u.a. Abschnitte über bituminöse Dickbeschichtungen, wasserundurchlässiger Beton, Bentonit) - Berechnung bituminöser Abdichtungen und Prinzipien der Abdichtung - Dränagen - Wärmedämmung im Erdreich - Bauten aus wasserundurchlässigem Beton - Abdichtungen aus Bentonit - Abdichtung von Brückenbauwerken - Sanierung schadhafter Abdichtungen - Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen schwarzer, weißer und brauner Wanne. Abdichtungsarbeiten beanspruchen kosten- und mengenmäßig bei der Errichtung eines Bau­ werks einen so bescheidenen Teil der Gesamtkosten (ca. 1 %), dass die Herausgabe eines Fachbuches einer Begründung bedarf: Die Notwendigkeit, ein Fachbuch über Abdichtungen herauszubringen, in dem der Stand der Technik dargestellt wird, ist im Wesentlichen dadurch gegeben, dass in Schadensfällen so hohe Kosten für die Instandsetzung der Abdichtung entste­ hen, dass sie in gar keinem Verhältnis zu dem vergleichsweise geringen Herstellungswert einer Abdichtung stehen. Es kommt hinzu, dass insbesondere bei bituminösen Abdichtungen oder solchen mit Kunststoffbahnen die Leckagen nicht geortet werden können und damit eine In­ standsetzung schwer oder kaum noch möglich ist.

Table of Contents

Frontmatter

1. Aufgabe von Bauwerksabdichtungen

Zusammenfassung
Das Abdichten von Bauwerken soll verhindern, dass Wasser — gleich welcher Art und Herkunft — einen schädigenden Einfluss auf das Bauwerk, seine Teile oder Innenräume ausübt (Bild 1.1).
Erich Cziesielski

2. Geschichtliche Entwicklung der Abdichtungstechnik

Zusammenfassung
Die Abdichtungstechnik mit industriell hergestellten Abdichtungsmaterialien ist relativ jung. Gleichwohl wurden aber auch schon im Altertum Bauwerke abgedichtet bzw. aus wasserundurchlässigem Beton (opus caementitium) hergestellt, wenn es darum ging, die erforderliche Wasserdichtigkeit im Bereich von Zisternen, Wasserleitungen, öffentlichen Bädern o.ä. zu erreichen.
Erich Cziesielski

3. Beanspruchung der Bauwerke durch Wasser

Zusammenfassung
In der Natur besteht ein Wasserkreislauf (Bild 3.1): Der Niederschlag beansprucht zunächst das Bauwerk in Form von Regen bzw. Schnee und fließt dann entweder auf der Erdoberfläche zum nächstgelegenen Vorfluter ab (Bach, See, Fluss o.ä.) bzw. der Niederschlag versickert im Boden. Das im Erdreich versickerte Wasser reichert das vorhandene Grundwasser an. In Abhängigkeit von der Einbindungstiefe des Bauwerks in das Erdreich wird das Bauwerk unterschiedlich durch das im Erdreich vorhandene Wasser beansprucht (vgl. Abschnitte 3.2 bis 3.5).
Erich Cziesielski

4. Werkstoffe zur Bauwerksabdichtung

Zusammenfassung
Bezüglich der Dichtigkeit eines Werkstoffgefüges gegen Wasserdurchtritt sind drei Fälle zu unterscheiden:
a)
Absolut dicht gegen flüssiges Wasser und diffundierende einzelne Wassermoleküle sind alle Metalle sowie die künstlichen und natürlichen Gläser. Diese Eigenschaft wird bei Stahlpanzerungen von Tunneln und Druckstollen, bei Metallfolieneinlagen in Bitumendichtungen und Dampfsperren sowie bei Schaumglas ausgenützt.
 
b)
Diffundierbar für einzelne Wassermoleküle, nicht aber durchlässig für flüssiges Wasser sind organische Polymere wie Bitumen und Kunststoffe und wenige mineralische Stoffe, sofern sie quellbar sind und nur Mikroporen, aber keine Kapillarporen enthalten. Wassermoleküle können dann einzeln durch das Werkstoffgefüge diffundieren, was nur eine bescheidene Feuchtestromdichte hervorrufen kann. Dies muss zwar der Bauphysiker bei der Beurteilung eines Bauteilquerschnittes bedenken, für den Nutzer eines Bauwerkes ist die Diffusion der Wassermoleküle in der Regel jedoch ohne Belang. Unter den mineralischen Baustoffen, mit denen großflächig fugenfreie Schichten herstellbar sind, gelingt es nur bei Zementmörtel, zementgebundenem Beton sowie bei Lehm und Ton flüssigwasserdichte Gefüge zu produzieren
 
c)
Durchströmbar für flüssiges Wasser und natürlich auch durchgängig für diffundierende Wassermoleküle sind alle übrigen Baustoffgefüge, weil sie Porensysteme mit Porenweiten von mehr als 100 Nanometer enthalten, wie z.B. Ziegel, Holz, Sandsteine, Gips, Normalbeton.
 
Heinz Klopfer

5. Berechnung bituminöser Abdichtungen und Prinzipien der Abdichtung

Zusammenfassung
Bitumen ist im physikalische Sinne kein fester Körper: Es schmilzt z.B. nicht, sondern es erweicht. Bitumen verhält sich wie eine unterkühlte Flüssigkeit, die allerdings nicht dem idealen Newton’schen Fließgesetz
$$ % MathType!MTEF!2!1!+- % feaagCart1ev2aaatCvAUfeBSjuyZL2yd9gzLbvyNv2CaerbuLwBLn % hiov2DGi1BTfMBaeXatLxBI9gBaerbd9wDYLwzYbItLDharqqtubsr % 4rNCHbGeaGqiVu0Je9sqqrpepC0xbbL8F4rqqrFfpeea0xe9Lq-Jc9 % vqaqpepm0xbba9pwe9Q8fs0-yqaqpepae9pg0FirpepeKkFr0xfr-x % fr-xb9adbaqaaeGaciGaaiaabeqaamaabaabaaGcbaaeaaaaaaaaa8 % qacqaHepaDcaqG9aGaeq4TdGMaai4TaiaabAhacaqGVaGaaeiAaaaa % !3E16! \tau {\text{ = }}\eta \cdot{\text{v/h}} $$
(5.1)
gehorcht [5.1]. In Gl. (5.1) bedeuten:
  • τ Schubspannung [N/m2]
  • η Viskosität [N · s/m2]
  • v Gleitgeschwindigkeit [m/s]
  • h Dicke der Bitumenschicht [m]
Erich Cziesielski

6. Ausbildung von Bauten aus wasserundurchlässigem Beton

Zusammenfassung
Bei der Ausbildung von Bauten aus wasserundurchlässigem Beton sind die besonderen Eigenschaften des Betons zu beachten. Die Konstruktion des Bauwerks und der Bauteile ist darauf abzustimmen.
Gottfried C. O. Lohmeyer

7. Abdichtung mit Bentonit

Zusammenfassung
Abdichtungsschichten aus Natriumbentonit weisen gegenüber visko-elastischen Bitumen-bzw. Kunststoffabdichtungen und starren mineralischen Abdichtungen vor allem folgende Vorteile auf: Fehlstellen auf Grund von Verarbeitungsfehlern werden vom Bentonit durch sein Quell-vermögen ausgefüllt, auftretende Relativbewegungen im Bereich von planmäßigen Fugen oder durch Rissbildungen in der Rücklage können in weiten Bereichen schadlos aufgenommen werden, solange der Bentonit am Austrocknen gehindert wird. Treten dennoch Leckagen auf, so wird der Schaden — vergleichbar mit wasserundurchlässigen Betonkonstruktionen und bei Beschichtungen — im unmittelbaren Bereich der Fehlstelle zu Tage treten und kann gezielt nachgebessert werden.
Ralf Ruhnau

8. Wärmedämmung im Erdreich

Zusammenfassung
Nach der Wärmeschutzverordnung bzw. nach der Energieeinsparverordnung müssen beheizte Keller und auch unbeheizte Keller mit nicht- bzw. gering wärmegedämmten Kellerdecken im Wandbereich und gegen das Erdreich wärmegedämmt werden.
Erich Cziesielski

9. Ausführungsbeispiele mit Bitumenabdichtungen

Zusammenfassung
Bauwerksflächen, auf die die Abdichtung aufgebracht werden soll, müssen frostfrei, fest, eben, frei von Nestern und klaffenden Rissen, Graten und frei von schädlichen Verunreinigungen sein und müssen bei aufgeklebten Abdichtungen oberflächentrocken sein.
Detlef Stauch

10. Ausführungsbeispiele aus WU-Beton

Zusammenfassung
In den folgenden Abschnitten werden beispielhaft verschiedenen Bauwerkstypen beschrieben, die mit einer Abdichtung aus wasserundurchlässigem Beton erstellt werden. Da es sich um Beispiele handelt, können sie nicht ohne weiteres auf andere konkrete Fälle übertragen werden. Im Einzelfall sind die Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen zu prüfen.
Gottfried C. O. Lohmeyer

11. Ausführungsbeispiele mit Bentonitabdichtungen

Zusammenfassung
In der Baupraxis sind Abdichtungen mit Bentonitprodukten insbesondere bei der Abdichtung von Arbeitsfugen mit Hilfe von Quellbändern gebräuchlich (Bild 7.12 und 11.8), während Flächenabdichtungen mit Bentonitprodukten eher noch die Ausnahme darstellen. Unter dem Begriff „braune Wanne“ sind insbesondere Gebäudeabdichtungen gegen drückendes Wasser ausgeführt worden (Bild 11.1). Mit Kunststofffolien kaschierte Bentonitbahnen sind erst seit jüngerer Zeit auf dem Markt, so dass hier zumindest in Europa noch keine allzu umfangreichen Erfahrungen vorliegen (Bild 11.4 bis 11.7). Für Deponieabdichtungen haben sich mit Geotextilen bewehrte Bentonitschichten im großem Umfang bewährt.
Ralf Ruhnau

12. Abdichtung von Fahrbahnen und Gehwegen auf Brücken, Trog- und Tunnelsohlen

Zusammenfassung
Es hat sich nachhaltig erwiesen, dass auch bei einem hochwertigen Beton mit porenarmen Gefüge und einer ausreichenden Betonstahlüberdeckung ein abdichtender Schutz der Betonoberfläche für eine lange Lebensdauer von Brückenfahrbahnen unerlässlich ist.
Manfred Specht

13. Sanierung von Abdichtungen

Zusammenfassung
Mängelrügen an Bauwerksabdichtungen haben in den letzten Jahren insbesondere auch aufgrund der gewünschten höherwertigen Nutzung von Kellerräumen und der hieraus resultierenden Sensibilität der Nutzer deutlich zugenommen. Die Hauptursache des Anstiegs von Abdichtungsschäden liegt jedoch darin, dass die Planungs- und Ausführungsanforderungen zu wenig beachtet werden und dass häufig unqualifizierte Ausführungsfirmen ohne die erforderliche Durchführung einer fachgerechten Schadensdiagnose und einer darauf aufbauenden Sanierungsplanung tätig werden. Die am häufigsten anzutreffenden hieraus resultierenden Schadensbilder in Kellerräumen sind exemplarisch in den Bildern 13.1 bis 13.3 dargestellt.
Michael Bonk

14. Kostenvergleich zwischen weißer, schwarzer und brauner Wanne

Zusammenfassung
Bei Gebäuden, die mit ihrem Kellergeschoß im Grundwasser stehen, ist je nach Nutzung und Tragsystem zu entscheiden, welches der folgenden Dichtungssysteme für Kellerwände und Gebäudesohle eine optimale Funktion bei gleichzeitiger Wertung der Kosten erfüllt. Diese Dichtungssysteme sind
1.
Wasserundurchlässiger Beton, Arbeitsbegriff „Weiße Wanne“
 
2.
Bituminöse Außenhaut-Abdichtung oder Folienabdichtung Arbeitsbegriff „Schwarze Wanne“
 
3.
Außenhaut-Abdichtung mit Bentonit-Platten Arbeitsbegriff „Braune Wanne“
 
Jürgen Schlicht

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