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11-06-2019 | Künstliche Intelligenz | Im Fokus | Article

Künstliche Intelligenz ist der Wachstumstreiber

Author:
Anne Steinbach

In Unternehmen mit zweistelliger Wachstumsrate ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz mehr als doppelt so hoch wie in langsam wachsenden. Das ist das Ergebnis einer Studie von Microsoft. Was die Gründe dafür sind und wie Entscheider damit umgehen.


Im Zuge einer Studie hat Microsoft untersucht, wofür Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen wollen und vor allem wie sich der Einsatz der Technologie auf die eigenen Führungsaufgaben auswirken wird. Dafür wurden 1.150 Führungskräfte aus 13 Ländern befragt. 

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Das Ergebnis ist, dass gerade schnell wachsende Firmen den Einsatz von KI als wichtiger anerkennen, als langsam wachsende Unternehmen. 75 Prozent der deutschen Entscheider in wachstumsstarken Organisationen wollen die Technologie innerhalb des nächsten Jahres zur besseren Entscheidungsfindung einsetzen. Im Vergleich dazu, sind es in wachstumsschwachen Unternehmen nur 43,3 Prozent. In Unternehmen mit zweistelliger Wachstumsrate (37,8 Prozent) ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz mehr als doppelt so hoch wie in langsam wachsenden (17,1 Prozent)

KI ist mehr als autonomes Fahren

Mittlerweile wird KI in vielen Bereichen eingesetzt und bringt zum Teil Fortschritte, die Leben retten und viele Dinge vereinfachen und vor allem beschleunigen. Neben autonomem Fahren, als größte und publikumswirksamste KI-Innovation, sind es vor allem Prozess-Automatisierungen und maschinelles Lernen, die Fortschritte für Unternehmen und deren Nutzer bringen.

Wachstumsschwache Unternehmen zögern bei KI

Warum gerade wachstumsschwache Unternehmen weiterhin vor dem Einsatz von KI zurückschrecken, erklären die Springer-Autoren Peter Buxmann und Holger Schmidt. In ihrem Buch "Künstliche Intelligenz" gehen sie auf die "Wettbewerbsvorteile durch Künstliche Intelligenz" ein und erklären, dass die Gründe für den Rückstand vielfältig sind (Seite 198). 

Dabei sind es vor allem die "risikoaverse Herangehensweise der europäischen Unternehmen an Digitalthemen", aber auch die "zurückhaltende Datennutzung" und natürlich das generelle "Datenschutz-Verständnis in Europa", die Firmen, wie Facebook und Google in den USA, an so manchen europäischen Unternehmen im schnellen Tempo vorbeiziehen lassen (Seite 198-199).

Durch Künstliche Intelligenz neue Aufgaben für Führungskräfte

Mit dem Einsatz von KI ändert sich nicht nur der organisatorische Ablauf, sondern auch die Aufgaben der Führungskräfte. 58,3 Prozent der deutschen Entscheider aus stark wachsenden Firmen gaben in der Studie an, dass sie Probleme mit KI in Zukunft vollkommen anders lösen werden. In wachstumsschwachen sagen dies 41 Prozent. Dazu kommt, dass auch die strategische Unternehmensausrichtung durch KI verändert wird. Das bestätigen zwei Drittel der schnell wachsenden (66,7 Prozent) und nur ein Drittel (37,2 Prozent) der langsam wachsenden Firmen in Deutschland. 

"Erfolgreiche Führungskräfte haben die Wichtigkeit von KI erkannt und nutzen die Technologie für operative Aufgaben, aber auch, um bessere Führungskräfte zu werden – also Wachstum voranzutreiben, die richtigen Prioritäten zu setzen und Menschen zu inspirieren. Durch KI wird Führung noch menschlicher und hilft Entscheidern, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Beschäftigten", erklärt Heike Bruch, Professorin und Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen.

Führungskräfte brauchen mehr KI-Kompetenz

Die große Mehrheit der befragten Entscheider (69 Prozent) erkennen an, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten in Bezug auf den Einsatz von KI weiterentwickeln müssen. Dazu planen in Deutschland 71,8 Prozent der Führungskräfte in langsam wachsenden Unternehmen strategische Maßnahmen und jeder zweite Entscheider in wachstumsstarken Unternehmen. 

Ein möglicher Grund dafür sei laut Microsoft, dass viele schnell wachsende Firmen (66,7 Prozent) hierzulande KI bereits aktiv in die Unternehmensstrategie einbinden und über die notwendigen Fähigkeiten für den Umgang mit der Technologie verfügen. Die Ausgereiftheit und Verbreitung von KI ist damit in Deutschland deutlich höher als in allen anderen untersuchten Ländern – im Durchschnitt haben erst 37,8 Prozent der wachstumsstarken Organisationen die Technologie implementiert.

Dabei ist es wichtig, dass KI-Technologien gerade jetzt umgesetzt werden, findet Springer-Autor Johannes Winter. Im Buchkapitel "Künstliche Intelligenz und datenbasierte Geschäftsmodellinnovationen – Warum Unternehmen jetzt handeln sollten" erklärt er, dass "Technologien und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zukünftig erhebliche Marktpotenziale und Möglichkeiten für die Entwicklung und Vermarktung von Serviceinnovationen bieten" (Seite 68). Und das wiederum könnte den bisherigen wachstumsschwachen Unternehmen zu erheblichem Aufwind bringen.

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