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Wie sich Arbeitsmarkt und Gehälter 2026 entwickeln

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Die Gehaltskurve flacht 2026 erstmals wieder ab. Während Budgets schrumpfen, wächst der Druck zu fairer Bezahlung. Equal Pay, Kostendisziplin und Talentbindung sind die zentralen Themen der Vergütungsstrategien.

Weiterbildung und flexible Arbeitszeiten stehen als Zusatzleistungen bei Fachkräften hoch im Kurs. 


Die Phase außergewöhnlich hoher Gehaltssteigerungen ist vorbei. Aktuelle Zahlen zur Gehaltsentwicklung 2026 zeigen: Der positive Reallohntrend setzt sich zwar fort, allerdings deutlich gebremst. Der Gehaltsentwicklungsprognose von Kienbaum zufolge fallen die Gehaltssteigerungen in Deutschland im kommenden Jahr mit 3,1 Prozent auf das Vor-Corona-Niveau zurück. Nach Jahren überdurchschnittlicher Zuwächse normalisiert sich die Gehaltsdynamik. Auch die Treiber haben sich verschoben.

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Pay Equity verdrängt klassische HR-Themen

Nicht mehr der Fachkräftemangel, sondern die wirtschaftliche Gesamtlage und die Unternehmensperformance bestimmen die Budgets. Gleichzeitig rückt das Thema Entgeltgleichheit auf der HR-Agenda nach oben. Die Lurse-Studie "Trends in der Vergütung und HR 2025/26" mit Daten von 225 Unternehmen zeigt, dass acht von zehn Unternehmen Pay Equity als Top-Herausforderung für 2025 nennen. Das sind 25 Prozentpunkte mehr als noch 2023. 

Die Dringlichkeit scheint den Unternehmen bewusst zu sein, denn 84 Prozent derjenigen, die Pay Equity als Top-Thema benennen, arbeiten bereits aktiv an der Analyse ihrer Einkommensdifferenzen sowie an entsprechenden Maßnahmen zur Reduzierung möglicher Gaps. Die Zeit drängt, denn die ersten Berichte über geschlechtsspezifische Lohnunterschiede werden bereits 2027 fällig.

Hintergrund ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis zum 7. Juni 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Ab Januar 2027 sind Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden jährlich zur Berichterstattung über ihre Gender Pay Gaps verpflichtet, Unternehmen mit 150 bis 249 Beschäftigten alle drei Jahre. Wer bestehende Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern noch vor der ersten Berichtspflicht schließen will, muss jetzt handeln.

Gehaltsdynamik flacht kontinuierlich ab

Konstant sinkend und durchweg geringer, so fallen die Budgets für Gehaltserhöhungen: Von 4,4 Prozent im Jahr 2023 über 3,9 Prozent (2024) und 3,3 Prozent (2025) sinken die realisierten Gehaltserhöhungen 2026 auf 3,1 Prozent. Dabei lagen sie im auslaufenden Jahr 2025 sogar 0,4 Prozentpunkte unter der Planung vom Vorjahressommer. Unternehmen agieren angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit offensichtlich zurückhaltender als geplant.

Auch zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen. Spitzenreiter ist die Chemie- und Pharmabranche mit 4,0 Prozent, Schlusslicht die Automobilbranche mit 2,4 Prozent. Für das kommende Jahr planen nur Automotive und Elektrotechnik leichte Budgetsteigerungen, alle anderen Branchen halten das Niveau oder reduzieren. Bei den Mitarbeitergruppen verschwinden die Unterschiede dagegen. Die Planbudgets bewegen sich einheitlich zwischen 3,1 und 3,2 Prozent, über alle Hierarchieebenen hinweg.

Jobeinsteiger schrauben ihre Erwartungen zurück

Die Kienbaum-Gehaltsentwicklungsprognose 2026 bildet zwei gegenläufige Entwicklungen ab. Einerseits entspannt sich der Arbeitsmarkt spürbar. So konnten 46 Prozent der Unternehmen Stellen leichter besetzen als im Vorjahr und 15 Prozent beobachten erstmals sinkende Gehaltserwartungen bei Bewerbenden.

Andererseits verschärft sich der Kostendruck. Rund die Hälfte der Unternehmen will ihre Personalkostenbudgets leicht erhöhen. Jedes dritte Unternehmen plant Personalabbau, jedes fünfte Budgetkürzungen von bis zu fünf Prozent. Das sind die Ergebnisse einer Onlinebefragung von 937 Unternehmen, unter anderem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Laut der Unternehmen diktieren für 2026 die Unternehmensperformance und die gesamtwirtschaftliche Situation die Gehaltsentwicklung.


Unternehmen zwischen Kostendisziplin und Talentbindung

Die Kienbaum-Studie verdeutlicht das Dilemma vieler Unternehmen. Einerseits werden die Personalkostenbudgets verstärkt in den Blick genommen, was wenig Spielraum für spürbare Gehaltsentwicklungen lässt. Andererseits gilt es, so die Studienexperten, High-Performer und Schlüsselspieler an Bord zu halten und für die Zukunft in Stellung zu bringen. Als strategische Antwort setzen Unternehmen verstärkt auf Investitionen in Künstliche Intelligenz. So sehen 43 Prozent darin einen Hebel, um langfristig effizienter zu arbeiten und steigende Personalkosten abzufedern.

Eine deutliche Bewegung beim Thema Entgeltgleichheit zeigt sich auch in dieser Analyse. So gaben 28 Prozent der deutschen und 31 Prozent der österreichischen Unternehmen an, sich in der anstehenden Gehaltsrunde gezielt für Equal-Pay-Anpassungen einzusetzen. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr.

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