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18-10-2018 | Fassade | Im Fokus | Article

Größte Fassadeninstallation mit organischer Photovoltaik

Author:
Christoph Berger

An einer Hallenfassade im Duisburger Hafen sind etwa 185 Quadratmeter organische Photovoltaik-Folie angebracht worden. Derzeitiger Weltrekord. Es handelt sich um eine Testinstallation, nach deren Monitoring noch eine weitaus größere Fläche beklebt werden könnte.

2016 trafen die Duisburger Hafen AG und das Energieversorgungsunternehmen Innogy die Vereinbarung, den Duisburger Hafen durch innovative dezentrale Energieerzeugung und elektrobetriebene Transportsysteme zum "Drehkreuz für die Energiewende" auszubauen. Die im August 2018 mit organischer Photovoltaik-Folie von Heliatek ausgestattete Hallenfassade ist ein Pilotprojekt innerhalb dieses Vorhabens. Nach erfolgreichem Testlauf bestehe das Potenzial, bis zu zehn Millionen Quadratmeter Fassaden- und Dachfläche zur Gewinnung von Energie im Duisburger Hafen zu nutzen, so die Hafen-Betreibergesellschaft. Deren Vorstandsvorsitzender Erich Staake sagt: "Damit können wir einen erheblichen Beitrag zu einem umweltfreundlichen Hafen leisten."

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2017 | OriginalPaper | Chapter

Novel Thin-Film Photovoltaics—Status and Perspectives

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Beklebt wurde die Hallenfassade mit einer extrem leichten, sehr dünnen und flexiblen Solarfolie, die in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren produziert wird. Sie ist weniger als ein Millimeter dünn, selbstklebend und in unterschiedlicher Farbgebung erhältlich. Sie kann direkt auf eine Vielzahl von Oberflächen aufgebracht werden – in diesem Fall auf eine Metallfassade. Eine Hinterlüftung sei nicht notwendig, heißt es vonseiten des Herstellers, da die Folien bei hohen Temperaturen im Gegensatz zur kristallinen Solartechnologie nicht an Leistung verlieren und somit nicht gekühlt werden müssten. Für die 185 Quadratmeter ausgestattete Fläche im Duisburger Hafen benötigte man 192 Folien á drei Metern Länge – wobei die Installation einer Folie nur wenige Minuten dauerte. Es handelt sich um die derzeit größte Fassadeninstallation mit organischer Photovoltaik weltweit.

Geringer CO2 Fußabdruck

Laut Heliatek erzeugt die so ausgestattete Fläche ungefähr so viel Energie, wie ein vier- bis fünfköpfiger Haushalt pro Jahr an Energie verbraucht. Doch aufgrund des effizienten Herstellungsverfahrens und Materialeinsatzes produziere die Solarfolien 80-mal mehr Energie über die gesamte Lebensdauer, als für ihre Herstellung verwendet werde. Der CO2-Ausstoß liege bei 20 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Im Kapitel "Novel Thin-Film Photovoltaics—Status and Perspectives" des 2017 erschienenen Springer-Fachbuchs "Green Photonics and Electronics" heißt es zu der Folie: "Den aktuellen Weltrekord für den Wirkungsgrad organischer Solarzellen stellte die Firma Heliatek in einer kommerziell entwickelten vakuumbeschichteten Multi-Junction-Vorrichtung mit einem Wirkungsgrad von 13,2 Prozent auf." Nun ist man in Duisburg gespannt, welche Ergebnisse das Monitoring in den kommenden Monaten liefert.

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