Skip to main content
Top

So gelangen Banken von der Sandbox zur KI-Strategie

Activate our intelligent search to find suitable subject content or patents.

search-config
loading …
print
PRINT
insite
SEARCH

Künstliche Intelligenz (KI) ist für die Finanzwelt nichts Neues. Banken und institutionelle Anleger wie Hedge- oder Quant-Fonds gehören zu den frühesten und intensivsten Nutzern. Nun will mit Chat GPT eine weitere Technologie die Finanzbrache erobern. Dabei ist diese gar nicht ganz neu.

Für Chat GPT sind in Banken ganz unterschiedliche Einsatzgebiete denkbar, die von der Kommunikation mit Kunden, der Interpretation von Regulierungstexten bis hin zu Reports für Prüfer, Aufsichtsbehörden und Stakeholder reichen.


Chat GPT basiert auf einer Technologie, die bereits 2017 entwickelt wurde. Das Sprachmodell dahinter war schon beim Live-Gang bereits über drei Jahre alt, wurde aber inzwischen zum Teil durch eine leistungsfähigere Version ersetzt. Trotzdem hat die Veröffentlichung des KI-getriebenen Chatbots die Diskussion über Künstliche Intelligenz und vor allem die strategisch-operative Lage hinsichtlich der Nutzung von Künstlicher Intelligenz aus zwei Gründen grundlegend geändert: 

  1. Die App verschafft erstmals einen sehr einfachen, massentauglichen Zugang zu starken KI-Modellen.
  2. Viele Millionen Nutzer erfahren erstmals persönlich, wie leistungsfähig diese Modelle sind.

Editor's recommendation

01-02-2023 | IT

Positive Erlebnisse für Kunden schaffen

Sinkende Margen, veränderte Customer Journeys und ein verschärfter Wettbewerb setzen Geldhäuser unter Druck. Innovative Geschäftsmodelle auf Basis zukunftsfähiger Technologien bieten neue Chancen.

Damit wandelt sich KI von einer Speziallösung für abgegrenzte Anwendungen zu einer allgemeinen Technologie, die alle Fach- und Anwendungsbereiche durchzieht. Dies wiederum hat strategische und operative Konsequenzen für Banken und bringt Chancen und Risiken mit sich, die die Institute verstehen müssen.  

Chat GPT als KI-Sandbox

Glücklicherweise bietet Chat GPT Banken wie jedem anderen Unternehmen auch für das Experimentieren mit generativer KI eine Art sofort verfügbare Sandbox. In die Unternehmenswelt übersetzt ist Chat GPT eine einfache, intuitiv bedienbare Nutzerschnittstelle, die es Fachabteilungen erlaubt, ohne Technikwissen, ohne Unterstützung durch die IT und ohne aufwendige API-Integration mit einem mächtigen KI-Modell in ihrer eigenen Sprache zu arbeiten. Die Fachabteilungen können damit einerseits die Arbeit mit einer KI erlernen, andererseits können sie mit ihrem Prozesswissen austesten, wo der KI-Einsatz durch Prozessoptimierung oder die Entwicklung ganz neuer Prozesse wertschöpfend ist.

Grenzen für den Einsatz von Chat GPT als KI-Sandbox setzen allerdings Restriktionen hinsichtlich Informations- und Datensicherheit, die für regulierte Häuser in besonderem Maße gelten, sowie aufsichtsrechtliche Vorgaben, die bei der Nutzung von externen Software-as-a-Services zu beachten sind. 

Faktenschwäche setzt Chat GPT Grenzen

Funktionelle Grenzen setzt die bekannte Faktenschwäche von ChatGPT: Da die Sprachmodelle nur mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten, können sie nicht beurteilen, ob etwas wahr oder falsch ist. Die Social-Media-Plattformen sind voll von Beispielen, in denen Chat GPT im Brustton der Überzeugung faktischen Unsinn erzählt. Außerdem reicht das Weltwissen von Chat GPT sowohl in der Version 3.5 als auch in der neuen Version 4 nur bis 2021. Das bedeutet, Faktenanfragen gehören nicht zu den Anwendungsfeldern, auf denen man Chat GPT einsetzen sollte. Aber auch jenseits dieser Restriktionen ergibt sich ein weites, nicht kritisches Experimentierfeld.  

Wenn die möglichen Einsatzfelder für generative KIs identifiziert sind, können dafür auf der Basis von GPT oder spezieller Foundation-Modelle für Finanzunternehmen, die es auch schon gibt, eigene feingetunte Second-Layer-Lösungen entwickelt werden. So ist es zum Beispiel denkbar, dass eine Banken-eigene Second-Layer-KI mit Organisationshandbuch, Arbeitsanweisungen oder Prozessbeschreibungen trainiert wird, um eine Grundlage für weitere bankeninterne Anwendungen zu schaffen. Ein Startvorteil von Banken ist übrigens, dass ihre Prozesse in der Regel sehr gut dokumentiert sind, so dass es genügend Inhalte gibt, mit denen sich Modelle trainieren lassen. 

Sechs Schritte zur aufsichtsrechtlich konformen KI-Strategie

Standardstrategien für den Einsatz generativer KI für Finanzunternehmen gibt es nicht. Vielmehr muss jedes Unternehmen seinen eigenen Weg finden, nicht den Anschluss bei der Nutzung von Intelligenz-Technologien zu verlieren. Chat GPT kann einen Startpunkt für die Entwicklung einer individuellen KI-Strategie bieten. Exemplarisch können Banken und andere regulierte Unternehmen sich mit den folgenden sechs Schritten in Richtung eines aufsichtsrechtlich konformen Einsatzes von KI bewegen:  

  1. Aufsetzen eines strategischen/operativen Frameworks für den potenziellen Einsatz generativer KI (Identifizierung von Einsatzfeldern, strategischer Impact des Einsatzes, Lokalisierung der Einsatzfelder in Fachabteilungen). 
  2. Klärung der Möglichkeiten aus den Perspektiven Informationssicherheit, Datenschutz und Aufsichtsrecht für den Einsatz von KI-Modellen von Drittanbietern.
  3. Einführung Chat GPT und Basistraining für den Umgang damit.
  4. Formulierung der Aufgabenstellungen auf Fachabteilungsebene für den testweisen Umgang mit Chat GPT (Ziele, Testszenarien, Zeitraum, Auswertungs-/Ergebnisreport).
  5. Kriterien für eigene Finetuning-Projekte auf Basis der Testszenarien (Business Cases/Wirksamkeit auf Cost-Income-Ratio, Prozessdurchlaufzeiten, Ressourcen-Effizienz etc.).
  6. Start von eigenen Finetuning-Projekten (API-Integration, Sammlung und Aufbereitung von Trainingsdaten). 

Einige Anwendungsfälle für generative KI wie GPT liegen auf der Hand: Kundenkommunikation über die verschiedensten Kanäle, Interpretation von Regulierungstexten, Verfassung von Reports und Berichten für Prüfer, Aufsichtsbehörden oder Kunden, die Erzeugung von Computercodes und vieles mehr. Weitere, heute noch nicht immer erkennbare Anwendungsfälle, lassen sich durch diese Strategie identifizieren und umsetzen. 

print
PRINT

Background information for this content

Welcome to the Era of ChatGPT et al.

  • Open Access
  • Editorial

The emergence of Large Language Models (LLMs) in combination with easy-to-use interfaces such as ChatGPT, Bing Chat, and Google’s Bard represent both a Herculean task and a sublime opportunity for Business and Information Systems Engineering. The technology and its applications already have considerable impact in many domains directly related to the design, operation, and application of information systems. In this editorial, we seek to explore this new reality as researchers, practitioners, and legislators will have to deal with it. 

KI-Chatbots - ist die Euphorie begründet?

  • Wissenschaft & Innovation

Mit dem Fortschritt der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickeln sich auch die Fähigkeiten der Chatbots weiter. Der seit Ende 2022 verfügbare Chat GPT hat zum Beispiel Fähigkeiten, die man als Künstliche Intelligenz bezeichnen könnte. Für Unternehmen bietet sich auf den ersten Blick eine attraktive Möglichkeit, diese Fähigkeiten im Kundendienst oder Vertrieb einzusetzen. 

Artificial Intelligence

Artificial Intelligence ist in aller Munde und doch verstehen bisher die wenigsten Menschen ihre Funktionsweise, welche Technologien ihr zugrunde liegen und welche Fähigkeiten AI heute bereits besitzt – und, vor allem, welche nicht. In diesem …

ChatGPT: potential, prospects, and limitations

  • Comment

Recently, OpenAI released Chat Generative Pre-trained Transformer (ChatGPT), which has attracted considerable attention from the industry and academia because of its impressive abilities. This is the first time that such a variety of open tasks can be well solved within one large language model. To better understand ChatGPT, we briefly introduce its history, discuss its advantages and disadvantages, and point out several potential applications.

Corporate Digital Responsibility. Digitalisierung im Spannungsfeld von Verantwortung und Obliegenheit

Digitalisierung und Unternehmensschutz gehen Hand in Hand. Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto höher wird die Bedeutung von Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen, auch für die Aufrechterhaltung unseres gesamten Wirtschaftssystems.

IT-Regulatorik und -Sicherheit als Basis der Digitalisierung

Die Digitalisierung stellt Daten in den Mittelpunkt des Handelns. Durch eine stärkere Vernetzung mittels IoT sowie Schnittstellen von Institut und Geschäftspartnern, ist es besonders wichtig, dass sorgfältig mit sensiblen Personendaten und Betriebs- beziehungsweise Geschäftsgeheimnissen umgegangen wird. Ein negativer Effekt der Vernetzung und Datenanalyse sind Missbräuche bei der Daten- und der IT-Sicherheit.

Auf Partnerschaft statt Dienstleistung setzen

  • IT

Das klassische Outsourcing kommt an seine Grenzen. Immer häufiger kooperieren Banken und Dienstleister auf Augenhöhe. Denn gemeinsame Investitionen ermöglichen schnellere Entwicklungen und größere Projekte.

Den Kundendialog der Zukunft digital erweitern

  • IT

Die Zunahme der Interaktionen mit Bankkunden auf digitalen Kanälen stellt neue Anforderungen an Service und Beratung im Banking. Digitale Assistenten ermöglichen es, die erhöhte Schlagzahl in Kundenvorteile zu verwandeln.

    Image Credits
    Chat GPT in Banken/© FAMILY STOCK / Stock.adobe.com, Salesforce.com Germany GmbH/© Salesforce.com Germany GmbH, IDW Verlag GmbH/© IDW Verlag GmbH, Diebold Nixdorf/© Diebold Nixdorf, Ratiodata SE/© Ratiodata SE, msg for banking ag/© msg for banking ag, C.H. Beck oHG/© C.H. Beck oHG, OneTrust GmbH/© OneTrust GmbH, Governikus GmbH & Co. KG/© Governikus GmbH & Co. KG, Horn & Company GmbH/© Horn & Company GmbH, EURO Kartensysteme GmbH/© EURO Kartensysteme GmbH, Jabatix S.A./© Jabatix S.A.