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02-04-2019 | Zahlungsverkehr | Im Fokus | Article

Banken und Fintechs als Partner bei der Auslandsüberweisung

Author:
Daumantas Dvilinskas
3 min reading time

Auslandsüberweisungen über die Bank stehen wegen zu hoher Gebühren, ungünstigen Wechselkursen, langen Wartezeiten und Intransparenz häufig in der Kritik. Experten fordern deshalb mehr Wettbewerb.

Vor allem Überweisungen ins Nicht-Euro-Ausland leiden unter einem schlechten Ruf. Sowohl Banken als auch die etablierten US-Anbieter für weltweite Transferlösungen erhöhen ihre Gebühren weiter. Das zeigte auch jüngst die jährliche Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Consumer Intelligence: Die Kosten in Deutschland für Auslandsüberweisungen sind im vergangenen Jahr im Schnitt um zweistellige Prozentbeträge angestiegen und sind gerne in intransparenten Wechselkursaufschlägen versteckt. Zudem wird oft der Empfänger zusätzlich zur Kasse gebeten.

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Alternative Geldtransferservices 

Neue Anbieter aus dem Fintech-Bereich versprechen einen besseren Service und rücken damit stärker den Fokus der Verbraucher. Im Vergleich zu den regulären Auslandsüberweisungen können Kunden individuell wählen, ob sie zum Beispiel eine schnelle Überweisung in nur 30 Minuten zum Festpreis oder einen kostenlosen Transfers in mehreren Werktagen wünschen. Dabei schafft die transparente Kostenstruktur Vertrauen: So wird bei vielen Angeboten nur ein fest definierter oder gar kein Aufschlag auf die Wechselkurse berechnet. Der gebuchte Betrag kommt beim Empfänger tatsächlich so an, wie er angezeigt wird.

Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität, die die Anbieter in die Lage versetzt, ihre Technologie und damit ihre Services schneller an die Wünsche ihrer Zielgruppen anzupassen. Dabei entdeckt der Überweisungsmarkt gerade eine Fülle an innovativen technologischen Möglichkeiten, die ganz neue Maßstäbe setzen. Immer häufiger kommt dabei die Blockchain-Technologie zum Einsatz, die blitzschnelle und sicherere Geldtransfers rund um den Globus ermöglicht. Und diese Technologie steht erst am Anfang. Was die Blockchain für Überweisungen der Zukunft bedeutet, ist heute noch gar nicht klar.

Die Sicherheit ist wichtiger Faktor

Außerdem rückt die Sicherheit immer stärker in den Fokus der Kunden und damit auch in den der Anbieter. Hier sind in den kommenden Jahren ebenfalls einige Innovationen zu erwarten, die von bereits bestehenden, aber sicher auch von künftigen Fintechs und womöglich in Zusammenarbeit mit den Banken entwickelt werden.

Denn schließlich treten alternative Dienstleister nicht als Konkurrenten der Banken auf. Ohne traditionelle Banken könnte bis heute kaum ein Fintech im Überweisungsmarkt bestehen, da das Geld letztlich den Weg von dem Senderkonto bis zum Empfängerkonto finden muss. So erweisen sie sich vielmehr als Partner der Banken, die so dabei helfen, neue, auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Services anzubieten. Der einzige Verlierer ist auf Dauer das Bargeld, denn der Geldversand ins Ausland findet zunehmend über digitale Wege statt. Vor allem die mobilen Transfers haben es den Kunden angetan: Heute überweisen knapp zwei Drittel unserer Nutzer von Deutschland aus über die mobile App.

Unterschiedliche Zielgruppen mit ähnlichen Ansprüchen

Flexible und zuverlässige Geldtransfermöglichkeiten ins Ausland sind zunehmend gefragt, und das unabhängig von der Zielgruppe. Ausländische Arbeitnehmer, die ihre Familien in der Heimat finanziell unterstützen, sind dabei die größten Nachfrager. Und sie werden in der heutigen globalisierten und von Fachkräftemangel gekennzeichneten Welt immer zahlreicher. Allein aus Deutschland überwiesen ausländische Arbeitnehmer laut Bundesbank im Jahr 2017 rund 4,6 Milliarden Euro und damit so viel wie noch nie. 

Aber auch Unternehmen finden die neuen Anbieter attraktiv, etwa um ihre internationalen Lieferanten schnell und günstig zu bezahlen. So können sie die eingesparten Kosten in das Wachstum ihres Unternehmens investieren.

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