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30-04-2020 | Unternehmenskredit | Nachricht | Article

Mittelstand stemmt sich gegen massive Umsatzeinbußen

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 min reading time

Zwei Prozent ihres Jahresumsatzes haben die rund 2,2 Millionen Mittelständler laut KfW im März aufgrund der Pandemie-Maßnahmen verloren. In Zahlen sind das gut 75 Milliarden Euro. Die Liquiditätslücken treffen Kleinstbetriebe und Dienstleister besonders hart.

"Die aktuelle schrittweise Rückführung der Corona-bedingten Eindämmungsmaßnahmen lässt auf eine Entspannung im Mittelstand hoffen. Viele Unternehmen können ihr Geschäft wieder aufnehmen. Doch eine Rückkehr zum Vor-Corona-Alltag wird für die meisten nicht reibungslos möglich sein", prognostiziert KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Niedrige Umsätze und Liquiditätsengpässe werden auch in den nächsten Wochen ständige Begleiter der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sein, vermutet die Expertin. Daher seien staatliche Hilfen und die Liquiditätsmaßnahmen ihres Hauses weiterhin erforderlich.  

Liquidität reicht oft nur für bis zu zwei Monate

In einer Online-Sonderbefragung im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels Mitte April hat die Förderbank ermittelt, dass vor allem kleine Unternehmen mit zehn oder weniger Beschäftigten im März besonders oft Umsatzrückgänge vermeldeten (58 Prozent). Ebenfalls hart habe es die Dienstleiter getroffen, von denen wegen des Kontaktverbotes viele schließen mussten. 44 Prozent berichten von sinkenden Liquiditätsreserven. 

Unabhängig von der Größe und der Branche reichen diese bei der Hälfte der Mittelständler bis maximal zwei Monate - gerechnet ab dem 1. April 2020. Danach drohe die Geschäftsaufgabe. Bei 18 Prozent der befragten Betriebe reichen die Mittel dagegen nur einen Monat oder sogar deutlich weniger.

Handwerk und Baugewerbe seltener betroffen

Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass 40 Prozent der Mittelständler gleichbleibende Umsätze im März verbuchten. Hierzu gehören größere Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern, vor allem aus dem Handwerk oder dem Baugewerbe. Zwei Prozent vermeldeten sogar Umsatzgewinne, etwa KMU des FuE-intensiven Verarbeitenden Gewerbes oder im Handel. 

Die Widerstandsfähigkeit im Mittelstand gegenüber unerwarteten Ereignissen habe sich laut Analyse in der zurückliegenden Dekade enorm erhöht. "Der Mittelstand hat seine Hausaufgaben gemacht und in den vergangenen Jahren seine Eigenkapitalausstattung deutlich verbessert", so Köhler-Geib.

Bonität im Mittelstand hat sich verbessert

"Die in den vergangenen Jahren aufgebauten Finanzpolster helfen in der aktuellen Krise, Verluste temporär zu verkraften und den Druck auf die Liquidität zu mindern", erläutert die Ökonomin. Im Durchschnitt sei die Eigenkapitalquote im deutschen Mittelstand zwischen 2002 und 2018 um 13 Prozentpunkte auf aktuell 31 Prozent gestiegen. 

Die damit verbundene höhere Bonität helfe den Unternehmen in der aktuellen Situation, leichter an Fremdkapital zukommen, um etwaige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Viele Mittelständler wiesen zu Beginn der Krise einen moderaten Schuldenstand aufweisen. Laut KfW betrug die durchschnittliche Fremdkapitalquote 68,8 Prozent. Das mache die Gefahr der Überschuldung überschaubar.

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