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08.09.2015 | Finance + Banking | Im Fokus | Onlineartikel

Moral lohnt sich

Autor:
Andrea Amerland

Eine beruhigende Nachricht: Moral und Integrität zahlen sich tatsächlich aus. CEOs, die sich ethisch korrekt verhalten, führen Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher als unmoralische Manager, so eine Studie.

Das Gute siegt immer, sagt ein Sprichwort. Auch gute Führung siegt. Sie beschert Unternehmen nämlich eine bessere Gesamtkapitalrendite. Denn CEOs, die von ihren Mitarbeitern einen guten Charakter attestiert bekommen, erreichten in einem Zeitraum von zwei Jahren einen Return on Assets (ROA) von 9,35 Prozent und damit etwa fünfmal so viel wie Chefs mit schlechten Charakterbewertungen. Das ist das Ergebnis einer Studie der amerikanischen Managementberatung KRW International.

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Um Charaktereigenschaften messen zu können, identifizierten die Studienautoren vier moralische Prinzipien, die in allen Gesellschaften und Kulturkreisen zu finden sind: Integrität, Verantwortung, Vergebung und Mitgefühl. Über anonyme Fragebögen, Interviews und die Analyse der Finanzberichte wurden die Studien-Ergebnisse ermittelt. Die CEOs, die am besten abschnitten, zeichnen sich dementsprechend besonders durch Charakterstärke, Besorgnis um das Mitarbeiterwohl, die Fähigkeit, Fehler zu verzeihen sowie Empathie aus.

Erfolgsfaktor Ethik in Kennzahlen

Es sind also auch die so genannten weichen Faktoren, die den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen, so Daniel Dietzfelbinger. Weiche Erfolgsfaktoren "sind solche, die sich auf den ersten Blick nicht gleich in Zahlen messen lassen wie Mitarbeiteridentifikation und -motivation, Offenheit für Neuerungen, Zuhören beim Kunden, Unternehmenskultur, Zeitmanagement, authentische Führungsstile, Managementqualität, eindeutiges Leitbild und Code of Conduct etc.", schreibt der Springer-Autor auf Seite 61 seines Buches "Praxisleitfaden Unternehmensethik". Gleichzeitig plädiert er dafür, die Trennung von harten und weichen Einflussfaktoren aufzugeben, da sie sich gegenseitig bedingen.

Eine ethische Unternehmensführung hat Dietzfelbinger zufolge nicht nur einen positiven Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit, sondern auch auf Kunden, Produkte, Lieferanten, Gesellschaft und Kapitalgeber. Kennzahlen machen Ethik als Erfolgsfaktor messbar. Bezogen auf die Kapitalgeber lassen sich folgende Kennzahlen definieren (Seite 64).

Kennzahlen Kapitalgeber
  • Börsenkurs: Der Ruf Ihres Unternehmens hat Einfluss auf den Kurs Ihrer Aktie.
  • Erfolgreiche Vermarktung: Investoren fragen nach, bei wem sie investieren; Krisenanfälligkeit (auch im Hinblick auf die Reputation oder auf die innere Struktur des Unternehmens) wird zu Ihrem Nachteil.
  • Stabilität der Aktionärsstruktur: Vorbildliche Unternehmen werden von Aktionären mit Treue belohnt.
  • Berichterstattung in den Medien: Wird über Sie wegen Ihres gesellschaftlichen Engagements positiv berichtet, stärkt das Ihre Stellung im Kapitalmarkt.

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Einleitung
Quelle:
Philosophie der Führung

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
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