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28.07.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Daimler stiftet Forschungszentrum driveU Juniorprofessur

Autor:
Katrin Pudenz

Daimler stiftet dem Innovationszentrum für automatisierte Fahrfunktionen driveU, eine Kooperation zwischen der Universität Ulm und Daimler, eine Juniorprofessur. Der neue Stelleninhaber soll sich voraussichtlich ab den Sommersemester 2016 insbesondere mit Informationsfusion und Multi-Objekt-Tracking beispielsweise im Innenstadtverkehr beschäftigen.

Daimler finanziert die Stelle mit dem Ziel, die Kooperation zwischen dem Unternehmen und der Universität auszubauen und zu intensivieren. "Die Stiftung der Juniorprofessur ist ein großer Vertrauensbeweis und zeigt die Wertschätzung der mehr als zehn Jahre bestehenden Zusammenarbeit zwischen Daimler und der Uni Ulm", sagt Professor Klaus Dietmayer, Leiter des driveU und des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik (MRM). In Kürze soll die bundesweite Ausschreibung der Juniorprofessur erfolgen.

Eingegliedert in die Gruppe "Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren" des MRM soll sich der Juniorprofessor insbesondere mit Informationsfusion und Multi-Objekt-Tracking im anspruchsvollen Innenstadtbereich beschäftigen. "Die Stiftungsstelle im Bereich dieser Schlüsseltechnologie für automatisierte Fahrfunktionen wird die aktuelle Arbeit des Instituts maßgeblich stärken und voranbringen", ist Dietmayer überzeugt. "Gleichzeitig erhöhen wir durch die zusätzliche Professur auch die Sichtbarkeit der Uni Ulm auf diesem innovativen Forschungsgebiet."

Kooperative automatisierte Fahrfunktionen ermöglichen

Die Vision vom autonomen Fahren, die die Projektgruppen des MRM seit mehr als 15 Jahren voranbringen, verspricht auch dem neuen Teammitglied einige Herausforderungen, betonen die Verantwortlichen. Seit kurzem erweitere ein zweites selbstfahrendes Auto die technologische Infrastruktur des Instituts. Hiermit sollen zukünftig auch kooperative automatisierte Fahrfunktionen wie Reißverschlussverfahren, aber auch ein verbessertes kooperatives Verhalten zwischen automatisierten Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern möglich werden. Ein noch nicht gelöstes Problem sei das Erkennen und Interpretieren von Gesten. Winke beispielsweise ein Passant ein Auto an einem Fußgängerüberweg durch, seien die heutigen automatisierten Fahrzeuge noch nicht in der Lage, die Handsignale zu erkennen und würden unweigerlich warten.

Der neue Juniorprofessor soll zudem am Forschungszentrum für kooperative, hochautomatisierte Fahrerassistenzsysteme und Fahrfunktionen (F³) mitwirken. Gefördert von der Carl-Zeiss-Stiftung arbeiten dort Ingenieure, Informatiker und Psychologen gemeinsam am intelligenten, kooperativen Fahrzeug der Zukunft.

Forschungszentrum driveU

DriveU steht für "Daimler Research Institute for Vehicle Environment Perception at Ulm University". Das gemeinsame Innovationszentrum von Daimler und der Universität Ulm wurde 2012 gegründet, um Forschung und Entwicklung im Bereich der Fahrerassistenzsysteme, Fahrzeugsicherheit und automatisierten Fahrfunktionen zu intensivieren. Der methodische Schwerpunkt des driveU liegt in der maschinellen Wahrnehmung und Situationsverstehen mit dem Ziel, relevante Forschungsergebnisse in ein Vorentwicklungsstadium zu überführen. Im driveU arbeiten derzeit über zehn Wissenschaftliche Mitarbeiter in verschiedenen Schwerpunktthemen wie Sensor- und Signalverarbeitung, Informations- und Sensorfusion, Multi-Objekt-Tracking, Fahrumgebungsrepräsentation, Situationsverstehen sowie Fahrerintentionserkennung.

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