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05.11.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Die BMW S 1000 R: neuer Roadster auf Basis der S 1000 RR

Autor:
Katrin Pudenz

118 kW Leistung, 207 kg schwer, Race-ABS, ASC und zwei Fahrmodi: BMW Motorrad zeigt die neue BMW S 1000 R auf der Mailänder Motorradmesse Eicma (- 10.November 2013). Basis für den Roadster ist die S 1000 RR (kurz RR), der erste Supersportler von BMW Motorrad mit Vierzylinder-Reihenmotor (142 kW / 193 PS).

Im Wesentlichen gleicht der Vierzylinder-Reihenmotor der neuen BMW S 1000 R dem Triebwerk des Supersportlers S 1000 RR, erläutern die bayerischen Motorradhersteller. Für den Einsatz in der S 1000 R sei der Antrieb aber hinsichtlich der speziellen Anforderungen eines Roadsters gezielt optimiert worden. Der Reihenvierzylinder leistet 118 kW (160 PS) bei 11000/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von 112 Nm bei 9250/min.

Für den im sportlichen Landstraßenbetrieb gewünschten druckvollen Antritt aus jedem Drehzahlbereich wurde das Drehmoment gesteigert. So liegen bei dem Motor der S 1000 R bis 7500/min bis zu 10 Nm mehr Drehmoment an, als bei der RR.

Reihenvierzylinder mit 999 Kubik

Nach wie vor setzt der 999 Kubikzentimeter große und mit einem Hub-Bohrungs-Verhältnis von 49,7 zu 80 mm ausgestattete Reihenvierzylinder auf die Ventilbetätigung über kleine und leichte Einzelschlepphebel, erläutern die Motorradbauer. In Verbindung mit einer kurzen, via Zwischenrad angetriebenen Zahnkette für den Nockenwellenantrieb soll dies höchste Drehzahlfestigkeit sowie die exakte Einhaltung der Ventilsteuerzeiten garantieren. Die Gemischaufbereitung erfolgt über eine vollsequenzielle, zylinderselektive Kraftstoffeinspritzung mit zwei Einspritzdüsen pro Zylinder.

Für den Einsatz in der S 1000 R erfuhr das Hochleistungstriebwerk laut Angaben eine Reihe von Änderungen: Für noch bessere Füllung im unteren und mittleren Drehzahlbereich erhielt der Zylinderkopf eine neue Kanalgestaltung, und die Ventilerhebungskurven wurden neu berechnet. Im Vergleich zur S 1000 RR liegt die Drehzahlgrenze rund 2000/min niedriger; nämlich bei 12.000/min.

Darüber hinaus kommt die neue Motorsteuerung BMS-X zum Einsatz (S 1000 RR: BMS-KP), die über eine zylinderselektive Klopfregelung verfügt und in der S 1000 R eine vollständige E-Gas-Funktion ermöglicht. Zündspulen mit integrierter Endstufe und neue Sensoren für die beiden obenliegenden Nockenwellen sind weitere Änderungen im Bereich der Motor-Elektrik beziehungsweise -Elektronik.

Die Kraftübertragung der S 1000 R erfolgt über ein klauengeschaltetes Sechsganggetriebe sowie eine O-Ring-Rollenkette. Auch bei der S 1000 R hat der Fahrer die Möglichkeit, mit dem optional als Sonderausstattung verfügbaren HP Schaltassistenten ohne Betätigung der Kupplung und damit nahezu ohne Zugkraftunterbrechung hochzuschalten.

Lesen Sie mehr zur neuen BMW S 1000 R auf Seite 2.

Automatische Stabilitätskontrolle ASC, Race-ABS und zwei Fahrmodi

Zur Anpassung an die individuellen Bedürfnisse des Fahrers und den jeweiligen Einsatzzweck bietet die S 1000 R bereits im Serienumfang zwei Fahrmodi sowie die Automatische Stabilitätskontrolle ASC (Automatic Stability Control). Mit den beiden serienmäßigen Fahrmodi "Rain" und "Road" können die Fahreigenschaften der S 1000 R den Fahrbahnverhältnissen angepasst werden. Neben dem ebenfalls serienmäßigen teilintegralen Race-ABS soll die ASC den Nutzungsbereich der neuen S 1000 R erweitern und insbesondere auf Untergründen mit wechselnden Reibwerten ein beispielsweise deutliches Sicherheits-Plus darstellen. Die Funktionen sind während der Fahrt aus- beziehungsweise einschaltbar.

Im "Road"-Modus sind Race-ABS und ASC für den Betrieb auf trockenen Straßen eingestellt, und die Gasannahme ist optimal. Mit dem "Rain"-Modus lässt sich das Motorrad auf Straßenverhältnisse mit niedrigen Reibwerten und insbesondere auf regennasse Fahrbahnen einstellen. Die Gasannahme erfolgt weich, und Race-ABS sowie ASC sind mit frühen Regeleingriffen den Verhältnissen angepasst. In diesem Fahrmodus werden die Leistung auf 100 kW (136 PS) bei 9500/min und das Drehmoment auf 104 Nm bei 9000/min begrenzt.

Fahrmodi "Dynamic" und "Dynamic Pro"

Die Sonderausstattung "Fahrmodi Pro" erweitert die Serienausstattung um die beiden Fahrmodi "Dynamic" und "Dynamic Pro". Die "Fahrmodi Pro" sind in der Sonderausstattung DTC (Dynamic Traction Control) sowie in der Sonderausstattung Sport-Paket enthalten. Hierbei wird das serienmäßige ASC durch DTC mit integriertem Schräglagensensor ersetzt.

Der "Dynamic"-Modus ist für den sportlichen Betrieb auf trockener Straße vorgesehen. Der Motor ist für direkte Gasannahme abgestimmt, und der Regeleinsatz des Race-ABS erfolgt später. Zudem ist die Hinterradabhebeerkennung deaktiviert. Die dynamische Traktionskontrolle DTC ist in ihrem Regelverhalten ebenfalls auf spätere Eingriffe und damit für dynamische Fahrweise abgestimmt.

Im "Dynamic-Pro"-Modus (mit Codierstecker aktivierbar) ist die S 1000 R für den besonders sportlichen Betrieb auf trockener Straße gerüstet. Das Race-ABS arbeitet ohne Hinterradabhebeerkennung, und bei der Betätigung der Hinterradbremse erfolgen keinerlei Regeleingriffe des Race-ABS. Damit kann die Maschine von versierten Fahrern auch in die Kurve hinein gedriftet werden. Die Regelcharakteristik der DTC ist der besonders sportlichen Gangart und hohen Reibwerten ebenfalls angepasst. Die Vorderradabhebeerkennung lässt Wheelies zu, die der Fahrer dann selbst kontrollieren muss.

Lesen Sie mehr zur neuen BMW S 1000 R auf Seite 3.

Fahrwerk

Auch das Fahrwerk der neuen BMW S 1000 R basiert auf den Grundlagen der S 1000 RR. Herz des Fahrwerks bildet der aus Aluminium gefertigte, 11,98 kg wiegende Brückenrahmen, der den um 32 Grad nach vorn geneigten Motor als tragendes Element aufnimmt.

Mit 207 kg Gewicht fahrfertig vollgetankt zählt die neue S 1000 R laut Hersteller zu den leichtesten Vertretern ihrer Gattung. Der Lenkkopfwinkel steht mit 65,4 Grad um 0,8 Grad flacher, und mit 98,5 Millimetern fällt der Nachlauf 5 Millimeter länger als bei der RR aus. Der Radstand legte um 22 auf jetzt 1439 mm zu. Damit einher gehen erhöhte Traktion und Fahrstabilität, aber auch gesteigerte Lenkpräzision und Komfort.

Einstellbare Federelemente mit hohen Reserven

Die Vorderradführung übernimmt wie bei der RR eine Upside-Down-Gabel mit 46 mm Standrohrdurchmesser. Die Upside-Down-Gabel ist im Inneren mit sogenannten Cartridge-Einsätzen, also einem separaten hydraulischen Kolben-Zylinder-System ausgerüstet und verfügt über Einstellungsmöglichkeiten der Dämpfungs-Zug- und -Druckstufe. Ist die Sonderausstattung DDC verbaut, so kann auch die Federbasis ebenfalls eingestellt werden. Der Gesamtfederweg beträgt wie hinten 120 mm, von denen 70 mm auf den Positiv- und 50 mm auf den Negativfederweg entfallen.

Dem fahrdynamischen Anspruch wird die S 1000 R auch bei der Hinterradführung gerecht. Dort arbeitet ein Zentralfederbein mit einstellbarer Federbasis sowie Dämpfungs-Zugstufe. Die Anlenkung des Federbeins geschieht über eine kompakte und leichte Kinematik. Der Gesamtfederweg an der Hinterradachse beträgt 120 mm, von denen 80 mm auf den Positiv- und 40 mm auf den Negativfederweg entfallen.

Dynamic Damping Control DDC

Die bereits serienmäßig hohe Fahrwerksgüte der S 1000 R lässt sich laut Hersteller mit der 2012 in der HP4 erstmals eingeführten Dynamic Damping Control DDC weiter steigern. Bei diesem System ist die Dämpfung der Zug- und Druckstufe an den jeweiligen Fahrmodus gekoppelt. Zusätzlich wird sie dynamisch an die jeweilige Fahrsituation, zum Beispiel an schnelle Richtungsänderungen in Wechselkurven oder Fahrbahnunebenheiten, angepasst. Das elektronisch geregelte Fahrwerkssystem reagiert automatisch auf Fahrmanöver wie Bremsen, Beschleunigen oder Kurvenfahren sowie auf die Fahrbahnbeschaffenheit und stellt die Dämpfung über elektrisch angesteuerte Dämpferventile situativ richtig ein.

Die Grundeinstellungen der DDC sind mit den Modi "Rain", "Road", "Dynamic" und "Dynamic Pro" verknüpft, die vom Fahrer bequem per Knopfdruck angewählt werden können. Im "Rain"- und "Road"-Modus liegt der Abstimmungsschwerpunkt der DDC auf einer satten, angenehmen Dämpfung, wie sie vorzugsweise im Landstraßenbetrieb auf schlechten bis gut asphaltierten Straßen gefordert wird. Im "Dynamic"-Modus ist die Dämpfungscharakteristik auf ein Normalmaß gestrafft, und im Modus "Dynamic Pro" gehorcht die Abstimmung der DDC stärker den Anforderungen an hohe Performance. Damit unterstützt sie eine sportliche Fahrweise, bei Bedarf sogar auf der Rennstrecke. Die straffe Dämpferabstimmung gibt dem Fahrer jederzeit ein eindeutiges Feedback über die jeweilige Fahrsituation, betont der Hersteller.

Die Einstellung der Dämpfung kann sowohl im Stand, als auch während der Fahrt vorgenommen werden. Die Justierung erfolgt innerhalb von Millisekunden über ein elektrisch gesteuertes Ventil, bei dem ein Ringspalt - und damit der Durchflussquerschnitt für das Dämpferöl - verändert wird. Damit verfügt die S 1000 R in jeder Fahrsituation über die optimale Einstellung für die Dämpferzug- und -druckstufe. Kompromisse beim Fahrwerks-Setup gehören damit der Vergangenheit an. Die DDC ermöglicht zudem maximale Traktion zur optimalen Umsetzung der Motorleistung in Beschleunigung.

Lesen Sie mehr zur neuen BMW S 1000 R auf Seite 4.

Hochleistungsbremsen, teilintegrales Race-ABS und Lenkungsdämpfer

Auch die Bremsanlage der neuen S 1000 R wurde direkt vom Superbike S 1000 RR übernommen. Vorne übernimmt die Verzögerungsaufgaben eine Doppelscheibenbremse mit zwei radial montierten 4-Kolben-Festsätteln sowie zwei schwimmend gelagerten Stahlbremsscheiben von 320 mm Durchmesser und 5 mm Materialstärke. Mit Stahlgewebe ummantelte, druckstabile Bremsleitungen sorgen für eine optimale Übertragung der Handbremskraft. Hinten arbeitet eine hydraulisch betätigte Einzelscheibenbremse mit 1-Kolben-Schwimmsattel. Der Durchmesser der starr montierten Stahlbremsscheibe beträgt 220 mm bei 5 mm Materialstärke. Auch hier kommt eine stahlummantelte Bremsleitung zum Einsatz.

Hohe aktive Sicherheit beim Bremsen ermöglicht das serienmäßige teilintegrale Race-ABS. Bei diesem System werden über den Handbremshebel Vorder- und Hinterradbremse angesteuert, während der Fußbremshebel ausschließlich auf die Hinterradbremse wirkt. Für unterschiedliche Einsatzspektren stehen dem Fahrer im Rahmen der per Knopfdruck wählbaren Fahrmodi entsprechend angepasste Charakteristika für das Race-ABS in drei Ausprägungen zur Verfügung. Diese sind mit den Fahrmodi kombiniert und für hohe Sicherheit ganzheitlich aufeinander abgestimmt. Mit 1,56 kg Gewicht der Steuereinheit und einem Gesamtgewicht von unter 2,5 kg Gesamtgewicht rangiert dieses System in puncto Gewichtsbilanz an der Spitze des Wettbewerbs. Für spezielle Anforderungen kann das Race-ABS separat abgeschaltet werden.

Instrumentenkombination

Ebenfalls serienmäßig ist bei der neuen S 1000 R ein Lenkungsdämpfer verbaut multifunktionale Instrumentenkombination. Die Instrumentenkombination der S 1000 R verfügt über ein großes LC-Display sowie einen analogen Drehzahlmesser mit optimal ablesbarer Skalierung. Neben dem aktuell eingelegten Gang wird im Display auch der gerade gewählte Fahrmodus "Rain", "Road", "Dynamic" oder "Dynamic Pro" angezeigt. Das Umschalten zwischen den einzelnen Fahrmodi vom rechten Lenkerende aus kann auch während der Fahrt erfolgen und erfordert dafür nur das Schließen des Gasdrehgriffs.

Die Instrumentenkombination der S 1000 R umfasst eine Reihe von Funktionen. So kann der Fahrer beispielsweise das Display auf den Rennstreckenmodus umschalten und so Informationen über aktuelle, beste oder auch die letzten Rundenzeiten erhalten. Selbst Brems- und Gasanteile oder Schaltvorgänge pro Runde sind damit verifizierbar. Ein in der Helligkeit, in den Frequenzen 4 und 8 Hz sowie im Bereich von 7000/min bis 12.000/min einstellbarer Schaltblitz erleichtert dem Fahrer das Finden der optimalen Schaltdrehzahl.

Die Anzeigen der Instrumentenkombination umfassen: Drehzahl, Geschwindigkeit, Ganganzeige, Fahrmodus, Gesamtkilometer, Motortemperatur, Tankfüllstand, Restreichweite (von Anfang an), Trip 1, Trip 2, Durchschnittsverbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit, Laptimer, Schaltblitz, Uhrzeit, Best Lap in Progress.

Tipp der Redaktion Automobil- und Motorentechnik:

Lesen Sie zu diesem Thema auch den ATZ-Fachbeitrag zur BMW S 1000 RR und die Nachricht "BMW HP4: Vierzylinder-Supersportler, DCC serienmäßig".

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Eicma 2013: BMW S 1000 R

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