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29.09.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

ADAC EcoTest: Abweichungen bei NOx-Messwerten

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Viele getestete Euro-6-Diesel zeigen bei realitätsnaher Messung erhöhte Stickoxid-Werte. Das geht dem ADAC EcoTest hervor. Dabei könnte moderne Clean-Diesel-Technologie die Stickoxide der Dieselfahrzeuge im realen Betrieb deutlich senken.

Im ADAC EcoTest fallen dem Automobilclub zufolge bei Dieselfahrzeugen immer wieder Abweichungen von den aktuellen Euro-6-Grenzwerten auf. Viele der getesteten Fahrzeuge würden den gesetzlichen Grenzwert von 80 mg NOx pro Kilometer überschreiten, teilte der Club angesichts der Diskussion um geschönte Abgaswerte von Volkswagen in den USA mit.

Der ADAC EcoTest hat zwar keine rechtliche Relevanz oder zulassungstechnische Bedeutung, umfasst aber unter anderem auch den neuen Weltzyklus (WLTC 2.0). Hierbei fasst der ADAC seine eigenen Abgastestergebnisse zusammen und veröffentlicht die NOx-Werte (Stickoxide) der Dieselmodelle aus dem ADAC-Autotest. Dabei werden Abweichungen zu den gesetzlichen Grenzwerten deutlich, sobald die Autos im EcoTest-Zyklus gefahren werden, so der ADAC. Im gesetzlich vorgeschriebenen NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) sollen alle geprüften Autos die Grenzwerte einhalten.

Der ADAC untersucht im Rahmen seines EcoTest seit 2003 in realitätsnahen Messungen die Abgasemissionen von jährlich etwa 150 Fahrzeugen. Der Club habe diese eigenen Messungen initiiert, da die Verbrauchs- und Abgaswerte der Hersteller, die auf der gesetzlichen Basis des NEFZ beruhen, nach Auffassung des Clubs nicht realitätsnah seien und dem Verbraucher daher keine ausreichenden Informationen über den tatsächlichen Verbrauch und das Abgasverhalten eines Pkw an die Hand geben würden.

Abgasreinigungssysteme: entscheidend ist die optimale Auslegung

Die getesteten Autos stellen laut ADAC eine Auswahl dar, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit hat. Die Auswahl richte sich unter anderem nach Marktrelevanz sowie nach der Verfügbarkeit der Testmodelle. Da Dieseltechnologie am amerikanischen Markt nicht weit verbreitet ist, seien nur wenig amerikanische Hersteller vertreten. Die große Bandbreite der Ergebnisse zeige, dass die unterschiedlichen Abgasreinigungssysteme durchaus Potenzial haben, in allen Betriebszuständen niedrige NOx-Werte zu liefern. Entscheidend sei die optimale Auslegung.

Der ADAC sei davon überzeugt, dass durch moderne Clean-Diesel-Technologie die Stickoxide (NOx) der Dieselfahrzeuge im realen Betrieb in den Städten und auch auf der Autobahn um 90 bis 95 Prozent gesenkt werden könnten.

Der ADAC EcoTest ermittelt alle Verbrauchswerte - inklusive der Kraftstoff-Herstellung (Well-to-Wheel). Dabei werden die Fahrzeuge neben dem NEFZ unter anderem auch im neuen Weltzyklus (WLTC 2.0) geprüft. Das Testverfahren des ADAC wurde dabei über die Jahre immer aktualisiert. Die letzten Änderungen (Berücksichtigung der Well-to-Wheel Emissionen, Test im WLTC) fand 2012 statt. Ab 2016 wird der ADAC die Autotestfahrzeuge stichprobenartig im realen Zyklus (RDE) auf der Straße testen. Erste Versuche hierzu fanden 2014 in Stuttgart statt.

Hinweis zur Infografik: In einer früheren Version der Grafik war der "Land Rover Range Rover Sport Hybrid 3.0 SD V6" als Fahrzeug mit Euro-6-Diesel ausgewiesen. Nach Veröffentlichung dieser Grafik durch den ADAC hat das Unternehmen Jaguar Land Rover gegenüber dem ADAC klargestellt, dass es sich bei dem in der Grafik genannten Modell nicht um ein Fahrzeug mit Euro-6-Diesel, sondern um ein Vorjahresfahrzeug nach Abgasnorm Euro 5 handelt. Die ursprünglich angegebenen Testwerte und dargestellten Abweichungen seien laut ADAC weiterhin korrekt, könnten aufgrund der für Euro-5-Modelle weniger strengen Grenzwerte jedoch nicht vollständig mit Fahrzeugen nach Abgasnorm Euro 6 verglichen werden. Der ADAC habe sich daher im Sinne der Eindeutigkeit und Transparenz entschieden, die Infografik entsprechend zu aktualisieren. Der Land Rover Range Rover Sport Hybrid 3.0 SD V6 hatte in der früheren Version als größter Abweichler mit einem über 16 Mal so hohen NOx-Ausstoß wie erlaubt an der Spitze der Negativ-Liste gestanden.

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