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12.01.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Cross Coupé GTE: Midsize-SUV nach Volkswagen-Bauart

Autor:
Katrin Pudenz
9 Min. Lesedauer

Das fünfsitzige Cross Coupé GTE mit einem Plug-in-Hybridsystem hat einen Allradantrieb via elektrische Kardanwelle und eine maximale Systemleistung von 265 kW. Vorgestellt wird es auf der North American International Autoshow (Naias, 12. bis 25. Januar) in Detroit als Vorschau für ein neues siebensitziges Midsize-SUV, das Volkswagen of America ab Ende 2016 in Chattanooga (Tennessee) produzieren will.

"Das Cross Coupé GTE", betont Klaus Bischoff, Chefdesigner der Marke Volkswagen, "ist der Botschafter einer neu entwickelten US-Designsprache von Volkswagen." Bischoff erklärt weiter: "Die Studie ist extrem präsent, kraftvoll, optisch beinahe aggressiv. Sie lässt in zahlreichen Details erahnen, wie wir uns ein künftiges SUV-Serienmodell für Nordamerika vorstellen".

Die Abkürzung "GTE" beschreibt die besondere Konzeption des Cross Coupés und generell die Volkswagen Modelle mit Plug-In-Hybridantrieb. In Europa ist der erste GTE bereits auf dem Markt, der zweite steht in den Startlöchern. Über längere Distanzen fahren sie rein elektrisch. Das jetzt in Detroit gezeigte SUV kann bis zu 20 Meilen (32 Kilometern) rein elektrisch fahren. Alle GTE-Modelle können in verschiedenen Betriebsmodi gefahren werden. Beim Cross Coupé GTE sind es die Programme "E-Mode", "GTE", "Hybrid", "Offroad" und "Battery Hold / Battery Charge".

Technische Basis

Das Cross Coupé GTE ist die dritte Studie, die Volkswagen auf dem Weg zur Serienversion des Midsize-SUV präsentiert. Zusammen spiegeln alle drei Concept Cars - der in Detroit im Januar 2013 präsentierte CrossBlue, das zuletzt in Los Angeles im November 2013 gezeigte CrossBlue Coupé und das nun auf der Naias vorgestellte Cross Coupé GTE - einen Ausschnitt aus dem Spektrum der SUV-Varianten wieder, das sich auf der Basis des von Volkswagen konzipierten modularen Querbaukastens (MQB) darstellen lässt. Sie wurden mit dem Ziel entwickelt, in naher Zukunft ein auf den US-Markt zugeschnittenes SUV in Nordamerika anzubieten. Das Concept Car ist 190,8 in lang (4847 mm) und 68,3 in hoch (1736 mm). Breit ist die Studie 79,9 in (2030 mm).

Das Antriebssystem

Angetrieben wird die SUV-Studie von einem 3,6-Liter-V6-Ottomotor und zwei Elektromotoren. Der Sechszylindermotor mit Direkteinspritzung (FSI) entwickelt Herstellerangaben zufolge eine Leistung von 206 kW und ein maximales Drehmoment von 350 Nm, die zwei Elektromotoren bringen es auf 40 kW und 220 Nm (vorne) sowie 85 kW und 270 Nm (hinten). Gespeist werden sie aus einer raumsparend im Kardantunnel platzierten Lithium-Ionen-Batterie. Ihr Energieinhalt betrage 14,1 kWh. Die Systemleistung des Antriebs addiert sich auf 265 kW. Werde diese Leistung abgerufen, beschleunige das bis zu 130 mph (209 km/h) schnelle Cross Coupé GTE in 6,0 Sekunden auf 60 mph (97 km/h).

Folgende Fahrprofile stehen im Cross Coupé GTE zur Verfügung: "Onroad" (mit den Sub-Modi "Comfort" und "Eco"), "Offroad" (mit "Rocks", "Sludge & Sand" und "Gravel"), "Sport" und "Snow". Die Fahrprofile verändern die Abstimmung des SUV.

Antriebsmodi

Das Cross Coupé GTE kann in fünf verschiedenen Modi gefahren werden, deren Nutzung sich intuitiv erschließe: "E-Mode", "Hybrid", "GTE", "Offroad" und "Battery Hold / Battery Charge".

E-Mode: Dank der Lithium-Ionen-Batterie im Mitteltunnel ist das Cross Coupé GTE über eine Distanz von bis zu 32 Kilometer rein elektrisch unterwegs. Im E-Mode, der via Tastendruck bewusst vom Fahrer aktiviert wird, sorgt allein der 85 kW starke E-Motor der Hinterachse für Vortrieb. Beim rein elektrischen Fahren wird der V6 FSI durch das Öffnen der Kupplung vom Antriebsstrang getrennt und abgeschaltet. Sobald der Sechszylinder aufgrund des Ladezustands der Batterie oder anderer Parameter wieder eingebunden werden soll, koppelt er sich ruckfrei und binnen Sekundenbruchteilen erneut in den Antriebsstrang ein, wie die Konstrukteure ausführen. Für die Energieversorgung der Elektromotoren sei eine Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energiegehalt von 14,1 kWh zuständig. Eine im vorderen Motorraum integrierte Leistungselektronik manage den Hochvoltenergiefluss von und zur Batterie beziehungsweise zu den Elektromotoren. Das Bordnetz werde via DC/DC-Wandler mit einer Spannung von 12 Volt versorgt. Aufgeladen werde die Batterie über externe Stromquellen oder während der Fahrt.

Hybrid: Standardmäßig startet die Studie im Hybrid-Modus. Das Cross Coupé GTE sei dabei ein klassischer Vollhybrid, der beim Verzögern via Rekuperation die Batterie lädt und je nach Antriebssituation automatisch den FSI und / oder die E-Maschine nutzt. In diesem Modus werde der Ladezustand der Batterie auf einem konstanten Wert gehalten. Dies soll der Fahrer durch die "Battery-Hold- Funktion" auch aktiv beeinflussen können.

  • Segeln: Sobald der Fahrer vom Gas geht und die Batterie ausreichend geladen ist, werden alle Motoren abgeschaltet und vom Antriebsstrang entkoppelt.
  • Rekuperationsmodus: Geht der Fahrer vom Gas respektive bremst, ohne dass die Batterie ausreichend geladen ist, arbeiten beide Elektromotoren als Generatoren und speisen die beim Bremsen gewonnene Energie in die Lithium-Ionen-Batterie ein. Der FSI ist auch in diesem Fall abgeschaltet und abgekoppelt.
  • Fahren mit dem FSI: Sorgt allein der Benziner für Vortrieb, ist die Studie rein frontangetrieben

GTE: Über die GTE-Taste wechselt der Fahrer in den GTE-Modus und aktiviert damit die agile Seite der Studie. Gaspedal-, Getriebe- und Lenkungskennlinie sind nun sportlicher ausgelegt. Darüber hinaus arbeiten der FSI und die E-Maschinen im "GTE-Modus" beim "Boosten" zusammen, um die volle Systemleistung und das größte maximale Systemdrehmoment abzurufen.
Offroad: Sobald der Fahrer diesen Modus aktiviert, sind immer alle vier Räder im Spiel. In diesem Fall und bei niedriger Batterieladung fungiere der nun via V6 FSI mit Energie versorgte vordere Elektromotor allein als Generator und damit als Stromquelle für sein Pendant an der Hinterachse. Da die Energie zum Antrieb der Hinterachse by wire und nicht mechanisch fließe, wird von einer elektrischen Kardanwelle gesprochen. Aufgrund der Tatsache, dass der FSI im Offroad-Modus über den vorderen E-Motor den hinteren antreibe, funktioniere der Allradantrieb auch bei niedrigem Ladestand der Batterie.

Battery Charge / Battery Hold: Der Doppelmodus Battery Hold (Energiegehalt der Batterie bleibt konstant) respektive Batterie Charge (Batterie wird während der Fahrt geladen) wird über ein Untermenü im Infotainmentsystem aktiviert. Er dient laut Angaben dazu, beispielsweise am Zielort in einer Stadt bewusst rein elektrisch (E-Mode) unterwegs zu sein.

Lesen Sie mehr über die neue Volkswagen-Studie auf Seite 2.

Klar gegliederte Instrumententafel

Wie ein Flügel erstreckt sich die eigentliche Info- und Bedienebene über die komplette Breite des Cross Coupé GTE. Der in der Mitte der Schalttafel integrierte 10,1 Zoll große Touchscreen des Infotainmentsystems wird links und rechts von jeweils drei untereinander angeordneten Luftausströmern eingerahmt. Alle Funktionen sollen über den Touchscreen gesteuert werden. Den Infotainment- Touchscreen und das Active Info Display erklären die Entwickler im Folgenden im Detail:

Infotainment-Touchscreen / Steuerung: Über den 10,1 Zoll großen Touchscreen mit Annäherungssensorik und - als Novum - einer Gestensteuerung managen Fahrer und Beifahrer sämtliche Infotainment-Funktionen und die Fahrzeug-Grundkonfiguration. Bekannt ist die Annäherungssensorik. Neu hingegen ist die Gestensteuerung. Dabei reicht es, die Finger in einiger Entfernung etwa über eine Playlist mit Songs zu bewegen, um in der Liste zu blättern und ein anderes Lied abzuspielen.

Infotainment-Touchscreen / Grafik: Je nach Fahrprofil - "Snow", "Sport", "Onroad" und "Offroad" - verändert sich das Layout der Grafik. Darüber hinaus können die Navigationsdaten in einem zwei- oder dreidimensionalen Raum dargestellt werden. In der 3D-Ansicht hat der User dabei die Möglichkeit, eine individuelle Darstellung zu konfigurieren. Und zwar auf gleich drei oder sogar mehr Ebenen, die übereinander im virtuellen Raum schweben. Sie alle zeigen die Karte, auf der sich der Wagen befindet. Das aber mit unterschiedlichen Informationen. Als ein Beispiel für eine solche Konfiguration nennen die Entwickler: Auf der obersten Ebene hat der Fahrer die "Points-of-Interest" (POI) konfiguriert, in der mittleren Ebene sind geografische Angaben wie etwa die aktuelle Höhe über dem Meeresspiegel zu sehen; in der untersten Ebene "Car" befinden sich die Route und die Position des Cross Coupé GTE. Die Ebenen können frei von oben nach unten verschoben werden; individuelle Einstellungen werden jedoch stets in der obersten Ebene durchgeführt. Die in 3D konfigurierte Karte kann wie skizziert auch in 2D dargestellt werden. Infos zu den Inhalten ruft das System je nach Thema über das Internet, via Satellit oder von Datenträgern (Navigationssoftware, individuell vom User eingespeist) ab. Zudem werden auch Daten wie das Wetter im Display angezeigt. Die Ebenen und Informationen können Fahrer und Beifahrer auch hier mittels Gestensteuerung auswählen. Das direkte Tippen und Wischen auf dem Screen ist natürlich ebenfalls möglich.

Active Info Display: Das große Digitalinstrument hat die Grundform klassischer Tuben. Alle Instrumente werden rein virtuell über Software realisiert. Allein die im oberen Teil des Displays angeordneten Symbolleuchten sind weiterhin als Hardware ausgeführt. Die Navigationsinformationen können auch hier in 2D und 3D dargestellt werden. Das Display ist 12,3 Zoll groß, die Auflösung von 1440 x 540 Pixel erlaubt eine äußerst präzise, grafisch hochwertige und interaktive Darstellung aller Details. Unterschiedliche Grundfunktionen sind dabei mit einer individuellen Interaktion beziehungsweise Grafik belegt. Diese Grafik ändert sich beispielsweise analog zum jeweiligen Antriebsmodus (etwa "E-Mode" oder "GTE"). Je nach Bedarf können zudem Informationen wie Fahr-, Navigations- und Assistenzfunktionen in die Grafikflächen integriert werden. In der Mittelkonsole via Touchscreen darstellbare Daten (zum Beispiel Telefon-Kontaktbilder oder CD-Cover) kann der Fahrer ebenfalls in das Active Info Display übertragen.

Klimasteuerung per Touchscreen

Analog zum Infotainmentsystem ist auch die Klimasteuerung samt Sitzklimatisierung als Touchscreen aufgebaut. In der ebenen Flächen der ergonomisch auf den Fahrer zugeschnittenen Mittelkonsole ist links der Wählhebel für das Sechsgang-DSG mit einer by-wire-gesteuerten Schaltlogik integriert: Er befindet sich, wie ein Joystick, permanent in einer zentralen Mittelposition; per kurzem Kick werden die Stufen "R", "N" und "D" aktiviert. In die Stellung "P" schaltet man mit einem separaten Taster, der in den Wählhebel integriert ist. Fahrerorientiert positioniert ist der ebenfalls auf der linken Seite (hinter dem DSG-Schalthebel) integrierte Fahrprofilregler für die vier Fahrprofile "Onroad", "Offroad", "Sport" und "Snow". In das Gesamtbild des Interieurs passt der Hightech-Aufbau des Fahrprofilreglers aus "Light Pipe"-Elementen (transparent, von LED-Licht durchströmt) mit einem HD-Display. In der Mitte (zwischen DSG-Wählhebel und Fahrprofilregler sowie Cupholder-Fläche) befinden sich die in Schwarz gehaltenen Hardkeys für "ESC", "E-Mode" und " GTE-Mode" sowie "Start/Stopp Engine".

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